SEO 2012: Halten wir es einfach

2. November 2012  |     |  43 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

In letzter Zeit häufen sich Vorträge auf Konferenzen oder Blogpost, dass SEO nicht mehr das sei, was es bisher gewesen ist. So mancher redet schon davon, dass SEOs sich anderen Gebieten wie allgemeinem Online Marketing, Contenterstellung und Usability widmen sollen. Ich glaube dass diese Personen schlichtweg mit der derzeitigen Entwicklung überfordert sind, Kunden und eigene Projekte abstürzen und man deswegen in fremden Gewässern fischen will.

SEO ist nicht…

…Contenterstellung, denn dafür gibt es Redakteure und Contentdienstleister. SEO ist auch keine Usability, denn dafür gibt es viele Usabilitydienstleister. Und SEO ist auch nicht allgemeines Marketing, dass so viele Kanäle (wie z.B: SEO) unter sich vereinigt. Richtig ist, dass man als Webseitenbetreiber, sei es als Shopbesitzer oder Portalbetreiber heutzutage nicht mehr ohne guten Content und gute Usability auskommt. Aber ein SEO kann so etwas nur von seinen Kunden fordern und gegebenenfalls fördern, er sollte sich aber nicht selbst als Usability-Experte verkaufen. Denn so kann man nur zum Online-Marketing-Bauchladen werden und wer alles macht, macht nichts wirklich gut. Ein SEO sollte aber in der Lage sein, seinem Kunden zu sagen, dass es am Content / am Design hapert und dann entsprechende Empfehlungen geben – einfach weil diese Bereiche den Algorithmus mittlerweile stark beeinflussen. Aber selber machen? Lieber nicht.

SEO Veränderungen 2012

SEO ist nicht tot, war es nie und wird es auch in dieser Form (Sprich: Onpage und Linkbuilding) mindestens die nächsten 5-10 Jahre nicht sein. Was hat sich 2012 großartig geändert? Eigentlich nicht viel und eigentlich ist es nicht dramatisch:

  • Userverhalten: Fließt mittlerweile sehr stark in den Algorithmus ein. Stichwort: Panda. Das hat nichts mit Contentqualität zu tun, sondern lediglich, ob der User mit dem Suchergebnis zufrieden ist. Wer denkt, dass Google von sich aus bereits guten Content erkennen kann, ist auf dem Holzweg, denn A und O ist “User behaviour”.
  • Anchortexte: Werden schneller abgestraft, wenn man es übertreibt.
  • Linknetzwerke / Gekaufte Links: Sind im Focus des Search Quality Teams und sollte man nicht mehr nutzen (oder klug nutzen, wenn man denn muss).

So, das war es auch schon, mehr gibt es nicht. Oder doch?

Kommunikation von Google

Die allerwichtigste Änderung 2012 ist, dass Google offener kommuniziert. Warum? Nun, neben kartellrechtlichen Aspekten hat man herausgefunden, dass es psychologisch sehr viel bringt, wenn man Änderungen öffentlicht bekannt gibt. Das beweisen Aussagen von SEO-unkundigen Leuten, die ich dieses Jahr so zum ersten Mal gehört habe: “Linkbuilding darf man doch nicht mehr machen, oder? Das bringt doch gar nichts mehr!”

Das zeigt, welche immense Wirkung die neue Kommunikationspolitik von Google hat. Es gibt seit den Anfangszeiten von Google algorithmische Updates und immer wurden Domains abgestraft ABER seit diesem Jahr benennt Google die Updates und sagt, warum  und welche Domains abgestraft wurden. Das ist eine Kommunikationspolitik der Angst, wie sie auch in der “echten” Politik gut funktionieren kann, um Ziele zu erreichen. Und leider fallen viele darauf hinein, denn technisch gesehen ist der Algorithmus zwar ausgefeilter geworden, aber immer noch der Alte. Wer eine miese Webseite hat, der bekommt heute keine guten Rankings mehr. Aber wer eine tolle Webseite hat UND zusätzlich Links aufbaut, der ist besser dran als eine gute Webseite ohne Linkaufbau. Punkt. Übrigens: Auch wer auf Linkaufbau verzichten möchte, der findet so unendlich viele Gestaltungsmöglichkeiten in Sachen Onpage Optimierung, dass man hier niemals perfekt ist.

