WordPress für SEO fit machen

2. Juli 2014  |     |  26 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

WordPress liegt mir ganz besonders am Herzen. Immerhin blogge ich auch schon seit mehr als sieben Jahren und habe die Entwicklung von WordPress live miterlebt. WordPress war, verglichen mit anderen Content Management Systemen, schon immer sehr SEO-freundlich. Aber trotzdem gibt es einige Kniffe, die man draufhaben sollte.

seokratie-WordCamp-Sketchnote

Sketchnote meines SEO Vortrags auf dem WordCamp 2014 von Ines Schaffranek (Wirkungsvoll), danke! :)

#1 Plugin: WordPress SEO

Nichts geht über WordPress SEO von Yoast. Das Plugin hat schlichtweg (fast) alle Funktionen, die ich mir von einem SEO Plugin wünsche. So kann man etwa Title und Description direkt beim Erstellen des Beitrags bearbeiten.

wordpress-seo

Title und Description direkt mit Vorschau eingeben

Viel mehr möchte ich auf das Yoast Plugin nicht eingehen, weil es sowieso die meisten haben.

WordPress Spezifika: Müll deindexieren lassen

WordPress generiert einiges an „Müll“, den man nicht braucht. Generell gilt im SEO Bereich die Regel: Man sollte so wenige Seiten wie möglich ohne bzw. mit doppelten Inhalten im Index haben. Am besten, es gibt solche Seiten gar nicht, aber wenn sie (vom CMS) generiert werden, dann sollten doppelte Inhalte auf Noindex stehen.

Datumsbasiertes Archiv und Autorenarchiv

Kennt Ihr Blog URLs nach dem Schema Domain.de/2012/09/10/beitragsname/ ? Dabei handelt es sich um diese Permalink-Einstellung:

permalink

Diese Einstellung ist SEO-technisch quatsch, denn der Ordner /2012/09/10/ hat meistens nur einen Beitrag, weil es an diesem Tag nur einen gab. Selbst bei mehreren Beiträgen wäre die Ordnerstruktur nicht optimal. Google will nämlich thematische Ordner haben, keine datumsbasierten. Mit dieser URL Struktur generiert man viel zu viele Ordner, die auch keinen großen Sinn machen.

Und jetzt kommt es: Auch wenn Ihr eine andere URL Struktur ausgewählt habt, existiert das datumsbasierte Archiv „still und heimlich“ weiter. Das gleiche Problem gibt es übrigens für das sogenannte „Autorenarchiv“, das alle Beiträge eines Autors zeigt. Wer allerdings alleine den Blog betreibt, der findet dann dort nur eine Kopie seiner Startseite.

Bei Yoast kann man beide Archive komplett abschalten.

abschalten-datumsbasiertes-archiv

Das größte SEO Problem bei WordPress…

… ist die miese interne Verlinkung, wenn man nicht aufpasst. Alte Artikel rutschen (tja, ist eben ein Blogsystem) immer weiter nach unten in den Archiven. Und wenn man auf einen Artikel nur noch kommt, nachdem man 27 Mal auf „Ältere Beiträge“ geklickt hat, dann kann man sich vorstellen, wie prominent Google diesen Artikel ranken wird.

Lösung 1: Kategorien

Arbeitet mit Kategorien, gegebenenfalls auch mit Unterkategorien. Nur nehmt Euch auf keinen Fall Seokratie als Beispiel. Ich habe vier Kategorien: „In eigener Sache“, „Onpage“, „Linkaufbau“ und „SEO“. Davon abgesehen, dass ich es jetzt einmal erwähnt habe und mich damit zwinge, einmal aufzuräumen, solltet Ihr Euch einige gut passende Kategorien überlegen und immer von jeder Seite aus verlinken. So habt ihr schon mehr Posts „näher“ an der Startseite.

Kategorien sollte man übrigens noch mit einzigartigen Kategorietexten ausstatten. Wer das nicht möchte, der kann die Kategorien auch auf Noindex, Follow lassen – Die Linkpower geht dann trotzdem durch auf die Artikel!

