GEO-Analyse: So startest Du von null
GEO ist überall – aber kaum jemand sagt Dir, wo Du konkret anfangen sollst. Generative Engine Optimization klingt nach einer riesigen neuen Baustelle, dabei brauchst Du für den Einstieg keine hundert Maßnahmen. Eine solide GEO-Analyse reicht, um zu sehen, wo Deine Website heute steht und was als Nächstes drankommt. In diesem Beitrag zeige ich Dir drei konkrete Schritte, mit denen Du SEO und GEO sauber miteinander verbindest.

Abbildung 1: Erfahre wie Du ganz einfach mit Deiner GEO-Analyse starten kannst.
Starten mit GEO: Die drei wichtigsten Maßnahmen für den Start mit GEO
Bevor Du Dich in Details verlierst, hier das Wichtigste in Kürze. Wer mit GEO starten möchte, sollte sich auf diese drei Punkte konzentrieren:
- Technikprüfung: Können KI-Systeme wie ChatGPT oder Claude Deine Inhalte überhaupt lesen, oder sperrst Du sie versehentlich aus?
- Mini-Indexierungscheck: Bist Du in den Suchindizes vertreten, auf die KI-Suchsysteme wie ChatGPT zugreifen – vor allem bei Bing?
- EEAT-Kriterien: Zeigst Du glaubwürdig genug Expertise, Erfahrung, Autorität und Vertrauenswürdigkeit, damit KI-Systeme Dich überhaupt zitieren wollen?

Abbildung 2: Mit diesen drei Schritten gelingt Dir der Start Deiner GEO-Analyse.
1. Technikprüfung: Zugänglichkeit für LLMs
Der erste Punkt Deiner GEO-Analyse ist unspektakulär, aber entscheidend: Kann eine KI Deine Inhalte technisch überhaupt erfassen?
Wie LLMs ausgesperrt werden
KI-Anbieter wie OpenAI, Anthropic oder Perplexity betreiben eigene Crawler, die Du in Deiner robots.txt steuern kannst. So kennst Du es bereits vom Googlebot.
Wichtig dabei: Die meisten Anbieter trennen Trainings-Crawler von Such- bzw. Retrieval-Crawlern. Ein Beispiel: Der ChatGPT Bot (GPTBot) sammelt Trainingsdaten für zukünftige OpenAI-Modelle, während der OpenAI-SearchBot (OAI-SearchBot) die Live-Suche von ChatGPT bedient. Wer den GPTBot in der robots.txt blockiert, verhindert nur das Training – ChatGPT kann Deine Seite trotzdem weiterhin durchsuchen und zitieren, solange der OAI-SearchBot erlaubt ist.
Der häufigste Fehler in der Praxis
Websites blockieren pauschal „alle KI-Bots“ und sperren damit versehentlich genau die Crawler aus, die für Sichtbarkeit in KI-Antworten sorgen – etwa OAI-SearchBot, Claude-SearchBot, Claude-User oder PerplexityBot. Für die meisten Unternehmen, die in KI-Suchergebnissen auftauchen wollen, gilt daher: Trainings-Crawler kannst Du nach eigenem Ermessen blocken, Such-Crawler solltest Du zulassen.
Beispiele für ausgesperrte LLMs prüfen
Ein einfacher Praxis-Check: Öffne Deine robots.txt und suche nach Einträgen für GPTBot, ClaudeBot, Google-Extended, OAI-SearchBot, Claude-User, Claude-SearchBot und PerplexityBot.
So kann eine Einstellung aussehen, die KI-Suchen erlaubt und KI-Training einschränkt:
# Suche & Zitierfähigkeit erlauben User-agent: OAI-SearchBot Allow: / User-agent: Claude-User Allow: / User-agent: Claude-SearchBot Allow: / User-agent: PerplexityBot Allow: / # Training einschränken User-agent: GPTBot Disallow: / User-agent: ClaudeBot Disallow: /
Ein Hinweis am Rande: Die llms.txt Datei kann ergänzend verwendet werden, sie garantiert aber keinen 100%-igen Zugriff der KI auf Deine Website. Meine Empfehlung: Probiere es aus und beobachte Deine Performance in den LLMs. Mehr dazu findest Du im Blogbeitrag llms.txt von Luisa.