 Stay focussed!

Was ich damit sagen will: Einige sollten von ihrer Businesskasperl-Mentalität wegkommen und sich mal auf das konzentrieren, was SEO eigentlich ist: Onpage & Linkbuilding. Wer jetzt anfängt Texte zu verkaufen, Webseiten zu designen oder Usabilty-Tipps zu geben, der kann auch gleich noch einen Gemüseladen aufmachen. Social Media ist kein Rankingfaktor, höchstens Twitter-Tweets für Google News! Wer nutzt denn Google+ oder Rel=Author? In erster Linie SEOs. Google wünscht sich so sehr, dass normale User diese Features nutzen, aber momentan sieht es nicht danach aus. Seokratie.de wird von mehr unterschiedlichen Autoren verlinkt als T-Online! Die Suchmaschine wäre wahnsinnig, diese Signale zum jetzigen Zeitpunkt stark einfliessen zu lassen, weil man dann mehr und nicht weniger Spam in den Suchergebnissen hätte.

Zusammengefasst: SEO hat sich gewandelt, aber nicht so stark, wie überall gepredigt wird. Letztlich ist es schwerer geworden, aber das wird es seit Jahren. Das Disavow-Tool macht SEO aber ehrlich gesagt sogar einfacher. Es gibt immer noch genug Betätigungsfelder für uns SEOs und das wird sich auch langfristig nicht ändern. Ein gutes Design, gute Texte, gute Usability sind förderlich für SEO und ein SEO muss hier Defizite erkennen können, sie aber nicht umsetzen. Das sollte man den Profis überlassen. Eure Meinung?

Foto: Andy Dean Photography / Shutterstock

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Über den Autor

Julian Dziki ist SEO, Online Marketer und Affiliate seit 2007. Suchmaschinenoptimierung München

43 Kommentare

  • Dennis

    Endlich mal einer, der es auf den Punkt bringt! :D +1

  • Hey Julian,

    dir ist hier absolut zuzustimmen. Aber gerade in Sachen Autorenprofil muss ich dir etwas widersprechen. Denn du sagst ja selbst, dass das Userverhalten wichtig ist. Und wenn ich mit meinem Bild Vertrauen bei den Usern wecken kann, wird geklickt und es ist auch davon auszugehen, dass dann nicht gleich wieder gebounced wird. Der User hat das Ergebnis aufgrund des Bildes sicher bewusster ausgewählt.
    Also natürlich ist es wichtig und richtig, Dinge einfach zu halten, aber eben gerade weil sich so viel überschneidet und einander gegenseitig bedingt, sollten wir das große Bild immer im Auge behalten.

  • Hi Julian,
    ich denke schon das man mindestens Grundlagen anderer Disziplinen beherrschen muss. Sonst kann man schwierig gute Empfehlungen geben. Ansonsten unterschreibe ich alles!
    LG, Marcel

  • Danke – mehr kann man dazu nicht sagen!

  • Klasse Artikel – kann man nichts mehr hinzufügen… Bin schon mal auf SEO 2013 gespannt :-D

  • Interessant. So kann man das natürlich sehen. Und für die Definition von Seo macht das auch wirklich Sinn.

    Was mir sehr gut gefällt in dem Artikel ist die Passage über “Content Qualität”: genau, Google kann überhaupt nicht Qualität messen, sondern nur User-Behaviour. Aber ob sich das wirklich nur auf die Klickrat und Rücksprungrate betrifft, wage ich zu bezweifeln. Auch wenn Google heute noch nicht Pluseins, like oder Retweets ins Ranking einbezieht oder einbeziehen darf, so steht es aus meiner Sicht ohne Frage, dass sie es gerne machen würden. Es macht also absolut sinnig, sich damit schon zu befassen.

    In der Konsequenz folgere ich aus Deinem Artikel, dass eine Seo-Agentur in Zukunft nicht mehr direkt beauftragt wird, sondern von einer zwischen geschalteten Agentur, die sich um die Fragen des Online-Marketing kümmert. Denn Seo ist und bleibt nur ein Standbein im Marketing-Mix. Und für die meisten Firmen und Institutionen, mit denen ich zu tun habe, ist das ein großer Topf.

