Content Marketing

Raus aus den Silos: Wie Du im Team unschlagbaren Content erstellst

Martin StäbeContent-Marketing-Experte

Du planst Deinen Content ohne Input von Sales, schreibst ohne den Blickwinkel des Supports und veröffentlichst ohne Abstimmung mit dem Produktmanagement? 2026 braucht es mehr als die One-Man-Show am Arbeitsplatz. Content, der wirklich sichtbar ist und Kaufentscheidungen beeinflusst, ist Teamarbeit. In diesem Artikel zeige ich Dir, wie Du als B2B- oder SaaS-Unternehmen in fünf Schritten mit Deinen Kolleg*innen kaufrelevante Inhalte erstellst, die zu Conversions führen.

Frau und Mann arbeiten gemeinsam an einem Content Piece

Silodenken ist im Content Marketing fehl am Platz: Guter Content entsteht in Teamarbeit!

Das Wichtigste zu Teamarbeit in der Content-Erstellung in Kürze:

  • Content-Qualität entsteht im Team: Dein kommerziell erfolgreicher Content vereint verschiedene Perspektiven und das Fachwissen aus Sales, Support, Produkt, Marketing etc.
  • Topical Authority statt Einzelartikel: Google & KI-Systeme wollen thematische Tiefe und Breite. Dafür eignen sich Pillar Pages mit thematisch begleitenden Artikeln hervorragend.
  • Struktur schlägt Silos: Klare Anforderungen und definierte Verantwortlichkeiten bei der Content-Erstellung verhindern Chaos, Feedbackschleifen und Zeitverlust.
  • KI analysiert, Menschen priorisieren: KI hilft beim Analysieren und Clustern großer, unstrukturierter Datenmengen, die strategischen Entscheidungen triffst jedoch Du.
  • Ein zentraler Wissensspeicher verbindet alles: Alle Insights und Informationen an einem Ort sorgen für konsistente Inhalte über verschiedene Kanäle hinweg.

Teamarbeit im Content: Perfekte Prozesse für mehr Leads?

Google und KI-Suchmaschinen wie ChatGPT verstehen mittlerweile ganze Themengebiete statt einzelner Keywords. Sie lieben Inhalte mit echter Tiefe: konkrete Fakten, authentische Kundennähe und echte Use Cases – keinen KI-generierten Einheitsbrei.

Doch dafür benötigst Du Informationen von Deinen Kolleg*innen aus erster Hand, zu Produkten und über Kunden.  Das Problem: Dieses Wissen ist im Unternehmen vorhanden, wird aber nur selten systematisch für die Erstellung digitaler Inhalte genutzt, sondern fristet ein kümmerliches Dasein auf den PC-Laufwerken.

Einzelne, oberflächliche Artikel, die zusammenhanglos in den digitalen Äther geblasen werden, funktionieren (bald) nicht mehr. Nicht Content ist King, sondern Topical Authority.  

Wie Du bei Google zur Nummer 1 in Deinem Themengebiet wirst, verrät Dir meine Kollegin Josefine in einem eigenen Artikel. Gefragt sind Content-Cluster, die sich thematisch um zentrale Pillar Pages scharen. Wie Du Pillar Pages konzeptionierst und umsetzt, erfährst Du in diesem Beitrag: „Pillar Page: Ein Allheilmittel für Deine Rankings?

Außerdem musst Du Inhalte künftig ganzheitlich denken und von Anfang an verschiedene Content-Formate und Kanäle mit einbeziehen. Aus einem fundierten Content Piece entstehen so in Kooperation beispielsweise Video, PR-Kampagne, Newsletter, Social Content und Sales-Material, die alle an verschiedenen Touchpoints in der Customer Journey die gleiche Botschaft vermitteln.

Von Produktinsights zu Conversions

Wie Du Deine Wissens-Silos aufbrichst

Trotzdem ist in vielen Unternehmen noch immer ein ausgeprägtes Silodenken spürbar. Jeder richtet den Blick auf die eigenen Kennzahlen und Abteilungsziele, der eigene volle Schreibtisch stets vor Augen. Dabei gerät der teaminterne Austausch ebenso leicht aus dem Fokus wie die übergeordneten Unternehmensziele: zufriedene Kund*innen, die langfristig für Umsatz und Gewinn sorgen.

