Diese vier Skills braucht ein guter SEO

2016-07-12
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12. Jul 2016 SEO 10 Kommentare

Was macht einen guten SEO aus? Möglichst viel Fachwissen? Nach fast zehn Jahren als SEO meine ich: Das reicht nicht. Meiner Meinung nach gibt es vier Kernkompetenzen, die jeder mitbringen sollte, der ein guter SEO werden will. Ein Gespür für die eigenen User, technisches Know-How, ein breit gefächertes Marketing-Wissen und zu guter Letzt gute Kommunikations-Skills. Was diese Kernkompetenzen genau sind und wie Du jede einzelne gezielt verbessern kannst, das erfährst Du im heutigen Blogpost. 

SEO Skills

#1 Ein Gespür dafür haben, was User in Deiner Zielgruppe wollen

Was interessiert Deine Kunden / Leser oder User wirklich? Worauf sind sie scharf, was für eine Art von Content, Webseite oder Produkt wollen sie haben? Ein feines Gespür für seine Zielgruppe(n) zu haben ist heutzutage unerlässlich. Bei jeder Landingpage, die man für SEO baut, sollte man sich einen Menschen dahinter vorstellen, der das Keyword eingibt und auf dieser Seite landet. Passt Deine Seite zu dem, wonach er sucht? Auch, wenn er erst einmal nur Informationen sucht und nicht gleich Dein Produkt kaufen will?

Das kann Dir dabei helfen

  1. Schau Dir zum Beispiel in der Search Console die Keywords an, über die User auf Deine Seite kommen. Befriedigst Du alle denkbaren Absichten, die hinter dem Keyword stehen?
  2. Lerne echte User kennen und wie sie ticken: Deine Kunden etwa durch Telefonate oder durch Deine Facebook Seite. Sieh Deine Webseite mit ihren Augen an. Bedenke auch das Hintergrundwissen Deiner User. Du magst ein Experte in Deiner Branche sein – die meisten Deiner Kunden allerdings nicht. Biete ihnen das, was sie brauchen, auf jedem Niveau.
  3. Frage Deine User, wie sie Deine Webseite finden - und ob etwas fehlt!
  4. Eigne Dir ein umfangreiches Wissen über Usability an. Zum Beispiel hier. Ich sage bewusst nicht mehr "Grundwissen", denn aufgrund der Wichtigkeit von Userverhalten benötigt man heutzutage schon weit mehr als Grundwissen.

#2 Eine leitende Hand für den Googlebot sein

Irgendwie paradox: Der Algorithmus wird immer intelligenter, aber geringste Onpage-Fehler werden teilweise schwerwiegend bestraft. Onpage wird dadurch immer komplexer und gleichzeitig auch wichtiger. Wer es versteht, den Googlebot korrekt zu leiten, der hat heute einen enormen Vorteil gegenüber anderen. Und das mittlerweile nicht nur als große, komplexe Nachrichtenseite, sondern auch kleinere Online Shops können davon enorm profitieren.

Das kann Dir dabei helfen

  1. Gehe auf Events oder Konferenzen und tausche Dich intensiv mit anderen Onpage-SEOs aus. Zwischen dem, was Google vorschlägt und was in der Praxis am besten ist, können manchmal Unterschiede bestehen.
  2. Schaue Dir andere, erfolgreiche Seiten und ihre Onpage-Strategien an. Alles, was der Googlebot sehen kann, kannst Du auch sehen.
  3. Besorge Dir gute Tools, etwa Onpage.org oder den Screaming Frog.
  4. Analysiere, welche Änderungen welchen Effekt haben. Das kann manchmal aufgrund der Komplexität des Algorithmus recht schwer sein, aber mit der Zeit erkennt man vieles!
  5. Jahrelange Erfahrung ist dabei das Wichtigste, gepaart mit geistiger Flexibilität. Auch im Onpage-Bereich verschieben sich Prioritäten - fünf Jahre altes Wissen ist heute kaum noch etwas wert.

#3 Ein guter, breit aufgestellter Marketer sein

Meine Meinung zu Linkbuilding kennt vermutlich jeder. Lebt damit, jedem das Seine. Ob man es nun betreibt oder nicht - man muss trotzdem alle anderen Kanäle kennen, die einem für SEO helfen können. Es gibt so viel dort draußen, was viele SEOs ausblenden. Die riesige YouTube-Bewegung etwa. Oder Snapchat. Oder Pinterest. E-Mail Marketing! Und natürlich Content Marketing, sofern man es ernsthaft betreibt.

