Internationales SEO – Denkst Du lokal & global?

2017-10-19
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19. Okt 2017 SEO 3 Kommentare

Spielst Du mit dem Gedanken Deine Dienstleistung oder Deine Produkte auch außerhalb von Deutschland anzubieten? Bevor Du an die Verwirklichung dieses Vorhabens denkst, solltest Du Dich mit den Grundlagen von internationalem SEO auseinandersetzen. Oftmals wird der Aufwand deutlich unterschätzt. Damit es Dir nicht so ergeht, habe ich für Dich die wichtigsten Themen für globales SEO zusammengefasst.

internationalität mit flaggen

Deine Webseite in verschiedenen Ländern und Sprachen – eine echte Herausforderung!

Macht eine Expansion für Dich Sinn?

Generell solltest Du Dir bewusst sein, dass eine Internationalisierung in den allermeisten Fällen einer Zweitgründung gleichkommt. Bevor Du also anfängst, Deine Webseite auch in anderen Sprachen und Ländern zur Verfügung zu stellen, solltest Du vorab genau überlegen, in welchen Ländern Deine Produkte bzw. Deine Dienstleistung Erfolg haben könnten. Damit es nicht nur bei einer theoretischen Überlegung bleibt, empfehlen wir Dir im besten Fall sogar eine Marktanalyse durchzuführen.

Domain-Konzept: ccTLDs, Subdomains oder Verzeichnisse?

Sobald klar ist, ob eine Internationalisierung für Dich in Frage kommt, geht es an die Strategie. Einer der größten und wichtigsten Punkte ist das Domainkonzept. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, die verschiedene Vor- und Nachteile haben. Diese musst Du für Dein Unternehmen abwägen und die für Dich im Einzelfall passendste Lösung finden. Verlier dabei nicht aus den Augen, dass Deine Webseite zukünftig noch weiter expandieren kann. Diese drei Möglichkeiten lassen sich auch kombinieren, wenn Du für ein Land unterschiedliche Sprachen bedienen musst – zum Beispiel in der Schweiz Französisch, Deutsch und Italienisch (dazu später mehr.)

Du möchtest noch mehr zu Domainendungen wissen? Dann lies am besten gleich Julians Blogpost zu SEO & Domainendungen.

ccTLDs: country code Top-Level-Domains

In den allermeisten Fällen raten wir zu den sogenannten ccTLDs. Diese sind den Nutzern am geläufigsten und erwecken damit am meisten Vertrauen bei den Usern. Stell Dir am besten Deine Mutter vor: Klickt sie in den Suchergebnissen eher auf die Webseite www.ein-lila-pferd.de oder www.ein-lila-pferd.biz?

Gleichzeitig wird jede Länderdomain einzeln bewertetet: Das bedeutet im Falle einer Abstrafung werden nicht alle Domains gleichzeitig bestraft. Allerdings muss sich auch jede Domain einzeln beweisen – so profitiert zum Beispiel eine eventuell Link-schwächere .AT-Domain nur bedingt von der Linkstärke der .DE-Domain – und das auch nur dann wenn Du das hreflang richtig einsetzt. Zusätzlich sind die Pflege sowie die Kosten für eigenständige ccTLDs zumeist höher, dafür gibt es keine Struktur-Probleme, wie sie zum Beispiel bei Verzeichnissen auftreten können.

Wenn Du mit eccTLDs mit eine CNOBI-Domainendung (.com / .net / .org / .biz / .info) für Deine Webseiten arbeitest, brauchst Du für die einzelnen Länder bzw. Sprachen entweder Subdomains oder Verzeichnisse, zum Beispiel: de.ein-lila-pferd.com oder ein-lila-pferd.com/de.

Subdomains

Wenn Du Subdomains nutzt, solltest Du auch das geografische Ziel in der Google Search Console festsetzen. Diese sind in der Regel einfacher zu verwalten als eigenständige Länderdomains. Subdomains profitieren ein Stück weit von der Hauptdomain, jedoch verteilt sich die Linkstärke auf die einzelnen Subdomains. Im Falle einer Abstrafung ist allerdings auch nur die einzelne Subdomain betroffen. Außerdem sind Subdomains für die User meist nicht sehr gebräuchlich, dementsprechend besitzen sie weniger Trust.

Verzeichnisse

Für Verzeichnisse spricht vor allem, dass die Stärke der Hauptdomain vererbt wird; allerdings besitzen die einzelnen Verzeichnisse in den Ländern weniger Relevanz. Ein häufiges Problem sind Fehler in der Struktur. Nicht immer passt die vorgegebene Seitenstruktur für alle Länder. Zusätzlich fällt es Usern oftmals schwer, innerhalb der Verzeichnisse zu navigieren. Auch bei Subfoldern solltest Du in der Google Search Console die geografische Ausrichtung bestimmen.

