Das musst Du als SEO im Jahr 2015 drauf haben

11. November 2014  |     |  47 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

SEO ist schon längst nicht mehr nur eine Kombination aus Linkbuilding und Onpage, sondern besteht mittlerweile aus viel mehr Faktoren. Im Laufe der Jahre sind diese immer wichtiger geworden und im Jahr 2015 werden sie noch wichtiger. So wichtig, dass man sie spätestens heute nicht mehr ignorieren kann. Heute gibt es daher eine kleine Liste an verwandten Branchen, die in SEO hineinspielen.

Huhn sticht aus Menge heraus

Bist du anders als der Durchschnitts-SEO? © CleverPencil / Istockphoto

#1 Usability und Conversion Optimierung

Als ich mit SEO angefangen habe, konnte man mit wirklich jeder Seite in den Top10 ranken, hauptsache die Links waren in Ordnung. Das geht heute nicht mehr. Im Jahr 2015 ist zwar Usability nicht alles, aber es kann zum K.O.-Kriterium für SEO werden. Wer hier grobe Schnitzer macht, der wird es nicht auf wirklich gute Positionen schaffen. Umgekehrt ist das aber genauso: Kleine Änderungen in Hinblick auf Usability können sich für SEO gewaltig auswirken.

Eine unserer allerersten Aufgaben ist es meistens, die Alleinstellungsmerkmale unserer Kunden prominent und sofort für den User sichtbar zu platzieren. Ich bin immer wieder überrascht, welchen Boost das geben kann. Wir arbeiten momentan testweise an einer Domain nur in Hinblick auf Usability und haben damit die Besucher mehr als verdoppeln können.

#2 Design

Design könnte man auch in Hinblick auf Usability betrachten, aber auch die pure „Schönheit“ eines Webprojekts kann gut für SEO sein. Wer professionell aussieht, der wird auch so behandelt und gewinnt in den Rankings. Wenn der Shop „etwas altbacken aussieht“, war das früher kein Drama. Heute ist das schon eher ein Problem – je nach Branche.

#3 Mobile

2015 führt kein Weg an einer responsive Webseite mehr vorbei. Punkt. Nicht umsonst hat Google erst vor wenigen Tagen in den Webmastertools unter dem Punkt „Suchanfragen“ einen neuen Punkt eingeführt, der „Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten“ heißt. Dort werden Fehler gezeigt, die die Usability auf Smartphones beeinträchtigen, etwa wenn Menüpunkte zu nah beieinander sind. Und ganz nebenbei zeigt Google jetzt auf Smartphones mit einem kleinen Handysymbol neben dem Suchergebnis an, ob das jeweilige Suchergebnis mobil optimiert ist. Der Anteil an Mobilgeräten liegt übrigens mittlerweile bei meistens rund 30 %.

screenshot-benutzerfreundlichkeit-auf-mobilgeraeten

Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten: Seit einigen Tagen verfügbar

#4 Programmierung

Man muss als SEO nicht programmieren können. Aber man sollte ein Grundverständnis mitbringen und erkennen, was man in Sachen Programmierung noch verbessern könnte. Und genau dann muss man als SEO diese Schwachstelle ansprechen. Besonders die Ladezeit ist häufig ein kritisches Thema.

#5 Social Media

Bitte nicht falsch verstehen: Man muss als SEO kein Social Media Profi sein. Aber es hilft ungemein, wenn man sich damit ein wenig auskennt. Bei Facebook und Twitter kommen SEOs mit echten Personen zusammen:

  • Kunden, die das Produkt kaufen sollen und die Suchanfragen stellen
  • Webmaster, die das Produkt oder die Webseite verlinken sollen

Man muss, wenn es um Suchanfragen oder um die Gestaltung der Webseite hinsichtlich Usabilty geht, eine Ahnung davon haben, was den Leuten bei einer Seite wichtig ist. Das beste und direkteste Feedback bekommt man oft über die Social Media Kanäle.