Java Script und Server-Side Rendering
Selbst wenn Du keinen Crawler aussperrst, kann Deine Seite für KI-Systeme trotzdem irrelevant bleiben. Der Grund: Viele KI-Crawler können kein Java Script rendern. Anders als der Googlebot warten diese Crawler nicht auf clientseitig nachgeladene Inhalte. Liegen Deine wichtigsten Texte nur im Java Script, sieht die KI eine weitgehend leere Seite.
Die Lösung: Sorge dafür, dass Deine zentralen Inhalte direkt im HTML stehen. Server-Side Rendering oder statisch vorgerendertes HTML liefert den fertigen Text schon in der ersten Server-Antwort. So können KI-Crawler Deine Inhalte direkt auslesen.
Mein Tipp für Dich: Deaktiviere Java Script im Browser und lade Deine Seite neu. Bleibt der Kerninhalt sichtbar, ist die KI-Zugänglichkeit gegeben.
Struktur: semantische Tags und ARIA-Labels
KI-Systeme leiten die Bedeutung und Hierarchie Deiner Inhalte aus dem HTML-Aufbau ab. Sauberes, semantisches Markup ist deshalb kein reines Accessibility-Thema, sondern ein direkter GEO-Hebel:
- Content-Sektionierung: Nutze semantische HTML-Tags wie <main>, <article>, <section>, <header>, <nav> und <footer>, statt alles in neutrale <div>-Container zu packen. Diese Tags zeigen der KI, was Hauptinhalt und was Beiwerk ist.
- Überschriftenhierarchie: Eine logische Abfolge von <h1> bis <h6> gibt der KI die Gliederung Deines Textes vor. Das ist sowohl für SEO als auch für GEO relevant.
- ARIA-Labels: Sie funktionieren wie Untertitel für Screenreader, ein wichtiges Element in der Barrierefreiheit und für KIs. ARIA-Labels machen visuelle Inhalte für KIs erkennbar.
Mein Tipp für Dich: Deaktiviere das CSS Deiner Seite. Sehen Überschriften, Listen und Tabellen noch danach aus? Dann ist Dein Markup sauber. So sieht es auch der KI-Crawler.
Strukturierte Daten
Mit strukturierten Daten hilfst Du Suchmaschinen und KI Deine Inhalte besser zu verstehen: Das ist ein Preis, das ist ein Autor, das ist eine Anleitung.
Du nimmst der KI damit das Raten ab und machst Deine Seite zu einer zuverlässigeren, leichter zitierbaren Quelle. Ich empfehle Dir das Format JSON-LD zu nutzen, weil die Daten in einem separaten <script>-Block liegen und ohne Umwege aus dem HTML extrahiert werden können.
Folgende Auszeichnungen können für Dich und Dein Unternehmen relevant sein:
- Organization,
- Person,
- Article,
- Product,
- FAQs und
- HowTo
Mehr dazu findest Du in unserem Beitrag zu Strukturierte Daten & SEO von Luisa.
Antwortfreundliche Strukturen: Listen, Tabellen, FAQ
Zuletzt geht es darum, wie Du den Inhalt selbst aufbereitest. KI-Systeme extrahieren am liebsten klar abgegrenzte, in sich geschlossene Inhalte:
- Listen gliedern Aufzählungen und Schritte in einzeln zitierbare Punkte.
- Tabellen eignen sich für Vergleiche und Gegenüberstellungen, die KI-Systeme direkt übernehmen können.
- FAQ-Blöcke passen besonders gut, weil ein Frage-Antwort-Paar exakt der Art entspricht, wie sie Nutzer:innen häufig an eine KI stellen.
Mein Tipp an Dich: Achte auf die Kombination. Die Onpage-Struktur spielt für die Extraktion oft eine größere Rolle als das Markup allein. Am stärksten wirkt beides zusammen, also ein sichtbarer FAQ-Block plus passendes FAQPage-Schema.

Abbildung 3: Diese Faktoren spielen bei der technischen Zugänglichkeit für KI-Crawler eine Rolle.
2. Mini-Indexierungscheck: Bing Webmaster Tools
Der zweite Schritt Deiner GEO-Analyse überrascht viele: Es geht nicht (nur) um Google, sondern um Bing.
