Storytelling-Trends 2017: Kennst Du diese 5 Darstellungsformen?

2017-06-29
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29. Jun 2017 Content Marketing 2 Kommentare

Virtual Reality statt verstaubte Bücher – Storytelling durchlebt 2017 seine eigene Heldengeschichte. Die folgenden 5 Storytelling-Arten zeigen, welche Darstellungsformen möglich und welche technischen Spielereien gefragt sind – von interaktiven Inhalten bis hin zu Livestreaming.

Mann im Büro in den 80er Jahren

Mit Virtual Reality und Co. technisch auf dem neusten Stand - das sind die Storytelling-Trends 2017.

Deine Geschichte – 5 Arten der Umsetzung

Livestreaming, Virtual Reality, Location Based Storytelling – technische Neuerungen machen es einfacher denn je, mittreißende Geschichten zu erzählen und die Zielgruppe zu erreichen. Was sich jedoch nie ändern wird: Zum Storytelling braucht es zuallererst eine gute Geschichte. Denn sonst verlieren Deine Kunden schnell das Interesse, egal wie viele GIFs und nette Animationen enthalten sind. Ein paar Inspirationen für hervorragende Storys, bei denen die Geschichte und die Umsetzung stimmen, bietet auch Julians Grundlagen-Artikel zum Storytelling.

Die Herausforderung 2017 lautet also: Nutze neue Kommunikationskanäle und experimentiere mit Darstellungsformen, lasse jedoch nicht das Storytelling-Handwerkszeug aus den Augen.

Mann mit Telefon und 80er-Jahre Kleidung

Das Storytelling-Telefon – vielleicht der Trend für 2089.

Im Folgenden habe ich 5 Storytelling-Darstellungsarten samt Beispielen zusammengestellt, die aktuell von Bedeutung sind oder das Potential haben, zukünftig populärer zu werden. Dabei gehe ich nicht nur auf die Vorteile, sondern auch auf die Herausforderungen ein.

Storytelling: Umsetzungs-Trends 2017

  1. Virtual Reality
  2. Interaktives Storytelling
  3. Livestreaming
  4. Location Based Storytelling
  5. Transmediales Storytelling

1. Virtual Reality

Da macht sogar das Einstellen der Zeitzone Spaß – was in der Realität oft müßig ist, wird mit Virtual Reality zum Erlebnis.

Kein Wunder, dass es schon in den 1950er Jahren findige Wissenschaftler gab, die unsere Realität virtualisieren wollten. Doch eins hatten der Sensorama der 50er Jahre und das Sega VR Headset der 90er Jahre gemeinsam: zu klobig, teuer und technisch nicht ausgereift. Eventuell war die Realität der 90er Jahre auch einfach noch zu gut, als dass wir uns ins Virtuelle flüchten wollten.

Seit ein paar Jahren fallen die früheren Bedenken jedoch kaum noch ins Gewicht und Virtual Reality, angetrieben von Facebook und Co., wird zur Realität, die endlich Erfolg hat – nicht nur mit professionellen Headsets und Spielen, sondern auch mit YouTube-Videos und einfachen Karton-Brillen.

Vorteil

Der Vorteil von Virtual Reality als Darstellungsform für Storytelling liegt klar auf der Hand: Der „Leser“ wird mit eingebunden und kann die Geschichte hautnah miterleben. Für diese Art des Storytellings passen deshalb auch die Bezeichnung Storyliving und Immersive Storytelling. Der „Leser“ kann mithilfe der virtuellen Realität komplett in die Geschichte eintauchen und die Story bleibt länger im Gedächtnis.

Herausforderung

Virtual Reality als Plattform für Storytelling stellt jedoch auch einige Herausforderungen an die Geschichtenerzähler, denn es besteht die Gefahr zu technikverliebt zu werden. Nicht alles, was schön anzusehen ist, ist auch Storytelling, wie dieses Video von BMW beweist.

Beispiel

Wie Storytelling mithilfe von Virtual Reality gut funktioniert, zeigt zum Beispiel die Kampagne „Virtual Giving Trip“ von TOMS.

