Web Usability: Schon mal gehört?

2018-11-07
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22. Aug 2013 Usability 16 Kommentare

Usability (= die bestmögliche Bedienbarkeit von Webseiten) ist einer der momentan wichtigsten Rankingfaktoren und wird in Zukunft wichtiger denn je. Schon vor fünf Jahren habe ich einen Artikel über die Usability Wüste Deutschland geschrieben. Leider hat sich meiner Meinung nach bis heute in Sachen Usability immer noch nicht viel getan. Das kann subjektiv falsch sein, aber ich denke, dass Usability die am meisten unterschätzte und vernachlässigte Branche im Internet ist. Deswegen wollte ich heute interessierten Lesern einmal einen kleinen Überblick über die drei wichtigsten Personen und einige Ressourcen an die Hand geben.

Steve Krug

Steve Krug

Steve Krug

Steve Krug ist der Autor von zwei Büchern: Don’t make me think und Web Usability: Rocket Surgery made Easy. Er vertritt die Meinung, dass jeder mit einem noch so kleinen Budget Usability betreiben kann. Während Don’t make me think ein eher generell gehaltenes Buch für Usability ist, ist der Nachfolger Rocket Surgery made Easy eine absolut konkrete Anleitung für eigene Usability Tests. Wer sich nicht allzu lange aufhalten will, dem empfehle ich dieses Buch, denn es bietet nicht nur konkrete Tipps für Tests, sondern in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung alles zusammengefasst, bis hin zu den konkreten Vorlagen für Fragen und welche genauen Dinge man beachten sollte. Er ist der Meinung, dass drei User (pro Monat) in einem 15-minütigen Usability Test ausreichen und man keine Split-Tests und dergleichen benötigt. Die drei User würden bereits die allermeisten Dinge finden und mehr Fehler könnte man meistens sowieso nicht umsetzen.

Hier einmal zusammengefasst seine „Goldenen Regeln“ für Usability:

  1. Usability bedeutet, dass etwas gut funktioniert und dass ein durchschnittlicher Mensch etwas ohne Probleme bedienen kann – und das ohne frustriert zu sein.
  2. Wenn man das auf Webseiten anwendet, sollten sie einfach zu bedienen sein – selbsterklärend – offensichtlich.
  3. Die goldene Regel von Steve Krug lautet: Menschen wollen nicht darüber nachdenken, wie sie etwas benutzen sollen. DON’T MAKE ME THINK !
  4. Menschen wollen im Internet vor allem eines: Zeit sparen. Deswegen verhalten sie sich laut Steve Krug wie Haie: Sie können nicht stehenbleiben, sonst sterben sie.
  5. Das meistgenutzte Feature in Webbrowsern ist – na? Der Zurückbutton! Bevor ein User sich mit einer Seite beschäftigen muss, klickt er also lieber auf den Zurückbutton.
  6. Wir sind Gewohnheitstiere: Wenn wir einmal etwas gefunden haben, das funktioniert, dann bleiben wir dabei. Wir tendieren dazu, dann nicht nach einem besseren Weg zu suchen, auch wenn es ihn gibt. Wir nutzen bessere Methoden, wenn wir zufällig über sie stolpern, aber wir suchen selten nach ihnen.
  7. Happy Talk und Small Talk wird von den Usern nicht gewünscht. Beispiel bei einem Suchformular: „Wonach suchst du…“ Man will dabei nett sein, aber der User ist es einfach gewohnt „Suche…“ im Formular vorzufinden. Man sollte so viel „Small Talk“ wie möglich von der Seite entfernen.
  8. Man sollte niemals die Suchfunktion unterschätzen – Es gibt viele Leute, die immer als erstes auf einer Webseite die Suchfunktion benutzen
  9. Wir formen uns mentale Sitemaps. Wir wollen immer wissen, wo genau wir uns auf einer Seite befinden (Stichwort Breadcrumbs).
  10. Man sollte es so einfach wie möglich gestalten, dass User „nach Hause kommen“: Der Home Button sollte immer sichtbar erreichbar sein.

Website: www.sensible.com

Jakob Nielsen

Jakob Nielsen – Bildrecht: DSearls http://www.flickr.com/photos/52614599@N00/224794947

Jakob Nielsen ist der wohl international renommierteste Usability Experte. Er zeichnet sich durch eine sehr wissenschaftliche Herangehensweise aus. Im Rahmen meines Studiums habe ich mich viel mit ihm befasst, denn er hat bereits 1990 über Hypertext geschrieben ( erst 1993 gab es den ersten Webserver / das WWW). Am bekanntesten ist wohl sein Buch Web Usability. Man merkt, dass er unglaublich viel Erfahrung hat und es stehen viele interessante Hinweise und Tipps im Buch. Besonders Zahlen und Fakten gibt es bei ihm en masse. Allerdings muss ich zugeben, dass es mittlerweile ein wenig veraltet ist, besonders die Webseiten-Beispiele sind sehr alt. Viele Ressourcen bietet aber seine Webseite. Von ihm stammt der Spruch

„How Users read on the Web? They don’t.“

Website: www.nngroup.com

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Tim Ash

Tim Ash – Bild von Londonseo.org

Tim Ash ist Autor von Landing Page Optimization: The Definitive Guide to Testing and Tuning for Conversions und der dritte, weltweit anerkannte Experte, den ich vorstellen will. Er geht im Gegensatz zu Steve Krug und Jakob Nielsen sehr technisch an das Thema Usability heran und beschäftigt sich stark mit A-B- und Split-Testing. Dabei werden verschiedene Versionen der gleichen Webseite den Nutzern automatisch zugeteilt und man benutzt dann die Webanalyse um herauszufinden, welche Seite am besten performt (und die meisten „Actions“ macht). Er gibt gute Tipps, zeigt entsprechende Tools und wie man genau A-B Tests aufsetzen kann. Er ist eher ein Optimierer und vertraut zusätzlich zu Userbefragungen auf Daten aus Webanalyse und Testings. Das Buch fasst beinahe 400 Seiten im Deutschen, ist gerade einmal ein Jahr alt und bringt wirklich alles mit, um gut mit Usability zu starten.