#6 Content und Content Marketing

Auch hier scheiden sich die Geister. Wir machen unheimlich viel Content Marketing, weil es einfach so gut funktioniert. Ich bin auch fest der Überzeugung, dass gute SEOs die idealen Content Marketer sind. Content Marketing im Jahr 2015 heißt aber nicht, dass man eine tolle Infografik erstellt und an 50 Blogger versendet. Wer das denkt, der redet von Content Marketing so, wie andere Leute von SEO („Da muss man Keywords in die Seite einbauen“). Content Marketing hat viel mit Prozessen und einer klaren Strategie zu tun. Dabei geht es nicht um die einmalige Erstellung von Content, sondern um das kontinuierliche Produzieren von guten Inhalten. Content Marketing ist kein „Content“, es ist kein Marketing und es ist ganz sicher kein Journalismus. Es ist etwas ganz anderes, nämlich die Symbiose von Content und Marketing. Das muss man erst einmal begreifen.

Lest Euch einmal Think Content! durch, das ist ein guter Einstieg in das Thema.

 #7 PR

Nicht Pagerank, sondern Public Relations sind ein nicht zu unterschätzender Part bei SEO. Besonders Inhouse SEOs wissen: Über PR bekommt man die besten Links. Sei es von Lieferanten, Zeitungen oder anderen Organisationen, mit denen man als Unternehmen zu tun hat. Hier bekommt man a) saubere und b) gute Links. Dabei muss man als Agentur oder Inhouse SEO nicht PR betreiben, um erfolgreich zu sein. Es reicht lediglich, ein gutes Verhältnis zu seinem PR Menschen im Unternehmen zu haben. Wenn es eine größere Kooperation gibt, muss diese Person dann nur dem Inhouse SEO oder der Agentur Bescheid geben und diese können sich dann überlegen, wie man das Ganze noch mit Synergien im SEO Bereich benutzen kann.

#8 Analytics

Web-Analytics sind heute ein wunderbares Werkzeug, um Userverhalten zu beobachten und zu messen. Leider gibt es hier noch kaum gute Tools, die auch noch erschwinglich sind. Außer natürlich Yandex Metrica, das obendrein kostenlos ist.

pressengers-clickmap

Unser Magazin Pressengers: Niemand interessierte sich für die Kategorie „Im Gespräch / Interviews“. Dafür aber viele für WordPress Sicherheit. Besseres Userverhalten = Bessere Rankings!

 

Fazit: Muss man das alles können?

Viele werden jetzt denken: „Das ist ja alles schön und gut, aber wir sind SEOs und keine Programmierer / Social Media Manager…“ Das ist schon richtig. Man muss in den obengenannten Bereichen kein Experte sein. Aber man muss sich darin zumindest grundlegend auskennen. Besonders gut gefällt mir der Gedanke vom sogenannten „T-Shaped Web Marketer“ (T-förmiger Web Marketer):

t-shaped-web-marketer

Der T-Shaped Web Marketer – Grafik von Moz

Jeder Web Marketer (nicht nur SEOs) sollte wie ein „T“ aufgebaut sein.

  • Fundierte Kenntnisse in einer Disziplin (z.B: SEO)
  • Grundlegende Kenntnisse in vielen Disziplinen

Hier noch eine Grafik von Distilled

t-shape

Grafik von Distilled, die eher „im“ SEO Bereich die T-Formen sieht, nicht generell im Online Marketing.

Ist das nicht alles schon längst Teil von SEO?

Ja, viele bringen diese Themen „über den Tellerrand“ schon seit langem in ihr SEO mit ein. 2015 (eigentlich schon 2014) wird aber das Jahr, in dem wirklich alle begreifen, dass es ohne diese Dinge nicht mehr geht. Man kann keine schlechte Seite dauerhaft in die Top10 bringen. Man kommt mit einem schlechten Design irgendwann nicht mehr weiter, auch wenn das SEO noch so gut ist. Und es ist obendrein nicht mehr in Ordnung, wenn wir die Schuld auf Webdesign / Programmierung / Usability unserer Kunden oder Arbeitgeber schieben, mit der Begründung dieses oder jenes sei „schlecht“. Man muss tiefer in die Themen einsteigen.

