Rankingabsturz: So findest Du heraus, was los ist

1. Juni 2017  |     |  Schreibe einen Kommentar
Ein Beitrag von Felix

Die Rankings Deiner gesamten Seite sind abgestürzt? Unwahrscheinlich. Womöglich haben sogar einige Seitenbereiche gewonnen, während andere verloren haben! Das Kind mag im Brunnen sein, aber wenn Du schon nach unten kletterst, dann nimm wenigstens tiefgehende Erkenntnisse mit. Wenn Du genau hinschaust, siehst Du, was Du gut machst und was nicht. Wie, das erfährst Du hier!

rankingveränderungen offroad auswerten

Wenn Du tief im Dreck steckst, solltest Du auch Offroad arbeiten können – der Weg wird nicht leicht.

Google bewertet einzelne Seitenbereiche

Wenn sich die Rankings Deiner Seite stark verändern, kann das unterschiedliche Ursachen haben. Mit diesen Ursachen hat sich Julian letzte Woche im Blogpost über Rankingverluste beschäftigt. Diese Ursachen zu erkennen ist heute allerdings schwieriger denn je. Google bewertet Seiten immer mehr nach Seitenregionen. John Müller sagte erst kürzlich wieder im Webmaster Hangout 2.5.2017: „So for the most part we‘ve moved more and more to understanding sections of a site better and understanding what the quality of those sections is.” Sie versuchen also, die Qualität einzelner Sektionen einer Seite separat zu bewerten.

Diese Sektionen können einzelne Verzeichnisse, Themenbereiche oder Suchintentionen sein. Von einem Rankingabsturz sind dann möglicherweise nur diese betroffen – und andere gewinnen gleichzeitig sogar. Je größer eine Seite ist, desto wichtiger ist es also, einen tieferen Blick auf die Veränderungen zu werfen. Dann lassen sich die Ursachen der Veränderungen für einzelne Seitenbereiche verstehen. Einige Ansätze, wie Du das angehst, zeige ich Dir hier.

Einzelne Seitenbereiche mit Tools analysieren

Standard-Analysen nutzen

Sehr hilfreich sind Analysen einzelner Verzeichnisse oder Hostnamen mit Sistrix oder auch Searchmetrics. Ist die URL-Struktur logisch in Verzeichnissen aufgebaut, lassen sich hier schnell Veränderungen isolieren. So sieht das dann aus:

sichtbarkeit nach verzeichnissen

Oben (Quelle Sistrix): Das blaue Verzeichnis verliert erst später und ist vom ersten Absturz nicht betroffen.
Unten (Quelle Searchmetrics): Hier siehst Du die gleichen Verzeichnisse – das anfangs noch standhafte Verzeichnis ist hier grün.

Hanns Kronenberg hat bei Sistrix sehr umfangreich erklärt, wie Du diese Standardreports nutzen kannst. Verlieren aber alle Verzeichnisse gleichmäßig oder gibt es keine sinnvolle Verzeichnisstruktur, stoßen diese Standardreports an ihre Grenzen. Noch dazu betrachtest Du hier nur die Sichtbarkeit. Ob die Verluste auch in Sachen Traffic relevant sind, kannst Du dadurch nicht einschätzen.

Daten für fortgeschrittene Auswertungen sammeln

ranking-daten offroad auswerten

Also heißt es: Offroad arbeiten! In genau diesen Fällen sind Export-Funktionen und Excel der beste Freund des SEOs. Du solltest Dir daher einen Export aller Rankings vor und nach dem Absturz machen, mit Sistrix, Searchmetrics oder einem Ranking-Tools Deiner Wahl.

Diese führst Du dann in Excel zusammen (via =SVERWEIS oder Power Query, das wie genau setze ich an dieser Stelle voraus) und erweiterst diese um alles, was irgendwie hilfreich sein kann. Ideen sind dabei unter anderem folgende:

  • Eine Spalte für das erste (und zweite oder dritte) Verzeichnis (via Daten → Text in Spalten)
  • Eine Spalte für die Kategorie, das Thema oder Tag (falls nicht aus der URL ersichtlich, dann via „Custom Extraction“ aus Screaming Frog)
  • Spalten für die Seitenart (Produktübersicht, Produktdetailseite, Content, …)
  • Spalten für die Kategorisierung der Keywords (bspw. alle mit „günstig“ oder einer anderen konkret ersichtlichen Intention, näher erklärt in meinem Blogpost zur Keywordrecherche)
  • Der Traffic in der Woche vor und nach dem Absturz, samt Differenz (bei saisonalen Themen: die Differenz zum Vorjahr)
  • Die Anzahl der Produkte
  • Die Bouncerate

Die Devise ist wie immer: Je mehr Daten, desto besser. Am besten hast Du aber natürlich vorher schon eine bestimmte Richtung im Blick und fokussierst Dich darauf.