Ohne Rückendeckung aus der Führungsebene bleibt Zusammenarbeit oft vom Goodwill der Kollegen abhängig.

Überzeuge erst Deinen Chef (z. B. Head of Content Marketing/SEO) und sichere Dir sein Commitment, ehe Du Deine abteilungsübergreifende Kommunikationsoffensive für besseren Content startest.

Aber: Silos verschwinden nicht allein durch Management-Initiativen, dafür braucht es smarte Prozesse. Entscheidend ist die Art und Weise, wie Du den Austausch gestaltet.

Vage E-Mail-Anfragen aus dem Content Marketing („Schickt mir Input zu [Thema/Produkt X]“) oder isoliertes Drauflosschreiben mit den im Intranet und im Internet verfügbaren Fakten führen zu endlosen Feedbackschleifen, verschwendeter Zeit und Frust auf beiden Seiten.

Besser ist es, wenn Du Dir im Vorfeld präzisen Input für die Texterstellung einholst. Dafür entwickelst Du eine klare Vorlage, die definiert, wer welche Informationen beisteuert. Jede Abteilung weiß dann genau, was von ihr erwartet wird, und füllt ihren Teil aus, noch ehe überhaupt eine Zeile geschrieben wird.

Vom Daten-Chaos bis zur fertigen Landingpage in 5 Schritten

Für das nachfolgende 5-Schritte-Modell gehen wir davon aus, dass Du in Deinem Unternehmen kaufrelevante Inhalte zu einem Projektmanagement-Tool schreiben sollst. Dieser Prozess lässt sich auch auf die Erstellung von informationsorientiertem Content übertragen. Denn jeder Text profitiert von einem engen internen Austausch.

Für das Modell und das vorgeschlagene Wissens-Dashboard habe ich mich von der amerikanischen Marketing-Expertin Lashay Lewis inspirieren lassen. Ihr BoFu-Framework erzielte beeindruckende Ergebnisse: Durch Content, der exakt auf Kundenbedürfnisse und Produktnutzen zugeschnitten ist, konnte sie die Conversion Rate bei einem Kunden in nur 90 Tagen von 6,94 % auf 30 % steigern.

Schritt 1: Verschaffe Dir einen Überblick über euren Wissensstand und vorhandene Daten

Von irgendwoher kommt der Zuruf: „Wir brauchen mehr Conversions. Schreiben Sie auf der Seite bitte etwas zum Launch unseres neuen Produkts.“

Es geht also um klassischen BoFu-Content („Bottom of the Funnel“), der verkaufen soll.

Und dann sitzt Du allein im Büro vor dem SEO-Tool Deiner Wahl, recherchierst mögliche Keywords, prüfst das Suchvolumen und gehst mit ein paar dürren Produktfakten und Webdaten schließlich in die Textproduktion. Was für ein Fail!

Was fehlt bei dieser Vorgehensweise? Der Kontext, die eigentliche Story dahinter.
Keywords zeigen lediglich, welcher Begriff gesucht wird, aber nicht warum Menschen danach suchen.

Es fehlen entscheidende Einblicke in:

  • Pain Points: Welche konkreten Probleme hat die Person aktuell und warum sucht sie überhaupt nach einer Lösung, die Dein Produkt bietet?
  • Benefit: Welchen Vorteil oder Nutzen zieht die Person aus dem Kauf oder Nutzung?
  • Use Cases: Was möchte die Person erreichen? In welcher typischen Situation würde sie das Produkt oder Tool einsetzen?
  • Rolle: Wer sucht – und welche Verantwortung trägt diese Person im Unternehmen?
  • Wechselgrund: Weshalb möchte jemand ein bestehendes Produkt, Tool oder einen Prozess ersetzen?
  • Entscheidungsfaktoren: Welche Funktionen muss das Produkt unbedingt erfüllen?
  • Bedenken: Welche Einwände oder Unsicherheiten werden häufig geäußert?
  • Wettbewerber: Mit welchen Alternativen vergleichen Interessenten das Produkt?
  • Erfolgsgeschichten (Success Stories): Welche Kundinnen und Kunden sind zufrieden bzw. glücklich mit dem Produkt?

