Die Multishop-Strategie – Sinnvoll oder nicht?

2014-08-21
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21. Aug 2014 SEO 13 Kommentare

Heute möchte ich einmal über ein Thema reden, das so kaum in der SEO Welt angesprochen, aber durchaus oft praktiziert wird. Es geht darum, dass viele Online Shop Betreiber nicht einen, sondern mehrere Online Shops zum selben Thema im Netz haben.

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Manche Online Shop Betreiber besitzen nicht nur einen Shop, sondern 20 identische. Warum?

Gründe für mehrere Shops

Wieso macht sich jemand die Mühe, mehrere Shops zu betreiben? Es kann durchaus gute Gründe geben:

  • Unterschiedliche Zielgruppen: B2B oder B2C Kunden kann man gut voneinander trennen. Ansonsten kann es sein, dass man einen Shop im eher hochpreisigen Segment ansiedelt, den anderen als "Billigladen" für eine andere Zielgruppe auswählt.
  • Unterschiedliche Produktsortimente: Meistens sind in den verschiedenen Shops auch verschiedene Produkte auffindbar. Während der erste Shop also nur Pullover führt, gibt es im zweiten nur Socken, im dritten das gesamte Sortiment. Lieber macht man also mehrere spezialisierte Shops.
  • Niedrige Kosten bei mehreren Shops: WaWi (Warenwirtschaft) und dergleichen werden meist von einer programmierenden Agentur betreut. Ich weiß nicht, ob die Idee nicht oft von diesen Agenturen kommt? Oft hört man, dass "Nebenshops" keine große Arbeit machen, sobald sie einmal eingerichtet sind.

Wichtiger Grund: Angst vor Abstrafungen & Risikostreuung

Viele Shopbetreiber haben mehrere Shops, weil sie bei einer Google Abstrafung nicht völlig ohne Rankings da stehen wollen. Wenn also ein Shop eine Abstrafung kassiert, hat man noch fünf (oder mehr) andere Shops in der Hinterhand. Somit sind die Umsatzeinbußen nicht so schlimm, wie bei nur einem Shop.

Die harte Realität

Nur ganz wenige Shopbetreiber schaffen es in der Realität, tatsächlich parallel mehrere Shops zu führen. Meistens sieht es so aus, dass man einen "Hauptshop" besitzt, der 95 % der Einnahmen hereinspült und dann noch mehrere Nebenshops, die zusammen genommen nicht einmal 5 % der Einnahmen ausmachen. Deswegen kann man auch nicht von einer Risikostreuung sprechen. Denn wer vorher 5.000 Euro Gewinn pro Monat hatte, der wird in der Folgezeit kaum mit 250 Euro (5 % davon) zufrieden sein und vor allem davon leben können.

Fünffaches Marketing - Fünffaches Branding - Fünffacher Aufwand

Wer fünf Shops gleichwertig betreiben möchte, der braucht fünf Mal so viel Marketing Budget pro Shop, um ihn  bekannt zu machen. Oft wird allerdings das komplette Budget in einen Shop gesteckt und nur ab und zu ein paar Kleinstbeträge in die anderen Nebenshops. Trotzdem müssen AGBs, Design und Shopsystem immer fünffach angepasst werden, wenn eine Änderung ins Haus steht. Die einzigen, denen das etwas bringt, sind die programmierenden Agenturen.

 

Eine Marke erschaffen

Es ist schwer, eine wirklich gute Marke zu erschaffen. Meine Meinung ist, dass man immer versuchen sollte, DIE dominierende Marke im Netz zu sein. Selbst, wenn man das erreicht haben sollte, gilt es, den Abstand zu den anderen Marken aufrechtzuerhalten oder zu vergrößern. Eine zweite Marke könnte nur dann Sinn machen, wenn Ihr damit eine völlig andere Zielgruppe erreichen wollt. So ist "Coke Zero" nichts anderes als der Versuch "Coke Light" besser an die männliche Zielgruppe zu verkaufen.

