GEO-Rankingfaktoren 2027: Was in ChatGPT, Gemini & Co. wirkt
Dass KI-Sichtbarkeit eigenen Regeln folgt, merke ich vor allem an einem Punkt: Man sieht sie nicht direkt. Im Traffic taucht sie kaum auf. Stattdessen stellt man plötzlich fest, dass mehr Anfragen über KI-Systeme kommen oder dass Kunden ChatGPT & Co. als Quelle nennen. Ich schätze, dass bei unseren B2B- und Industriekunden inzwischen rund ein Fünftel der Anfragen, die früher über die organische Google-Suche kamen, zur KI abgewandert ist – und die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen. Auffällig ist auch, wie gut diese Anfragen recherchiert sind. Früher hieß es oft nur: „Wir suchen einen Anbieter für XY.“ Was genau gebraucht wurde, war meist noch gar nicht klar. Heute fragen Interessenten gleich nach ganz bestimmten Maschinenbauteilen und stellen extrem konkrete Fragen. Man merkt sofort, dass sie sich vorher schon mit einer KI damit beschäftigt haben.
Viele Unternehmen spüren diese Verschiebung, wissen aber noch nicht, wie sie damit umgehen sollen. Für unsere aktuelle Befragung hat YouGov im Juli 509 Unternehmensentscheider in Deutschland interviewt. Nur jeder Fünfte gibt an zu wissen, was GEO überhaupt ist. Zugleich gehen 58 Prozent davon aus, dass Unternehmen, die in KI-Antworten nicht vorkommen, in den nächsten Jahren Kunden verlieren werden (zur Studie).
Die naheliegende Frage lautet dann: Was muss ich tun, damit ChatGPT, Gemini, Copilot oder Googles AI Overviews mein Unternehmen nennen? Oder in SEO-Sprache: Was sind die Rankingfaktoren für GEO?
Im Netz kursieren dazu inzwischen unzählige Listen. Viele stammen von Tool-Anbietern, manche widersprechen sich offen, und kaum eine verrät, wie gut ein Faktor eigentlich belegt ist. Genau das wollte ich wissen. Wir haben deshalb mehr als 240 Quellen ausgewertet: die offizielle Dokumentation von Google, OpenAI, Microsoft, Anthropic und Perplexity, begutachtete Studien aus der Forschung sowie die großen Datenauswertungen von Ahrefs, SISTRIX, Semrush und anderen. Die zentralen Zahlen haben wir an den Originalquellen gegengeprüft.
In diesem Beitrag zeige ich Dir die 15 Faktoren, die nach heutigem Stand am besten belegt sind – sortiert nach der Stärke der Belege. Außerdem erfährst Du, wo sich die Studien widersprechen und wofür Du Dein Budget besser nicht ausgibst. Alle Angaben haben den Stand Oktober 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- SEO bleibt die Grundlage, reicht aber nicht mehr aus. Wer nicht indexiert ist und nicht rankt, wird in Googles KI-Antworten kaum zitiert. Trotzdem stammen nur 43 Prozent der in AI Overviews zitierten Seiten aus den organischen Top 10 (Conductor).
- Ohne saubere Technik geht nichts. Die meisten KI-Crawler führen kein Java Script aus (Vercel), und wer die Suchcrawler von OpenAI & Co. aussperrt, riskiert, dort nicht mehr zitiert zu werden.
- Gefunden werden schlägt Umschreiben. In einem begutachteten Simulationsexperiment verbesserten umgeschriebene Texte die Platzierung in KI-Antworten nur in 3 von 54 Konstellationen signifikant. Eine bessere Position innerhalb des Textes unter den abgerufenen Quellen brachte deutlich mehr (Puerto et al.).
- Fakten gehören nach oben und in den sichtbaren Text. Die Kernantwort zuerst, Preise und Spezifikationen auf die Seite, nicht ins PDF und nicht nur ins Markup.
- Genannt wirst Du über andere. Markenerwähnungen im Web korrelieren mit der Sichtbarkeit in AI Overviews mit 0,66, Backlinks nur mit 0,22 (Ahrefs).
- Jede KI zitiert andere Quellen, und die Antworten schwanken. Nur 2,37 Prozent der zitierten URLs tauchen für denselben Prompt bei ChatGPT, Perplexity und AI Overviews gleichzeitig auf (Search Engine Journal). Feste Positionen wie im SEO gibt es nicht.
- txt und Schema-Markup sind keine GEO-Hebel. Für beides fehlt ein messbarer Effekt auf KI-Zitate. Strukturierte Daten bleiben trotzdem sinnvoll – als Hygiene, nicht als Geheimwaffe. Sie helfen Bots bei der Strukturierung der Daten und können sich auch positiv auf das Ranking und z.B: auch Rich Results auswirken.
Wie KI-Systeme ihre Quellen auswählen
KI-Assistenten schöpfen aus zwei Quellen. Das Trainingswissen ist zum Zeitpunkt des Trainings eingefroren und bestimmt vor allem, welche Marken ein Modell überhaupt kennt. Die Live-Suche holt bei einer Anfrage aktuelle Seiten aus einem Suchindex und bestimmt, welche URLs als Quelle verlinkt werden.
Gesucht wird allerdings nicht bei jeder Frage. Bei kommerziellen Prompts löste ChatGPT in einem Test in 86,5 Prozent der Fälle eine Websuche aus, bei rein informationalen Fragen nur in 0,9 Prozent (cloro). Für Unternehmen ist das eine wichtige Erkenntnis: Wer nach Anbietern, Produkten oder Preisen fragt, bekommt in ChatGPT meist eine Antwort, die auf aktuellen Suchergebnissen beruht – und genau die lassen sich beeinflussen.
Sucht das Modell, zerlegt es die Frage in mehrere Teilanfragen. Das nennt man Query Fan-out. ChatGPT stellt im Schnitt 2,1 solcher Anfragen pro Prompt (Peec AI), und 95 Prozent davon haben kein messbares Suchvolumen (AirOps). Mit reinem Keyword-Denken kommst Du hier nicht weit.