Sie sind Teil von SEO.

Wir entwickeln uns weg, von den „Freaks“ des Online Marketing, die Onpage und Linkbuilding machen. Wer 2015 noch den Kopf in den Sand steckt und sich um nichts außer Linkbuilding und Onpage kümmert, der wird garantiert kläglich scheitern. Es ging vielleicht noch bis vor kurzem, aber in Zukunft wird es „reines“ SEO nicht mehr geben. Wir entwickeln uns hin zu jenen, die alles im Überblick behalten.
Wer wissen will, wohin die Reise geht, sollte sich einmal über Inbound Marketing schlau machen. Oder einfach mal ein wenig auf Hubspot oder Inbound.org surfen. Oder einmal reinschauen bei Linkbird, die machen das nämlich ziemlich gut seit Neuestem!

Gefahren? Panda? Penguin? Was ist denn mit den neuen Möglichkeiten?

In der deutschen SEO-Szene herrscht teilweise eine richtige Totengräberstimmung, weil der böse Panda und der schlimme Penguin die ganzen alten SEO-Tricks kaputt gemacht haben. Dass sich mit diesen Updates aber neue Möglichkeiten und Betätigungsfelder aufgetan haben, die obendrein noch richtig Spaß machen und eben kein „SEO-Bullshit“ sind, wird irgendwie in deutschen Landen gerade übersehen. Deswegen mal ein Aufruf an Euch: Hört auf, wegen Penguin und Panda zu jammern und schaut nach vorne! Es liegen so viele großartige Möglichkeiten vor uns!

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47 Kommentare

  • Hi Julian,

    interessanter Artikel. Kannst du denn eine PR Agentur empfehlen, welche Online Marketing UND SEO zumindest ansatzweise gut versteht?

  • Julian, Welcome to the new world of Yandex 😉

    Wie gesagt, meiner Meinung nach war Yandex´s Entscheidung, die Links nicht mehr (auf der bis jetzt gekannten Art und Weise) zu bewerten, war eine der bahnbrechendsten Entscheidungen in der SEO Geschichte 🙂

  • Hi Julian,
    guter Artikel, würde ich alles so unterschreiben.
    Wir „propagieren“ bei uns auch die Symbiose aus SEO, Online PR und Content – dazu zählt eben viel mehr als Linkbuilding. Und wie Du sagst: Es macht Spaß, erzeugt hochwertigen Content, gute Links und so Step by Step mehr Leads.

    lG
    Nicolai

    PS: Vielen Dank für die Erwähnung!

  • @Mor Deak

    Weißt du zufällig etwas mehr darüber, wie Yandex dieses Vorhaben in Zukunft ausbauen will? Meines Wissens gilt die Nicht-Beachtung von Links nicht für Ballungsräume wie Moskau oder St. Petersburg. Wäre super, wenn du nen Link hättst 🙂

    LG

  • Janine

    Hallo,
    das Thema responsive Design und Suchmaschinenfreundlichkeit ist doch konträr. Einen mobile Website soll benutzerfreundlich sein und eine geringe Ladezeit/Datengröße haben. Beim responsive Design wird der Content der gesamten Homepage geladen aber nur in Teilen auf dem mobilen Gerät angezeigt. Liegt hier der Weg nicht ehr im Programmieren optimierter Webseiten für mobile Geräte, die dementsprechend von Google auch ein höheres Ranking erhalten?

    SEeyOu Janine

  • BroFist

    Einer der ausspricht was ich seit Jahren denke. Meiner Meinung nach sollte jeder SEO zumindest Basiswissen in ALLEN Marketing Disziplinen besitzen. Auch ppc oder Branding. Es spielt einfach immer mehr zusammen.

  • Julian Dziki

    Hallo John,

    Leider nein, ich kenne keine gute PR Agentur. Da, wo es super funktioniert, ist eigentlich immer jemand aus dem Unternehmen für PR zuständig.