Warum sich ChatGPT an Bing-Ergebnissen bedient
ChatGPT betreibt keinen eigenen, vollständigen Suchindex für die Websuche. Für aktuelle Informationen greift die Suchfunktion von ChatGPT stattdessen größtenteils auf den Bing-Index zurück. Das ist eine Folge der kommerziellen Partnerschaft zwischen OpenAI und Microsoft.
Bist Du bei Bing nicht sichtbar, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ChatGPT Dich schlicht nicht findet. Ganz unabhängig davon, wie gut Du bei Google rankst.
Wichtig für die Einordnung: Nicht jedes KI-System nutzt dieselbe Quelle.
- Perplexity hat einen eigenen Index,
- Claude nutzt den Brave Index,
- Google Gemini und die Google AI Overviews greifen auf den Google-Index zurück.
- Für ChatGPT bleibt Bing aber die Hauptquelle.
So findest Du Deinen Indexierungsstatus in den Bing Webmaster Tools
- Verifiziere Deine Domain in den Bing Webmaster Tools – am schnellsten per Import aus der Google Search Console.
- Reiche Deine XML-Sitemap ein, damit Bing neue und geänderte Seiten zuverlässig findet.
- Aktiviere IndexNow: Die Indexierung kann dadurch deutlich schneller stattfinden. Das offene Protokoll benachrichtigt Bing aktiv über neue oder geänderte Inhalte, statt auf den nächsten Crawl zu warten.
- Prüfe unter „Site Explorer“ die Anzahl indexierter Seiten und vergleiche sie mit dem, was Google in der Search Console anzeigt. Klafft hier eine große Lücke, hast Du Deinen ersten Optimierungspunkt gefunden.

Abbildung 4: Im Site Explorer der Bing Webmaster Tools kannst Du sehen, ob es Probleme mit der Indexierung Deiner URLs gibt.
- Seit Februar 2026 bieten die Bing Webmaster Tools zusätzlich einen AI Performance Report, der Dir zeigt, wie oft Deine Seiten in Copilot- und Bing-KI-Antworten zitiert werden.

Abbildung 5: In dem AI-Performance-Bericht der Bing Webmaster Tools kannst Du sehen wie viele Citations Deine Website hat.
3. EEAT-Kriterien für GEO stärken
Technik und Indexierung schaffen die Voraussetzung, damit KI-Systeme Deine Inhalte überhaupt erfassen können. Ob sie Dich dann auch zitieren, entscheidet vor allem ein Faktor: EEAT.
Wieso EEAT für GEO relevant ist
EEAT steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trust, auf Deutsch Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit.
Der Begriff stammt ursprünglich aus Googles Quality Rater Guidelines, hat für KI-Systeme aber eine neue Bedeutung bekommen: Im Internet existieren so viele Informationen, da muss man sich auch für KI-Crawler als Expert:in auf dem eigenen Gebiet platzieren. Mehr zu den Grundlagen findest Du in meinem Beitrag zu E-E-A-T, E-A-T & YMYL.

Abbildung 6: Wenn Du Deine EEAT-Faktoren stärkst, unterstützt Du Deine GEO-Performance.
Konkrete Ansatzpunkte für EEAT in Deiner GEO-Analyse
- Autorenprofile sichtbar machen: Wer hat den Text geschrieben, welche Expertise bringt diese Person mit? Ergänze Autor:innen-Profile und hinterlege sie maschinenlesbar mit strukturierten Daten über schema.org (Person, Organization).
- Inhalte aktuell halten: Ein Aktualisierungsdatum (z.B. mit „Zuletzt aktualisiert a XX.XX. XXXX“) und regelmäßige Überarbeitungen signalisieren, dass Deine Informationen noch gelten. Dies ist vor allem für YMYL-Themen wichtig. Wenn es zu Deiner Seite passt, dann arbeite mit sichtbaren Veröffentlichungsdaten.
- Primärquellen zitieren: Verlinke Studien, Verbandsdaten oder offizielle Statistiken statt nur andere Blogartikel.
- Eigene Daten und Praxisbeispiele einbauen: Ein Mini-Case oder eine eigene Zahl aus einem Kundenprojekt ist für ein KI-System deutlich interessanter als eine allgemeine Aussage.
