SEO bei großen Seiten: Die 6 wichtigsten Aufgabenbereiche

11. Oktober 2016  |     |  2 Kommentare
Ein Beitrag von Felix

Wer eine große Seite in Sachen SEO betreut, steht vor großen Herausforderungen, die oft mit klassischem SEO wenig zu tun haben. Gleichzeitig sind inhaltliche oder technische Fehler viel gravierender, weil sie in der Masse ins Gewicht fallen. Es gilt also, alles im Blick zu haben. Was genau, das liest Du hier!

Eine große Seite lässt sich nicht leicht in die richtige Richtung steuern. Sie braucht einen starken Antrieb – und ein gute Crew.

1. Crawling

crawling

Wenn sich der Suchmaschinen-Bot komplett verrennt und es Tonnen an Duplicate Content gibt, wird jede andere Optimierung zum Kampf gegen Windmühlen. Gerade bei großen Seiten ist das Crawling und dementsprechend die interne Verlinkung das Thema schlechthin. Suchmaschinen müssen Deine Seiten richtig verarbeiten können. Es ist daher unbedingt wichtig, dass Du Dich mit Crawlingsteuerung auseinandersetzt. Das ist die Basis und die muss stimmen! Hier findest du meinem Beitrag zum Thema Crawlingsteuerung.

2. Indexierung

indexierung

Nicht jeder Inhalt ist ein gutes Suchergebnis. Und wer Google überzeugen möchte, dass die gesamte Seite gut ist, der muss darauf achten, dass er keine schlechten Suchergebnisse liefert. Google merkt das, Google honoriert das. Deshalb sollte ganzheitlich für die Seite geklärt sein, welche Seiten indexiert und welche nicht indexiert werden sollen. Auch das ist ein sehr großes Thema, für das ich daher den eigenen Beitrag Indexierung geschrieben habe.

3. Content Management

schreibmaschine

Bei einer großen Seite arbeitet man (hoffentlich) mit einem großen Team. Ein sehr großer Teil der Arbeit liegt daher im Content Management. Aufgabengebiete sind zum Beispiel:

  • Schulen: Weiß jeder Redakteur, wie er Texte (ob Produktbeschreibungen oder Nachrichtenartikel) für SEO verfasst?
  • Planen: Mache ich nun aus einem Artikel zwei Seiten, bekommen zwei ähnliche Produkte unterschiedliche Produktbeschreibungen, machen wir einen neuen Themenbereich und welche Themenfelder sind noch für SEO interessant?
  • Evaluieren: Enthalten die Landingpages alle Infos, die Nutzer suchen? Oder enthalten sie sogar Inhalte, die Nutzer nicht suchen?
  • Aufräumen: Machen sich verschiedene Seiten und Inhalte Konkurrenz? Gibt es schlechte Inhalte?
  • Strukturieren: Weiß jeder Redakteur, welche Seiten er wie verlinken soll? Beispielsweise ein bestimmtes, beliebtes Produkt oder ein alter Evergreen-Artikel könnte durch gezielte interne Verlinkung gewinnen.
  • Priorisieren: Worauf wird von der Startseite aus verlinkt? Diese Frage allein kann zu einer wochenlangen Diskussion mit Geschäftsführern, Programmierern, Designern und Produktmanagern führen.

4. Monitoring

monitoring

Spätestens bei großen Seiten wirst Du sehr schnell den Überblick verlieren. Domainübergreifende Besucherzahlen oder Sichtbarkeitsindizes sind ja schön und gut, aber das reicht nicht aus, um rechtzeitig gegenzusteuern und in wichtige Bereiche proaktiv einzugreifen. Gerade bei großen Seiten lohnt es sich daher, eine Keywordmap anzulegen: Darin sind alle wichtigen Keywords und die dazu passenden Landingpages aufgeführt. Die Landingpages lassen sich dann segmentieren: Zum Beispiel in Themenbereiche und Seitenarten (Produktdetailseiten, Shopkategorien, Content, …). So lässt sich im Monitoring gut aufschlüsseln, welche Bereiche besser und welche weniger gut performen. Dieses Wissen ist das A und O für eine saubere Priorisierung aller Tasks.

5. Abteilungspolitik

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Eins der wichtigsten Kriterien für einen guten Inhouse SEO oder Dienstleister für große Portale ist, wie er sich in die Unternehmensstruktur einfügt. Weder ist eine „Hier komm ich, SEO ist das Wichtigste und ihr gehorcht mir jetzt“-Mentalität von Vorteil, noch eine Duckmäuschen-Mentalität: Viel Durchsetzungsvermögen, aber vor allem Kommunikationsfähigkeit und Konsensbereitschaft sind die wichtigsten Attribute.