  • Welche Heatmap hab Ihr auf Pressengers eingesetzt?

  • Das muss wohl so sein – am Ende jeden Jahres der Ausblick darauf was nächstes Jahr relevant sein wird,
    inkl. Resumee der üblichen Verdächtigen: guter Inhalt ist wichtig, Social Media, Backlinks etc.
    Was natürlich nicht heißen soll, daß es nicht richtig ist – es ist richtig.

    Immerwieder bin darüber erstaunt wie häufig das Thema „Muß ein SEO programmieren können?“ in den Foren auftaucht.
    „Man muss (…) nicht programmieren können. Aber man sollte (…) erkennen, was man (…) noch verbessern könnte.“.

    Ich habe noch gelernt in COBOL auf dem Großrechner zu programmieren – an einem 11″ Bernstein-Monitor. Damals musste man noch Speicherbereiche für Variablen reservieren und sie nach deren Gebrauch wieder freigeben.
    C++ Programmierer kennen dies noch unter Pointern die auf Pointer zeigen. Ein Nicht-Programmierer soll mir nun also erzählen können was sich an meiner Arbeit verbessern lässt? Wohl kaum.

    Man muß die Antwort darauf zweiteilen:

    Wer Wert darauf legt eine wirklich gute Optimierung/Programmierung zu erzielen, eine die viele Requests zu wenigen zusammenfaßt, die lange Ladezeiten herunterbricht und ein gutes Verhältnis erzeugt von Wichtigem (Inhalt => möglichst viel) und Unwichtigem (Quellcode => möglichst wenig) sieht ohne gute Programmierkenntnisse kein Land.

    Wer sich allerdings damit begnügt mit WordPress, diversen PlugIns und fertigen Templates seine Seiten
    zusammenzufrickeln für den gilt auch weiterhin „Paßt schon“.

    Nur: PlugIns downloaden hat mit optimieren, geschweige denn programmieren so wenig zu
    tun wie sich eine Dose Ravioli in der Mikrowelle warm machen mit kochen – erst recht wenn es sich dabei um so gruselige Erweiterungen handelt wie die Pumpgun unter den SEO-Tools, das unvermeidliche „All in One SEO Pack“ und ähnlich faulen Zauber. „XML Sitemap Support“, „Optimize Titles“, „Generates META Tags“…
    Ganz im Ernst: wer für solche Aufgaben auf 3-Party-Support angewiesen ist, dessen Stärken liegen eindeutig im (Selbst-)Marketing.

    Nebenbei gefragt: was passiert eigentlich wenn alle dieselben Tools benutzen? Landen dann alle auf der ersten Seite?

    Frank Hübner
    (Code Curator)
    http://www.binary-garden.com

  • Guter und hilfreicher Artikel, auch wenn der Inhalt nicht neu ist.

  • Danke für den Artikel. Ich stimme dir absolut zu.

    Irgendwie geht es mir momentan aber voll gegen den Strich dass unsere „WhiteHat“ Methoden jetzt ganz schlimm sein sollen und in den SERPS trotzdem noch BlackHat-SEO Seiten vor meinen Klienten sind…

  • Julian Dziki

    Hi Sandro,

    Yandex Metrica.

  • Strasser

    Hi,

    ich frag mich immer bei all diesen Jahres-Vorhersagen, woher das preisgegebene Wissen stammt?

    „Man kann keine schlechte Seite dauerhaft in die Top10 bringen. Man kommt mit einem schlechten Design irgendwann nicht mehr weiter, auch wenn das SEO noch so gut ist. “

    Kann man das so pauschal sagen? Was bedeutet dauerhaft? Was ist eine schlechte Seite? Was bedeutet „nicht mehr weiterkommen“ ? Wie bewertet man eigentlich den Erfolg einer Webseite?