Fazit: Erst eine gute Geschichte, dann Virtual Reality

Virtual Reality wird, im Gegensatz zu den 90er Jahren, zukünftig weiterhin an Popularität gewinnen. Gerade weil Brillen und Co. günstiger und die Umsetzung einfacher wird. Doch nur dann, wenn Deine Geschichte auch inhaltlich überzeugen kann und Du Virtual Reality als das verstehst, was es ist: ein Tool, wird Dein Immersive Storytelling auch Erfolg haben.

2. Interaktives Storytelling

Hier geklickt und da geklickt – fertig ist der interaktive Inhalt. Im Gegensatz zu Scrollytelling, wo der Leser nur scrollen muss und eine Geschichte eher passiv erlebt, fordert interaktives Storytelling zum Mitmachen auf. Doch nicht nur die reine Interaktion liegt im Trend, sondern vor allem das personalisierte Storytelling.

Vorteil

Interaktion sorgt dafür, dass der Leser als Akteur mit in die Geschichte eingebunden wird. Idealerweise kann der Leser selbst Entscheidungen treffen und so die Geschichte individuell anpassen oder ganze Welten erleben. Das führt dazu, dass Storys zu einer persönlichen Erfahrung werden und die Identifikation mit einer Marke wächst.

Herausforderung

Interaktives Storytelling stellt den Geschichtenerzähler aber auch vor Herausforderungen. Denn die Story muss technisch gut umgesetzt sein und zur Interaktion animieren. Ideal ist dabei ein ganzheitliches Konzept. Aber Storys lassen sich auch mit interaktiven Elementen aufpeppen, wie interaktiven Grafiken oder Quizzen. In ihrem Artikel zu „Interaktiven Inhalten“ stellt Dir Jessica 6 Tools vor, die Du für Dein interaktives Storytelling nutzen kannst.

Beispiel

Ein immer wieder gern präsentiertes Beispiel für gelungenes interaktives Storytelling ist die Taylor Swift Experience von American Express. Hier kann der oder die Besucher/in selber entscheiden, welche Bereiche des Anwesens er oder sie entdecken möchte und wie interagiert werden soll.

 Die Taylor Swift Experience von American Express

Die Taylor Swift Experience – interaktiv eine eigene Geschichte erzählen.

Fazit: Interaktion, aber bitte individuell

Wie bei Virtual Reality kommt es auch bei interaktivem Storytelling darauf an, wie es umgesetzt wird. Hier wird es zukünftig nicht ausreichen, Grafiken zu präsentieren, die sich beim Drüberscrollen verändern. Wichtiger wird dagegen eine individuelle Interaktion, bei der Besucher mit einer Geschichte interagieren und selbst Entscheidungen treffen können.

3. Livestreaming

Heute aktuell, morgen vergessen – die Welt der Informationen wird immer schnelllebiger und das schlimmste Gefühl der Moderne: nicht auf dem neusten Stand sein und Ereignisse verschlafen. Diesen Zustand macht sich das Livestreaming zu Nutze, mit dessen Hilfe auch Storys erzählt werden können.

Vorteil

Live gestreamte Storys, zum Beispiel über YouTube, regen die Zuschauer dazu an, jetzt zuzusehen und zu interagieren. Wo andere Geschichten ungesehen in den digitalen Lesezeichen verenden, holen live gestreamte Inhalte den Vorschlaghammer der Dringlichkeit heraus. Denn wer mit dabei war, kann berichten.

Außerdem haben live gestreamte Storys das Potential viral zu gehen, da die Zuschauer idealerweise das Story-Ereignis bekannt machen. Auch lassen sich Streams mit verhältnismäßig wenig Budget umsetzen, denn manchmal reicht schon eine Pfütze aus, um einen Livestream erfolgreich zu machen, wie das unten folgende Beispiel zeigt.

Herausforderung

Der Livestream eines Supermarktregals in der Provinz: kann 0 Zuschauer begeistern oder einige Millionen. Die Herausforderung beim Livestreaming in Verbindung mit Storytelling ist vor allem die Unberechenbarkeit. Denn teilweise haben die banalsten Inhalte Erfolg. Allgemein gilt beim Livestreaming: Weniger ist mehr. Storys sollten nicht zu glatt produziert sein, sondern sich organisch mit den Zuschauern entwickeln können.