  • Genau so seh ich das auch. Grundlagen in den anderen Bereichen sollte vorhanden sein, für die professionelle Entwicklung gibt es Spezialisten!

    Man muss immernoch bedenken, das wir in einem Gewerbe arbeiten, das nunmal viel Ausdauer, Geduld und Nerven kostet. In diesem Jahr haben viele gleich das Handtuch geworfen, aber SEO ist nicht nur ein Job, SEO lebt man :)

  • Julian, ich bin echt erschrocken und hoffe du meinst viele Teile einfach nicht so oder ich habs falsch verstanden.

  • Marco, passt doch alles.

    Wer SEO “pur” liefert, sollte Mechanismen aus benachbarten und prozessual bedingten Disziplinen kennen und beratungsfähig sein, sein eigenes Unternehmens-Profil jedoch “sauber und scharf” halten.

  • Julian

    Hi Marco,

    Wie Karl schon sagt: Fehler aufzeigen ja, selbst zum Designer / Marketing-Chef / Redakteur werden: Nein.

  • Jasmin

    Ich sehe das in großen Teilen auch so…allerdings, das mit der Usability etc., sprich, dem Gemüseladen, nicht so sehr. Klar ist es nicht Aufgabe des SEOs das auch zu übernehmen, aber wie du sagst, schon darauf hinzuweisen und auch Tipps zu geben. Ich finde es schrecklich, eine Webseite optimieren zu müssen, die einfach nur schlecht ist, keinen (guten) Content hat und nix. Denn es müsste oftmals ein Relaunch mit neuem Design, schönen Inhalten, Usybility-Überarbeitung etc. vor einer Optimierung anstehen. Das wird dann oftmals einfach übergangen, weil das natürlich viel mehr Zeit kostet und vlt auch oft für den Kunden (finanziell) gar nicht umsetzbar ist.

  • Leider drehen zur Zeit zuviele am Rad. Ich sehe es auch so das es solange es Suchmaschinen gibt die mit einem Algorithmus arbeiten, wird man diesen manipulieren können und es wird Seo geben. Was sich ändert ist die Art bzw. die Qualität! Ich denke das Zauberwort ist vorausschauend arbeiten und planen. Dümmer wird der Algo von google nicht mehr eher von Tag zu Tag besser.

  • Hi Julian,

    “Einige sollten von ihrer Businesskasperl-Mentalität wegkommen und sich mal auf das konzentrieren, was SEO eigentlich ist: Onpage & Linkbuilding”

    Und was ist Onpage?
    Onpage beinhaltet Usability, Informationsarchitektur, Server-Technik, Content, Navigation, Struktur, etc.

    Und das willst Du als SEO alles nicht machen?

    Was willst Du dann überhaupt machen? Superwertvolles Consulting so in der Form: “Also die Struktur ist sub-optimal und auch der Content muss besser werden… blahblah…”

    Was ist Linkbuilding?
    Beziehungspflege mit Nutzern, Kunden, Partnern. Außerdem Content-Strategien & Marketing, Social Media Distribution & Kommunikation, Zielgruppen-Ansprache, etc.

    Und das willst Du auch alles als SEO nicht anbieten, nur weil das interdiszipliäres Denken und “über den Tellerand blicken” erfordert?

    Ich verstehe nicht, worauf Du mit Deinem Post hinaus willst. Ich weiß, dass es manchmal gerade in der SEO-Szene notwendig ist, die “Kirche mal im Dorf zu lassen” und das Komplexitätsreduktion dabei helfen kann, den Blick für das Wesentliche zu schärfen.

    Deine Aussage “SEO ist nicht tot, war es nie und wird es auch in dieser Form (Sprich: Onpage und Linkbuilding) mindestens die nächsten 5-10 Jahre nicht sein.” kann ich daher in jedem Fall unterschreiben, aber die Konsequenz “Schuster bleib bei deinen Leisten” ziehe ich nicht daraus.

    Es ergeben sich vielmehr Möglichkeiten für SEOs & Kunden inhaltlich und strukturell zu wachsen, anstatt zu stagnieren.