Der Ordner „/category/“

Standardmäßig hängt WordPress vor jeden Kategorieordner das Präfix „/category/“, als z.B: Seokratie.de/category/seo/xy-artikel. Seit Langem frage ich mich, was es mit diesem Ordner auf sich hat? Liegen dort geheime Dokumente der NSA? Es könnte sein. Ein anderer Grund fällt mir nicht ein, denn dieser Ordner ist völlig sinnlos. Mit dem Yoast Plugin (und einigen anderen) könnt Ihr den Ordner entfernen.

category

Lösung 2: Tags

tag-cloud-seokratieMit Tags bekommt man eine Menge Beiträge einfach und bequem weiter nach oben. Aber Vorsicht! Die meisten WordPress User benutzen viel zu viele Tags! Je nach Größe der Seite sollten 50 Tags das Maximum sein. Ich habe die Tags auf Seokratie neulich erst eingebunden, in einer (zugegeben etwas uneleganten) Tag-Cloud. Da sie nicht gerade an einer klickfreudlichen Position eingebaut ist, werden diese internen Links leider nicht so viel zählen. Aber besser als nichts!

Automatische Tags

Niemand hat große Lust, einige hundert Beiträge nachträglich zu vertaggen. Daher gibt es einige Plugins, die automatisch taggen. Leider sind die Tags oft Nonsense (etwa das Tag „dieser“) oder es werden hunderte Tags erzeugt. Ich habe daher ein Plugin gesucht, bei dem ich vorher genau sagen kann, welche Tags ich möchte und hinterher durchsucht das Plugin meine Beiträge und ordnet sie den Tags zu, ohne neue Tags zu erstellen. Automatic Post Tagger ist dafür eine gute Wahl!

Die Tagseiten sollten übrigens etwas unique Content haben (Tag-Beschreibung). Falls sie es nicht haben, kann man sie auch auf Noindex, Follow lassen – die Linkpower wird trotzdem weitergegeben!

Lösung 3: Verwandte Artikel

Verwandte Artikel sollte man unbedingt am Ende des Beitrags einstellen. So sind Eure Artikel keine Einbahnstraßen und verlinken auf themenrelevante (!) andere Artikel. Super funktioniert da „YARPP“ (Yet another related Posts Plugin) und diverse andere. Ich nehme gerne mal fünf verwandte Artikel, aber das ist dann schon eher Geschmackssache.

Lösung 4: Gute Artikel in die Sidebar

Ein wenig kann man die interne Verlinkung noch stärken, indem man besonders gute Artikel einzeln in der Sidebar verlinkt. Ich mache das auch so, allerdings mehr für meine Leser. Dazu sehe ich mir einfach in Analytics an, welche Artikel besonders oft gelesen wurden.

Lösung 5: Verlinkung im Content

Natürlich sollte man auch im Content auf relevante Artikel verlinken. Links in redaktionellen Fließtexten zählen nämlich am meisten für die interne Verlinkung. 😉

Lösung 6: Paginierung

Alle Kategorie- und Tagseiten sollten eine Paginierung haben! Leider ist das bei manchen Themes nicht der Fall. Dann bekommen nur die neuesten fünf oder zehn Beiträge Linkpower ab, der Rest versandet im Nirgendwo. Wichtig ist auch, dass Ihr auf paginierten Seiten immer die Attribute „Rel=Next“ und „Rel=Prev“ in den Header einbaut!

Ladezeit und WordPress

WordPress 3.9 ist mittlerweile wirklich ziemlich schnell. Schneller wird es aber durch die Benutzung eines Caching Plugins, etwa WP Super Cache. Das hilft eine Menge für SEO! Insgesamt solltet Ihr auch bei jedem Plugin überlegen, ob Ihr es wirklich benötigt. Zu viele Plugins machen WordPress ziemlich langsam!

Permalink-Struktur

Meiner Meinung nach gibt es zwei Wege, bei WordPress die Permalink Struktur aufzubauen:

  1. /%postname%/ also seokratie.de/wordpress-seo/
  2. /%category%/%postname%/ also seokratie.de/onpage/wordpress-seo/

Bei vielen Projekten bietet sich die zweite Variante an. Da ich bei Seokratie.de nur vier Kategorien habe, lasse ich es hier und nehme die Permalinkstruktur /%postname%/. Es gibt bei Yoast eine Funktion, die Stopwords aus den URLs entfernt. Ich persönlich verkürze aber immer die URLs direkt zu etwas sinnvollem, bei der Stopword-Variante kommen manchmal komische Ergebnisse heraus.

Wichtig: Wenn Ihr die Permalink Struktur bei einem bestehenden Blog ändert, dann geht sicher (und prüft es zwei Mal!), dass die alten Artikel auf die neuen weitergeleitet werden! Falls nicht, gibt es hier einen guten Generator für die .htaccess.

Achso, da war ja was! Wenn Ihr regelmäßig mit WordPress arbeitet, dann schaut doch mal bei Pressengers.de rein. Hier schreiben wir seit über fünf Monaten täglich (!) über WordPress.

