Gute Texte für SEO: Regeln und Tipps

25. Juni 2013  |     |  19 Kommentare
Ein Beitrag von Julian

Überall in der SEO Branche wird gepredigt, dass gute Texte mittlerweile viel wichtiger als früher seien. Aber was ist überhaupt “gut”? Hier geht die Schere meiner Meinung nach enorm auseinander.

I hopped once kroete

Soll man sich um guten Content bemühen oder lohnt es sich nicht?

Mehrwert?

“Erstellen Sie Seiten in erster Linie für Nutzer, nicht für Suchmaschinen” sagt Google. Doch was bedeutet das? Gäbe es Google nicht, wie würde meine Seite sich von den Millionen anderen Webseiten abheben? Was ist das besondere an meiner Seite? Würde man einer unvoreingenommenen Person zehn Webseiten aus einer Branche zeigen, würde er sagen, meine ist die Beste? Es reicht eben nicht, wenn man die gleichen Informationen wie alle anderen bietet, sondern man muss mehr bieten. So schwer ist das nicht! Echte Einzigartigkeit ist ein Rankingvorteil, der momentan so dermaßen durchschlägt wie noch niemals zuvor.

Und es wird nicht weniger werden. Google wird immer besser dabei, guten Text zu identifizieren. Links werden vielleicht nicht unwichtiger werden, aber schlechte Links werden ihre Wirkung mehr und mehr verlieren. Und an die wirklich guten Links kommt man nun mal nur mit guten Inhalten.

Tipps zur Texterstellung

Natürlich sind das jetzt Theorien und man schafft nur selten, was man sich vornimmt, aber so sollte man vorgehen:

  • Gibt es den Text, den ich produzieren will irgendwo schon in ähnlicher Weise?
  • Falls ja: Ist mein Text besser als der Rest?
  • Traue ich mir zu, zu sagen: “Das ist das beste HTML Dokument zum Thema X, was es im Netz gibt?” oder zumindest eines der besten Dokumente?
  • Würde ich diesen Artikel meinen Freunden oder Verwandten empfehlen?
  • Würde ich meinen Namen unter diesen Artikel setzen oder würde ich mich dafür schämen?
  • Ist der Text einfach geschrieben? Versteht der Leser, was man ihm sagen möchte? Oder ist der Textstil unnötig verschachtelt, unstrukturiert und kompliziert?
  • Generell: Bin ich die beste Seite / eine der besten Seiten zum Thema XY im Netz? Oder nur eine billige Kopie?
  • Stecken in dem Artikel eigene, lange Recherchen oder wurde nur lieblos von anderen Quellen zusammengefasst?
  • Bietet die Seite neuartige Informationen, die nicht allgemein bekannt sind?

Nur mit echtem und nachhaltigen Texten schafft man auch dauerhaft gute Erfolge. Wer will, kann ähnliche Regeln übrigens im Blogpost von Amit Singhal (Google) nachlesen. Der Blogpost wurde kurz nach Panda veröffentlicht.

Content vs. Links

Gute Links braucht man trotzdem. Aber wir haben große Probleme gute Links zu bekommen, wenn die Texte auf der Seite nicht gut sind. Wer einen echten Webmaster davon überzeugen möchte, auf eine Webseite zu verlinken, der kann das nur mit guten Inhalten machen – oder eben mit Geld, was aber (meiner Meinung nach) der falsche Ansatz ist.

Meine Erfahrung

Was ich so in der letzten Zeit gesehen habe und auch selbst getestet habe, war:

  1. Seiten mit vielen Links und schlechten Texten sind meistens in den Suchergebnissen nach unten gewandert
  2. Seiten mit wenigen Links und guten Texten sind hoch gewandert
  3. Seiten mit vielen (sauberen) Links und guten Texten sind auch hoch gewandert

Aber besonders den zweiten Punkt finde ich sehr ausgeprägt. Wir haben Projekte ohne Links, die momentan einfach immer weiter hoch wandern, weil die Inhalte super sind. Und wir müssen uns dafür nicht einmal rechtfertigen! Auch einzelne Unterseiten, bei denen wir uns enorm viel Mühe geben (inhaltlich!), ranken seit Kurzem besser. Aber wie gesagt: Es geht uns dabei nicht um Keyword-Density oder WDF*IDF, sondern nur um die Fragen:

  • Ist die Seite (für den User!) gut?
  • Sind die Inhalte für die Zielgruppe toll?
  • Ist die Aufmachung gut?
  • Die Sprache auch?
  • Die Bilder?
  • Die Gliederung?
  • Was könnte (inhaltlich) noch hineinpassen?

Ich habe mich jetzt mal auf gute Texte fokussiert. Dass ein gutes Design und gute Bilder ebenso wichtig sind, sollte klar sein!

Tools und Tipps (und Beispiele für guten Content)

Fragen an Euch

  • Lohnen sich gute Texte?
  • (Wie) habt Ihr Eure Arbeitsweise verändert?
  • Habt Ihr feste (externe?) Texter oder nutzt Ihr Crowdsourcing Plattformen wie z.B: Textbroker?