    Die einfache Darstellung von Sachverhalten darf nicht zur “Vereinfachung” führen, denn damit beschränkt man sich a) in seiner Kreativität und b) verliert man den perspektivischen Blick auf die Zukunft um nachhaltig arbeiten zu können.

    Gruß,
    Sebastian

  • Tom

    Absolut überfälliger Beitrag. Danke. Jedem sollte heute klar sein, dass guter Content und eine vernünftige Usability natürlich die besseren Ausgangsvoraussetzungen mit sich bringen. Aber dort, wo es eben mehrere “gute” bzw. gleichwertige Seiten gibt wird, dort fängt SEO an. Und da wird der gute SEO seine Seite eben vor die anderen zu platzieren wissen. Stimme auch Karl und Dir zu. Fehler aufzeigen und Empfehlungen für benachbarte Disziplinen wie Content, Usability, Design etc geben ja, aber selber machen nein!

  • Julian

    Anscheinend haben das einige in den falschen Hals bekommen: Natürlich sollte man als SEO die anderen Disziplinen im Auge behalten und den Kunden auf Fehler in Usability etc. ein wenig hinweisen.

    Onpage machen wir – wieso sollten wir auch nicht? Aber: (!!!) Wenn ich als SEO anfange, für meinen Kunden wirklich aktiv die Texte zu schreiben oder mich aktiv als Usability-Experte aufspiele (und das in Rechnung stelle), dann verlasse ich mein Fachgebiet – basta!
    Ein Redakteur oder Usability-Profi kann das viel besser als ein SEO!

    [quote] Was ist Linkbuilding?
    Beziehungspflege mit Nutzern, Kunden, Partnern. Außerdem Content-Strategien & Marketing, Social Media Distribution & Kommunikation, Zielgruppen-Ansprache, etc. [/quote]

    Was hat Social Media Distribution & Kommunikation mit SEO zu tun? Auch alle anderen Bereiche, die Du genannt hast, spielen in SEO hinein, aber sind doch nicht Aufgaben des SEOs? Eher noch von einem Marketingleiter, der nebenbei noch SEO macht.
    Ich zumindest pflege nicht die Beziehungen der Kunden meines Kunden – das macht das Serviceteam meines Kunden. Am Ende packe ich dann noch die Produkte ein und verschicke sie? ;-)

  • Als Linkbait scheint der Atrikel recht gut zu funktionieren! Aber mal ehrlich: SEO muss deutlich mehr sein, als onpage und Linkbuilding. SEO ist die Schalt-Zentrale im Online Marketing. Im Wildner-Blog werde ich noch ausführlich über meine Ansichten berichten. Bin schon am Texten. In jedem Fall entsteht eine muntere Diskussion hier und via Social Media. Merci!

  • Julian

    SEO ist NICHT die Schaltzentrale im Online Marketing. Ich wette, Social Media Experten sagen auch, dass sie die Schaltzentrale sind. ;-)

  • Genau, als SEO muss man das Große Ganze im Auge haben, nicht aber alles können. Doch ohne guten Content kann es für einen SEO schon mal schwer werden. Wenn dann auch noch der Kunde keinen liefern kann, spricht aber nichts dagegen sich welchen schreiben zu lassen. Er muss nur hochwertig sein.

  • @Sebastian, letztlich habt ihr beide recht.
    Klar gehören Texte zu OnPage. Aber deswegen kann ein SEO noch keine tollen Texte schreiben. Das sollte ein Texter machen – der weiß wie man Leser anzieht und in den Bann zieht – um es mal etwas überspitzt zu sagen.

    So sieht es dann auch in einigen anderen genannten Bereichen aus.
    Ich denke also du hast genauso Recht wie Julian – es ist nur eine Frage der Formulierung und der Interpretation des Textes ;-)

    my 2cents

  • OK Julian, ich bin Inhouse-SEO.
    Vielleicht bedingt das die andere Perspektive, die zu dieser meiner Aussage geführt hat:

    [quote] Was ist Linkbuilding?
    Beziehungspflege mit Nutzern, Kunden, Partnern. Außerdem Content-Strategien & Marketing, Social Media Distribution & Kommunikation, Zielgruppen-Ansprache, etc. [/quote]

    Ich als Inhouse-SEO führe nämlich all diese (und noch ein paar andere) Aspekte federführend zusammen. Nicht zuletzt bin ich in einigen Bereichen, wie meinem Blog auch produktiv auf Text-Ebene tätig und verantworte zusammen mit dem Geschäftsführer ganz konkret im Kundenkontakt die Produktentwicklung.