Die gute Nachricht: Dieses wertvolle interne Wissen, das keine KI replizieren kann, schlummert (meist) bereits im Unternehmen. Erst mit diesem gebündelten Fachwissen und den daraus abgeleiteten Erkenntnissen gelingen Dir präzise Inhalte, die Kaufentscheidungen beeinflussen.

Hier ein Überblick über die einzigartigen Perspektiven, nach Abteilung aufgeschlüsselt, und wie sie Deinen Content bereichern. Speicher Dir die Tabelle am besten ab, damit Dir immer bewusst ist, auf welchem Wissensschatz Du eigentlich sitzt. 😊

Abteilung Einzigartige Perspektiven Wie macht es Deinen Content besser?
Kundenservice Wiederkehrende Probleme echte Formulierungen Verständnislücken FAQ-Artikel
Authentische Texte
Bessere Keywords
Problemlösungs-Content
Vertrieb Einwände, Vergleichskriterien, Gründe für Kauf/Nichtkauf Input für Vergleichsartikel
Landingpages
Use Cases
Produktmanagement Produkt-Roadmap, Nutzerverhalten, Feature-Verständnis Feature-Erklärungen & Tutorials
Produkt-Updates
Themenplanung
Erklär-ContentHilfeartikel
Performance Marketing Daten zu Conversions, Suchbegriffen, Zielgruppen SEO,
Headlines & CTAs
Personalisierte Inhalte
Layouts
Marketing Positionierung, Storytelling, Markt-Trends, Studien Success Stories
Konsistente Texte
Thought Leadership
Redaktionskalender
Social Media Nutzerreaktionen, Engagement-Trends, Community-Feedback Priorisierung
Content-Lücken
Relevante Formate
Authentischer Content
Video-Team Formatwissen, visuelle Kommunikation, Zuschauerverhalten Website-Hero-Bereich
Priorisierung
Erklärvideos
Themenfindung

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Idealerweise werden diese Informationen im Unternehmen systematisch erfasst und abgespeichert. Doch aus Erfahrung weiß ich, dass dies oft nicht der Fall ist. Lass Dich davon jedoch nicht entmutigen und bleib am Ball. Sei die Person, die wichtige Veränderungen am Arbeitsplatz anstößt.

Schritt 2: Sammle alle relevanten Informationen

Jetzt wird’s konkret. Du sammelst nun alle relevanten Marketing- und Produktinformationen aus den Fachabteilungen. Wie Du oben gesehen hast, liefert eine klare Anfrage den gezielten Input, den Du für starken Content brauchst.

Ein Fragenkatalog zum Thema „Projektmanagement-Tools für Remote-Teams“ könnte zum Beispiel wie im Folgenden aussehen.

Passe ihn einfach an Deine Bedürfnisse an (hierfür kannst Du auch gerne ChatGPT nutzen!)  und lass Dir zusätzlich alle internen Unterlagen schicken, die Dir für die Erstellung Deines Contents dienlich sind (z. B. Persona-Dokumente, Support-Tickets, aktuelle Marktforschung, Studien, Wettbewerbsanalysen, Schulungsunterlagen, Vertriebsgespräche usw.).

Fragen an den Vertrieb (Sales)

  • Welche Interessent*innen kaufen die Lösung typischerweise?
  • Welche Branchen oder Teamgrößen kommen am häufigsten vor?
  • Welche Jobrollen entscheiden über den Kauf?
  • Was sind die häufigsten Pain Points bei Remote-Teams, die ihr hört?
  • Welche X Einwände tauchen am häufigsten auf?
  • Welche Gründe nennen Kund*innen, wenn sie sich für oder gegen unser Tool entscheiden?
  • Wie löst unser Produkt die häufigsten Pain Points konkret?
  • Welche Features nennen Interessent*innen als „Must-haves“?
  • Welche Wettbewerber werden in Gesprächen erwähnt und was wird verglichen?
  • Welche Aspekte des Produkts werden im Gespräch besonders positiv hervorgehoben?