Bevor Du anfängst, solltest Du noch alle Brandsuchanfragen herausfiltern. Schließlich wirst Du für all diese vorher und nachher sowieso auf der 1 stehen, das verwässert Dir nur Deine Auswertung.

Rankingveränderungen selbst nach Themenbereichen analysieren

Jetzt stehen Dir alle Möglichkeiten offen. Ich möchte Dir ein paar Perspektiven nahelegen, die Dir hoffentlich einen leichteren Zugang ermöglichen.

1. Herangehensweise: Untersuchung je nach Suchanfrage

Ob die Verluste sich nur auf eine bestimmte Suchintention beziehen, lässt sich oft besser anhand der Keywords auswerten als anhand der Seitenstruktur. Für einen unserer Kunden konnten wir so feststellen, dass Suchanfragen, die ein bestimmtes Verb enthalten, im Vergleich zum Rest sogar gewinnen konnten. Mit den gesammelten Daten lässt sich das mit einer einfachen Pivottabelle auswerten:

povottabelle nach suchanfrage

Anhand dieser Erkenntnis lässt sich ableiten, dass nicht alles auf der Seite schiefläuft, sondern manche Suchanfragen sogar sehr gut beantwortet werden.

2. Herangehensweise: Untersuchung nach Seitenart

Vor einiger Zeit haben wir bei einem Kunden mit nutzergeneriertem Content zu allen möglichen Themen Rankingveränderungen analysiert. Wir konnten dabei feststellen, dass nur Kategorien und Tags eines bestimmten Themas verloren hatten: Alle hatten mit Gesundheit zu tun. Es handelte sich also nicht um ein grundsätzliches Problem, sondern lediglich darum, dass der nutzergenerierte Content für diese heiklen Themen nicht vertrauenserweckend genug war.

Diese Auswertung lässt sich auch noch um die Auswertung je nach Suchintention erweitern und schon hast Du einen noch besseren Blick dafür, was wirklich mit den Rankings Deiner Seite passiert:

pivottabelle nach thema und suchanfrage

3. Herangehensweise: Untersuchung im Vergleich zu erfolgreichem Konkurrenten

Gibt es einen besonders erfolgreichen Konkurrenten, der gerade an einem vorbeizieht, lohnt es sich auch dessen Rankings in die Analyse mitaufzunehmen. Bei welchen Suchanfragen steht der Konkurrent besser da? Bei welchen Themenbereichen kann der Konkurrent überzeugen? Wo kannst Du Dir etwas abschauen, wo solltest Du lieber Deiner Linie treu bleiben? Diese Auswertung kann dann beispielsweise so aussehen:

pivottabelle nach domain

Genau hinschauen lohnt sich!

Wie Du siehst, lassen sich fernab der Tools noch viele Erkenntnisse über Deine Seite und Deine Rankings gewinnen. Es reicht nicht, nur die Seite als solche im Blick zu haben. Änderungen, die für einen Seitenbereich gut sind, sind vielleicht für den anderen schlecht. Du solltest also Deine Seite im Ernstfall in Themen und Clustern verstehen und auch entsprechend Maßnahmen ergreifen.

Rückschlüsse ziehen und Strategie entwickeln

Hast Du herausgefunden, was genau passiert ist, dann ist die Frage nach dem „Warum“ die Wichtigste. Was könnten mögliche Gründe sein, die zum Absturz der Seitenbereiche geführt haben? Im letzten Schritt geht es darum, Deine SEO-Strategie entsprechend anzupassen. Wie das aussehen kann, ist von Fall zu Fall natürlich sehr verschieden. Es hilft aber durchaus, diese Dinge mit unbeteiligten Dritten zu besprechen.

Wenn wir Dir dabei helfen sollen, Deine Seite zu durchleuchten, dann melde Dich bei uns für eine SEO-Analyse!

© Fotos: Lorado / istockphoto.com

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