    Da betrachtet man die Dinge eben nicht mit so einem distanzierten Blick, wie Du ihn hier postulierst.

    Gruß,
    Sebastian

  • hey Julian, ich stimme Dir auf der eine Seite zu, sehe aber ein ganz anderes Problem auf der anderen: Du sagst, was DU alles als reiner oldschool SEO nicht machen möchtest! Wenn DEIN KUNDE das aber alles erwartet? und Du musst mir Recht geben: es gibt viele Kunden, die das tun! Kunden, die nicht für jede Teildisziplin einen anderen Dienstleister beschäftigen wollen…. Sicher setze ich mein Team nicht hin und lass gute Texte schreiben, das können andere besser! Aber unsere Kunden erwarten, dass wir bei der Contentbeschaffung helfen…. dafür gibt es mittlerweile gute Contentbroker wie textbroker & Co, oder qualifizierte Journalisten, die noch hochwertiger schreiben. Aber gerade das Thema User Behaviour und damit Usability sind defintiv neue Themen, die man als SEO verinnerlicht haben sollte! Auch wenn es reine Usability Companies mit jeder Menge Spezis gibt…. Und wenn wir ehrlich sind, war Usability (genauso wie Converion Optimierung) schon immer im Ansatz ein Teil von gutem SEO. Zumindest als geschäftstüchtiger Suchmaschinenoptimierer sollte man erkannt haben, dass das CRO bei gleichem Traffic mehr Umsatz in die Kassen des Kunden spült. Mehr ROI der irgendwann wieder an mich selber zurückfließt, weil der Kunde zufrieden ist und sein Budget hochfährt…..

    Beste Grüße
    Nico

  • Julian

    Hi Sebastian,

    Dann bist Du aber kein Inhouse-SEO, sondern ein Online Marketing Manager, der sehr viel SEO macht (neben vielen anderen Dingen).
    @Nico: Wenn mein Kunde von mir Texte erwartet, sage ich ihm (wie Du), wo er vielleicht welche bekommen kann. Aber von uns direkt? Gibbet nicht.
    Ansonsten hast Du Recht und wir geben unseren Kunden auch den einen oder anderen Usabiity-Tipp, wenn er relevant ist (oder wir sagen, dass das Design Mist ist). Aber wir stellen Usability nicht als Leistung in Rechnung oder sagen, dass Usability ein Teilbereich(!) von SEO ist.

  • SEO ist in erster Linie eine Taktik, die in vielen Online-Marketing-Strategien eingesetzt wird. Eine von gut zwei Dutzend gängigen Taktiken, um mittelfristige Ziele zu erreichen.

    Der Umstand, daß SEO – bedingt durch seine designtechnische “Natürlichkeit” – dafür geeignet ist, Besucherpfade realer abzubilden als alle anderen Taktiken, erhebt es noch lange nicht zur “Schaltzentrale”.

    Zwar profitiert der gesamte Online-Marketing-Management-Prozess von einer gut durchdachten SEO-Planung, allerdings ist und bleibt es … eine von vielen Taktiken. ;-)

  • Hey Julian,

    [quote]Dann bist Du aber kein Inhouse-SEO, sondern ein Online Marketing Manager, der sehr viel SEO macht (neben vielen anderen Dingen).[/quote]

    Damit könntest Du Recht haben ;-)

    Mein Selbstverständnis ist allerdings recht klassisch geprägt: Ich bewerte die allermeisten Aspekte meiner intersdisziplinären Tätigkeit permanent im Hinblick auf ihren SEO-Nutzen und sehe diesen Bereich sozusagen als Ausgangs- UND Kulminationspunkt meiner Bemühungen.

    Zum Glück diskutieren wir hier nur über Definitionsfragen und nicht darüber, was jetzt besser oder schlechter sein soll… dann hättest Du einen noch viel krasseren Kommentar-Bait geschaffen :)

    Gruß & ein schönes Wochenende,
    Sebastian

  • Hallo Julian, Respekt für einen Freitag-Nachmittag hast Du echt Wirbel verursacht. Freut mich, dass hier sehr spannende Meinungen ausgetauscht werden!