Bitte nicht falsch verstehen: Es kann gerne SEOs geben, die sich rein auf das technische  SEO à la Onpage beziehen. Allerdings sollten auch diese wissen, was man tun kann - selbst, wenn es dann jemand anderes ausführt. Das Ganze hat Moz vor drei Jahren bereits in einem guten Blogpost mit dem Thema "The T-Shaped Web-Marketer" erklärt. Jeder Online Marketer sollte natürlich über großes Fachwissen in seinem Spezialbereich verfügen. Exzellente Online Marketer hingegen verfügen auch über Grundwissen in benachbarten Disziplinen. Wie ein "T" sollte dabei das Wissen aufgebaut sein.

Distilled nannte das Ganze "Cross-Discipline Competence", meinte aber das Gleiche.

Das kann Dir dabei helfen

  1. Gehe auch einmal auf andere Konferenzen als nur im Bereich SEO.
  2. Lese Blogs und Online Magazine außerhalb des SEO-Bereichs.
  3. Bleibe geistig offen gegenüber neuen Trends. Man muss nicht alles mitmachen, aber zumindest sollte man das Meiste kennen und ernsthaft bewerten können. "Braucht man nicht" reicht nicht aus. Sobald Du zu einem neuen sozialen Netzwerk aber sagen kannst "Braucht unsere Seite momentan noch nicht, weil...", dann bist Du auf dem richtigen Stand.
  4. Für Dich zu anspruchslos? In der Praxis stehen mittlerweile viele auf einem Doppel-T, bzw. auf einem π (Pi). SEO + Usability, SEO + Content Marketing, SEO + Social oder natürlich SEO + Programmierung sind etwa beliebte Kombinationen.

 #4 Ein Kommunikationsgenie sein

Als SEO ist man ständig auf andere angewiesen. Texter oder Redakteure briefen, Programmierern Onpage-Problematiken näherbringen oder das Produktmanagement von besseren Landingpages überzeugen. Dabei geht es oft nicht nur um das bloße, sachliche "Was", sondern vor allem auch um das "Wie". Für jede Art von Person, für jede Art von Abteilung braucht es spezielle Techniken, um diese auf die eigene Seite zu ziehen. Das ist heute wichtiger als jemals zuvor.

Das kann Dir dabei helfen

  1. Bringe SEO-fremden Personen in Deinem Unternehmen oder als Agentur näher, warum es sich für sie persönlich auszahlt, wenn sie Änderungen vornehmen. Zeige Redakteuren, dass ihre Artikel öfter gelesen werden, wenn sie SEO-optimiert sind. Erkläre Programmierern, warum Google ein bestimmtes Markup für sinnvoll erachtet. Begründe die Schritte, dann arbeiten alle zusammen.
  2. Teile Dein Wissen so viel wie möglich. Je mehr Dein Chef oder Kunde über SEO weiß, desto mehr Interesse hat er auch daran. Mache die Leute um Dich herum mündig im Thema SEO.
  3. Wenn nötig, musst Du Dich auch gegen andere durchsetzen und Dich Gegenwind aus anderen Abteilungen entgegenstellen können. Nicht immer passen SEO und andere Disziplinen optimal zusammen. Weder der Rammbock, der alles nur auf SEO ausrichten will, noch das Weichei, das allen anderen den Vortritt lässt, gewinnen - sondern der kommunikative SEO, der (durch sein T-Wissen) gut abwägen kann.
  4. Interessiere Dich auch dafür, was andere machen! Höre Dir die Perspektive des Programmierers oder Redakteurs an und versuche einmal aus ihrer Perspektive zu denken.
  5. Begeistere alle um Dich herum für das Thema SEO. Das geht einfach, zumindest hast Du es einfacher als ein Magento-Programmierer. :) Wenn andere es auch spannend finden, wie sich die Rankings positiv entwickeln, dann hast Du einen viel einfacheren Job - egal ob Einzelkämpfer, Inhouse oder Agentur-SEO.

Fazit

Natürlich gibt es noch unzählige andere Eigenschaften, die ein guter SEO haben sollte. Aber diese vier sind für mich mittlerweile die Kernkompetenzen. Habe ich Recht oder nicht? Fehlt eine Kernkompetenz oder Eigenschaft, die ein SEO unbedingt noch haben sollte? Ich freue mich über Kommentare!