Fragen an den Kundenservice (Support):

  • Was sind die X häufigsten Supportanfragen rund um Projektmanagement-Funktionen?
  • Welche Verständnisprobleme tauchen immer wieder auf?
  • Welche typischen Frustrationspunkte gibt es bei Remote-Teams?
  • Welche Begriffe und Formulierungen nutzen Kund*innen selbst?
  • Welche Wörter oder Beschreibungen kommen in Tickets und Chats besonders häufig vor?
  • Wen seht ihr als unsere „besten“ bzw. erfolgreichsten Kund*innen?
  • Welche konkreten Vorteile erleben Kund*innen, wenn ihr Pain Point gelöst wird?
  • Welche Funktionen nutzen erfolgreiche Kund*innen besonders intensiv?

Fragen an das Produktmanagement:

  • Welche Features sind speziell für Remote-Teams besonders relevant?
  • Welche Funktionen werden oft übersehen, sind aber besonders wertvoll?
  • Wie unterscheiden wir uns technisch von Wettbewerbern (Performance, Sicherheit, Integrationen)?
  • Gibt es Funktionen wie KI oder Automatisierungen, die besondere Vorteile bieten?
  • Wie fügt sich das Produkt in die typischen Workflows von Remote-Teams ein?
  • Welche Integrationen sind für Remote-Teams besonders wichtig?
  • Welchen Mehrwert bieten die wichtigsten Funktionen im täglichen Arbeiten?
  • Gibt es User-Research-Daten speziell zu Remote-Workflows?
  • Welche Features werden überdurchschnittlich viel genutzt?
  • Welche Erfahrungen gibt es zum Onboarding neuer Nutzer*innen?

Fragen an Performance Marketing:

  • Welche Keywords im Projektmanagement-Umfeld konvertieren am besten?
  • Welche Anzeigen, Überschriften und CTAs performen am stärksten?
  • Welche Zielgruppen-Segmente sind am wertvollsten?
  • Welche A/B-Tests zum Messaging liefern klare Erkenntnisse?
  • Welche Werbebotschaften sprechen kalte Zielgruppen besonders an?
  • Welche Einwände müssen Landingpages üblicherweise entkräften?

Fragen an Social Media:

  • Welche Posts rund um Projektmanagement haben besonders hohes Engagement?
  • Welche Fragen oder Rückmeldungen kommen in Kommentaren häufig vor?
  • Gibt es Diskussionen über Wettbewerber und deren Stärken/Schwächen?
  • Welche Pain Points werden von Nutzer*innen offen angesprochen?
  • Welche Inhalte sorgen besonders für Diskussionen oder Rückfragen?
  • Welche Arten von Use Cases interessieren Remote-Teams besonders?

Praxis-Tipp: Um alle ins Boot zu holen, empfehle ich Dir, mit einem Kick-off-Meeting zu starten, in dem Du über Dein Projekt berichtest. Mache transparent, wofür das Fachwissen genutzt wird und warum auch Deine Kolleg*innen davon profitieren (siehe Vorteile des Daten-Dashboards unten).

Schritt 3: Verwende KI, um echte Insights zu erzeugen

Du hast nun ungeordneten Input aus verschiedenen Abteilungen zusammengetragen. Aber wie kannst Du daraus verwertbare Erkenntnisse für Deinen Content gewinnen? Hier kommt Künstliche Intelligenz ins Spiel. Nicht zum Schreiben, sondern zum Strukturieren, Analysieren und Zusammenfassen.

Aber Achtung: Du als Mensch bringst das Verständnis für Kontext, Nuancen und die Realität Deines Produkts oder Unternehmens ein. KI beschleunigt zwar die Analyse, doch Du entscheidest, welche Einblicke wirklich Business-relevant sind und wie sie eingeordnet werden müssen.

Wichtig: Da Du nachfolgend mit sensiblen Daten umgehst, musst Du ein hierfür geeignetes System verwenden. Frage am besten Deine Vorgesetzte, ob und wo Du diese Datensätze in welcher Form hochladen darfst.