    Ist eine Webseite bestehend aus einem Dokument mit ~1000 Wörtern, ugly Design, seit 6 Monaten für ein umkämpftes Keyword auf Rank 1-2 und generierten Einnahmen von ~10000 € erfolgreich? Hatte sie dauerhaft gute Rankings? Ist es eine schlechte Seite?

    Eines finde ich besonders gut herausgestellt, Heulerei über Panda und Penguin, Panguin, Penda was auch immer ist nicht sinnvoll, widmet euch alt bekannten Methoden und staunt über gute Googlerankings. Wie heißt es so schön: Totgeglaubte leben Länger. (überspitzt!)

    Ich will damit nicht abstreiten, dass die meisten der genannten Punkte zum SEO der Zukunft gehören, ich sehe aber auch das „das SEO der Vergangenheit“ zum SEO der Zukunft gehören wird. Leider noch für eine lange Zeit.

    Ich hoffe das in Zukunft tatsächlich Dinge zählen wie: guter Content, wird Content regelmäßig gewartet, Design & Usability, Links die Traffic generieren, Branding, saubere Programmierung, Social Signals….

    Es grüßt
    Strasser

  • Nach meiner Meinung nicht der richtige Ansatz. All diese Dinge jetzt unter dem Label SEO zu vereinen. Warum fällt es so schwer sich von SEO zu lösen und zu sagen: „Wir machen Online Marketing!“ Es mag daran liegen, dass dann viele Agenturen, Stammtische, Tools und Konferenzen sich Umbenennen müssten und die drei Buchstaben aus Ihrem Namen entfernen müssten. Also auch Ihre Comfort Zone verlassen müssten. Die Vorteile, die daraus entstehen inbesondere was den Zugang zu Kommunikations- und Marketingbudgets angeht ist es aber denke ich Wert. Aber das scheint echt Zukunftsmusik zu sein. Dazu empfehle ich den Präsentation von Joachim Graf http://de.slideshare.net/JoachimGraf/seo-contentmarketing-native-advertising-und-andere-lgen-41041956 und meinen Blogbeitrag: http://www.sem-deutschland.de/seo-tipps/branding-das-neue-google-ranking-warum-seo-nicht-mehr-reicht/

  • Julian Dziki

    Hi Olaf,

    „Inbound Marketing“ wäre als Branche etwas, womit ich mich anfreunden könnte. Allerdings ist „Online Marketing“ zu weit gegriffen. Zugänge zu Kommunikations- und Marketingbudgets: Will ich gar nicht, wenn man dann 90 % seiner Zeit in Pitches verbringt und dafür dann nicht mehr arbeiten kann.

    Joachims Vortrag hatte einige gute Gedanken, aber die SEO Branche komplett aufzulösen ist der falsche Ansatz. Auch ein Webdesigner muss heute zumindest „Grundwissen“ in SEO haben, ebenso Programmierer. Und trotzdem gibt es noch Spezialisten. Dafür ist das Feld „SEO“ (alleine schon Onpage) groß genug.

  • „Dafür ist das Feld “SEO” (alleine schon Onpage) groß genug.“ Genau das ist ja auch Suchmaschinenoptimierung, aber wenn ich mir die Diskussionen in der SEO-Szene über Content Marketing ansehe und auch ein Großteil der Punkte, die Du oben nennst ist nunmal keine Optimierung für Suchmaschinen, sondern weit darüber hinaus. SEO ist Indexierungssteuerung, Crawlingsteuerung, Optimierung der Navigations- und Informationsstruktur, Website Hygiene etc. nicht mehr und nicht weniger.

  • Julian, Olaf: interessante Diskussion. Ich glaube, es ist eine Frage der Ziele…
    Julian sagt: Ich will bessere Ranking (Ziel: mehr Besucher zu bekommen, die dann mehr Leads generieren). Dafür braucht man heutzutage mehr als onpage und Links.

    Olaf sagt: ich brauche mehr Besucher, um mehr Leads zu generieren, und dafür braucht man Online Marketing (u.a. auch gute Rankings).