Beispiel

Eine Pfütze in Newcastle: 500.000 Zuschauer. Anfang 2016 sorgte der Stream einer Wasseransammlung in Nordengland auf Periscope für den viralen Trend #DrummondPuddleWatch. Die Idee dazu hatte die lokale Marketing-Agentur Drummond Central, denn die Pfütze war schon da und die Menschen, die ungelenk versuchten sie zu überwinden, auch – die perfekte Kombination für einen unterhaltsamen Livestream. Mit Surfboard und Luftmatratze ausgestattet, sorgten die Zuschauer aktiv dafür, dass die Pfützen-Geschichte zum Erfolg wurde; jedenfalls für einen Nachmittag.

Fazit: Menschen, Tiere, keine Sensationen

Statt einer ausgereiften Geschichte braucht es für das Livestreaming „nur“ das Potential für eine Story, die Zuschauer zur Interaktion animiert. Ähnlich wie bei Virtual Reality steht beim Livestream das Storyliving im Vordergrund, ob durch die sozialen Medien oder vor Ort. Dabei können die alltäglichsten Situationen zu packenden Geschichten werden, ganz nach dem Motto Menschen, Tiere, keine Sensationen.

4. Location Based Storytelling

Hinter Location Based Storytelling verstecken sich zwei Umsetzungsarten:

  1. Storytelling, das an einem Ort stattfindet – der „Geschichtenerleber“ besucht virtuell oder tatsächlich bestimmte Schauplätze, an denen er oder sie Teil einer Geschichte wird.
  2. Mithilfe von Apps und Geofencing (eine Aktion wird ausgelöst, wenn der Nutzer eine erdachte Begrenzung überschreitet) oder Beacons (Funktechnologie) wird der Standort von App-Nutzern ermittelt und basierend darauf kann eine Story ausgespielt werden.

Besonders die zweite Version hat das Potential für Storytelling zukünftig populärer zu werden, da es in der Vergangenheit vor allem für reine Marketing-Zwecke (Coupons und Co.) genutzt wurde.

Vorteil

Location Based Storytelling nutzt bestimmte Orte, um eine Geschichte zu erzählen oder den Ort des Smartwear- oder Smartphone-Nutzers, um eine passende Story zu präsentieren. Beides hat den Vorteil, dass der „Geschichtenerleber“ zum Handeln angeregt wird. Wobei die Hemmschwelle der Interaktion geringer ist, wenn die Story passend zum Ort, an dem man sich schon aufhält, erscheint.

Herausforderung

Location Based Storytelling muss in der ersten Version die Herausforderung meistern, die passenden Locations zu finden. Wird Storytelling mithilfe von Geofencing und Co. betrieben, muss das mobile Nutzungsverhalten der Kunden genau analysiert werden. Storytelling steht dabei auch vor der Herausforderung, packende Geschichten für eine geringe Aufmerksamkeitspanne der mobilen Nutzer zu erstellen.

Beispiel

Ein eher klassisches Marketing-Beispiel ist die Kampagne des US-Amerikanischen Unternehmens Quirky. Um ihre High-Tech-Klimaanlagen zu verkaufen hat sich Quirky mit der Wetterapp Poncho zusammengeschlossen. Basierend auf der Postleitzahl der Nutzer, deren Aufwachzeit, eventuellen Allergien und natürlich dem Wetter, wurden individuelle Nachrichten ausgespielt – mit dem Ziel die Quirky-Klimaanlage für die Nutzer interessant zu machen.

Poncho - Wetter-App

Poncho weiß, wo Du wohnst – und hat die perfekte Klimaanlage für Dich.

Fazit: auf das Nutzerverhalten achten

Location Based Storytelling, bei dem mobile Daten genutzt werden, bietet zwar Potential. Die Inhalte müssen jedoch genau zur Zielgruppe passen, sonst können die ungefragten „Belästigungen“ schnell zu Frust führen. Außerdem müssen die Storys auf das mobile Nutzverhalten angepasst werden: lieber kleine Häppchen als epische Geschichten.