Am Ende können zwei verschiedene Dinge herauskommen: eine Erwähnung, bei der Deine Marke im Antworttext steht, und ein Zitat, bei dem Deine URL als Quelle verlinkt wird. Beides fällt oft auseinander. 61,7 Prozent der Domain-Auftritte in KI-Antworten sind Zitate, ohne dass die Marke im Text genannt wird (Search Engine Journal). Zitate hängen eher an Technik und Rankings, Erwähnungen eher an der Bekanntheit Deiner Marke. In der Übersicht unten siehst Du deshalb auch, worauf ein Faktor vor allem wirkt.
Und noch etwas ist anders als im SEO: Es gibt keine festen Positionen. Dieselbe Frage liefert bei Wiederholung oft andere Quellen, bei ChatGPT deutlich häufiger als in AI Overviews. „Rankingfaktoren“ meint im GEO deshalb Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, genannt oder zitiert zu werden.
So habe ich die Belege bewertet
- Stark: mindestens drei unabhängige Quellen, darunter die offizielle Dokumentation der Plattformen oder ein Experiment.
- Mittel: mehrere Studien, die in dieselbe Richtung zeigen, aber nur Zusammenhänge messen und keine Ursachen.
- Umstritten: Die Studien widersprechen sich.
- Kein Beleg: getestet, aber ohne messbaren Effekt.
Ein ehrlicher Hinweis dazu: Die meisten Branchenstudien stammen von Tool-Anbietern, messen Zusammenhänge statt Ursachen und beruhen auf US-Daten. Für den deutschen Markt gibt es nur wenige eigene Datensätze, die meisten davon von SISTRIX.
Die 15 GEO-Rankingfaktoren auf einen Blick
Die ersten vier Faktoren sind Pflicht. Ohne sie greifen die anderen kaum.
So fängst Du an
Wenn Du morgen loslegen willst, geh am besten in dieser Reihenfolge vor:
- KI-Crawler prüfen: Sind OAI-SearchBot, ChatGPT-User, PerplexityBot und Claude-SearchBot in der robots.txt freigegeben, und lässt die Firewall sie durch? Und hat niemand Deine Website in der Search Console von Googles KI-Funktionen ausgeschlossen? (Faktor 1 und 3)
- Java Script testen: Java Script im Browser abschalten und die wichtigsten Produkt- und Leistungsseiten aufrufen. Fehlen Texte, Preise oder technische Daten, muss die IT ran. (Faktor 2)
- Rankings prüfen: Wie rankst Du bei Google und Bing für Deine wichtigsten Themen? Die Bing Webmaster Tools am besten gleich mit einrichten. (Faktor 3 und 4)
- Kundenfragen sammeln: Was würden Einkäufer in ChatGPT & Co. recherchieren? Für den Anfang reichen 30 bis 50 echte Fragen. (Faktor 4)
- Antworten auf die Website bringen: Findet man die Antworten auf diese Fragen auf Deiner Website – Preise oder Preislogik, Spezifikationen, Einsatzgrenzen, Vergleiche –, und zwar als Text und nicht nur im PDF? (Faktor 5 bis 8)
- Messen: Frag jeden neuen Interessenten, woher er Dich kennt, und halte die Antwort fest. (siehe „So misst Du GEO“)
Parallel dazu kannst Du den längeren Weg über die Marke angehen: Fachmedien, Verzeichnisse und Bewertungen (Faktor 11 bis 13).
Die 4 Must-Have-Faktoren
Diese vier Faktoren sind am besten belegt, und sie sind klassisches SEO.
1. KI-Crawler zulassen
Bevor Du an Inhalten feilst, lohnt sich ein Blick darauf, wer Deine Website überhaupt lesen darf. OpenAI schreibt unmissverständlich: „Sites that are opted out of OAI-SearchBot will not be shown in ChatGPT search answers, though can still appear as navigational links.“ (OpenAI) Anthropic, Perplexity und Meta weisen ebenfalls darauf hin, dass eine Sperre ihrer Suchcrawler Sichtbarkeit kosten kann (Anthropic, Perplexity, Meta).
Dabei gibt es zwei Arten von Bots. Die Such- und Nutzer-Agenten wie OAI-SearchBot, ChatGPT-User, PerplexityBot oder Claude-SearchBot holen Inhalte für die Antworten – die solltest Du unbedingt reinlassen. Die Trainings-Crawler wie GPTBot oder ClaudeBot sammeln Daten für künftige Modelle. Ob Du sie zulässt, ist eine geschäftliche Entscheidung.
Ein Sonderfall ist Google-Extended. Das ist kein eigener Crawler, sondern ein Kennzeichen für die robots.txt, mit dem Du steuerst, ob Google Deine Inhalte für das Training seiner Gemini-Modelle und für die Antworten der Gemini-App nutzen darf. Auf die Aufnahme in die Google-Suche und auf Rankings hat es laut Google keinen Einfluss (Google). Eine begutachtete Studie kam allerdings zu dem Ergebnis, dass Gemini und AI Overviews Inhalte von Websites, die Google-Extended sperren, signifikant seltener abrufen (Grossman et al.). Wenn Du in Googles KI-Antworten auftauchen willst, solltest Du Google-Extended deshalb nicht leichtfertig sperren.
So prüfst Du das:
- txt: Sind die Such- und Nutzer-Agenten freigegeben?
- Firewall und CDN: Auch der Bot-Schutz in der Firewall oder im Content Delivery Network (CDN, etwa Cloudflare) sperrt KI-Bots oft ungewollt aus, ohne dass die robots.txt etwas davon verrät.
- Schreibweise: Unter rund 19.500 Top-Domains aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind etwa 11 Prozent aller KI-Sperren technisch wirkungslos, zum Beispiel weil dort „chatgpt-bot“ statt „ChatGPT-User“ steht (GPT Insights).
2. Inhalte im HTML statt per Java Script
Dass ein KI-Crawler auf Deine Seite darf, heißt noch nicht, dass er alles sieht. Google rendert Java Script, die meisten KI-Crawler tun das nicht. Eine große Traffic-Analyse von Vercel und MERJ kam zu dem Ergebnis: „none of the major AI crawlers currently render Java Script“ (Vercel). Drei neuere Tests bestätigen das für ChatGPT, Claude und Perplexity (searchVIU, RESONEO, Search Engine World). Selbst OpenAI nennt in einem Hilfeartikel für Unternehmenskunden Inhalte, die stark von Skripten abhängen, als häufigen Grund dafür, dass Seiten im eigenen Index fehlen (OpenAI).
