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Google MUM – Die neue Suchintelligenz von Google

Google MUM kommt! Der neue „KI Meilenstein“, wie Pandu Nayak, Vice President Search ihn selbst in der Ankündigung nennt, wird einiges in der Google Suche verändern. Heute erkläre ich Dir einmal – hoffentlich verständlich – wie Google MUM funktioniert, worin genau die Neuerungen bestehen und was Du künftig für Deine Strategie beachten solltest, damit Du auch weiterhin Erfolg hast. 

Google MUM

Was ist Google MUM und worin besteht der Unterschied zu BERT?

Google Mum ist kein Algorithmus-Update und hat nichts direkt mit Rankings zu tun. Es handelt sich um eine neue Art von Natural Language Processing, also die Art, wie Google Text verstehen und verarbeiten kann. Grundsätzlich ist wichtig zu verstehen, wie Google auch intern funktioniert. Oft werden die Suchanfragen, die man stellt, von Google umgeschrieben (ohne dass man es merkt) und erst dann wird die Suchanfrage gestellt. Google Mum ist eine neue Art, wie Google selbst die Suche intern benutzt. Dazu muss MUM die Suchanfrage tatsächlich verstehen, also wissen worum es geht.

Die bisherige Technologie namens BERT konnte die Antwort darauf geben „Wie hoch ist der (Berg) Fuji?“. MUM kann nun die Antwort geben auf die Frage: „Ich bin auf den Mount Adams gewandert und möchte nun auf den Fuji im Herbst wandern. Wo liegen die Unterschiede in der Vorbereitung dafür?“ Genau dieses Beispiel nennt Google in einem GIF.

Wie funktioniert Google MUM?

Das bisherige Natural Language Processing Model namens BERT konnte zwar auch Dinge und Entitäten verstehen, jedoch als Antwort nur kurze Antworten oder Fakten im Sinne von Zahlen, Namen oder Daten liefern. MUM kann viel mehr als das, es basiert auf dem Text To Text Transfer Transformer, auch T5 genannt. Dieser wurde mit einem neuartigen Textkorpus trainiert, der sich C4 nennt: Colossal Clean Crawled Corpus. Ganz schöne Spaßvögel bei Google, oder? Der C4-Korpus ist zwei Instanzen größer als die Wikipedia, also die Wikipedia zum Quadrat. Das ist ziemlich viel Text, an dem MUM lernen konnte!

T5 kann übersetzen (Grün), linguistische Akzeptanz bewerten (rot), die Ähnlichkeit von Sätzen in Ziffern bewerten (gelb) und auch komplette Zusammenfassungen schreiben (blau).

Vereinfacht gesagt: Während BERT nur einzelne Wortbrocken antworten konnte, wie „3o0 Meter hoch“, „Thomas Müller“ oder sonstige Kurzantworten, so kann MUM nun ganze Sätze beantworten, evaluieren, korrekt übersetzen und auch komplette Texte in einem Satz zusammenfassen.

Mehrsprachige Anwendung möglich

Vor allem der Transfer in andere Sprachen scheint Google wohl sehr viel zu bringen. So kann jede Frage ins Japanische übersetzt werden, Google holt sich dort die Antwort, fasst den Text zusammen und übersetzt sie zurück ins Deutsche.

Suche in Videos möglich

Google MUM funktioniert auch über Text hinweg und kann etwa Videos sehr gut analysieren. Bahnbrechend sehen für mich diese Suchanfragen aus. Da wird auf ein Teil eines Fahrrad mit Google Lens gehalten (Google Lens ist eine App, die Bilder erkennen kann) und dann fragt der User „Wie repariere ich das?“, ohne zu wissen, wie sich „das“ überhaupt nennt.

Wie repariere ich

Wie repariere ich „das“?

Anschließend wird ein Video von YouTube an genau der Stelle vorgespult, die die Reparatur zeigt. Ein weiteres Beispiel zeigt einen Pullover mit einem auffälligen Muster. Der User hält die Kamera darauf und schreibt „Socken mit diesem Muster“, woraufhin Google ihm Socken mit diesem Muster präsentiert.

MUM unterscheidet nicht zwischen Text, Bild oder Video

Auch innerhalb von YouTube-Videos kann MUM künftig ähnliche Passagen suchen und verwandte Videos zu einem Teilabschnitt eines Videos anzeigen – ohne dass dieser Teilabschnitt im Video insgesamt groß erwähnt wird. So redet jemand etwa in einem Immobilienvideo ganz kurz über Gummibärchen – warum auch immer. Der interessierte Gummibärchen-Fan würde anschließend an dieser Stelle passende Videos zum Thema Gummibären angezeigt bekommen.

