Spricht Deine Webseite hreflang? So funktioniert’s!

5. Januar 2017  |     |  5 Kommentare
Ein Beitrag von Luisa

Bereits vor fünf Jahren, im Dezember 2011, hat Google das hreflang-Attribut eingeführt. Dieses wertvolle Instrument ermöglicht es Google, bei internationalen Projekten die Inhalte in der richtigen Sprache anzuzeigen – sofern es korrekt verwendet wird. Genau hier liegt allerdings der Hase begraben. Im heutigen Blogpost erkläre ich Euch, was hreflang ist, ob Ihr es benötigt und was der Vorteil seiner Verwendung ist.

hreflang

hreflang ist für Euch wichtig, sobald Ihr mehr als eine Sprach- oder Länderversion Eurer Seite habt: Das hreflang-Attribut sorgt dann dafür, dass jedem Nutzer die für ihn richtige Webseitenversion angezeigt wird.

Was ist hreflang?

Das hreflang-Attribut informiert Google darüber, dass es von einem Inhalt mehr als eine Sprach- und/oder Länderversion gibt und ordnet diese auch einander zu. So hilft es Google nicht nur dabei, die internationale Architektur Eurer Seite zu verstehen, sondern vor allem auch den jeweiligen Nutzern die Inhalte in ihrer Sprache und aus ihrem Land zu zeigen.

So ist das hreflang-Attribut aufgebaut

Um hreflang zu verstehen, ist es sinnvoll das Attribut zu „zerlegen“. Wir gehen von folgendem Beispiel-hreflang aus:

<link rel=“alternate“ href=“https://www.euer-shop.de/kategorieA“ hreflang=“de-DE“ />

  • <link: öffnet das Link-Tag
  • rel=“alternate“: besagt, dass es eine alternative Version dieses Inhalts gibt
  • href=https://www.euer-shop.de/kategorieA“: Das ist die URL, unter der der alternative Inhalt zu finden ist.
  • hreflang=“de: Das ist die jeweilige Sprache im ISO 639-1 Format, in der der Content auf der alternativen Version zu finden ist. Sie ist obligatorisch.
  • -DE“: das ist die optionale Länderkennung im ISO 3166-1 Alpha 2 Format. Ihr benötigt sie zum Beispiel, wenn Ihr sehr ähnliche Inhalte in der derselben Sprache, aber für unterschiedliche Regionen habt. (zum Beispiel Deutschland-Österreich-Schweiz: nur Unterschiede im Sortiment, den Versandkosten oder der Währung).
  • />: schließt das Link-Tag

Um die hreflang-Anweisung für Eure Seite zu erstellen, empfehle ich Euch dieses Tool von Aleyda Solis: Hreflang Tags Generator.

Ein hreflang kommt nie allein!

Ein häufiger Fehler bei der Verwendung von hreflang ist, dass vergessen wird, jede einzelne Sprachversion zu verknüpfen. Außerdem muss sich auch die Seite selbst verifizieren. Es muss also immer mindestens zwei hreflang-Tags geben.

Angenommen, wir haben eine schweizerische und eine deutsche Seite. Der hreflang der deutschen Seite verlinkt sowohl auf sich selbst als auch auf die schweizerische Seite. Umgekehrt verweist die Schweizer Seite auch auf sich selbst und auf die deutsche. Habe ich noch mehr Seiten, so verweist jede einzelne URL auf sich selbst und auf alle alternativen Inhalte in den anderen Sprachversionen:

hreflang beispiel

Ihr seht hier drei Hüte- bzw. Schäferhunde aus drei verschiedenen Ländern: Der deutsche Schäferhund in Deutschland, der Weiße Schweizer Schäferhund in der Schweiz und der Welsh Corgi als britischer Hütehund. Der weiße Schäferhund und der deutsche Schäferhund sehen sich sehr ähnlich, sprechen sogar die gleiche Sprache – trotzdem gibt es feine Unterschiede und es sind zwei verschiedene Rassen. Sie können mit der deutschen und der schweizerischen Version eines Online Shops gleichgesetzt werden. Der Corgi sieht völlig anders aus, spricht sogar eine andere Sprache – aber trotzdem ist er in seinem Kern ein Schäferhund. Er entspricht der englischsprachigen Variante des Online Shops. Das hreflang-Attribut macht für den Außenstehenden – also dem Google Bot – deutlich, dass diese drei Hütehunde bzw. Online Shops im Grunde gleich sind, nur jeweils spezifisch für ihr eigenes Land.

Wann ist hreflang wichtig?

Um zu verstehen, wann der Einsatz von hreflang sinnvoll ist, habe ich zwei Beispiele für Euch für die beiden häufigsten hreflang-Anwendungsfälle:

Beispiel 1: Gleiche Sprache, unterschiedliches Land

Ihr habt seit fünf Jahren einen Online Shop für Tuschefüllfederhalter in Deutschland. Jetzt wollt Ihr auch den schweizerischen Markt erschließen, bietet dort aber nicht alle Produkte aus dem deutschen Sortiment an. Außerdem erwarten die Nutzer eine andere Währung und damit andere Preise als in Deutschland.