Das habe ich schon in der dritten Auflage von „SEO für Dummies“ geschrieben, und daran hat sich bis heute nichts Grundlegendes geändert. Trotzdem ist Java Script in unseren Projekten der am meisten unterschätzte Faktor, gerade bei Unternehmen, die sich mit Technik wenig befassen. Der Test ist einfach: Deaktiviere Java Script im Browser und ruf Deine wichtigsten Seiten auf, oder schau direkt in den Quelltext. Ist der Haupttext noch da? Die Preise, die technischen Daten, die internen Links? Wenn nicht, kommt es darauf an, wie viel fehlt. Fehlen nur einzelne Elemente, etwa ein Preis-Widget oder Tabs, die erst per Klick nachladen, reicht es meist, genau diese Inhalte direkt ins HTML zu schreiben. Ist die ganze Seite eine Java Script-Anwendung, brauchst Du serverseitiges Rendering oder statisch vorab erzeugte Seiten. Dienste, die nur Bots eine eigene Fassung ausliefern, bezeichnet Google selbst als Behelf und nicht als dauerhafte Lösung (Google).
3. Indexierung bei Google – und für Copilot auch bei Bing
Für Googles KI-Funktionen ist die Sache klar geregelt: Eine Seite muss indexiert sein und mit Snippet angezeigt werden dürfen, damit sie in AI Overviews oder im AI Mode verlinkt werden kann (Google). Prüfe also für Deine wichtigsten Seiten, ob sie im Index sind und ob kein „noindex“ oder „nosnippet“ im Weg steht.
Neu ist seit dem 31. August 2026 ein eigener Schalter in den Einstellungen der Search Console: Wer seine Website dort von Googles generativen KI-Funktionen ausschließt, bekommt aus AI Overviews und AI Mode weder Traffic noch Impressionen (Google). Standardmäßig ist jede Website einbezogen, ein kurzer Blick lohnt sich trotzdem.
Bei Bing ist das Bild differenzierter. ChatGPT baut einen eigenen Suchindex auf und nutzt daneben nach Analysen mehrerer Forscher auch Google-Ergebnisse. Bing taucht laut Peec AI vor allem noch im Deep-Research-Modus auf (Peec AI), auch wenn Microsoft angibt, dass ChatGPT seinen Bing-Dienst Web IQ für einen Teil der Antworten nutzt (Search Engine Land). Wie viel Bing für ChatGPT heute noch beiträgt, ist unbekannt.
Microsoft Copilot dagegen sucht über Bing. Seiten, die dort fehlen, findet Copilot mit seiner Websuche nicht (Microsoft). Und Copilot nutzen in Deutschland immerhin 43 Prozent der KI-Nutzer (Bitkom). Zusatzinfo: Unter den Copilot-Nutzern sind besonders viele Unternehmen. Copilot ist also besonders relevant für B2B. Die Bing Webmaster Tools einzurichten, ist schnell erledigt und lohnt sich.
4. Rankings – für die Hauptanfrage und für die Fan-out-Fragen
Je weiter oben eine Seite rankt, desto eher wird sie zitiert. In AI Overviews sinkt die Zitierquote von 24,9 Prozent auf Position 1 auf 10,2 Prozent auf Position 10 (Conductor). In ChatGPT wird eine Seite, die unter den abgerufenen Ergebnissen auf Platz 1 steht, zu 58 Prozent zitiert, auf Platz 10 nur zu 14 Prozent (Search Engine Journal). Und unter rund 2.500 großen deutschen Onlineshops erhält das Fünftel mit der höchsten organischen Sichtbarkeit etwa 72 Prozent aller KI-Zitierungen, das unterste Fünftel rund 1 Prozent (SISTRIX).
Auch in einer Simulation zeigt sich das. Im begutachteten Benchmark C-SEO Bench verbesserten umgeschriebene Texte die Platzierung in KI-Antworten nur in 3 von 54 Konstellationen signifikant, die erste Position unter den Quellen, die das Modell vorgelegt bekommt, brachte dagegen deutlich mehr (Puerto et al.). Kai Spriestersbach fasst es so zusammen: „Retrieval schlägt Rewriting. Deutlich.“ (AFAIK)
Das deckt sich mit meiner Erfahrung. Texte so umzuschreiben, wie eine KI die Antwort am liebsten formulieren würde, wird überschätzt. Das kann helfen, die Königsdisziplin ist es aber nicht.
Allerdings ranken nur 43 Prozent der in AI Overviews zitierten Seiten für die eigentliche Suchanfrage in den Top 10 (Conductor). Ein Teil des Rests dürfte über die Fan-out-Anfragen kommen, genau gemessen ist das aber nicht. Laut Surfer stammt gut die Hälfte der AI-Overview-Zitate aus Top-10-Seiten von Seiten, die neben der Hauptanfrage auch für mindestens eine Fan-out-Anfrage in den Top 10 stehen. Seiten, die nur für die Hauptanfrage ranken, kommen auf knapp ein Fünftel, wobei die Fan-out-Anfragen in dieser Auswertung nur simuliert waren (Surfer). Beantworte deshalb auch die Folgefragen, die ein Einkäufer stellen würde: nach Kosten, Varianten, Einsatzgrenzen und Alternativen. Wirklich jede denkbare Teilfrage abzudecken, bringt dagegen weniger, als man denkt. In einem ChatGPT-Datensatz hatten Seiten, die alle Teilthemen abdeckten, eine nur um 4,6 Prozentpunkte höhere Zitierquote als Seiten, die keines davon abdeckten (Search Engine Journal).
Für Unternehmen in Deutschland kommt eine Besonderheit hinzu: ChatGPT sucht oft auf Englisch, auch wenn Du auf Deutsch fragst. Bei Prompts, die nicht auf Englisch gestellt werden, laufen 43 Prozent der Fan-out-Anfragen auf Englisch, und in knapp 78 Prozent der Fälle ist mindestens eine englische Anfrage dabei (Peec AI). Gleichzeitig überschneiden sich die zitierten Domains je nach Sprache der Anfrage nur wenig (Chen et al.). Ob eine englische Fassung Deiner wichtigsten Seiten mehr Zitate bringt, ist deshalb offen. Prüf mit Deinen eigenen deutschen Prompts, in welcher Sprache die zitierten Quellen Deiner Branche sind. Und wenn Du für den Export ohnehin eine englische Website hast, pflege sie so sorgfältig wie die deutsche.