MUM erkennt die Bedeutung von Dingen

MUM erkennt also nicht nur ein Substantiv namens „Gummibären“, sondern es weiß auch, was das ist – zumindest kann es diesen Begriff klassifizieren. Meines Wissens geht das ohne eine sogenannte Onthologie. Eine Onthologie ist – vereinfacht gesagt – ein Bedeutungswörterbuch. Das ist das, was wir derzeit mit Structured Data als SEOs immer machen. „Julian Dziki = Author“ – das macht aus den zwei bedeutungslosen Wörtern „Julian Dziki“ eine Information, nämlich, dass ich „Author“ bin. Onthologien speichern, was ein „Author“ ist, müssen aber manuell angelegt werden – so wie es bei Schema.org momentan gemacht wird. Offen bleibt für mich die Frage, ob MUM eine spezielle Onthologie benutzt oder ob MUM gar keine mehr benötigt, weil es sich selbst eine eigene Bedeutungswelt mittels K.I. erschaffen kann. Wenn Letzteres zutrifft, dann sind strukturierte Daten bald überflüssig.

Wird Google MUM die Suche revolutionieren?

Das klingt alles zu futuristisch, um wahr zu sein? Finde ich auch und sicher ist das Modell noch sehr fehleranfällig. Im Blogpost zu Google MUM wird sehr viel versprochen, was zwar möglich ist, aber vermutlich nicht gleich zu Beginn vollständig ausgerollt werden wird.

Google will keine Fehler

Google betont – wie in diesem Blogpost –, dass man mit neuer Technologie verantwortungsvoll umgeht. Man muss wissen, wie Google als Konzern tickt, damit man verstehen kann, wie diese Veränderung eingeführt wird. Das Schlimmste, was Google passieren kann, ist wenn die Suche nicht mehr ordentlich funktionieren würde. Wenn die Suchergebnisse nicht mehr gut sind oder sogar fehlerhaft, dann würden die Menschen weltweit innerhalb kürzester Zeit die Suchmaschine einfach wechseln und Google wäre sehr schnell auf dem absteigenden Ast. Tatsächlich würde das auch so passieren, denn bei fehlerhafter Suche wechselt man sehr schnell – bleibt hingegen einer Suchmaschine lange treu, solange alles gut funktioniert.

Google möchte also niemals ein Risiko eingehen.

Google will sparen

Theoretisch möglich ist immer vieles, auch praktisch ist heute sehr viel bereits machbar. Bei Google gibt es allerdings immer noch die Herausforderung, eine neue Technologie weltweit skalierbar anzubieten. Jede Suche wird bei Google live berechnet und jede Suche kostet Rechenkapazitäten eines Servers. Rechenkapazitäten kosten Geld. Als Konzern muss Google diese Kosten so niedrig wie möglich halten. Ich bin mir sicher, dass die Google-Ingenieure heute schon deutlich mehr K.I. in die Suche einbauen könnten – aber das Ganze auch für Google skalierbar und bezahlbar einzubauen, das ist die große Herausforderung.

Theoretisch machbar ist wirklich vieles, aber wenn man sich einmal ansieht, wie schwer Google sich nach wie vor mit JavaScript tut, dann merkt man, wo die echten Probleme eigentlich liegen. Nicht in der Machbarkeit, sondern in Ressourcen und Skalierung der neuen Technologien.

Offenbar hat man jetzt einen Weg gefunden, wie man eine Technologie wie MUM effizient einsetzen kann. Aber Google überlegt sich sehr genau, wo und wie man das tatsächlich tun wird. Zum einen, weil man lieber die „klassische Suche“ belässt, bevor man eine falsche Antwort liefert. Und zum anderen, weil jede komplexe Suche schlichtweg mehr Geld kostet.

Eher eine Reform als eine Revolution

Eine Revolution wird es vermutlich nicht geben. Ich gehe aber davon aus, dass die Weichen mit MUM neu gestellt wurden. Man weiß, was möglich ist – und wird das System nun sukzessive dort ausrollen, wo es leistbar und performant möglich ist. Das wird sich über die Jahre verbessern und MUM wird damit immer mehr in den Vordergrund kommen. Ob man hier von zwei, drei oder eher fünf Jahren spricht, das weiß ich nicht. Aber die Features werden sukzessive in die Suche integriert – daran gibt es keinen Zweifel. Ob wir von Anfang an allerdings gleich unsere Kameras auf alles mögliche richten können und Google kann mir dann sagen „Wie repariere ich „das“?, das wage ich zu bezweifeln.