Vorsicht: Die Nutzung des geografischen Ziels in der Google Search Console ist nur zu empfehlen, wenn alle Länder eine eigene Landingpage besitzen. Bedienst Du mit Deinem Verzeichnis ein-lila-pferd.com/de zum Beispiel auch deutschsprachige Kunden in der Schweiz und in Deutschland, solltest Du kein geografisches Ziel in der GSC hinterlegen – sonst beschränkst Du Deinen Absatzmarkt auf das jeweilige Land.

domainstrategien für internationales seo

Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Domainstrategien: grün = Vorteil, rot = Nachteil, gelb = mittelmäßig

Kombinierte Strategien bei mehreren Sprachen in einem Land

Teilweise kann es auch sinnvoll sein, die einzelnen Strategien zu kombinieren, nämlich dann, wenn Du in einem Land verschiedene Sprachen bedienen willst. Spielen wir die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten einmal am Beispiel einer Webseite für deutschsprachige Menschen in der Schweiz durch:

  • de.ein-lila-pferd.ch (Sprache: Subdomain; Land: ccTLD)
  • ein-lila-pferd.ch/de (Sprache: Verzeichnis; Land: ccTLD)
  • ein-lila-pferd.com/ch/de (Sprache und Land: Verzeichnis)
  • de-ch.ein-lila-pferd.com (Sprache und Land: Subdomain)
  • ch.ein-lila-pferd.com/de (Sprache: Verzeichnis, Land: Subdomain)

Wie Du siehst, kann es spätestens jetzt verwirrend werden. Eure Domainstrategie sollte also gut durchdacht sein.

Think local!

Wenn internationales SEO erfolgreich sein soll, heißt es in erster Linie lokal zu denken. Du meinst, das widerspricht sich? Dann lass es mich an den folgenden Beispielen erklären:

Keywords, URLs & Metadaten

Selbst wenn die Sprache dieselbe ist, sind es die im täglichen Gebrauch verwendeten Begriffe, und damit die Keywords, oft nicht. Während „pants“ in den USA ganz normale Hosen sind, sind es in England Unterhosen. Die normalen Hosen nennt man dort „trousers“. Peinlich, solltest Du in England Deinen Hosen-Shop auf Pants optimieren.

Der Keywordplaner gibt Dir in diesem Fall übrigens keinen Hinweis, Suchvolumen gibt es verständlicherweise für beide Begriffe:

Suchvolumen von pants und trousers

Ich empfehle Dir aus diesem Grund immer mit Muttersprachlern zusammenzuarbeiten! Diese sollten nicht nur die Keywordrecherchen durchführen, sondern auch die Metaangaben sowie die URLs anpassen.

Länderspezifischer Content

Allerdings geht es sprachlich nicht nur um die reinen Vokabeln, sondern auch um Sprachstile, Maß- und Währungseinheiten, Kontaktadressen und letztendlich auch um die Grammatik. Darüber hinaus „tickt“ Deine Zielgruppe in den verschiedenen Ländern unter Umständen recht unterschiedlich: So können bestimmte Content-Marketing-Inhalte in einem Land zum Beispiel wunderbar funktionieren, während sie woanders eher die Ladenhüter sind oder bei einer reinen Übersetzung vielleicht sogar schlichtweg falsch sind.

Nehmen wir als Beispiel einen Beitrag über die besten Gartenpflanzen. In Deutschland und Österreich mag dieser Inhalt vielleicht für beide Länder funktionieren. Spätestens wenn Du denselben Inhalt auch in einem Land mit einem anderen Klima veröffentlichst, wird es schwierig. Pflanzen, die bei uns wunderbar im Garten überleben können, werden im hohen Norden zum Beispiel eingehen – zumindest soweit ich das mit meinem fehlenden botanischen Wissen beurteilen kann.

blumen verwelken

Damit Deine Inhalte nicht wie diese Pflanzen verwelken, solltest Du sie länderspezifisch erstellen (lassen).

UX & Design

In jedem Land herrschen außerdem auch unterschiedliche Design- und Bedienvorlieben. Nur, weil Deine UX-Studie in Deutschland erfolgreich war, heißt das nicht automatisch, dass auch die User in den Niederlanden von Deiner Webseite angetan sind. Du solltest also bei der Gestaltung Deiner länderspezifischen Seiten immer Rücksicht auf die länderspezifischen Vorlieben nehmen und lokale Dienstleister zu Rate ziehen.