 Website: Sitetuners.com

Ressourcen für Usability

Hier noch ungeordnet eine Liste an Webseiten, Tools und Ressourcen für Usability:

Bitte beachtet, dass ich überhaupt kein Usability Experte bin. Fehler können daher (zuhauf) im Artikel sein. Falls Ihr einen findet, schreibt ihn bitte in den Kommentaren. Auch, wenn ich jemanden oder etwas Wichtiges vergessen habe.

Fragen an Euch

  • Findet Ihr auch, dass das Thema Usability unterschätzt wird?
  • Habt Ihr Euch schon mit Usability auseinandergesetzt?
  • Habt Ihr schon einmal getestet?
  • Hat es etwas gebracht?
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16 Kommentare
  1. speedy 22. August 2013, um 13:30 Uhr

    Für mich steht das Thema-Usability ganz klar oben auf der Liste. Kurz & lapidar gesagt, was ist eine Website wert, wenn ich sie nicht „intuitiv“ (=Don’t make me think!) bedienen kann und die gewünschte Information nach 3 klicks nicht finde.

    Das Thema ist zu umfangreich und komplex. Schön, dass du es aufgegriffen hast.

    Um es richtig zu begreifen, sollte man schon die dicken Usability-Bücher lesen. Es lohnt sich…))

  2. Steve Krug 23. August 2013, um 01:23 Uhr

    Very nice article, Julian! Thanks for the excellent summary of my books. I’m sure Jakob and Tim will feel the same.

  3. Falko Möller 23. August 2013, um 07:16 Uhr

    Defintiv eines der wichtigsten Themen im Optimierungsprozess. Es reicht schließlich nicht, nur Besucher auf eine Seite zu schaufeln – sie müssen auch konvertieren. Die beste Möglichkeit sie dazu zu bewegen, ist eine gute Usability.

    btw. Steve Krug´s Bücher selbst haben eine hervorragende Readability. 😉

  4. Sebastian Döpp 23. August 2013, um 09:03 Uhr

    Super Artikel! GEfällt mir sehr gut!

  5. Sebastian Döpp 23. August 2013, um 09:12 Uhr

    Achso, eine kleine Meinungsverschiedenheit habe ich trotzdem zum Artikel: „Happy Talk“ und „Small Talk“ finde ich durchaus förderlich. Zum einen finde ich das Happy Talk sofort das Image einer Seite sehr positiv beeinflussen kann und zum anderen finde ich NICHT aufdringliche Zusatzinfos, die zB dynamisch geladen werden oftmals sehr hilfreich. Sie helfen beim verstehen der Inhalte und zeigen mir, die die Webseite gemacht haben, haben sich beim erstellen der Inhalte etwas gedacht, sie kennen meine Probleme und meine Gedanken und Fragen, während ich zB ein Formular ausfülle. Ich bin für solche Hilfe die von alleine kommt ohne dass ich danach suchen muss sehr dankbar! booking.com setzt das in großem Stil ein.

  6. Hermann Wellesen 26. August 2013, um 11:06 Uhr

    Usability ist tatsächlich wichtig. Das ganze Geld für SEO, AdWords und andere Werbemassnahmen ist sinnlos ausgegeben, wenn die Webseite nicht überzeugt.
    Sicher muss auch die Zielgruppe richtig angesprochen werden. Die Selbstdarstellung muss ebenfalls überzeugen.
    Spätestens wenn die Webseite in diesen Punkten überzeugt, ist die Usability das Tüpfelchen auf dem i.
    Die Meinung bilden wir uns im Kopf (Inhalte, Bilder, Farben, Bedürfnisse), die Entscheidung macht oft das Bauchgefühl (hier fühle ich mich wohl, hier habe ich Vertrauen)…
    Usability sind nicht die Dinge, die uns negativ oder positiv auffallen. Usability ist, wenn es nicht auffällt!

  7. Stephan 29. August 2013, um 15:25 Uhr

    „Usability ist einer der momentan wichtigsten Rankingfaktoren“
    Achso? Kann Google jetzt auch die Usability messen?

    Die Usability ist wie oben schon jemand gesagt hat ein wichtiger Punkt im Optimierungsprozess. Hat aber mit dem Ranking einer Seite nicht viel zu tun.

  8. Jörg 9. Juli 2014, um 08:42 Uhr

    “Usability ist einer der momentan wichtigsten Rankingfaktoren”

    Google möchte das beste Ergebnis liefern.
    Mich überzeugt der Gedanke das Google sehr wohl die Wertigkeit keiner Seite protokolliert.
    – Wie lange war der User auf der Seite
    – Klicktiefe
    – …

    Und wenn die „Lebendigkeit“ von einem Projekt abnimmt, wandert eine Top plazierte Seite abwärts.
    Mit Analytics hat Google die notwendigen Daten

  9. Sabine Schmelzle 9. Juli 2014, um 08:46 Uhr

    Herzlichen Dank für die superinteressanten Inputs, die laufend von Seokratie in mein Postfach flattern!

  10. Sunny 14. Januar 2015, um 21:13 Uhr

    (I had to use Google translate to read this post but Im glad I did)

    Great books, especially Don’t Make Me Think. UX right now is a quality check for SEO, but soon I feel it will be a ranking factor.

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