Inhalte, die KI-Systeme gerne zitieren
Bei den inhaltlichen Faktoren wird die Beleglage dünner, denn Experimente an echten KI-Systemen gibt es kaum. Trotzdem ergibt sich ein recht klares Bild.
5. Die Kernantwort zuerst
Viele B2B-Seiten beginnen mit der Firmengeschichte: „Seit über 30 Jahren ist die Muster GmbH Ihr zuverlässiger Partner für Trenntechnik.“ Wer eine Zentrifuge sucht, erfährt daraus nichts. Besser ist ein Einstieg, der die Frage sofort beantwortet: „Unsere Dekanterzentrifugen trennen bis zu 50 Kubikmeter pro Stunde und eignen sich für Klärschlamm, Lebensmittel und Chemie.“ Begründung, Details und Ausnahmen folgen danach. Das gilt für die Seite insgesamt und für jeden einzelnen Abschnitt.
Die Daten stützen das: 44,2 Prozent der ChatGPT-Zitate stammen aus den ersten 30 Prozent eines Textes, nur 24,7 Prozent aus dem letzten Drittel (Search Engine Journal). Microsoft empfiehlt ausdrücklich knappe Antworten in ein bis zwei Sätzen (Microsoft Advertising). Eine eigene Schreibweise für KI brauchst Du dafür nicht, Google zählt sie ausdrücklich zu den Dingen, die Du nicht tun musst (Google).
6. Fakten in den sichtbaren Text – nicht ins PDF und nicht nur ins Markup
Gerade im B2B schlummern die wertvollsten Informationen oft in Datenblättern, die man sich herunterladen oder per Mail schicken lassen muss. Technische Daten, Maße, Normen, Zertifikate, Einsatzbereiche: All das gehört als Text auf die Seite. Was Menschen vielleicht langweilt, ist für KI-Systeme wertvoll.
Auch strukturierte Daten allein reichen nicht. In einem Test fand keines von fünf KI-Systemen einen Preis, der nur in den strukturierten Daten (JSON-LD) stand (searchVIU). Entweder lesen die Systeme diese Daten gar nicht, oder sie trauen ihnen nicht. Bei ChatGPT deutet einiges auf die erste Erklärung hin: Laut einer Analyse von RESONEO entfernt ChatGPT JSON-LD, bevor der Text überhaupt beim Modell ankommt (RESONEO). Microsoft warnt außerdem: „Don’t hide important answers in tabs or expandable menus: AI systems may not render hidden content, so key details can be skipped.“ (Microsoft Advertising) Auch von Kerninformationen, die nur in PDFs oder Bildern stehen, rät Microsoft ab.
7. Eigene Daten und echte Erfahrung
Google stellt in seinem Leitfaden zur Optimierung für generative KI „non-commodity content“ in den Mittelpunkt, also Inhalte, die nicht austauschbar sind (Google). Eine begutachtete Studie kam zu dem Ergebnis, dass sich Sprachmodelle vor allem an der Relevanz einer Website für die Frage orientieren und Stilmerkmale weitgehend ignorieren (Wan et al.). Mit schöneren Formulierungen gewinnst Du also wenig. Auf Informationen, die es sonst nirgends gibt, setzt Google ausdrücklich, auch wenn ein kontrollierter Test dazu noch fehlt.
Solche Informationen hat fast jedes Unternehmen, sie stehen nur selten auf der Website:
- Messwerte und technische Daten aus eigenen Tests
- Erfahrungswerte aus Projekten
- Auswertungen eigener Daten, wie wir sie mit unserer Traffic-Studie mit 69 Websites und der Befragung mit YouGov veröffentlicht haben
- eine klare Expertenmeinung
Ein Hersteller von Präzisionspumpen, der eigene Messdaten zur Laufzeitoptimierung veröffentlicht, gibt der KI etwas, das sie zitieren kann – anders als der hundertste allgemeine Ratgeber zur Frage, was eine Pumpe ist.
8. Preise, Spezifikationen und Vergleiche
Was kostet das ungefähr? Wovon hängt der Preis ab? Für welche Einsatzbereiche eignet sich das Produkt und wofür nicht? Worin unterscheidet es sich von Alternativen? Mit genau solchen Fragen recherchieren Einkäufer heute auch in ChatGPT & Co. Steht die Antwort nicht auf Deiner Website, holt sich die KI sie woanders. Auch wenn Du keine konkreten Preise nennen kannst oder willst, erkläre zumindest die Preislogik.
Die Daten passen dazu. Bei kommerziellen Prompts sind 40,86 Prozent der zitierten Seiten Listen und Vergleiche, bei transaktionalen Prompts sind 24,88 Prozent Produktseiten (Wix). Für B2B-Software zitierte ChatGPT in einer kleinen Studie zu 18,6 Prozent Leistungs- und Produktseiten und zu 12,5 Prozent Dokumentation (Position Digital). Welche Seitentypen im Industrie-B2B zitiert werden, hat noch keine Studie untersucht. Dass es dort ähnlich läuft, liegt nahe, belegt ist es aber nicht.
Setz dabei auf harte Fakten statt Marketingprosa. In einem Experiment verschlechterten werbliche Formulierungen die Platzierung von Produkttexten um 1,82 Plätze (Bagga et al.).
9. Klare Struktur und Überschriften, die zur Frage passen
Wie eine gut gegliederte Seite aussieht, kennst Du aus dem SEO:
- Title und H1 nennen Thema und Frage im Klartext.
- H2-Überschriften greifen die Teilfragen auf.
- Jeder Absatz ist auch ohne den Rest der Seite verständlich.
- Listen und Tabellen stehen als echtes HTML im Code.