Weitere WordPress Ressourcen

Habt Ihr noch Tipps für WordPress SEO?

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26 Kommentare

  • Hallo Julian,

    cooler Beitrag und cooles Sketchnote Bild 🙂

    Es gibt noch eine Möglichkeit die interne Verlinkung zu verbessern. Auf meiner Seite habe ich für die einzelnen Kategorien händisch eine Hubseite gebaut, in der ich die besten Artikel entsprechend prominent verlinke.

  • Heinzl

    Hallo Julian,

    natürlich hast du mit dem, was du da schreibst recht, auch wenn da nun wirklich keine Neuigkeiten dabei sind. Aber wo sollen sie denn auch herkommen, wenn es im Prinzip schon länger keine mehr gibt. Eine gute Zusammenstellung in jedem Fall.

    In einer Sache muss ich allerdings fast schon eine deutliche Warnung aussprechen. Das Plugin: WordPress SEO ist leider nur noch mit Vorsicht zu genießen. Die Jungs um Yoast sind seit Monaten nicht in der Lage, Bug-freie Versionen zu veröffentlichen. Auf ein verhuntztes Uptdate folgt ein verhunzter Bugfix und so weiter. Das kann man auch im zum Plugin gehörenden Forum sauber nachlesen. Da hatten nicht wenige WP-Betreiber massive Probleme…

    Es ist eben leider so, dass sich das Yoast-Team auf „Premium“ verlagert hat und die Free-Sachen ganz klar vernachlässigt. Geld verdienen wollen ist natürlich in Ordnung, aber was aus deren Ecke gerade kommt, hat einen bitteren Beigeschmack. Also Augen auf und am besten keine Updates in Produktivumgebung“ machen sondern erstmal testen. Wir benutzen ausschließlich Version 1.5.2.2 statt der aktuellen 1.5.3.3, zahlreiche Nutzer mussten gar auf 1.4.9.X downgraden…

  • Hallo,

    schöne Zusammenstellung! Kleiner Tipp noch für alte Artikel, die wieder besser ranken sollen. Einfach mal gucken, ob die Artikel noch aktuell sind, wenn nicht entsprechend aktualisieren und dann einfach noch einmal mit einem Verweis auf das notwendig gewordene Update noch einmal neu veröffentlichen.

    Grüße

    Gretus

  • Hallo,

    jap ist ein gute Maßnahme für WordPress Seo. Das mit dem „category“ geht auch ganz leicht ohne dem SEO Plugin. Einfach bei Category ein . rein und dann ist das /category/ weg aus der URL.

    LG Tom

  • Hey!

    Danke für die Aufstellung. Das meiste kennt man ja wenn man sich ein wenig in die Materie eingelesen hat. Allerdings sind die Tips mit den alten Artikeln sehr gut! Da hatte ich noch gar nicht so drüber nachgedacht. Ich besitze zwar Kategorien und Tags, denke aber das die related posts wieder auf die To-Do Liste kommen.

  • Viktor

    Danke für die Bestätigung, dass die /category/ Base entfernt gehört. Mich hat in der WordPress Community auf G+ mit meinem Beitrag keiner Verstanden http://webmaster-fragen.de/wordpress-related/dev/wordpress-kategorie-base-category-aus-der-url-entfernen-20140630.html
    Auf diese Weise lassen sich endlich Themenhubs auch auf Kategorieebene aufbauen. Es entsteht auch kein unnötiger Duplicate Contentent, denn seltsamerweise sind die Kategorien auch ohne Plugins ohne die category Base erreichbar!.

  • Danke für den Artikel! WP Super Cache hat bei mir leider nicht funktioniert, habe verschiedene Fehler wegen Schreibrechten bekommen, aber auch die Troubleshootings in der readme.txt haben nicht geholfen.

  • Viktor

    Schon mal Cachify ausprobiert? Ich nutze es in allen WordPress Instanzen!

  • Hallo,

    sehr schöne Auflistung der wichtigsten Punkte!

    Ich weiß nicht genau ob es hier reinpasst, aber ich hätte noch einen Tipp:

    Das Plugin Broken Link Checker überprüft das Blog oder die Seite auf eventuell vorhandene Links und benachrichtigt den Webmaster per E-Mail, falls tote Links vorhanden sein sollten. Möchte man nicht per E-Mail informiert werden, kann man die Funktion auch deaktivieren und bekommt die Info dann übers Dashboard von WordPress.