    Letztlich wollt ihr beide das selbe – und braucht dafür auch das selbe. Ich gebe Julian Recht: Seo braucht mehr als das, was Olaf meint. Aber ich gebe Olaf Recht: wenn man das alles, was man für gutes Seo braucht, nur für Seo benutzen würde, würde man viel Potential verschenken.

  • Der Blickwinkel auf das Ganze macht den Unterschied richtig… Aber seinen Standpunkt ändern hin zur Mitte und Silos verlassen ist ratsamer. Gerade in der jetzigen Phase des Umbruchs ist es um so wichtiger sich neu zu positionieren und neu zu hinterfragen. Ich weiß, dass SEOs sich Jahre lang darüber aufgeregt haben, dass Webdesign-Agenturen Suchmaschinenoptimierung oft mehr schlecht als recht mit angeboten haben. Jetzt machen SEO -Agenturen den selben Krams mit anderen Bereichen in denen sie verglichen mit anderen Dienstleistern oft mehr schlecht als Recht arbeiten. Ich will damit nicht sagen, dass es nicht inzwischen (ehemalige SEOs und SEO-) Agenturen gibt die auch in anderen Bereichen ein guten Job machen. Aber warum schränkt man sich dann in der Benennung der Dienstleistung mit Suchmaschinenoptimierung ein. Man macht doch viel mehr und hat damit deutlich mehr als nur SEO-Budget nötig. Das Gleiche gilt für SEO-Konferenzen, die inzwischen viel mehr Themenfelder abdecken. Wenn ich mir Know How in Sachen Analytics oder Uability-Optimierung aneignen möchte gehe ich nicht auf eine SEO-Konferenz, sondern auf ein Conversion Summit oder Analytics Summit. Warum sollte ich dann für Usability-Optimierung oder PR zu einer „SEO-Agentur“ gehen? Ich hoffe Ihr versteht was ich meine. Dadurch, dass man als unter dem Label SEO agierender Dienstleister das komplette Sortiment anbieten möchte verliert man den Fokus im Augen des Betrachters. Man macht dann Online Marketing. Aber dieses ewige Festhalten an den drei Buchstaben …

  • Für mich ein super Artikel!

    Zur Frage: Muss man das alles wissen?

    Ich würde sagen als echter SEO schon. Es gibt viele Blogger wie mich, die sich natürlich auch mit dem Thema SEO beschäftigen müssen, jedoch würde ich nie sagen, dass ich ein Profi bin. Dafür gibt es andere :-).

    Das Thema SEO ist wirklich ein ziemlich komplexes Thema, wo es immer wieder heißt: Verbessern, Optimieren und dran bleiben!

    Dennoch sind die im Artikel angesprochenen Punkte, definitiv wichtig.

    Viele Grüße
    Sven

  • In Unternehmen wo es etablierte PR Strukturen gibt, kann man sicherlich gut als Berater SEO Symbiosen einfließen lassen, sodass im Mix der Zusammenarbeit von Content Marketing die Rede sein kann. Ich denke hiermit kann man sich mit einem SEO Budget oder auch dem Begriff Inbound-Marketing, wo Julian sicherlich auch mit dem Artikel ansetzen wollte zufrieden geben.

    SEO zum Preis von SEO mit der Wirkung von Content Marketing zu fordern, wäre eine Rechnung die meiner Meinung nach nicht aufgeht bzw. nicht aufgehen sollte. Denn etablierte Content Marketing Prozesse gehen über Inbound-Marketing hinaus. Ich denke dies meint auch Olaf und da ist der Begriff Online-Marketing sicherlich gerechtfertigt.

    Die Entwicklung als solche ist nichts vollkommen Neues. Ein Kunde möchte eine Internetseite – dies kann man unterteilen in Webdesign & Entwicklung. Hingegen sind auch hier die Zeiten wo ein Webdesigner keine Ahnung von HTML etc. zu haben brauchte eher Geschichte. Die Krux an der heutigen Situation ist, dass SEO im Entwicklungsmuster nicht mehr das Pendant zur Internetseite ist sondern einen Teilbereich im Marketing darstellt, der ohne das Gesamtpaket relativ nutzlos ist. Aber wie wir alle aus den Anfängen des Internets wissen, lässt sich mit differenzierten Gesamtpaketen das bessere Ergebnis erzielen. Eine karge HTML Seite galt damals nämlich auch noch als „Internetseite“.