    SEO verstehe ich nicht als Optimierung für Maschinen. Es geht viel mehr darum, der an sich noch recht “dummen” Maschine beizubringen, dass der bereitgestellte Inhalt wertvoll für die Zielgruppe wäre. Ohne dirty tricks.

    Content, Design, Usability, Ladezeit und jede Menge offpage-Aktivitäten: Die Optimierung wird komplexer, je stärker das Umfeld ist. Aber: Google setzt ja derzeit alle Hebel in Bewegung, um auch Dokumenten, für die kein SEO betrieben wurde/wird, eine faire Chance im Ranking zu geben. Alle möglichen Signale werden erfasst und auf Tauglichkeit getestet.

    SEO als Schaltzentrale: Sicher etwas übertrieben. Aber es geht um folgende Sichtweise: Wie ticken Maschinen? Wie tickt das Web? Wie bedienen sich Menschen des Webs? Ich plädiere für mehr inhouse know-how. Mehr grundsetzliches Verständnis für einen fortlaufenden Optimierungskreislauf. Mehr Medienkompetenz. Und SEO ist die Basis für alle weiteren Kanäle. Ich meine: Erst mal die eigene Wohnung aufräumen, bevor man Gäste einlädt. Egal über welchen Weg.

  • Die Stärke der Suchmaschinenoptimierer ist, das wir schon immer ein sehr übergreifendes Wissen zu den einzelnen Online Marketing Disziplinen brauchten. Es ist nützlich etwas zu AdWords und Analytics zu wissen, es hilft wenn man eine Menge Ahnung von Usability und Conversion Optimierung hat, schliesslich will ja Google mit seinen Algorythmen erkennnen was gute Seiten sind, es wird immer nützlicher, wenn wenn man weiss was gute Inhalte sind. Ein guter SEO weiss auch schon lange um den Wert von Social Media und Content Marketing. Nicht umsaonst haben so viele SEOs einen Blog und sind sehr engagiert im Bereich Web 2.0.
    Aber SEO glaube wird schwerer und vorallem anders. Es geht weg von skalierbaren und eher technischen Ansätzen, hin zu Individualisierung von Strategien und Nachhaltigkeit. Die Qualitäten, die wir hier in Zukunft brauchen, werden mehr in Richtung PR und Kommuniaktionsarbeit gehen.
    Aber das war schon auch immer die Stärke vieler SEOs: man muss schnell dazulernen
    Just my 5Cents
    Euch auch ein schönes Wochenende
    Alexander

  • SEO ist: Einfach eine geile Website machen!

    Und da gehört weit mehr zu als Links und Onpage. Was nicht heißt, dass man das alles selbst machen muss.

  • Was mich interessieren würde: Hast Du den Next Level Day im Rahmen der Campixx mitgebucht?

  • Julian

    Hi Malte,

    Ja! Und ich sehe die Wichtigkeit von Usability, Design und guten Texten genauso wie alle anderen. Nur meine ich, dass die Umsetzung nicht die Sache von SEO Agenturen ist.

  • Gemüseladen…? Nein, ganz bestimmt. Bei den Kernkompetenzen bleiben…? In jedem Fall. Allerdings gibt es nicht nur Black & White. Die Notwendigkeit von ordentlichen Themenwelten, Kaufberatungen, redaktionellen Inhalten u. ä. ist (nicht nur) in letzter Zeit gestiegen. Die Wahrnehmung bei der Zielgruppe ist durch die Änderungen bei Google nun eine andere. Was man früher durch wirklich einfachen Linkaufbau ausgleichen konnte, wird immer schwieriger. Klassische, d.h. vor allem leicht und mit einzelnen gezielten Aktionen zu optimierende Rankingfaktoren werden über kurz oder lang verschwinden. Kernkompetenzen zu erweitern ist absolut legitim. Auch in diesem Fall kann man Leistungen pur und scharf anbieten. In der Summe ist Dein Artikel lesenswert, und sicherlich nicht ganz falsch, aber entspricht auch nicht ganz der Wahrheit und daher schließe ich mich der Aussage von Marco an.