Was verändert sich für SEOs und Online Marketer?

Mehr Direct-Answers und Featured Snippets

Google MUM zielt auf informationsorientierte Suchanfragen, das einmal vorneweg. Wer „Notebook kaufen“ eingibt, der wird vermutlich weiter keine großen Änderungen sehen. Für informationsorientierte Suchanfragen wird es schon große Änderungen geben. Google wird deutlich mehr Direct Answers und Featured Snippets präsentieren können, also direkte Antworten in den Suchergebnissen, ohne dass man auf eine Website klicken muss.

Mehr Structured Data?

Vielleicht wird Google auch kurzfristig für ganz neue Bereiche ein paar neue Markups einführen – aber ich bin mir da nicht so sicher. Das eigentliche Ziel von Google ist es, dass man ohne Structured Data von selbst auf die Daten kommt.

Man sieht die Customer Journey in den Suchergebnissen

Sehr spannend finde ich die Funktion Refine and broaden Search. So kannst Du Deine Suche eingrenzen oder breiter gestalten. Sieh Dir einmal die Grafik hier an, dann verstehst Du, was damit gemeint ist.

Suche verfeinern oder erweitern

Suche verfeinern oder erweitern – Kein Problem!

Dieses Feature finde ich extrem hilfreich für die Keyword-Recherche, beziehungsweise um die komplette Customer Journey aufzurufen. Als SEO oder Online-Marketing-Verantwortlicher brauche ich nur die Suche erweitern oder verfeinern um herauszufinden, welche Themen ich beispielsweise auf meinem Blog noch abdecken könnte. Das ist schon ziemlich gut! Auch als User finde ich das Feature super. Manchmal sind mir die Informationen einer Suche zu allgemein, mit dieser Funktion kann ich tiefer eintauchen. Und umgekehrt dann einen Schritt zurück machen. Chapeau!

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YouTube wird noch präsenter in den Suchergebnissen

Google möchte YouTube weiter pushen. Viele User stehen nicht so auf Text und konsumieren lieber Videos. YouTube bringt zusätzliche Werbeeinnahmen und das in großem Stil. Das Produkt YouTube ist beliebt und es bringt Geld – super! Mit Google MUM kann man die User wunderbar zusätzlich monetarisieren. Eine informationsorientierte Suchanfrage bringt Google derzeit nämlich leider kein Geld. Zukünftig klickt der User dann nicht auf eine Website, sondern auf ein YouTube Video und innerhalb des Videos dann auf eine Anzeige. Und schon habe ich aus einer schlecht bezahlten Suchanfrage doch noch Geld generieren können – ein Riesenvorteil!

Wir werden also künftig noch mehr YouTube in den Suchergebnissen sehen. Und auch bei YouTube wird es mehr Möglichkeiten geben, etwa die besprochenen zusätzlichen verwandten Videos, die innerhalb des Videos verschiedene verwandte Topics identifizieren. Wenn Du jetzt mit YouTube durchstarten willst, dann kannst Du das gerne mit uns tun – wir sind hierauf spezialisiert und betreiben seit Jahren YouTube Marketing für uns und für unsere Kunden.

Und sonst? Muss ich als SEO Angst vor MUM haben?

Ein leichter Trend hin zu „weniger Klicks“ im Sinne von Direct Answers ist schon in Google MUM enthalten. Das ist aus meiner Sicht eine kleine Gefahr. Gefühlt werden Informationen auf Websites immer mehr als reines Vehikel benutzt, ohne dass der Webmaster am Erfolg beteiligt wird. Hier sollte Google verantwortungsvoll mit den Informationen umgehen und die Quelle möglichst nennen und natürlich auch verlinken.

Auch, wenn ich als Online Marketer auf YouTube überhaupt nicht präsent bin, dann sollte ich hier am besten jetzt schon nachlegen. Je visueller mein Produkt, desto wichtiger wird YouTube künftig werden.

Grundsätzlich aber wird Google MUM vermutlich eher eine langsame Reform als eine wirkliche Revolution. Es ist ein Weg, den Google jetzt anfängt zu beschreiten und man sollte als SEO die Richtung kennen, in die es langfristig geht. Wenn Du bei Deiner Strategie für 2022 auch an MUM denkst, dann ist alles paletti!

Bilder: Titelbild: HQUALITY / Adobe Stock, der Rest von Google. Sorry für die Dateigröße der GIFs, aber die Bilder sind auch wirklich super. 

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