  • Julian Dziki

    Hallo Olaf,

    „Online Marketing“ ist wie schon erwähnt, ein viel zu großes Feld. Inbound Marketing wäre der Begriff, der momentan am besten beschreibt, was wir machen.
    Allerdings muss man eben auch mal Definitionen außen vor lassen und das anbieten, was Leute suchen. Würden wir uns (als Agentur) momentan als „Inbound Marketing Agentur“ positionieren, wäre das zwar korrekter, ABER (und das ist ein riesiges „Aber“) in Deutschland kennt man Inbound Marketing noch überhaupt nicht.
    Lieber sind wir also momentan noch eine SEO Agentur, die „mehr“ anbietet, als eine Inbound Marketing Agentur ohne Nachfrage. Und Online Marketing Agentur ist aus meiner Sicht komplett falsch, denn das bedeutet nur, dass man so viel wie möglich mitnehmen will, ohne wirkliche Spezialisierung. Davon gibt es mehr als genug Agenturen.

  • Hey ihr,

    ich verstehe beide Positionen eigentlich als ziemlich gleich :). Ich glaube man muss einfach differenzieren welche Sicht man annimmt. Bei dem Bewerben der eigenen Leistungen v.a. als Agentur (auf Website, Messen, Blogposts usw.) sollte die Zielgruppe vor allem ihren Bedarf gedeckt sehen. Ob das dann mit Inbound-Marketing, SEO oder Neukundengewinnung-über-Suchmaschinen betitelt wird, hängt dann glaube ich vom jeweiligen Unternehmer und seinem Selbstverständnis ab. Oder eben von der absichtlichen Positionierung als „SEO-Agentur mit Mehrwert“. Das funktioniert in München (und Köln) sicherlich besser als auf dem Land, weil man da eher eine Fuller-Service-Online-Marketing-Agentur braucht – weil es einfach nicht so viele gibt.
    Nimmt man die strategische Unternehmersicht an, dann muss man als SEO definitiv in andere Disziplinen schauen. Vielleicht auch nicht als „alter SEO-Hase“ immer alles von Grund auf neu erfinden wollen, sondern die entsprechenden Kompetenzen einkaufen / einstellen oder antrainieren. Ich glaube, dass SEO immer ein eigenständiger Teil im digitalen Marketing bleiben wird – allerdings wandelt sich hier das Kompetenzspektrum stark. Aber „Leads über Besucher von Suchmaschinen“ (=SEO) wird es immer geben, egal ob mit oder ohne Usability, CRO usw.

    Viele Grüße,
    -sebastian

  • Vielleicht zum Abschluss nochmal. Es geht mir eigentlich nur um die Beschreibung der Tätigkeit „Suchmaschinenoptimierung“. Wenn ich PR mache ist es primär kein SEO, wenn ich Conversion und Usability-Optimierung mache ist es keine Optimierung für Suchmaschinen, wenn ich Social Media Marketing betreibe ist es primär kein Optimierung für Suchmaschinen… Primär Optimierung für Suchmaschinen sind z.B. SEO ist Indexierungssteuerung, Crawlingsteuerung, Optimierung der Navigations- und Informationsstruktur, Website Hygiene etc. Das mache ich primär zur Optimierung meiner Website für Suchmaschinen. Alles andere kann als netten Nebeneffekt verbesserte Rankings erzeugen ist aber keine Optimierung für Suchmaschinen, sondern zahlt direkt in die Abschlussrate und/oder in die Marke ein. Ist also genauso wie SEO Teil des Marketings, Inbound Marketings, Online Marketings, Internet Marketings … Jetzt höre ich aber auf! 🙂

  • @Julian: Genau darauf wollte ich hinaus 🙂

  • Hi in deinem letzten Absatz sagst du etwas, wo ich exakt der gleichen Meinung bin. Denn durch Panda und Peguin entstehen Super Möglichkeiten und vor allem neue Chancen sich zu Positionieren.