Wenn Ihr einen ähnlichen Fall habt und die Vermutung nahe liegt, dass Eure alte Zielgruppe nicht mehr so viel Wachstum hergibt, dann macht eine zweite Domain eventuell Sinn. Andererseits würde ich dann erst einmal überlegen, ob man nicht lieber auf der gleichen Domain eine zweite Zielgruppe ansprechen sollte.

"Marken sind die Lösung, wie man die Jauchegrube, zu der das Internet geworden ist, aussortieren kann" hat Eric Schmitt schon 2008 gesagt und starke Marken seitdem in den Suchergebnissen bevorzugt. Es ist also besser, wenn man eine starke Marke hat, als dass man zwei mittelstarke besitzt!

Duplicate Content

Duplicate Content ist natürlich ein immens großes Problem, wenn man mehrere gleiche Shops hat. Entweder man schreibt also alle Kategorie- und Produkttexte um, oder man hat schlichtweg fünf Mal den gleichen Inhalt im Netz, wobei die Shops dann immer gegeneinander konkurrieren und sich gegenseitig die Rankings "klauen". Positiv ist das dann für keinen der Shops.

Fokussiert Euch!

Mein Tipp daher an viele Shopbetreiber dort draußen. Schaut kritisch über Eure "Nebenshops" und macht sie rigoros platt, wenn sie keine nennenswerten Einnahmen hergeben. "Nebenshops" machen meistens nur Arbeit und bringen nicht wirklich viel. Konzentriert Euch darauf, aus Eurem Hauptshop eine echte Marke zu machen.

Eure Meinung?

Ok, das war jetzt sehr einseitig beschrieben. Daher wüsste ich gerne Eure Meinung zu dem Thema. Ich weiß, dass es noch gute Gründe für mehrere Shops geben kann. Aber wie seht Ihr das?

 

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13 Kommentare
  1. Top 10 der Woche 34/14 - SEO-united.de Blog 25. August 2014, um 09:55 Uhr
  1. Danosch 21. August 2014, um 16:20 Uhr

    Das diese „Strategie“ nicht sonderlich zielführend sein kann, sollte eigentlich jedem als logisch erscheinen. Das erinnert mich an das rasante Wachstum von Starbucks, die es tatsächlich einmal fertiggebracht haben in New York an einer Kreuzung gleich 4 Filialen zu eröffnen. Kann natürlich auch der fußfaulen Mentalität vieler Amerikaner liegen, aber das man sich so eher selbst Konkurrenz macht dürfte schon fast auf den ersten Blick einleuchtend sein.

  2. Dominik 21. August 2014, um 16:27 Uhr

    Lieber kanibalisiere ich mich selber, bevor ich von anderen aufgefressen werde.
    Wer sich den ganzen Branding-Aufwand mehrfach antun will, kann das durchaus tun.

  3. Marcel 21. August 2014, um 16:54 Uhr

    Hey Julian,
    hast wie (fast) immer Recht 😉 Nur dem Punkt Risikostreuung kann ich nicht ganz zustimmen. Ich hatte in der letzten Zeit mehrere Unternehmen in der Akquise die verschiedene Shops bzw. Websites zu den verschiedensten Themen hatten. Was aber gleich war, war die spammige Herangehensweise. Unterschiedliche Herangehensweisen sind ja mit noch mehr Aufwand verbunden als die Punkte die du beschrieben hast… Naja, auf jeden Fall sind bei den Unternehmen fast alle Projekte zeitgleich abgeschmiert 😉

    BG Marcel

  4. Daniel 21. August 2014, um 17:05 Uhr

    Bei Starbucks ging es da sicher eher ums Branding. Es ist ja ein und die selbe Marke, wenn man davon an 4 Ecken einer Kreuzung das Logo hängen hat in so einer fetten Weltstadt ist schon nicht ganz verkehrt.
    Werbung kostet halt …

    Aber zum eigenltichen Thema, halte ich für keine Gute idee, rein gar nicht.
    Wer macht denn so etwas?
    Die Strategie von Amazon oder ebay ist schon nicht schlecht, eine Plattform wo jeder seine Waren veräußern kann.