Hier vier Beispiele, wie KI Dich bei der Datenaufbereitung unterstützen kann:

1. Pain Points identifizieren

Füttere ChatGPT oder Claude mit hunderten Support-Tickets und frage: „Welche wiederkehrenden Probleme erkennst Du? Gruppiere sie nach Häufigkeit und Schweregrad.“

Ergebnis: Statt 100 einzelner Tickets siehst Du 5 zentrale Pain Points, die Du im Content adressieren musst.

Promptbeispiel: Prompt 1 – Pain Points:

„Hier sind 50 Support-Tickets zum Thema Projektmanagement-Software.
Analysiere sie und identifiziere:
1. Die 5 häufigsten Probleme
2. Die Sprache, die Kunden verwenden
3. Welche Probleme am dringendsten sind
Erstelle eine Tabelle mit: Problem | Häufigkeit | Zitate | Schweregrad“

2. Feature-Prioritäten ableiten

Gib der KI Sales-Gesprächsnotizen und frage: „Welche Features werden am häufigsten nachgefragt? Welche sind Dealbreaker?“

Ergebnis: Du weißt genau, welche Funktionen im Vergleichsartikel prominent platziert werden müssen.

Promptbeispiel: „Hier sind Notizen aus 20 Sales-Gesprächen zu Projektmanagement-Tools. Extrahiere:
1. Welche Features wurden als Must-have genannt?
2. Welche Nice-to-have?
3. Welche Wettbewerber wurden verglichen?
4. Warum haben sich Kund*innen entschieden/nicht entschieden?
Erstelle eine priorisierte Liste.“

3. Einwände und Gegenargumente verstehen

Lasse KI Vertriebsnotizen aus Sales-Calls analysieren.

Ergebnis: Bedenken werden im Content proaktiv ausgeräumt, ehe sie zum Problem werden und die potenziellen Kund:innen zur Konkurrenz abwandern.

Promptbeispiel: „Welche Einwände tauchen auf? Was sind die besten Gegenargumente?“

4. Sprache und Tonalität der Zielgruppe erfassen

Analysiere mit KI Social-Media-Kommentare und Support-Anfragen: „Welche Begriffe nutzen Kunden? Welcher Ton dominiert – technisch, frustriert, neugierig?“

Ergebnis: Du schreibst nicht in Marketing-Sprache, sondern so, wie Deine Zielgruppe tatsächlich spricht.

Promptbeispiel: „Analysiere diese 100 Social-Media-Kommentare zum Thema Remote-Projektmanagement.
1. Welche Begriffe nutzen die Personen (nicht Marketing-Sprache)?
2. Welcher Tonfall dominiert?
3. Welche Fragen werden gestellt?
4. Welche Ängste/Hoffnungen werden geäußert?
Gib mir 10 O-Töne, die ich als Zitate verwenden kann.“

Schritt 4: Mache die Insights für alle im zentralen Dashboard zugänglich

Nun liegen Dir wertvolle Erkenntnisse aus verschiedenen Abteilungen sowie strukturierte KI-Auswertungen vor. Dieses Wissen ist nicht für Dich allein gedacht. Stelle deshalb sicher, dass alle Abteilungen auf diese wertvollen Einblicke zugreifen können.

Die Lösung: Ein zentrales Wissens-Dashboard muss her.

Dieser Wissensspeicher (oder wähle einen anderen „fancy“ Namen 😉) ist die sogenannte „Single Source of Truth“ für alle, die an der Content-Kampagne beteiligt sind: Content Marketing, SEO, Social Media, Performance Marketing, Video-Team und Sales etc. Jeder kann (und sollte) sich daraus für seinen Kanal bedienen, ohne immer wieder neu nachfragen zu müssen.

Vorteile eines zentralen Wissens-Dashboards:

  • Alle greifen auf denselben Wissensstand zu (keine unterschiedlichen Versionen)
  • Reduziert Rückfragen und E-Mail-Ping-Pong
  • Insights können für verschiedene Formate wiederverwendet werden
  • Konsistente Sprache über mehrere Kanäle hinweg
  • Neue Teammitglieder finden sich schnell ein
  • Transparenz über den Stand der Kampagne

Konkrete Umsetzung: Dashboard-Template

Du kannst ein einfaches Online-Tool wie Google Sheets mit verschiedenen Reitern nutzen oder ein ausgefeilteres Datenbank-System wie Notion wählen, um Deinen Wissensspeicher aufzusetzen. Wichtig ist, dass Du und Deine Kolleg*innen schnell an die Erfahrungen aus erster Hand gelangen.