Für KI-Systeme zahlt sich das doppelt aus. Microsoft nennt klare Überschriften, Listen, Tabellen und in sich verständliche Abschnitte als Merkmale von Inhalten, die KI-Systeme gut verwerten können (Microsoft Advertising). Für ChatGPT gibt es auch Daten: Bei 1,4 Millionen Prompts war die inhaltliche Ähnlichkeit zwischen Prompt und Seitentitel bei zitierten Seiten deutlich höher als bei nicht zitierten, und URLs mit sprechendem Slug wurden häufiger zitiert (Ahrefs).
Texte in winzige Häppchen zu zerlegen oder feste Zeichenvorgaben pro Absatz einzuführen, brauchst Du dagegen nicht. Google schreibt dazu ausdrücklich: „Sie müssen Inhalte nicht in winzige Abschnitte unterteilen, damit die KI sie besser verstehen kann.“ (Google)
10. Echte Aktualität
Aktualisiere Preise, Funktionen, Vergleiche und Zahlen, wenn sie sich ändern, und passe dann auch das sichtbare Datum, „dateModified“ und das lastmod-Datum in der Sitemap an. Gemeint ist echte Aktualität: Ein neues Datum ohne inhaltliche Änderung brachte in einem kleinen Test zwar kurzfristig mehr Zitate (Otterly), gilt aber als bekanntes Spam-Muster, vor dem Fachleute zu Recht warnen (Lily Ray).
Dass Aktualität eine Rolle spielt, legen mehrere Datensätze nahe. Von KI-Assistenten zitierte URLs sind im Schnitt 25,7 Prozent jünger (1.064 Tage) als die organischen Google-Ergebnisse (1.432 Tage), ChatGPT-Zitate sind sogar 458 Tage jünger (Ahrefs). In einem Simulationsexperiment bevorzugten sieben Sprachmodelle Textpassagen mit neuerem Datum (Fang et al.). Es gibt aber auch Gegenbefunde: Unter den Seiten, die ChatGPT bereits abgerufen hat, werden eher ältere, etablierte zitiert (Ahrefs), und in AI Overviews sind die zitierten Quellen nicht jünger als in der normalen Suche (Ahrefs).
Marke und Off-Site: Genannt wird, wer bekannt ist
Zitiert zu werden ist das eine. Dass die KI Deine Marke von sich aus empfiehlt, ist etwas anderes – und das entscheidet sich zum großen Teil außerhalb Deiner Website. Ich sage dazu gern: Wer in ChatGPT die bekannteste Unternehmensberatung sein will, sollte am besten in Deutschland die bekannteste Unternehmensberatung sein.
11. Markenerwähnungen in Drittquellen
Das ist für mich einer der wichtigsten Befunde überhaupt. Ahrefs hat 75.000 Marken untersucht: Die Zahl der Markennennungen im Web korreliert mit der Sichtbarkeit in AI Overviews mit 0,664, die Zahl der Backlinks nur mit 0,218 (Ahrefs). Eine Folgestudie kommt für ChatGPT, den AI Mode und AI Overviews auf Werte zwischen 0,66 und 0,71 (Ahrefs). In einem akademischen Vergleich stammten 69 bis 92 Prozent der Quellen der KI-Suche aus redaktionellen und anderen Drittquellen, bei Google nur 32 bis 54 Prozent (Chen et al.). Einen Haken hat die Sache: Das alles sind Korrelationen. Große Marken haben zugleich mehr Erwähnungen, mehr Links und mehr Sichtbarkeit, und einen kausalen Test gibt es bisher nicht.
Mit Pressemitteilungen allein ist es nicht getan. Sie machen nur 1,1 Prozent der KI-Zitate aus, journalistische Beiträge dagegen 27 Prozent (Muck Rack). In der Fertigungsbranche ist der Anteil von Unternehmensinhalten mit 36,6 Prozent sogar fast doppelt so hoch wie der von Journalismus mit 18,6 Prozent (US-Daten).
Für den Mittelstand heißt das: Fachmedien, Verbände, Partner, Distributoren und Kundenreferenzen über Monate hinweg gezielt bespielen, und zwar so, dass Deine Marke zusammen mit Deinem Thema genannt wird.
Gerade die Fachmedien werden dabei oft unterschätzt. Im deutschen B2B gibt es eine riesige Zahl kleiner Fachzeitschriften, häufig Printtitel mit einer Online-Ausgabe, die nur wenige Besucher hat: die „Galvanotechnik“ für die Oberflächentechnik, das „Holz-Zentralblatt“ für die Forst- und Holzwirtschaft oder die „EEK“ für die Öl- und Gaswirtschaft. Die EEK etwa kommt laut ihren Mediadaten auf eine Auflage von rund 4.300 Exemplaren, gedruckt und digital, und ihre Website auf knapp 800 Besuche im Monat. Dafür gehören vier von fünf Empfängern zur Unternehmensleitung (EEK). Für ihre Branche sind solche Titel genau die richtige Quelle. Ich glaube, dass diese Medien in der KI-Suche eine große Macht haben, die ihnen selbst vielleicht noch gar nicht bewusst ist.
12. Präsenz in Listen, Vergleichen und Verzeichnissen
Echte, gute Verzeichnisse und Listen gehören für mich zu den wichtigsten Faktoren überhaupt. Leider wird dieser Faktor auch oft missbraucht, etwa mit Fake-Listen und Fake-Verzeichnissen, die nur gebaut werden, um in KI-Antworten aufzutauchen. Mein Tipp: Stell Deine wichtigsten Kundenfragen mehrfach in ChatGPT, Gemini und Copilot und schau Dir an, welche Seiten dort zitiert werden. Genau dort solltest Du vertreten sein, ob in Branchenverzeichnissen, Verbandslisten, Vergleichsportalen oder redaktionellen Übersichten. Für deutsche B2B-Verzeichnisse gibt es noch keine belastbaren Zitierdaten, die eigene Erhebung ist also Pflicht. Finger weg dagegen von gekauften Listenplätzen und von Bestenlisten, auf denen Du Dich selbst auf Platz 1 setzt.