    Mal schauen wann Zalando auch auf den Trichter kommt das mit ausgewählten Marken die passen umzusetzen …

  5. Manuel 21. August 2014, um 17:20 Uhr

    SEO ist das eine, SEM das andere.

    Was in SEO schwierig ist, lässt sich in SEM mit ein bisschen Geschick deutlich einfacher bewerkstelligen und hier hat Dominik schon recht: Mit 2 URLs greift man einfach deutlich mehr Traffic ab.

    Leider scheint Google hinsichtlich seiner Double Serving Policy hier deutlich weniger streng zu sein, als noch vor ein paar Jahren und man kommt inzwischen daher deutlich leichter damit durch. Ich persönlich finde es nicht gut, v.a. nicht für Google, da dadurch das tatsächliche Angebot für die Suchenden eingeschränkt wird.

    Für die Betreiber der Duplicate Shops (wenn sie gut in SEM sind und die Shops technisch flexibel genug für unterschiedliches pricing etc… sind) kann sich das schon durchaus lohnen.

    Was SEO betrifft sehe ich die Sache kritischer, da hier deutlich weniger Synergiepotenziale vorliegen als im SEM.

  6. Dennis 21. August 2014, um 22:57 Uhr

    Ich finde das ist ein Recht schwieriges Thema. Alle Multi-Shop Betreiber gleichzustellen und es daran zu bewerten wird eh schwierig. Ich kenne bis jetzt viele Multi-Shops die gut laufen, da eine andere Zielgruppe angesprochen wird. Einmal etwas Teurer, dafür mehr Support, oder Billiger und dann kein Support. Bei der gleichen Zielgruppe mehrere Shops zu betreiben, und noch auf der selben IP wird auf Dauer nicht gut gehen. Ich denke Google ist schlau genug das zu merken. Wenn Duplicated Content betrieben wird, ist es ja noch einfacher für Google die Shops zu erkennen.

    Schaut Google eigentlich auf Domain-Whois Einträge um Multi-Shops zu erkennen? Wäre interessant zu wissen.

    Grüße

  7. Amando 22. August 2014, um 09:12 Uhr

    In vielen Branchen liegt die Begründung für Multishops v. a. auch im Verdrängungswettbewerb bei den Preisvergleichen.

    Wenn man ein sehr vergleichbares Sortiment mit geringer Preisdivergenz aber großer Preissensibiliät und starkem Wettbewerb hat, kann man so mit mehreren Shops die ersten Plätze in den Preisvergleichen für sich beanspruchen und somit auch den Großteils des Traffics…

    Da können die SEO-Nachteile oft zweitrangig sein.

  8. Maximilian Kramer 22. August 2014, um 12:07 Uhr

    Nischen-Seiten funktionieren mit Multishops sehr gut.
    Vgl. Keyword: „bodenschutzmatten“
    – Organisch (Okay, da schmuggelt sich der eine oder andere Wettbewerber zwischen.)
    – Google Shopping
    – AdWords
    Ob das nun gegen Google Richtlinien verstößt oder nicht ist dabei zweitrangig. Es funktioniert seit Jahren und hat Mannheim zum Mekka der Bodenschutzmatten gemacht 😉