  • der SEO braucht spätestens im Jahr 2012 eine Menge mehr an Wissen, er muss schon auch erkennen, dass die Seite massive Usability Probs hat, aber er ist meist nicht der Fachmann dies zu ändern.
    Er kann und muss erkennen, dass man mit nixlosInhalten heut keinen Staat mehr macht, aber er ist kein Texter.
    Und er ist auch kein TestingFachmann/Fachfrau, der weiß, ob man den Button gelb oder wie auch immer angehen sollte, damits mehr Umsatz macht.

    Er sollte die Suchmaschine lieben, fürchten und an der Grenze des möglichen ausgeizen können ;) die Linkplätze finden und sie zu nutzen wissen.

    ++++++++++
    das wäre Klarheit, Fakt ist, dass sich seit geraumer Zeit fast alle SEO Blogs darin überschlagen wer noch Google konformer arbeitet als Matt Cutts je sagte.

    Wie aus dem Nichts wurde jeder ein Content Liebhaber, dass man sich fragt verstehen die Leut ihr Handwerk noch oder wurden sie alle zu ausgebildeten Textern. ;)
    Google kann absolut nicht erkennen, ob Julian hier Blödsinn geschrieben hat oder geilen Inhalt, erst unsere Reaktionen ermöglichen dies.

    Wie aus dem Nichts finde ich Seo Agenturen, die statt Backlinks geile Texte – 500 Worte um 9Euro anbieten und dies als das Heil der Welt anpreisen.

    Und ja das ist nicht SEO, war es nie und wird es nie sein.

    Bloß meinen Kunden ist das alles egal, die wollen eine Ansprechperson, der sie vertrauen und ob ich dann Texter mit ins Boot hole oder Tester ist denen egal, Hauptsach ich bring sie nach Vorne, weil ich doch für sie SEO bin und das alles gehört dazu, weils doch in sovielen Blogs zu lesen ist … .

  • Interessante Ansichten, die ich in den Ansätzen teile. Doch Detailfragen sehe ich anders. Gewagt finde ich die Aussage “SEO ist nicht Contenterstellung…” und “SEO ist auch keine Usability…”. Sicher gehören die Themenbereiche nicht zu Kernaufgaben eines SEOs. Trotzdem gehören diese Disziplinen in das Repertoire eines guten SEOs. Und möchte man gut in etwas sein, muss man es auch praktizieren – z.B. in dem man eigene Blogbeiträge wie diesen schreibt. Oder wurde dieser Beitrag durch einen Redakteur geschrieben?

  • Mario Jung

    Hi Julian,

    Ich sehe es genauso wie Du. Wer gute SEO anbieten will, der sollte sich auch nur damit beschäftigen. Noch interessanter finde ich es allerdings, wenn man sich mit einem anderen SEO zusammenschließt, in der Konstrellation dass der eine das linkbuilding plant und der andere sich auf onpage konzentriert. Und einen prof Texter mit liefern zu können, der nach meinen Vorgaben textet, erfordert aber auch von mir Textsicheren Hintergrund. Trotzdem bleibt es doch einfach eine definitionsfrage und nicht mehr… Ich denke, du hast soweit recht….

  • Sehr schöne Punktlandung, bin zu 100% Deiner Meinung …

    Wegen der exzessiven Businesskasperl-Vermehrung seit etwa 2008 blogge ich nicht mehr & spar mir Konferenzen/Networking.

    Interessanterweise stehen Kunden trotzdem Schlange vor meiner “Seoguru-Höhle” … auch wenn ich nix außer Onpage & Linkbuilding anbiete, das dafür aber konsequent im “SEO-Fachidioten-Style” ;-)

  • Jonny R.

    Lieber Julian,

    auch wenn ich deine Einstellung respektiere, kann ich deinen willkürlichen Schuss aus der Hüfte nur bedingt nachvollziehen. Ich finde es gut und richtig, wenn du dich ausschließlich auf deine Kernexpertisen konzentrierst, aber auch langfristig sehr riskant.

    Schließlich machst du dich somit zum Spielball eines amerikanischen Datenkraken und begibst dich in völlig Abhängigkeit eines Unternehmens, was nach Belieben seinen Algorithmus und seine Portfolio von heute auf morgen ändern kann.