Woher die Erwähnungen kommen, zeigen mehrere Datensätze. Bei B2B-Software stammen 85 Prozent der Markenerwähnungen in KI-Antworten von fremden Domains, und rund 90 Prozent davon aus Listen, Vergleichen und Bewertungen (AirOps). Platz 1 in einer abgerufenen Liste eines Drittanbieters geht mit 16,5 Prozentpunkten mehr Markensichtbarkeit einher (Peec AI). Im US-Fertigungssektor zitieren die KI-Systeme vor allem Branchenverzeichnisse, Hersteller, Distributoren und Nachschlageseiten (Semrush).
13. Echte Bewertungen
Domains mit Präsenz auf Bewertungsplattformen erhalten im Schnitt 4,6 bis 6,3 Zitate in ChatGPT, Domains ohne solche Profile nur 1,8 (SE Ranking). In einer Befragung von 1.076 B2B-Entscheidern gaben 51 Prozent an, ihre Software-Recherche inzwischen häufiger in einem KI-Chatbot zu beginnen als bei Google (G2). Beide Zahlen solltest Du mit etwas Vorsicht lesen: Die erste ist eine Korrelation, die zweite stammt von G2, also selbst einem Bewertungsportal.
Pflege die Profile auf den Plattformen, die in Deiner Branche tatsächlich zitiert werden, bitte zufriedene Kunden aktiv um eine Bewertung und antworte auch auf Kritik. Gefälschte Bewertungen, ob selbst geschrieben oder eingekauft, sind nach EU-Recht übrigens unter allen Umständen unlauter (EUR-Lex).
14. YouTube – vor allem für Google
YouTube gehört zu Google, und das sieht man in den KI-Antworten: In Deutschland verlinken rund 40 Prozent der Antworten im AI Mode ein YouTube-Video (SISTRIX). YouTube-Erwähnungen sind mit einem Wert von rund 0,74 sogar der stärkste Zusammenhang, den Ahrefs für die Sichtbarkeit in ChatGPT, AI Mode und AI Overviews gemessen hat (Ahrefs). Ein zweiter Anbieter hat das allerdings noch nicht bestätigt.
Bei Claude spielt YouTube dagegen praktisch keine Rolle: Dort gehen nur 0,02 Prozent der Zitate an YouTube (SurfacedBy). Wenn Du Videos produzierst, achte auf präzise Titel, Beschreibungen und Transkripte, in denen Deine Marke und Dein Thema vorkommen. Da Googles KI-Funktionen für die meisten deutschen Websites die größte Reichweite haben dürften, lohnt sich der Aufwand vor allem dort.
15. Konsistente Unternehmensfakten
KI-Systeme setzen ihr Bild von Deinem Unternehmen aus vielen Quellen zusammen: Website, Unternehmensprofile, Verzeichnisse, Presseartikel, Wikipedia. Widersprechen sich die Angaben, wird die Antwort schnell ungenau. In einem Experiment mit einer erfundenen Marke zitierte ChatGPT in 84 Prozent der Antworten die offizielle FAQ der Marke und blieb gegenüber gestreuten Falschangaben robust. Gemini und Perplexity übernahmen die Falschangaben dagegen in 37 bis 39 Prozent der Antworten (Ahrefs). Microsoft verlangt ausdrücklich identische Angaben in Produktfeeds, Markup und sichtbarem Text (Microsoft Advertising).
So gehst Du vor:
- Faktenblatt führen: Firmierung, Standorte, Leistungen und Kennzahlen an einer Stelle, mit Datum.
- Regelmäßig abgleichen: Website, Google-Unternehmensprofil, Verzeichnisse und Social-Media-Profile mit dem Faktenblatt vergleichen.
- Faktenseite anlegen: Eine eigene Seite mit den Kernfakten, oft „Grounding Page“ genannt, kann helfen. SISTRIX schreibt dazu: „Eine Grounding Page ist kein Gamechanger, kann aber unter Umständen die Antworten in KI-Systemen exakter machen.“ (SISTRIX)
- KI-Antworten prüfen: Schau regelmäßig nach, was ChatGPT & Co. über Dich sagen. In AI Overviews sind rund 11 Prozent der geprüften Aussagen nicht durch die zitierten Quellen gedeckt (Xu et al.).
Komplett falsche Angaben über unsere Kunden sehen wir selten, ungenaue dagegen schon. Die Ursache liegt oft auf der eigenen Website: alte Seiten mit Informationen, die früher einmal galten, heute aber nicht mehr, und die niemand mehr auf dem Schirm hat. Prüfe deshalb auch URLs, die schon lange niemand mehr angefasst hat.
Viele Checklisten empfehlen zusätzlich einen Wikidata-Eintrag oder sameAs-Markup. Für einen messbaren Effekt auf KI-Antworten gibt es dafür bisher allerdings keine Belege.
Umstritten: Hier widersprechen sich die Studien
Bei einigen Punkten, die in vielen GEO-Checklisten stehen, ist die Lage schlicht unklar.
Zahlen, Zitate und Quellenangaben im Text. Im ursprünglichen GEO-Paper steigerten eingefügte wörtliche Zitate die Sichtbarkeit in einer Simulation um 40,9 Prozent, Statistiken um 30,6 Prozent (Aggarwal et al.). Im strengeren Benchmark C-SEO Bench wirkte bei Frage-Antwort-Aufgaben dagegen keine Methode, hinzugefügte Statistiken schadeten teilweise sogar (Puerto et al.). Belege im Text bleiben für Deine Leser sinnvoll, als verlässlicher GEO-Hebel sind sie aber nicht belegt.
Textlänge. SE Ranking findet mehr ChatGPT-Zitate für Seiten mit über 2.900 Wörtern (SE Ranking), AirOps die beste Zitierquote bei 500 bis 2.000 Wörtern (Search Engine Journal), und in AI Overviews gehen 53,4 Prozent der Zitate an Seiten mit weniger als 1.000 Wörtern (Ahrefs). Google sagt dazu: „Es gibt keine ideale Seitenlänge.“ (Google) Ich halte mich an die alte Regel: So lange wie nötig, so kurz wie möglich.
FAQ-Abschnitte. Für ChatGPT zeigt sich ein leicht negativer Zusammenhang (3,8 gegenüber 4,1 Zitaten), für den AI Mode ein leicht positiver (4,9 gegenüber 4,4) – beides aus Studien von SE Ranking (ChatGPT, AI Mode). FAQs sind also kein verlässlicher GEO-Hebel. Sinnvoll bleiben sie, wenn sie echte Kundenfragen beantworten.