  9. HausschuhExperte 22. August 2014, um 12:50 Uhr

    Sicherlich ein Thema, auf das es keine klare Antwort gibt.
    Wir haben allerdings eine Menge Erfahrung mit dieser Multishop-Strategie und wenn ein Google-Tier mal einen Shop aufgefressen hat, weiß man diese Absicherung erst richtig zu schätzen.
    Multichannel ist ja eine Risikostreuung und auch eine bessere Penetration des Marktes.
    Es macht aber sicherlich keinen Sinn, mit einem Multishop-System direkt zu beginnen, es sei denn man hat die benötigten Ressourcen in allen Bereichen und ein klares Marketing-Konzept. (z.B. Zielgruppenorientierung, Marken-Store etc.)
    Der Reiz beim Multishop-Prinzip liegt ja in der Erhöhung der Verkaufschancen und der unterschiedlichen Ansprache von Zielgruppen. Die Lagerkosten sind bei vielen Onlinehändlern einer der großen Kostenfaktoren, so dass eine hohe Lagerumschlaggeschwindigkeit anstrebenswert ist.
    Einen Artikel an sechs verschiedenen Sales-Points (unter unterschiedlichen Aspekten) verkaufen zu können, erhöht die Chancen deutlich.
    Der angesprochene Kanibalisierungseffekt ist eher theoretischer Natur, denn sonst wäre an der Stelle ja ein anderer Mitbewerber.
    Was Julian angesprochen hat, ist aber auch das Verhältnis von Aufwand zum Ertrag. Da muss man wirklich rigoros sein und sich von einem Shop verabschieden, der nicht die angepeilte Umsatzgröße erreicht.
    Vor dem Problem stehen aber auch Shop-Betreiber, die nur einen Online-Shop haben.

  10. Michael 22. August 2014, um 13:56 Uhr

    Ich habe sehr erfolgreich eine Multishop Strategie geführt die immer noch bestand hat, seit mehr als 5 Jahren. Der Hauptshop wurde zu einer echten Brand aufgebaut (Brandsuchvolumen >250k / monat), dazu gab es 2 kleinere Shops mit eigener kleineren Marke. alle 3 Marken sind bekannt, jeder Shop hat relevante Rankings und Platzierungen, aber es hat eben auch mehrere Jahre gedauert, bis die beiden kleineren dem großen nachfolgen Konnten.

  11. HausschuhExperte 22. August 2014, um 19:36 Uhr

    Ich habe bei meinem ersten Kommentar nur an die eigenen Shops gedacht, aber man kann das auch im Bereich Schuhe etwas bekannter belegen.
    Amazon.com macht es in den USA mit Zappos.com was von Amazon gekauft wurde, um eine Multishop-Strategie zu realisieren.
    In Deutschland haben wir den interessanten Fall, dass gleich drei Big Player die Zappos-Idee nachstellen wollten und quasi zum gleichen Zeitpunkt begonnen haben.
    Der bekannteste ‚Zappos-Imitator‘ ist Zalando, der jedoch Julians Empfehlung folgte und alles auf eine Karte (Brand) setzt.
    Otto und Amazon (Deutschland) haben die Multishop-Strategie angewendet. Bei Javari und mirapodo findet man die identischen Produkte, die auch an anderen Stellen angeboten werden und aus jeweils einer WaWi gesteuert werden.
    Es wäre die Frage, wo diese Shops heute stünden, wenn es Zalando nicht gäbe.
    Bei Zalando weiß man allerdings auch, dass die schwarzen Zahlen noch nicht oder nur an einigen Stellen erreicht wurden. (Zappos hat 7 Jahre für schwarze Zahlen gebraucht und wurde dann von etwas genervten Investoren an Amazon verkauft)
    Wer kann hier in Deutschland schon sagen, wer bei den Big Playern am Ende mit der besseren Strategie unterwegs ist?!
    Das Gleiche könnte man natürlich auch für die im Bericht gestellte Frage sagen.
    Kommt halt drauf an…

  12. BroFist 26. September 2014, um 09:06 Uhr

    Top Artikel und ich stimme dir zu. Multiple Brandingmaßnahmen machen wirklich nur Sinn wenn eine deutliche Differenzierung der Zielgruppe existiert.

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