  • Geschäftsführung: Wie viel Budget wird für SEO freigegeben? Nur wenn auch die Geschäftsführung versteht, dass SEO wichtig und sinnvoll ist, werden die anderen Abteilungen Deine Themen priorisieren.
  • Programmierung: Seitenladegeschwindigkeit, URL-Struktur, 301-Weiterleitungen, Filterfunktionen und dutzende andere Bereiche – bei der Programmierung stößt der SEO meist auf heftige Gegenwehr und muss um seine Slots kämpfen. Programmierer müssen den praktischen Nutzen hinter SEO erkennen, dann machen sie auch gerne Slots frei.
  • Content-Manager: Wie gut ist der Content der Webseite? Dazu gehören auch Dinge wie Produktfotos oder die Qualität der Redaktion. Dass ein SEO hier mitreden sollte, ist für viele noch unverständlich. Letztlich ist aber genau das heute der Kern von SEO: Die Sucherfahrung.
  • Social Media: Wer macht Social Media und wie gut? Qualitativ hochwertiger Traffic, gute Vernetzung, eine starke Marke: All das ist eine gute Unterstützung für SEO.
  • Marketing & PR: Betreibt man Offline-Kampagnen, Kooperationen, Gewinnspiele? Wie gut ist die PR-Abteilung? Wird die Marke aktiv aufgebaut, hilft das auch den Rankings.
  • Corporate Identity: Eine Kooperation kommt nicht zustande, weil der Kooperationspartner nicht zur Philosophie des Unternehmens passt? Oder ihr möchtet mit Siegeln für mehr Trust arbeiten, aber sie passen nicht in das minimalistische Design? Einigt euch am besten gleich auf harte Kriterien, dadurch vermeidest Du viele Abstimmungsrunden und auch Enttäuschung bei potenziellen Partnern.

6. Unternehmensstrategie

strategieAuch das Unternehmen selbst ist sehr wichtig. Auch große Entscheidungen haben Einfluss auf SEO. Es lohnt sich daher, mitzureden.

  • Positionierung: Markenbekanntheit ist für SEO ein wahnsinnig wichtiger Faktor. Ist das Unternehmen eine große und bekannte Marke? Oder nur ein kleiner Player? Falls letzteres, dann solltet ihr euch unbedingt auf euren Kernbereich besinnen. Seid ihr eine große Marke, könnt ihr auch mehr in die Breite gehen. Dank der immer nutzerorientierteren Suchergebnisse von Google haben wir SEOs ein gutes Gespür für eine erfolgreiche Positionierung. Dieses Wissen solltest Du teilen!
  • Produktmanagement: Kaum einer ist näher am Markt und an der Zielgruppe als ein SEO. Welches Produkt ist gefragt? Welche Ausführungen sind besonders beliebt? All das wissen wir dank der guten alten Keywordrecherche und dank Googles immer besseren Algorithmen ziemlich genau. Erzähle das weiter!
  • Außendarstellung: Geht das Unternehmen in Sachen Werbung sehr aggressiv vor? Arbeite ich für ein Traditionsunternehmen oder einen Aufsteiger, der sich erst noch bekannt machen muss? Wie positioniere ich mich innerhalb der Zielgruppe? Bin ich eine Reste-Rampe oder ein exklusiver Versandhandel? Gibt es eine gute Story hinter dem Unternehmen? All das hat starken Einfluss auf den Erfolg von Content Marketing und SEO.

Priorisieren, fokussieren, brillieren!

Kurz: Du solltest versuchen, Dich in so viele Bereiche wie möglich einzuklinken. Natürlich hat der Arbeitstag nur rund acht Stunden, deswegen sollte man abwägen: Wo hat meine Arbeit den größten Hebel? Was wird am meisten vernachlässigt und ist am weitesten von SEO entfernt? Ist die Programmierung des Shopsystems bzw. Content-Management-Systems nicht SEO-tauglich, dann sollte ich dort ansetzen. Fehlt mir aber der Rückhalt der Geschäftsführung, dann werden die Programmierer meine To-Dos unter Umständen erst im Jahr 2020 umsetzen. Andererseits kann der Rückhalt der Geschäftsführung ruhig fehlen, wenn ich mich mit der Programmierung und den Textern gut verstehe und wir als Team arbeiten.

Teamarbeit ist wohl das wichtigste Stichwort. SEOs sind Exoten in größeren Unternehmen und man sollte zuerst erklären, warum man überhaupt wichtig für das Unternehmen ist. Man darf nicht überfahren à la „Wir machen das mal so, das ist gut für SEO“, sondern sollte genau erklären, warum es gut ist und was es für das Unternehmen bringt. Denn letzten Endes wollen (in der Regel) alle Beteiligten nur das Beste für das Unternehmen.

Du kennst genau diese Herausforderungen und suchst jemanden, der Dir hilft? Wir unterstützen gern!

Bildrechte:
Containerschiff: © Federico Ristagno / istockphoto.com; Crawling (Ameise im Bild): © ookawa / istockphoto.com; Indexierung: © Naeem Ishaq / istockphoto.com; Content Management: © mactrunk / istockphoto.com; Monitoring: © sudok1 / istockphoto.com; Abteilungspolitik: © g-stockstudio / istockphoto.com; Unternehmensstrategie: © BrianAJackson / istockphoto.com

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2 Kommentare

Reaktionen auf diesen Beitrag

    • Ich habe zwar selber noch keine riesigen Seiten betreut, aber meiner Meinung nach ist es nur sinnvoll, dass man ein ganzes Team hinter sich hat.
      Alleine ist es eigentlich gar nicht zu schaffen bzw. nicht gut.
      Wenn man ein SEO Team hat, kann man verschiede Aufgaben wunderbar aufteilen.
      So macht jeder das, was er am besten kann.

      Danke für die Auflistung, kann man sicherlich auch auf kleine Seiten anwenden.

    • Sven

      Hallo Felix,

      du hast wirklich einige sehr gute Ansatzpunkte im Artikel gebracht. Gerade der Bereich Content Management ist meiner Meinung nach einer der wichtigsten Faktoren. Wenn es hier schon nicht stimmt wird erfolgreiches SEO schwierig.

      Viele Grüße
      Sven

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