 

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Über den Autor

Julian Dziki ist SEO, Online Marketer und Affiliate seit 2007. Suchmaschinenoptimierung München

19 Kommentare

  • maki

    Deine Erfahrung ist meiner Meinung nach eher ein Einzelfall.
    Überall finden sich die Seiten, die die meistens Backlinks haben weiter vorne.

    Nehmen wir uns mal die ganzen Preissuchmaschinen , Vergleichsseiten etc vor:
    Die Texte sind grötenteils automatisch irgendwie zusammengesetzt. Trotzdem weit oben!

    An sich teile ich aber deine Meinung: Guter Content ist sehr wichtig. Das ganze sollte auch einigermaßen hübsch verpackt sein (Design, Absätze, Grafiken etc.).

    Wer solchen Content hat und keine Backlinks bekommt, kauf sich welche :)

  • Zu Punkt 2: Guter Text und wenige Links wandern nach oben.
    Kann ich nur bestätigen. Betreibe einen kleinen Jagd-Blog, bei dem noch kaum Linkaufbau betrieben wurde, das Ranking steigt aber stetig, da erstens fast keine Konkurrenz existiert und zum anderen regelmäßig viel (hoffentlich guter) Content entsteht.

    Solche Crowd-Texter finde ich immer etwas verdächtig. Die Versuchung ist natürlich groß, auf so was zurückzugreifen, da die Texte meist gute Qualität aufweisen und oft auch recht günstig sind… Allerdings kann man sich nie sicher sein, dass man dann auch wirklich Unique Content hat. Selbst wenn der Autor dann nicht die Absicht hat, den selben Text noch mal zu verwenden, in seinem Unterbewusstsein wird der Text relativ hohe Ähnlichkeit mit einem anderen haben.

    Ich texte ausschließlich selbst, hat sich bewährt also wird auch nichts daran geändert :)

    Toller Post!

  • Hi Julian. Ganz klar falsche Headline!
    Sie müsste lauten “Gute Texte für User/ Besucher, dann klappt es auch mit dem SEO” ;O) Gruß. Ralf

  • Hi Julian,

    schöne Zusammenfassung.

    Ich glaube wir alle haben erkannt, dass es der Content ist, der unsere Seiten einzigartig macht. Gerade Shops müssen lernen, dass es ohne UNIQUE-Produkttexte nicht geht. Oder nur sehr schwierig. Content ist Queen. Content + Links ist King. Zu dieser Aussage stehe ich immer noch. Aber auch eine Königin muss man schon ordentlich hofieren :)
    Wenn ich Texte für Kunden nicht selbst schreibe, nutze ich unsere eigene Redaktion. Wir haben hier Redakteure zu jedem Ressort. Nur so kann der Content auch echten Mehrwert bieten und verkommt nicht zur Buchstabenwüste. Bei Content.de etc. kaufen wir manchmal Texte zu, diese verwenden wir dann aber nicht 1zu1 – sondern nutzen sie lediglich als Grundlage. Die Qualität ist maximal OK, aber um echten Mehrwert zu bieten, muss man schon mehr tun.

    Wir erstellen die Texte übrigens zuerst rein redaktionell und arbeiten Keywords erst im zweiten Gang ein. Macht mehr Arbeit, aber die Texte sind einfach nutzerfreundlicher.

    Ich habe übrigens auch so eine Zusammenfassung geschrieben: Guggst du hier:

    http://primweb.de/schreiben-fuer-das-web/

    Danke dir für den Beitrag!

  • Wenn ich ehrlich bin, spielt WDF*IDF für mich als Texter und für die meisten meiner Kunden nur eine untergeordnete Rolle. In meiner Anfangszeit in einem Onlineshop hat man mir beigebracht, dass ja die Keyworddichte so unglaublich wichtig ist und über der Lesbarkeit steht. So wurden mir dann auch die Keywords präsentiert.

    Meinen Kunden rate ich mehr und mehr zu Storytelling und interessanten sowie informativen Texten. Die thematische Relevanz kann mit einer Keywordliste mit Häufigkeit zwar untermauert werden, jedoch ist sie keinesfalls als wichtigstes Kriterium anzusehen. Da werden mir wohl einige widersprechen, aber ich sehe es im Grunde genau so, wie es hier beschrieben ist. Und die Zufriedenheit meiner Kunden gibt mir in diesem Fall Recht.

    Und wenn man bedenkt, dass ich diverse Projekte NUR mit Inhalten, Onpage-Optimierung und wenigen Links aus Webkatalogen hochgebracht habe, finde ich Punkt 2 umso leichter zu realisieren. Das Geld ist in guten Inhalten einfach auch langfristig sinnvoll angelegt.