    Ich hatte irgendwo mal gelesen, dass tote Links negative Auswirkungen auf das Ranking haben können und nutze dieses Plugin seitdem.

    Ich hoffe der Tipp war für den ein oder anderen hilfreich.

    VG

  • Julian

    @Heinzl, das wusste ich nicht. Ich persönlich habe noch nie Probleme mit dem Plugin gehabt.
    @Viktor, Cachify habe ich noch nicht ausprobiert, mache ich aber einmal! 🙂
    @Enrico, danke für den Tipp!

  • Als vor ca. 2 Jahren Google in der Inhaltskatalogisierung noch nicht so bewandert war, konnte man mit Tagseiten einen erheblichen Trafficanstieg herbeiführen. Ich habe erst kürzlich nochmal einen Test gemacht und kann bestätigen: Die Zeiten sind vorbei ;-). Kategorieseiten mit individuellen Inhalten zu bestücken erweißt sich aber als sehr lohnenswert :).

  • Lösung 7: XML-Sitemap bei den Google Webmastertools anmelden?

  • Cachify ist absolut lohnenswert, kann ich nur empfehlen!
    Yoast-SEO habe ich persönlich noch nie benutzt, setze eigentlich immer auf Platinum SEO PlugIn, habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht, man hat nicht so viele Möglichkeiten, andererseits ist es sehr einfach zu handhaben!
    Toller Blogpost – wie immer. 🙂

  • Hallo Julian,

    knackiger Artikel. Lieben Dank!

    Vielleicht nicht als SEO-Plugin nützlich, aber für die Leute die viele engl. Themes nutzen, empfehle ich das Plugin:

    Codestyling Localization.

    Damit könnt ihr bequem und einfach alle Sprachelemente eurer Templates anpassen, ohne auch nur eine Datei auszutauschen. Auch die mühevolle Suche entfällt.

  • Also hier nochmal mein kleiner Quick-Tipp mit dem Punkt in der Kategorie für alle die kein WordPress SEO Plugin nutzen:

    http://www.wrel.de/wordpress-category-aus-url-entfernen/

    Lg Tom

  • Viktor

    @Tom DAS ist NICHT Dein Ernst, oder?
    Dazu geht man einfach in Allgemein – Permalinks und tragt bei Kategorie-Basis einen Punkt ein.
    Aber Achtung: Die alten URLs gehen dann nicht mehr.

  • tom

    Ich verstehe das Problem nicht. Es ist eine alternative und es wird durch die neue Struktur kein redirect der alten auf die neuen URLs durchgeführt!!!

  • Viktor

    „While this trick currently works, there’s no telling if it will work in the future.“ [1] Sprich es könnte mit jedem WordPress Update die gesamte Struktur zerstört werden, ohne dass man es rechtzeitig merken würde…

    [1] https://premium.wpmudev.org/blog/removing-category-base-urls-wordpress/

  • Viktor

    Hier steht was dabei eigentlich passiert [2]
    Bei dem Trick wird ein Unix-interne Verzeichnisstruktur ausgenutzt, ./ bedeutet „sich selbst“ / „das eigene Verzeichnis“. Durch das . wird die Category Base /category/ also nicht entfernt sondern „nur“ auf /./ gekürzt, was die meisten Browser und Suchmaschinen als einfaches / interpretieren und nicht darstellen. Sauber ist das nicht, denn physisch gesehen ist der Link zur Kategorie und die Ordnungsstruktur immer noch unterschiedlich!

    [2] http://faq.wpde.org/kategoriebasierte-permalinks-und-category-aus-post-url-entfernen/

  • Hallo Viktor,

    danke für die Info. Wusste nicht dass es unsauber ist. In dem Falle werde ich meinen Artikel anpassen und es auch mit dem SEO Plugin lösen.

    Grüße Tom

  • Hallo Tom, Hallo Viktor,

    konnte man da jetzt schon etwas in Erfahrung bringen? Ich muss auch gestehen, dass ich das nicht wusste und ganz klar davon ausgegangen bin, dass das SEO-Plugin die ganze Sache sauber bewerkstelligen kann. Was sagt denn der Entwickler des SEO-Plugins dazu? Sind dort irgendwo Hinweise Vorhanden oder wie hat Viktor das erfahren?

    lg

  • Servus Julian,

    was passiert denn wenn ich nachträglich die Category aus der URL entferne und es aber Beiträge gibt, die genau wie die entsprechende Category heißen? Habe ich dann ein Problem?

    Gruß
    Michi

  • Julian Dziki

    Hi Michileesch,

    Ich vermute schon! 🙂

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