5. Transmediales Storytelling

Nicht ganz neu, aber auch 2017 und für die Zukunft weiterhin relevant: transmediales Storytelling (auch Transmedia Storytelling genannt). Unter dieser Bezeichnung versteht man das Erzählen einer Story über mehrere Medien. Da gerade im Bereich der sozialen Medien immer neue Kommunikationskanäle dazu kommen, verändern sich auch das transmediale Storytelling und seine Möglichkeiten.

Vorteil

Transmediales Storytelling bietet die Chance, eine Story über verschiedene Plattformen zu erzählen und so ein großes Publikum zu erreichen. Besonders wenn Soziale Medien involviert sind, kann transmediales Storytelling die Interaktion mit der Geschichte fördern. Dabei können die jeweiligen Stärken der einzelnen Kommunikationskanäle genutzt werden.

Herausforderung

Der Vorteil von transmedialem Storytelling ist auch eine Herausforderung: Wenn eine Geschichte über verschiedene Medien erzählt wird, muss sie auch dann funktionieren, wenn nur Bruchstücke wahrgenommen werden. Denn es muss klar werden, wie die Geschichte zusammenhängt.

Beim transmedialen Storytelling für Marketing-Zwecke steht deshalb weniger das lineare Erzählen im Vordergrund. Eine essentielle Frage ist deshalb: In wie weit passen einzelne Storys in eine kohärente „Story-Welt“ und machen trotzdem unabhängig voneinander Sinn? Eine weitere Herausforderung beim transmedialen Storytelling ist auch das Monitoring der einzelnen Distributionskanäle.

Beispiel

Ein Kurzfilm, eine Studie, Blog-Artikel, Social-Media-Updates und ein Event – das war Airbnb‘s Wall and Chain Story von 2014. Das Unternehmen nahm das Mauerfall-Jubiläum zum Anlass, um eine „wahre Airbnb Geschichte über Zugehörigkeit“ zu erzählen – und das über mehrere Medien.

Fazit: verschiedene Medien – eine Story-Welt

Transmediales Storytelling wird auch zukünftig ein besonders interessanter Bereich des Storytellings im Marketing sein. Während rein journalistische oder künstlerische Ansätze jedoch mehr Freiheiten haben, schwerer zugängliche Storys zu erstellen, muss im Marketing drauf geachtet werden, dass die einzelnen Geschichten jederzeit einen Einstieg ins große Ganze bieten. Dabei kommt es vor allem auf die Strukturierung und die Auswahl der Distributionskanäle an.

Auf geht’s in die Zukunft des Storytellings

Ob Virtual Reality oder transmediales Erzählen – die Möglichkeiten, Storytelling auf interessante Weise umzusetzen und damit Deine Kunden zu erreichen, werden immer vielfältiger. Für die Zukunft des Storytellings gilt deshalb: habe keine Angst vorm Experimentieren mit neuen Umsetzungsformen. Was jedoch weiterhin wichtig bleibt: kenne Deine Zielgruppe genau und erstelle nur Inhalte, die wirklich Inhalt haben. Wenn du Fragen zum Thema Storytelling hast oder Unterstützung bei der Umsetzung benötigst, dann wende Dich an unser Storytelling-Team.

Bilder: Bild 1,2: iStock.com/RyanJLane

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2 Kommentare
    1. Daniel 6. Juli 2017, um 16:03 Uhr

      Schöner Beitrag, vielen Dank dafür.
      Das Thema Storytelling wird so oft unterschätzt, richtig aufgegriffen aber ein wichtiges Werkzeug.

      Ich selbst nutze viel Storytelling im Bereich Email-Marketing und überlege jetzt dies für meinen Blog umzusetzen.

      weiter so…
      viele Grüße
      Daniel

    2. Olli 25. Juli 2017, um 18:40 Uhr

      Danke für den übersichtlichen und informativen Beitrag. Das ist toller Input sowohl für Kunden- als auch meine eigenen Projekte.

      Weiter so und alles Gute
      Olli

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