Ihr sollt den Nutzer nicht frustrieren!

Es wäre also nicht sinnvoll, die potenziellen schweizerischen Neukunden einfach auf Eure deutsche Seite zu leiten. Sie wären nur frustriert, wenn sie einen Füllfederhalter bestellen und dann erfahren, dass dieses Modell nicht in die Schweiz geliefert werden kann. Der Kunde ist frustriert und Ihr bleibt ihm negativ im Gedächtnis. Vermutlich wird er nie wieder einen Füllfederhalter bei Euch bestellen.

Die Lösung: ein eigener Shop für die Schweiz!

Um das zu verhindern, schafft Ihr eine eigene Website-Version für die Schweiz – entweder unter einer Top-Level-Domain, einer Subdomain oder in einem eigenen Verzeichnis. Ohne die hreflang-Auszeichnung kann es Euch aber passieren, dass nicht Euer schweizerischer Shop rankt, sondern trotzdem Eure deutsche Version. An diesem Punkt kommt hreflang ins Spiel.

Die Anweisung

<link rel=“alternate“ href=“https://www.euer-shop.de/kategorieA“ hreflang=“de-DE“ />
<link rel=“alternate“ href=“https://www.euer-shop.ch/kategorieA“ hreflang=“de-CH“ />

besagt, dass es von der Kategorie A sowohl eine Version für deutschsprachige Nutzer in Deutschland als auch eine Version für deutschsprachige Nutzer aus der Schweiz gibt.

Google zeigt also für Klaus aus der Schweiz diese URL an https://www.euer-shop.ch/KategorieA und für Petra aus Deutschland diese URL: https://www.euer-shop.de/KategorieA

Wir haben erreicht, was wir erreichen wollten!

Beispiel 2: unterschiedliche Sprachen

Eure Unternehmensseite gibt es in zwei verschiedenen Sprachversionen, einmal in Deutsch und einmal in Englisch: https://de.euer-unternehmen.com und https://en.euer-unternehmen.com.

Alle Inhalte der deutschen Version wurden ins Englische übersetzt. Eure Seite richtet sich nicht speziell an deutschsprachige User aus Deutschland und englischsprachige Nutzer aus England, sondern prinzipiell jeden deutsch- bzw. englischsprachigen potenziellen Kunden, egal wo auf der Welt er wohnt. Eure hreflang-Anweisung sieht also folgendermaßen aus:

<link rel=“alternate“ href=“https://de.euer-unternehmen.com“ hreflang=“de“ />
<link rel=“alternate“ href=“https://en.euer-unternehmen.com“ hreflang=“en“ />

Zusammenfassung: Wann solltet Ihr hreflang verwenden?

Google benennt drei Szenarien, in denen es sinnvoll ist, hreflang zu verwenden:

  • „Sie belassen die wesentlichen Inhalte in einer einzigen Sprache und übersetzen nur die Vorlage wie z. B. Navigation und Fußzeile. Bei Seiten mit von Nutzern erstellten Inhalten wie etwa Foren kommt dies häufig vor. (Anmerkung: Da das Online Shops in der Regel nicht betrifft, gibt es hierzu kein Beispiel von mir.)
  • Ihre Inhalte weisen geringfügige regionale Abweichungen auf mit ähnlichen Inhalten in einer einzigen Sprache. Sie bieten zum Beispiel englischsprachige Inhalte für die USA, für Großbritannien und Irland an.
  • Die Inhalte Ihrer Website sind vollständig übersetzt. Sie könnten zum Beispiel über eine deutsche und eine englische Version jeder Seite verfügen.“

Schaut Euch auch folgendes Video an, in diesem erklärt Google Mitarbeiterin Maile Ohye Best Practices für internationales SEO:

Was ist der Nutzen von hreflang?

Die korrekte Verwendung von hreflang bringt Nutzen für zwei Seiten:

  1. Für den User

Den größten Benefit von der hreflang-Verwendung tragen die User: Sie bekommen die Inhalte in ihrer Sprache und auch die für ihre Region relevanten Suchergebnisse angezeigt. Das verringert die Short-Clicks und erhöht die Verweildauer, da dank dem hreflang-Tag der englischsprachige Nutzer jetzt auch auf der englischen Version landet und nicht auf der deutschen, die er sofort wieder verlassen würde.

  1. Für SEO & Euch

Wie Felix in seinem Blogpost zu Usersignalen & SEO erklärt hat, wirken sich positive Usersignale wiederum positiv auf das Ranking aus. Außerdem verhindert hreflang gerade bei sehr ähnlichen Inhalten in derselben Sprache aber für unterschiedliche Regionen Duplicate Content. Sehr lesenswert für den Erfolg, den hreflang haben kann, ist diese Case-Study von seerinteractive.com.

Nicht zuletzt steigen mit relevanten Webseiten für unterschiedliche Regionen, die dem User dank hreflang auch angezeigt werden, Eure Conversions.