Hier ist eine beispielhafte Umsetzung des Dashboards mit von ChatGPT generierten Datensätzen. So bekommst Du eine Vorstellung, wie es aussehen kann.

Content-Kampagne Dashboard: [Kampagnenname]

Zielgruppen-Insights

Kategorie Erkenntnisse Quelle Verwendung für
Rolle & Verantwortung z. B. IT-Manager*in, entscheiden über Software-Anschaffungen bis 10.000€ Vertrieb, Produktmanagement Ansprache, Tonalität
Hauptziel/Use Case z. B. Projektplanung über Zeitzonen hinweg, ohne ständige Meetings Support, Sales Fokus im Content
Typische Herausforderung z. B. Asynchrone Kommunikation führt zu Informationslücken Support-Tickets Problem-Definition

Sprache & Tonalität

Element Details Beispiele aus Kundenstimmen
Kundensprache z. B. “Wir brauchen Transparenz”, “zu viele Tools”, “alle auf dem gleichen Stand” [3 – 5 Original-Zitate aus Support/Social Media]
Tonfall z. B. pragmatisch, lösungsorientiert, wenig Buzzwords
zu vermeiden z. B. “Synergien”, “State-of-the-art”, übertriebene Versprechen

Pain Points (priorisiert)

Pain Point Häufigkeit Schweregrad Zitate Wo adressieren?
1. z. B. Intransparente Projektstände Hoch (45% der Tickets) Kritisch [2 – 3 Zitate] Hauptartikel, FAQ, Video
2. z. B. Zeiterfassung zu kompliziert Mittel (28%) Mittel [2–3 Zitate] Feature-Vergleich
3. z. B. Keine mobile App Niedrig (15%) Niedrig [1–2 Zitate] Randerwähnung

Features & Anforderungen

Feature Priorität Grund Erwähnung im Wettbewerb? Content-Einsatz
z. B. Gantt-Diagramme Must-have 80% der Sales-Gespräche nennen es Ja, Konkurrenten A, B Vergleichstabelle, Feature-Guide
z. B. Zeiterfassung Must-have Integration in Abrechnung wichtig Ja, alle Vergleichstabelle
z. B. Video-Calls Nice-to-have Viele nutzen externes Tool Nein Kurze Erwähnung

Einwände

Einwand Häufigkeit Gegenargument Quelle Wo behandeln?
z. B. „Zu teuer“ Hoch ROI-Rechnung: Zeitersparnis 5h/Woche/Person Vertrieb FAQ, Pricing-Abschnitt
z. B. „Zu kompliziert einzurichten“ Mittel Onboarding in 2 Stunden, Video-Tutorials Support How-To-Abschnitt
z. B. „Datenschutz unklar“ Niedrig DSGVO-zertifiziert, Server in EU Vertrieb Trust-Elemente

Wettbewerber

Tool Wird verglichen mit Stärken (aus Kundensicht) Schwächen (aus Kundensicht) Unsere Differenzierung
z. B. Tool A 60% der Sales-Gespräche Einfache Bedienung Keine Zeiterfassung Wir haben beides: einfach UND Zeiterfassung
z. B. Tool B 40% Viele Integrationen Zu teuer für kleine Teams Besseres Preis-Leistungs-Verhältnis

Performance-Insights

Element Daten Quelle Verwendung
Top-Keywords (Conversion) z. B. “projektmanagement tool remote”, “gantt diagramm software” SEA-Daten SEO-Optimierung, Headlines
Best-performing CTAs z. B. “Jetzt 14 Tage testen” > “Demo anfordern” A/B-Tests Call-to-Actions
Erfolgreiche Headlines z. B. “Für Remote-Teams” performt besser als “Für verteilte Teams” SEA/Social Titel-Varianten

Erfolgsgeschichten & Use Cases

Kunde/Branche Use Case Ergebnis Zitat Verwendung
z. B. Agentur, 25 MA Projekte über 3 Standorte koordinieren 30% weniger Meetings [Zitat] Case Study, Testimonial
z. B. SaaS-Startup Sprint-Planung remote Transparenz erhöht [Zitat] Social Proof