Ladezeit. Bei ChatGPT werden schnelle Seiten häufiger zitiert. Im AI Mode ist das Bild gemischt: Schnell ladende Seiten schneiden leicht besser ab, bei der Reaktionszeit (INP) dagegen langsamere – vermutlich spielen andere Faktoren hinein (SE Ranking, SE Ranking). Klarer ist die Lage bei den Größengrenzen: Der Googlebot verarbeitet nur die ersten 2 MB einer Datei (Google), und ChatGPT liest Seiten über 4 MB laut RESONEO gar nicht (RESONEO). Ein schneller, stabiler Server und schlanke Seiten bleiben also Pflicht – nur eben nicht wegen eines nachgewiesenen Zitier-Bonus.
Was Du Dir sparen kannst
Seit dem 15. Mai 2026 gilt laut Googles Spam-Richtlinien auch der Versuch, „Antworten, die von generativer KI in der Google-Suche generiert werden, zu manipulieren“, als Spam (Google). Manche der folgenden Taktiken sind nur wirkungslos, andere schaden.
llms.txt. 97 Prozent der gültigen llms.txt-Dateien wurden im Mai 2026 kein einziges Mal abgerufen, untersucht wurden 137.210 Domains (Ahrefs). Google ignoriert die Datei nach eigener Aussage (Google). Schaden tut sie nicht, ein Hebel ist sie aber auch nicht. Weil sie schnell angelegt ist, kann man sie trotzdem einbauen – vielleicht wird sie ja irgendwann relevant.
Schema-Markup als Zitier-Booster. Ahrefs hat Seiten, die JSON-LD eingebaut haben, mit Kontrollseiten verglichen und auf keiner Plattform einen nennenswerten Zuwachs an Zitaten gefunden: −4,6 Prozent in AI Overviews, +2,4 Prozent im AI Mode, +2,2 Prozent in ChatGPT (Ahrefs). FAQ-Rich-Results zeigt Google seit Mai 2026 ohnehin nicht mehr an (Google). Strukturierte Daten bleiben trotzdem wichtig, für Rich Results, Shopping und saubere Unternehmensdaten. Pflege sie als Hygiene und schreib jede wichtige Information zusätzlich in den sichtbaren Text.
Texte für KI zerstückeln, umschreiben oder als Markdown-Kopie anbieten. Danny Sullivan von Google sagte zum Umbau von Inhalten in kleine Häppchen: „So we don’t want you to do that.“ (Search Engine Roundtable) Umschreiben wirkte im Experiment kaum (siehe Faktor 4), und eine .md-Kopie wurde in einem Test von keiner KI-Plattform zitiert (Otterly). Google und Bing raten von eigenen Fassungen für Bots sogar ab (PPC Land).
Eigenwerbliche Bestenlisten und gekaufte Erwähnungen. „Die zehn besten Anbieter für X“ mit Dir selbst auf Platz 1 wird zwar zitiert, aber in 69 Prozent der Fälle fehlt die herausgebende Marke in der Empfehlung (Lily Ray). Sechs Websites mit vielen solchen Listen verloren ab Mitte Januar 2026 zwischen 29 und 49 Prozent ihrer Google-Sichtbarkeit (Lily Ray). Ob das an den Listen lag und ob Google solche Listen gezielt abwertet, ist allerdings umstritten (Growth Memo). Ich halte die Taktik trotzdem für kurz gedacht. Gekaufte Artikel auf drittklassigen Portalen sind nicht besser: Google nennt unauthentische Erwähnungen „nicht so hilfreich, wie es vielleicht scheint“ (Google), bezahlte Inhalte machen nur 0,3 Prozent der KI-Zitate aus (Muck Rack), und ohne Kennzeichnung bewegst Du Dich schnell im Bereich der Schleichwerbung. Für mich ist das alter Wein in neuen Schläuchen.
Versteckte Prompts und Massen-Content. Microsoft fand über 50 Prompts von 31 Unternehmen, versteckt in Links wie „Mit KI zusammenfassen“, mit denen sich die Unternehmen im Gedächtnis von KI-Assistenten als vertrauenswürdige Quelle verankern wollten, und stuft das als Angriff ein (Microsoft). Und nach einer manuellen Maßnahme von Google gegen rund 850.000 KI-generierte URLs verschwand der betroffene Bereich auch aus AI Overviews, AI Mode und den meisten ChatGPT-Antworten (GSQi). KI als Werkzeug: gern. Aber der Mensch muss bei der Content-Erstellung im Loop bleiben.
Reddit als Allzweckwaffe. In ChatGPT brach der Anteil von Reddit an den Zitaten Mitte August 2026 ein, laut Promptwatch von 3,8 auf 0,5 Prozent (Semrush), und Claude zitiert Reddit praktisch nie (SurfacedBy). In Googles AI Overviews ist Reddit in den USA dagegen eine wichtige Quelle. Der große Reddit-Hype ist für mich vorbei, es kommt auf die Plattform an.
Jede KI tickt anders
Wer von „der KI“ spricht, macht es sich zu einfach. Die großen Systeme nutzen unterschiedliche Suchindizes und zitieren kaum dieselben Seiten: Nur 2,37 Prozent der zitierten URLs tauchen für denselben Prompt bei ChatGPT, Perplexity und AI Overviews gleichzeitig auf, 91 Prozent nur bei einem der drei (Search Engine Journal). Im deutschen Shop-Datensatz von SISTRIX ähneln sich AI Overviews und AI Mode stark, ChatGPT weicht dagegen deutlich ab (SISTRIX).

Quellen der Tabelle: Dokumentation der Anbieter, die oben verlinkten Tests sowie Analysen von RESONEO und Peec AI.
In Deutschland nutzen 71 Prozent der KI-Nutzer ChatGPT, 50 Prozent Gemini und 43 Prozent Copilot. Perplexity kommt auf 7, Claude auf 5 Prozent (Bitkom, April 2026). Bei StatCounter, das vermutlich die von Chatbots vermittelten Seitenaufrufe misst, liegt ChatGPT mit 79 Prozent noch deutlicher vorn (StatCounter). Die größte Reichweite dürften für die meisten Websites trotzdem Googles AI Overviews haben, die laut SISTRIX bei etwas über 20 Prozent der Keywords erscheinen (SISTRIX).