Bild: © iStock/ssstep

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10 Kommentare
  1. SEO Auslese Juli 2016 | Projecter GmbH 2. August 2016, um 14:03 Uhr
  1. Maria 12. Juli 2016, um 12:40 Uhr

    Sehr gute Artikel 🙂
    Danke Julian
    Maria

  2. Nina 12. Juli 2016, um 14:22 Uhr

    Wiedermal ein toller Artikel, Julian. Als einziger SEO in einem kleinen Mittelstandsunternehmen komme ich gar nicht drum herum mich auf allen Feldern immer weiterzubilden. Morgens nach der Ankunft nehme ich mir meist 20 Minuten und lese neue Artikel verschiedener Blogs um überall etwas mehr Einsicht zu erhalten.

    Man kann das ganze auch auf andere Berufsfelder übertragen, wenn jeder ein bißchen mehr von der Arbeit vom anderen weiß, kann man sich besser in diesen hinversetzen, verstehen welche Ziele dort sind und wie man diese mit den eigenen Zielen verbinden kann. Leider schauen nur die wenigsten Leute über Ihren Tellerrand hinaus.

  3. Markus Ganz 13. Juli 2016, um 12:15 Uhr

    Julian, wie immer den Nagel auf den Kopf getroffen! Klasse!

    Für mich gibt es noch eine wichtige Kernkompetenz: Fokussieren
    Viele SEOs verzetteln sich, wollen in allen Bereichen optimieren.
    Eine Fokussierung, welche (regionale) Marktführerschaft das Unternehmen mit seiner Webseite anstrebt,
    hilft, nicht zu viel SEO zu betreiben…
    Fokussierung auf die Region, Fokussierung auf das Produkt, Fokussierung auf den Preis, usw.

    Grüße Markus (SEOkratie-Fan)

  4. Florian Stein 13. Juli 2016, um 13:32 Uhr

    Immer wieder geile Blog-Beiträge mit theoretischem Hintergrund und Praxisnähe!

  5. Hendrik Riemer 13. Juli 2016, um 15:15 Uhr

    Super Artikel!! Ich nerve meine Bekannten ja jetzt schon ständig, dass sie sich mit SEO auseinander setzen sollen 😉 aber ein Fan von Snapchat bin ich bis heute nicht,weil…
    😉

    Grüße,
    Hendrik

  6. Steve Naumann 15. Juli 2016, um 18:24 Uhr

    Hallo Julian,

    mit deiner Skill-Einteilung kann ich mich zwar nicht so richtig anfreunden, finde deinen Beitrag dennoch gut.
    Strategisches und analytische Denken, würde ich in einen eigenen Punkt setzen. Dies sind ja eine Grundvoraussetzung, um überhaupt etwas optimieren zu können und eine Eigenschaft, die weit über Google und SEO hinausgeht.

    Punkt 3 finde ich in der heutigen Zeit enorm wichtig, um Trends frühzeitig erkennen zu können. Kreative Köpfe und Querdenker sind hier klar im Vorteil.

    Nina spricht auch einen wichtigen Punkt an: Die Bereitschaft, sich ständig weiterzubilden.

    Beste Grüße
    Steve

  7. Alexander Oppenländer 18. Juli 2016, um 12:42 Uhr

    Das ist mal wieder ein sehr feiner und sehr informativer Artikel zum Thema was eigenlich einen guten Suchmaschinenoptimierer auszeichnet – bin ein absoluter Fan von euch!!!! Vielen Dank dafür!!!!

  8. Luis 19. Juli 2016, um 10:57 Uhr

    Hallo,
    also die Tipps sind auf jeden Fall gut geschrieben. Für mich stellt sich derzeit die Frage… Wo gute Links für mejne Agenturswite herbekommen? Ein konkurrierender SEO oder Webdesigner möchte sicherlich nicht auf meine Seite verlinken. Themenfremde Links sind ja bekanntlich so Lala…

    Wir werden sehen!
    GRÜßE

  9. Jacek Rużyczka 19. Juli 2016, um 17:13 Uhr

    Wunderschöner Artikel! Danke dafür! ^^ Besonders die Erwähnung der X-Discipline-Competence gefällt mir sehr. Hat man die nämlich, wird man nicht (wie leider sehr viele SEOs) zum Fachidioten, der zwar Meister seiner Disziplin ist, es aber fachfremden Personen nicht verklickern kann und sich daher kurz oder lang mit seinen Vorschlägen nicht durchsetzen wird. Das passt auch zu einem der letzten Whiteboard-Friday-Lehrfilme von Rand Fishkin, wo er SEO und UX als scheinbar konkurrierende Fachgebiete darstellt: https://moz.com/blog/ux-vs-seo-whiteboard-friday

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