Content-Formate & Zuständigkeiten

Format Status Verantwortlich Basis-Insights aus Dashboard Deadline
Hauptartikel (Blog) In Arbeit [Name] Pain Points 1 – 3, Features, Wettbewerber [Datum]
LinkedIn-Posts (3x) Geplant [Name] Pain Point 1, Use Case Agentur, Einwand “zu teuer” [Datum]
YouTube-Video Geplant [Name] Pain Point 1, Feature-Demo Gantt [Datum]
Newsletter Geplant [Name] Erfolgsgeschichte Agentur [Datum]
Sales-One-Pager Offen [Name] Einwände, Wettbewerber-Vergleich [Datum]

Wie Dein Dashboard in der Praxis funktioniert:

  1. Du setzt das Dashboard auf und füllst es initial mit allen gesammelten Marketing- und Produktinformationen sowie KI-analysierten Insights.
  2. Alle Beteiligten haben Zugriff und können Informationen übernehmen, neue Insights ergänzen und den Status aktualisieren.
  3. Regelmäßige Updates: Einmal wöchentlich kurzer Check-in (15 Minuten): Was wurde gelernt, was muss ergänzt werden?
  4. Wiederverwendbarkeit: Das Dashboard dient als Basis für zukünftige Content Pieces zum Projektmanagement-Tool.

Du findest das vorgestellte Dashboard eine Nummer zu groß? Außerdem kannst Du nicht alle Abteilungen für Dein Projekt gewinnen und einige Kolleg*innen sperren sich? Lass Dich davon nicht entmutigen und starte einfach eine Nummer kleiner. Wichtig ist, dass Du damit anfängst mit System und mit koordinierter interner Kommunikation bessere Inhalte zu veröffentlichen. Deine Kolleg*innen werden es Dir danken.

Schritt 5: Baue Inhalte nach einer festen Artikelstruktur

Jetzt hast Du alle Zutaten: das Thema, die Informationen aus den Abteilungen, KI-extrahierte Insights und ein zentrales Dashboard, auf das alle zugreifen können. Nun geht es darum, daraus Content zu entwickeln, der sowohl für Menschen als auch für Suchmaschinen und KI-Systeme funktioniert.

Der Hauptartikel ist allerdings nicht das Endprodukt, sondern die Content-Basis, aus der Du systematisch andere Formate ableitest und Content Repurposing betreibst:

  • LinkedIn-Posts
  • YouTube-Videos
  • Newsletter-Abschnitte
  • Instagram-Karussells

Wie das funktioniert: Strukturiere den Artikel von Anfang an so, dass einzelne Abschnitte als eigenständige Module funktionieren. Gestalte sie mit klaren Botschaften, die auch losgelöst vom Gesamtartikel Sinn ergeben.

So manche*r stellt sich jetzt wahrscheinlich noch die Frage: Und welche Keywords wähle ich für meinen BOFU-Content? Hier solltest Du unter anderem die Suchnachfrage folgender typischer Keywordphrasen genauer unter die Lupe nehmen.

  • [Konkurrent] Alternative
  • [Tool 1] vs [Tool 2]
  • Beste [Software] für [Anwendungsfall]

Denke dabei daran, dass die Höhe des Suchvolumens bei conversionträchtigen Schlüsselwörtern zweitrangig ist. Auch Volumina im niedrigen zweistelligen Bereich können sehr interessant sein. Denn die Suchenden, die diese Keywords in Google eingeben, stehen kurz vor einem Kaufabschluss.

Und schließlich willst Du ja mehr Conversions und nicht mehr Traffic für Deine Website, oder? 😉

Ein standardisierter BOFU-Artikelaufbau sieht wie folgt aus:

  1. Einleitung: Mit Pain Points oder Benefits starten (kein allgemeines Blabla)
  2. Was kann das Produkt? tiefgehend, mit Workflows, Screenshots, Funktionsweisen
  3. Wettbewerbsvergleich: ehrlich, Lücken der Wettbewerber zeigen & eigene Stärken betonen
  4. Call-to-Action: Warum JETZT und warum DIESES Produkt kaufen?