Ein UX-Hinweis von Google: „Verlinken Sie nach Möglichkeit die einzelnen Sprachversionen einer Seite. Ein französischer Nutzer, der auf der deutschen Version Ihrer Seite landet, kann so mit einem einzigen Mausklick zur richtigen Sprachversion gelangen.“ Häufig befinden sich die Links zu den anderen Länderversionen ganz rechts im Haupt- oder Utilitiesmenü.

hreflang: Vermeidung von Duplicate Content

Damit Google weiß, welches Deiner Suchergebnisse in welchem Land relevant ist, empfiehlt sich die Verwendung des hreflang. An dieser Stelle möchte ich nicht zu viel verraten – außer, dass Du ihn benötigst. Was hreflang ist, wie Du ihn einsetzt, warum er so wichtig ist – all das erfährst Du in meinem Blogpost zu hreflang. Dank dem hreflang-Attribut können im Übrigen die anderen Sprach- und Länderversionen von einem starken Linkprofil einer anderen Version profitieren. Trotzdem ist auch der nächste Punkt relevant:

Länderspezifische Backlinks

Links sind nach wie vor ein wichtiges Rankingkriterium. Wenn Du länderspezifische Seiten hast, gehören auch länderspezifische Links zu einem natürlich Linkprofil einer Seite. Wenn Du länder- und zielgruppengerechten Content erstellst, hast Du auch gute Chancen auf länderspezifische Links – ohne, dass Du diese kaufen musst. Solltest Du aktives Linkbuilding betreiben, achte darauf, dass Deine Linkpartner auf Deine entsprechende Länderdomain verlinken und zum Beispiel nicht (nur) schweizerische Seiten auf Deine niederländische Unternehmenswebseite verweisen.

Nicht (mehr) relevante GEO-Signale

Häufig wird noch der Server-Standort als wichtiges GEO-Signal genannt. Allerdings verliert er immer mehr an Bedeutung. Sein rein physischer Ort hat keine große Bedeutung mehr für die lokalen Rankings, da im Zuge der Globalisierung Webseiten häufig international gehostet werden. Jedoch kann sich dadurch die time-to-first-byte erhöhen. Das ist die Zeitspanne, die der Server benötigt, um auf eine Anfrage zu antworten. Das kann sich wiederum auf die Ladezeit und damit nach wie vor indirekt auf das lokale Ranking auswirken. Google bestimmt im Übrigen laut eigener Aussage die Sprache einer Webseite nur auf Grundlage der sichtbaren Inhalte – lang-Attribute werden also nicht berücksichtigt.

Fazit

Eine Webseite ist in der Regel nicht „mal schnell“ in andere Länder übertragbar – zumindest, wenn Du mit Deinem Unternehmen auch auf dem neuen Absatzmarkt erfolgreich sein willst. Du solltest Dir Gedanken zur Domain- und Content-Strategie machen, Dich nach passenden lokalen Dienstleistern bzw. Muttersprachlern umsehen und darauf achten, dass Deine Länderversionen die richtigen GEO-Signale senden. Hilfreich ist diese Checkliste von Aleyda Solis. Solltest Du noch mehr Lesestoff benötigen, findest Du in der letzten Website Boosting (Ausgabe 46 (11-12/2017)) einen lesenswerten Artikel zu internationalem SEO.

Titelbild: © Rawpixel / gettyimages, verwelkende Blumen: © Berezko / gettyimages

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3 Kommentare
    1. Mathias 19. Oktober 2017, um 15:17 Uhr

      Hallo,
      welches WordPress-Plugin empfiehlt ihr für Mehrsprachigkeit? So dass man so die z.B. engl. Seite umsetzen kann http://www.meinedomain.de/en (also mit Unterordner)
      Mein Hoster unterstützt leider keine Multisite.

      Vielen Dank

    2. Luisa Dziki 26. Oktober 2017, um 09:42 Uhr

      Hallo Mathias,

      Eine persönliche Empfehlung kann ich dir leider nicht geben. Häufig empfohlen wird jedoch das WordPress Multilingual Plugin (WPML).

    3. Lothar 18. November 2017, um 10:10 Uhr

      Ein wirklich interessanter Beitrag, vor allem für diejenigen, welche vorhaben, einen Fuß ins internationale Geschäft zu setzen. Neben den unterschiedlichen Sprachen, hat jedes Land auch seine eigenen Gesetze, seine eigene Kultur und seine eigenen Bedürfnisse.
      Hier kann man also eine Menge falsch machen. Umso mehr ist dieser Artikel zu schätzen, der sich hier mit den wichtigsten Kriterien auseinandersetzt.

      Vielen Dank!

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