    SEO in all seinen Facetten ist inzwischen alles andere als kalkulierbar und berechenbar, Prognosen auf die möglichen zu erwartenden Rankings trotz profunder Marktkenntnis reine Glückssache. Trotz langjähriger Erfahrung erwischt es in letzter Zeit auch richtige Moneyprojekte von etablierten SEO´s aus ganz Deutschland.

    Gerade aus dem Grund stellen sich immer mehr Agenturen breiter auf, um dieser puren Abhängigkeit bei Google entgegenzuwirken. Das hat nichts mit Businesskasperlei oder Bauchladentum zu tun, sondern ist schlicht und ergreifend die logische Konsequenz, sich nicht länger von den Launen des kalifornischen Suchmaschinenanbieters abhängig zu machen.

    Ich nenne das eher vorausschauend, denn trotz professioneller Arbeitsweise kann eine Domain von heute auf morgen ohne ersichtlichen Grund verbrannt sein, denn es gibt absolut keine Garantien oder Sicherheiten.

    Einem zahlenden Kunden plausibel erklären zu müssen, welcher über einen bestimmten Zeitraum eine nicht unerhebliche Summe investiert hat und hervorragend positioniert war, dass sein Projekt nach einem Jahr plötzlich von heute auf morgen einen Großteil seiner Rankings verloren hat, ist absurd und völlig inakzeptabel.

    Gerade diese eindimensionale Denkweise wird spätestens in Frage gestellt, wenn irgendwann der ganze SEO-Kram immer weniger wert ist und sich bei potentiellen Kunden rumspricht, dass man sein Geld auch lieber im nächsten Spielcasino anlegen kann, anstatt in “nachhaltige” SEO-Maßnahmen zu investieren. SEO ist und bleibt aus Kundensicht eine viel zu unsichere und riskante Investition!

  • Recht hat er!

    Als SEO muss man Informationen und Zusammenhänge aus den andren Bereichen, in Marketing und Technik, verstehen können und wissen wie diese den eigenen Bereich SEO beienflussen können.

    Klar beherrscht man vieleicht auch z.B. eine Programmiersprache oder ist ein begabter Analyst im Conversionsbereich usw. aber man ist zuersteinmal SEO, der Typ der für die optimale Ausrichtung eines Webprojekt in den Suchmaschinen verantwortlich ist. Da ist man der Profi und setzt sich mit den Profis der anderen Bereiche an einen Tisch um ein Top-Projekt hinzustellen.

    Thx Julian :)

  • Hallo Julian,
    du bringst es gewissermaßen auf den Punkt.
    Nach wie vor, bemisst Google das Ranking sehr stark nach Backlinks. Jedoch ist hier der Algo sehr sehr sensibel geworden. Nur weil viele Linkstrategien nicht mehr wirken, heisst dies nicht, dass Linkaufbau unnotwendig geworden ist. Nur muss man hier mit mehr Bedacht herangehen als Früher.

    Von daher, in Summe 100 ACK.

    Grus und Frohes Linken weiterhin.
    Alex

  • Hi Julian,

    Wieder mal ein sehr gelungener Artikel! Ich bin vor allem der Meinung da SEO mittlerweile auch noch in großem Teil Conversion Rate Optimierung ist.
    Nicht mehr schlicht die #1 Rankings sichern, sondern auch mal mit #2 die selbe CTR erreichen wie Platz 1 und dann auch noch die CR um ein paar Prozent erhöhen. Rich Snippets sind hierfür Ideal geeignet, dementsprechend ist der Author / Publisher Tag, aus meiner Sicht, ein wirksamer indirekter Ranking Faktor.

    Gruß Robert

  • Hi! Sehr schöner Artikel. Ich muss Dir in vielen Punkten beipflichten! Linkbuilding ist und wird auch weiterhin eine der zentralen Maßnahmen bleiben, natürlich neben einer soliden Onpage-Optimierung. Dass SEOs aber die Finger von Webtexten lassen sollten sehe ich nicht so, zumindest nicht pauschal. Ich persönlich erwarte sogar vomn einem guten SEO ein gewisses Feeling für qualitative Texte und wer eigene Projekte betreibt kommt ohnehin nicht ums Schreiben herum ;)

    Herzliche Grüße!
    Annemarie

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