Für verschiedene Artikeltypen können Sie sich ein eigenes Framework bauen und die einzelnen Module mit Inhalten Ihrer Kolleg:innen füllen. Ein Vergleichsartikel („Die 5 besten Projektmanagement-Tools”) würde mit der folgenden Struktur überzeugen.

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  1. Kurze Antwort first (1-2 Sätze) à Wird zu LinkedIn-Teaser, YouTube-Intro
  2. Vergleichstabelle (Features) à Wird zu Instagram-Karussell, PDF-Download
  3. Methodologie (Wie verglichen?) à Wird zu Trust-Element für Newsletter
  4. Tool 1-5: Überblick, Stärken, Schwächen à Wird zu einzelnem LinkedIn-Post
  5. Entscheidungshilfe (Welches Tool für welchen Use Case?) à Wird zu einem Sales-One-Pager
  • FAQ (typische Fragen): Wird zu Website-FAQ, YouTube-Kommentare

Ableitung in andere Formate (mit KI-Unterstützung):

LinkedIn-Post-Serie (3 Posts):

„Erstelle aus dem Abschnitt zu Tool 1 einen LinkedIn-Post (max. 150 Wörter), der die Stärken hervorhebt und mit einem konkreten Use Case endet. Tonalität: Pragmatisch, lösungsorientiert. Zielgruppe: IT-Manager*innen in Remote-Teams.“

YouTube-Video-Skript:

„Erstelle ein 3-Minuten-Video-Skript aus der Vergleichstabelle. Struktur: Hook (Pain Point), 3 Tool-Empfehlungen mit je 30 Sekunden, Entscheidungshilfe am Ende. Füge Vorschläge für visuelle Elemente hinzu.“

Instagram-Karussell (8 Slides):

„Wandle die Vergleichstabelle in ein Instagram-Karussell mit 8 Slides um. Slide 1: Hook-Frage, Slides 2-6: Je ein Tool mit Stärke/Schwäche, Slide 7: Entscheidungshilfe, Slide 8: CTA. Max. 20 Wörter pro Slide.“

Fazit: Starker Content entsteht im Team, KI macht ihn unschlagbar

BOFU-Content im Jahr 2026 ist kein Einzelkämpfer-Projekt mehr. Er entsteht durch eine eng orchestrierte Zusammenarbeit zwischen Content Marketing, SEO, Sales, Support, Produktmanagement und Performance Marketing und wird von KI beim Analysieren, Zusammenfassen und Clustern unterstützt. Wenn das bei Dir noch nicht der Fall ist, hätte ich eine Idee für einen guten Vorsatz für das kommende Jahr.

Meine 4 Tipps für eine erfolgreiche Teamarbeit in Kürze:

  1. Erkenne die versteckten Wissensschätze in jeder Abteilung und nutze sie für herausragenden Content.
  2. Erstelle strukturierte Content-Briefings, die klar definieren, wer was liefert.
  3. Lasse KI Pain Points clustern, Sprache analysieren und Muster erkennen. Speichere alle Insights in einem zentralen Dashboard, aus dem sich alle Beteiligten bedienen können.
  4. Baue Artikel nach fester Struktur und mit konsistenten Modulen. Plane von Anfang an, wie sich der Content in andere Formate überführen lässt.

Viel Erfolg bei eurer gemeinsamen Content-Arbeit. Solltet ihr Unterstützung im Content Marketing brauchen, sind wir gerne für euch da 😊.

Und wie sieht es bei Euch aus: Tauscht ihr bereits fleißig abteilungsübergreifend Produkt- und Kundeninformationen aus, um euren Website-Content besser zu machen? Wie sind eure Erfahrungen? Ich freue mich auf eure Kommentare.

 

Bildnachweis: Alle Bilder wurden thematisch von der Seokratie GmbH mit ChatGPT generiert.

Über Martin Stäbe
Martin ist bei Seokratie Content Marketing Manager. Wenn er nicht Texte erstellt, die sowohl Google gefallen, als auch dem Nutzer einen Mehrwert liefern, ist er auf der Suche nach den neuesten Trends rund um Content Marketing. Hier findest Du alle Beiträge von .
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