    Ansonsten ein sehr aufschlussreicher Artikel, ich freue mich auf das Jahr 2015 =)

  • Spannende Diskussion. Und mal wieder das gute alte Thema „SEO ist tot“ 🙂 Mitnichten.
    Am Ende geht es doch immer noch um die Optimierung der Sichtbarkeit in den Suchmaschinen. Und da diese immer komplexer werden, muss sich auch die (erfolgreiche) Optimierung daran orientieren. Nun sind wir zwar alle gefühlte Tausendsassa, aber wichtig ist auch zu wissen, wo die eigenen Grenzen liegen und fähige Leute zu kennen, die diese Bereiche beherrschen. Wie schon früher in der Schule: Man muss nicht alles wissen, sondern nur wissen, wo es steht. In diesem Sinne – dranbleiben und solide Arbeit leisten!

  • Hallo,
    danke für die schöne Zusammenfassung. Aber: In meinen Augen gelten alle Punkte schon seit mind. 2012 und werden natürlich auch 2015 noch gelten (und vsl. auch 2016). Die Frage ist viel mehr, wie die einzelnen Punkte zueinander gewichtet sind und folglich wie wir alle bei limitierten Ressourcen unsere Prioritäten setzen. Hier trennt sich dann wieder Gut von Durchschnitt und Sehr gut und es gibt sicherlich Unterschiede von Branche zu Branche. Julian: Wie seht Ihr das, welche Verschiebungen in den Gewichten seht Ihr da?
    Grüße
    Martin

  • Julian Dziki

    Hi Martin,

    Es kommt gar nicht so darauf an, ob man die Verschiebungen „exakt“ trifft. Manche SEOs gehen stark auf technisches Onpage, andere auf kreatives Linkbuilding. Wichtig ist nur, dass man keinen Bereich komplett vernachlässigt. Jeder hat dann sein Spezialgebiet, in dem er supergut ist. In den anderen ist man hingegen nur „gut“. Das macht aber nichts, solange man insgesamt in Richtung Qualität geht.

  • Hallo Julian,
    danke für Deine Einschätzung. Das macht Sinn.
    Grüße
    MM

  • Spannender Ausblick aufs 2015. Danke! Bezüglich Usability geht viel übers testen und nochmals optimieren, was nicht bei allen Kunden gut ankommt. Das Verständnis hält sich teilweise in Grenzen, Hauptsache die Keywords ranken gut…

  • Guter Beitrag! SEO ist eben inzwischen so viel mehr als nur mit ein paar Tools rumoptimieren und Backlinks kaufen. Wir haben die Erfahrung gemacht das SEO Tätigkeiten die vor allem auch inhaltlich durchdacht und mehr den User als an die Suchmaschine adressiert sind mittel- bis langfristig die besseren und nachhaltigeren Ergebnisse erzielen.

  • Wäre es hier nicht einmal Zeit für ein Update? Herrscht in der SEO-Szene immer noch eine „Totengräberstimmung“? Welche Maßnahmen werden von „den Großen“ bereits umgesetzt oder wo hat eine völlig neue Entwicklung stattgefunden? Vielleicht in eine Richtung, die man hier in diesem Artikel noch nicht durchleuchtet hat?

    Würde mich sehr über eine Aktualisierung des Artikels freuen!

    Gruß
    Andreas

  • Julian Dziki

    Hi Andreas,

    Der Artikel ist ja jetzt erst ein halbes Jahr alt. Die Maßnahmen, die ich hier beschreibe, sind ja (wenn man sie intensiv betreibt) mehr als genug „Beschäftigung“. Von einer Totengräberstimmung weiß ich übrigens nichts. 🙂

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