Und alles ist in Bewegung: Bei ChatGPT sind pro Woche 74 Prozent der zitierten Domains neu (SISTRIX). Ein einziger Modellwechsel verschob am 23. Mai 2026 die Quellen deutschsprachiger ChatGPT-Antworten binnen 48 Stunden um 47 Prozent (SISTRIX). Belastbar sind deshalb vor allem die Maßnahmen, die auf allen Plattformen wirken: Auffindbarkeit, zitierfähige Fakten und Präsenz in Drittquellen.
So misst Du GEO
Klassische Rankings gibt es im GEO nicht. Wer Dir „Platz 1 in ChatGPT“ verspricht, verkauft Scheingenauigkeit: Die Antworten ändern sich von Abfrage zu Abfrage, und außer Microsoft teilt keine große KI-Plattform ihre Suchanfragedaten (Ahrefs). Die Wahrscheinlichkeit, dass ChatGPT oder Googles KI zweimal dieselbe Liste von Marken ausgeben, liegt unter 1 zu 100 (SparkToro). Trotzdem kannst Du einiges messen:
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Jetzt abonnieren- Search Console: Der Bericht zu generativen KI-Funktionen ist seit dem 31. August 2026 weltweit verfügbar. Er zeigt, welche Seiten in AI Overviews und im AI Mode Impressionen bekommen, aber keine Klicks und keine Suchanfragen (Google).
- Bing Webmaster Tools: Der Bericht „AI Performance“ zeigt Zitate je URL und eine Stichprobe der Grounding Queries (Bing).
- Google Analytics 4: Seit Mai 2026 gibt es den Kanal „AI Assistant“ für Besuche aus ChatGPT, Gemini, Copilot & Co. Klicks aus AI Overviews und AI Mode zählen dort allerdings weiter zur organischen Suche (Google).
- Prompt-Panel: Für den Start reichen 30 bis 50 echte Kundenfragen (Aleyda Solis). Frag sie regelmäßig und mehrfach ab, getrennt nach Plattform sowie nach Erwähnung und Zitat, und berichte Anteile statt Positionen. Aus einzelnen Abfragen solltest Du keine Rückschlüsse auf Deine Maßnahmen ziehen.
- Selbstauskunft: Frag Deine Kunden, woher sie Dich kennen. In einer Fallstudie schrieb die Last-Touch-Attribution KI-Antworten rund 1 Prozent der Conversions zu, die Nachbefragung rund 9 Prozent (Graphite). Diese Methode empfinde ich persönlich momentan als die mit weitem Abstand aussagekräftigste.
Den Traffic solltest Du dabei richtig einordnen. In unserer Traffic-Studie macht KI-Traffic erst 0,4 Prozent des gesamten Website-Traffics aus, obwohl er sich seit 2024 etwa verdreißigfacht hat (zur Studie). Gleichzeitig recherchieren laut unserer YouGov-Befragung 55 Prozent der Entscheider mindestens mehrmals pro Woche beruflich mit KI-Tools nach Produkten oder Dienstleistern (zur Studie). Der gemessene Traffic ist also nur die Untergrenze. Bei den Anfragen sieht es ganz anders aus: Wie eingangs beschrieben, ist bei unseren B2B- und Industriekunden schon rund ein Fünftel der organischen Anfragen zur KI abgewandert. Warum ich „Woher kennst Du uns?“ inzwischen für die beste KPI halte, habe ich in meinem Ausblick auf 2027 ausführlich beschrieben.
Die Besucher, die aus ChatGPT & Co. tatsächlich auf Deiner Website landen, sind dabei oft besonders wertvoll. In unseren Kundenprojekten stellt etwa jeder zehnte von ihnen eine Anfrage, bei Besuchern aus der Google-Suche sind es rund 1,5 Prozent (zur Studie). Dazu muss ich sagen: Wir betreuen sehr viele B2B- und Industriekunden, und genau deshalb ist die Quote bei uns so hoch. Eine breitere Studie mit 54 Websites fand bei der Conversion Rate dagegen keinen signifikanten Unterschied zwischen KI-Traffic und organischem Traffic (Amsive).
Für wen sich GEO weniger lohnt
Nicht jedes Unternehmen muss jetzt alles auf GEO ausrichten. Weniger relevant ist das Thema für B2C-Produkte, die kaum Erklärung brauchen, wenig komplex sind und eher über die Optik verkauft werden, etwa Mode. Bei allem, was man schnell in den Warenkorb legt und kauft, spielt GEO nach meiner Einschätzung keine große Rolle. Je komplexer und erklärungsbedürftiger ein Produkt dagegen ist, desto wichtiger wird es. Mehr dazu findest Du in meinem Ausblick auf 2027.
Fazit: Die Grundlagen entscheiden
Wenn ich die ganze Studienlage auf einen Satz bringen müsste, dann auf diesen: Gutes SEO ist die Grundlage, gutes GEO ist noch mal mehr. Die vier am besten belegten Faktoren sind klassisches SEO: Crawler reinlassen, Inhalte ohne Java Script ausliefern, indexiert sein und für die richtigen Fragen ranken. Darauf bauen Inhalte auf, die Fakten nach oben stellen und Informationen liefern, die es sonst nirgends gibt. Und wer nicht nur zitiert, sondern auch empfohlen werden will, muss außerhalb der eigenen Website bekannt sein – in Fachmedien, Verzeichnissen und Bewertungen.
Für Abkürzungen, die dauerhaft wirken, gibt es dagegen keine Belege, und was kurzfristig funktioniert, kann später teuer werden. Weder llms.txt noch Schema-Markup noch für KI umgeschriebene Texte haben in Tests verlässlich etwas gebracht. Nicht tricksen, sondern wirklich gut sein: Das gilt im GEO genauso wie im SEO.
Du willst wissen, wie sichtbar Dein Unternehmen in ChatGPT, Gemini und Co. ist? Dann nimm gerne Kontakt mit uns auf.