Implementierung von hreflang

Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten, hreflang auf Eurer Webseite zu verwenden:

  1. Als link-Element im <head>-Bereich jeder Eurer Seiten
  2. In http-Headers
  3. Als XML-Sitemap-Markup

Die Umsetzung und Vorteile der einzelnen Möglichkeiten sind im hreflang-Guide von YOAST sehr gut beschrieben. Am besten klärst Du mit Eurer IT-Abteilung, welche der drei Möglichkeiten für Eure Webseite am besten umzusetzen sind. Wer lieber auf Deutsch nachlesen will, wie er hreflang implementieren kann, dem lege ich den Artikel von Sistrix ans Herz.

Hreflang x-Default

Im April 2013 hat Google eine weitere Anweisung für hreflang veröffentlicht: den x-Default. Er wird an die Stelle der Sprachkennung in den hreflang-Code eingesetzt:

<link rel=“alternate“ href=“https://euer-shop.com/“ hreflang=“x-default“ />

Er besagt, dass ein User, auf den keine der anderen hreflang-Attribute zutreffen, auf die Seite http://euer-shop.com weitergeleitet werden soll. Es ist sozusagen die „Standard-Seite“ für die User, für die keine eigene Sprach- oder Länderversion definiert wurde. x-Default kann auch für eine Seite verwendet werden, die per auto-redirect basierend auf GEO-targeted Informationen den User weiterleiten.

Übrigens: Nicht nur Google akzeptiert x-Default, sondern auch YANDEX.

Hreflang und Canonicals

Häufig kommt es bei der gleichzeitigen Verwendung von hreflang und Canonicals zu Verwirrung, dabei gibt es eigentlich nur zwei einfache Regeln:

  1. Nur die Originalressource wird mit hreflang ausgestattet. Oder andersherum ausgedrückt: Seiten mit Canonical auf andere Seiten erhalten KEIN hreflang.
  2. Da jede Sprachversion das Original für die eigene Sprache und/oder Region ist, zeigt ihr Canonical auf sich selbst.

In der Praxis betrachtet, heißt das für Eure fiktive Shop-Seite in der deutschen Version:

<link rel=“canonical“ href=“https://euer-shop.de/“>
<link rel=“alternate“ href=“ https://euer-shop.de/“ hreflang=“de-DE“ />
<link rel=“alternate“ href=“ https://euer-shop.ch/“ hreflang=“de-CH“ />

Und in der schweizerischen Version ändert sich nur der Canonical:

<link rel=“canonical“ href=“https://euer-shop.ch/“>
<link rel=“alternate“ href=“ https://euer-shop.de/“ hreflang=“de-DE“ />
<link rel=“alternate“ href=“ https://euer-shop.ch/“ hreflang=“de-CH“ />

Auch Google empfiehlt, Canonicals nicht übergreifend auf verschiedenen Länderversionen zu setzen.

Du weißt nicht, was ein Canonical ist und warum Du ihn verwenden solltest? Dann lies am besten den Beitrag von Felix über Indexierung.

Lesestoff rund um hreflang

Hreflang ist ein Thema, das bereits sehr oft und sehr gut behandelt wurde. Neben den oben genannten Artikeln empfehle ich Euch noch die folgenden:

Habt Ihr Fragen zu hreflang oder anderen SEO-Themen? Dann stellt sie uns gerne unter Seokratie hilft!

Bilder:

Titelbild: © istock.com / solar22 Collage: alle: © istock.com; Schäferhund: GlobalP, Corgi: Julesru; schweizer Schäferhund: cynoclub, Flaggen: tkacchuk;

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5 Kommentare

  • Hey,

    sehr wertvoller Artikel. Wurde gleich abgespeichert. Vielen Dank. Warum erkennt man eigentlich nicht den Autor bei Artikeln bei euch? Es würden mir eure Gedanken dazu interessieren?

    Liebe Grüße aus Wien,
    Sebastian

  • Julian Junker

    @Sebastian Prohaska
    Der Autor steht doch über dem Artikel, rechts in der Seitennavigation mit Bild und in der E-Mail vom Newsletter. Das sollten genug „Hinweise“ auf den Autor sein 😉

    Allgemeine Frage:
    Wenn ich keine alternative Sprachversion habe, brauche ich dann auch kein hreflang für meine eigende Sprache? (de-DE)
    Ich meine da von Google mal etwas gelesen zu haben, dass man das machen sollte. Finde leider die Quelle nicht mehr. Bin auf eure Aussage gespannt.

  • Luisa

    Hallo Julian,

    Mir ist keine derartige Aussage von Google bekannst. Ich würde den hreflang wirklich nur dann verwenden, wenn du verschiedene Versionen deiner Seite hast – entweder sprachlich unterschiedlich oder für unterschiedliche Regionen (oder natürlich beides.)
    Verwendets du hreflang, obwohl er nicht notwendig ist, dann sehe ich ihn nur als unnötige Fehlerquelle.

    Zudem würdest du mit dem Code aus deinem Beispiel nur deutschsprachige Nutzer aus Deutschland ansprechen.

    Ich hoffe das hat dir geholfen!

  • Sebastian

    Danke Luisa für den hilfreichen Artikel. Bin jetzt endlich nach langem Suchen fündig geworden. Die Anleitung ist sehr gut und verständlich erklärt. Vielen Dank und liebe Grüße.

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