  • hallo julian,

    danke für deinen artikel. allerdings hast du die anfangs gestellte frage “was ist überhaupt ‘gut’?” meiner meinung nach etwas schwamming beantwortet, da sehr oft begriffe wie “gut” oder “besser als xy” fallen, ohne dass man daraus eine gehaltvolle erkenntnis ziehen kann. denn ich kann mir zwar vorstellen, was du vielleicht meinen könntest, wenn du von “guten” texten mit “guten” designs und “guten” bildern sprichst, aber letztendlich sind das ohne differenziertere erläuterung nur phrasen, die auf jedem blog zu diesem thema heruntergebetet werden ;)
    lg, schnulli

  • Moin Julian,

    ein schöner Artikel, besonders für Menschen die ihre ersten Versuche im SEO Bereich machen und ein wenig Content produzieren möchten. Wobei ich es wieder faszinierend finde, wie sehr ein Thema gehyped werden kann. Hat Google nicht schon immer gesagt, optimiert für den Nutzer und nicht für die Suchmaschine? Schreibt Texte die gerne gelesen werden und von selbst verbreitet? Seit Anfang 2013 kommt es mir ein wenig so vor, als hätten einige “Seos” das noch nie gehört und es ist was ganz neues….

  • Ich halte mich grundsätzlich von jedem Texter oder jeder Agentur fern, die mit SEO Texten wirbt oder auch nur das Wort Suchmaschinenoptimierung in Zusammenhang mit Inhalten erwähnt. Da habe ich einfach viel zu viele schlechte Erfahrungen gemacht.

    Jetzt habe ich freie Journalisten, welche für mich schreiben und noch nie von SEO gehört haben und alles läuft so wie es sein sollte. Falls es unbedingt eine Anpassung braucht, mache ich das, wenn die Texte von mir geprüft werden.

    Hochwertige Inhalte sind so eine Sache an die ich nicht glaube. Der User bestimmt, was hochwertig ist und signalisiert den Suchmaschinen, ob er das Gesuchte gefunden hat. Das bedeutet, dass auch Müll oben sein kann, wenn es denn den Leuten gefällt. Suchmaschinen sind halt auch 100% subjektiv.

    Viele Grüße aus Innsbruck!

  • Daniel

    Das mit den qualitativen Inhalten geht solange gut, bis irgendein wikiHow-Autor darauf stößt, den Content paraphrasiert und mit “seinem” Content vor dem Originalartikel landet. Schon mehrmals gesehen :p

  • Ben

    Schön, wenn man sich eine Redaktion für alle Themen leisten kann. Das geht glaub ich den meisten kleinen Agenturen in Deutschland nicht so, deshalb kaufen sie Dreckstext für wenig Geld ein. Sie wissen außerdem nicht, worauf sie achten müssen. An dieser Stelle kann ich nur die Studiengänge zum Onlineredakteur empfehlen. Darin lernt man erst mal wie man im Web richtige Texte erstellt. Kostet auch nur den Bruchteil eines angestellten Redakteurs, und ist im Fernstudium auf 1 Jahr durch. Hat mir sehr geholfen.

  • echt klasse Artikel jedoch finde ich die ersten schritte eigentlich selbsverständlich so etwas sollte eigentlich jeder Seo wissen oder?

  • Content ist König, aber Marketing die Königin ;-)

  • Interessanter Artikel! WDF*P*IDF ist auch nicht alles. Ohne entsprechenden Content und gute Backlinks wird auch kein gutes Ranking erzielt.

  • Nach meiner Erfahrung ranken gute und ausführliche Texte mit vielen Worten besser, als welche die schnell zusammengebastelt wurden.

    Ich glaube auch, dass eine interne Verlinkung mit den passenden Keywords zu den passenden Seiten auch sehr helfen kann. Wikipediaprinzip!

    Grundsätzlich würde ich meinen: Content, Content, Content…

  • Toller Beitrag, vielen Dank! Kann man sich schön Gedanken über seine Seite/Blog machen.

  • Hygiene-OnlineShop

    Super vielen Dank für die hilfreichen Infos und Posts von euch. Ich habe soeben eine Anfrage für Seo bei euch gestartet, mal sehen was draus wird :-)

  • Ich glaube “guter” Content wird auch in Zukunft immer wichtiger. Google und Co. entwickeln sich ja zugunsten der Benutzer weiter und die wollen nicht mit langweiligen Texten voller phrasen bedient werden. Klar, ein paar Keywords sollten drin vorkommen, sollte aber eher Nebensache sein. Langfristigen Erfolg hat man eher mit wirklich guten Inhalten.

    Als “gut” würde ich den Content übrigens bewerten wenn er
    a) Die Frage des Lesers beantwortet
    b) Verständlich geschrieben ist und gut lesbar gegliedert (wie dein Text! Super gemacht! Einer der wenigen Texte, die ich von Anfang bis Ende durchgelesen habe und nicht nur überflogen)
    c) und ein paar Keywords und themenrelevante Begriffe an den richtigen Stellen einfügt (aber bitte nicht zu häufig)

    Erfolgreicher Content animiert die Leser darüber hinaus noch zum Kommentieren, Weiterempfehlen, etwas zu kaufen etc.

    Ich selbst würde keine externen Texter einsetzen, weil ich selbst Texterin bin. ;-) Allerdings gilt auch im Contentbereich: What you pay is what you get.

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