- Trust-Signale ergänzen: Kundenbewertungen, Zertifikate und Trust-Siegel machen Deine Seite für Menschen wie für KI-Systeme glaubwürdiger.
Fazit: Dein GEO-Start beginnt jetzt
Du musst GEO nicht an einem Tag vollständig umsetzen. Wichtiger ist, dass Du mit der richtigen Reihenfolge startest:
- Erst die Technikprüfung, damit LLMs Deine Inhalte überhaupt lesen können.
- Dann der Indexierungscheck über die Bing Webmaster Tools, damit ChatGPT und Co. Deine Seiten überhaupt finden.
- Und zum Schluss die EEAT-Kriterien, damit die KI Deine Inhalte auch für zitierwürdig hält.
Meiner Meinung nach ist genau das der Kern einer guten ersten GEO-Analyse: Keine 100 neuen Tools, sondern drei nachvollziehbare Schritte, die auf Deiner bestehenden SEO-Arbeit aufbauen. Wenn Du dabei Unterstützung brauchst, kannst Du Dich jederzeit bei uns melden. Wir besprechen dann gemeinsam, wie wir Dich bei Deiner GEO-Analyse unterstützen können.
Häufig gestellte Fragen
Nachfolgend beantworten wir Dir die häufigsten Fragen, die uns zum Thema GEO erreichen:
Wie unterscheidet sich GEO von SEO?
SEO-optimiert dafür, in der Liste der Suchergebnisse bei der Internetsuche möglichst weit oben zu stehen. GEO optimiert dafür, in der von einer KI generierten Antwort z.B. als Quelle genannt zu werden. In der Praxis lassen sich SEO und GEO kaum trennen: Beide bauen auf denselben Grundlagen auf, nämlich Zugänglichkeit, Relevanz und Glaubwürdigkeit.
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Brauche ich für GEO SEO?
Ja. Ohne eine solide SEO-Basis (Crawlbarkeit, Indexierbarkeit, gute Inhalte) fehlt die Grundlage, damit KI-Systeme Deine Seite überhaupt finden. GEO-Maßnahmen setzen auf klassischem SEO auf, sie ersetzen es nicht.
Wie starte ich mit GEO?
Starte mit einer GEO-Analyse Deiner Website in drei Schritten: Technikprüfung also Prüfung der Lesbarkeit Deiner Website für LLMs, ein Mini-Indexierungscheck über die Bing Webmaster Tools und die Stärkung Deiner EEAT-Kriterien. Diese drei Punkte zeigen Dir, wo Du aktuell stehst.
Brauche ich eigenständige GEO-Maßnahmen?
Teilweise. Viele GEO-Maßnahmen sind Erweiterungen bestehender SEO-Arbeit, etwa strukturierte Daten oder EEAT-Signale. Einige Punkte sind neu, etwa die gezielte Steuerung von KI-Crawlern in der robots.txt oder die Sichtbarkeit im Bing-Index.
Funktioniert GEO für kleine Unternehmen?
Ja. Die Basismaßnahmen wie Crawler-Freigabe prüfen, Bing Webmaster Tools einrichten, EEAT-Signale ergänzen, kosten kaum Budget, sondern lediglich ein wenig Zeit. Gerade kleinere Unternehmen können sich hier schnell einen Vorteil gegenüber Wettbewerbern verschaffen, die das Thema noch ignorieren.
Wie schnell funktioniert GEO?
Das hängt vom Ausgangspunkt ab. Technische Anpassungen wie robots.txt-Regeln wirken sofort, sobald ein Crawler erneut vorbeikommt. Bis eine verbesserte Bing-Position sich in ChatGPT-Zitationen niederschlägt, kann es einige Wochen dauern.
Wie kann ich meinen GEO-Erfolg messen?
Nutze den AI Performance Report in den Bing Webmaster Tools, um Zitierungen in Copilot- und Bing-KI-Antworten zu sehen. Ergänzend dazu kannst Du Dir die KI-Zugriffe in Google Analytics 4 anschauen und monitoren.
Bildnachweise: Titelbild & Bilder 1, 2, 5: Erstellung mit Claude; Bilder 3, 4: Screenshots Bing Webmaster Tools