SEO & SEA Guide

Above the Fold einfach erklärt

Friederike HuthContent-Marketing-Expertin

„Above the Fold“ bezeichnet den Bereich einer Webseite, der ohne Scrollen sofort sichtbar ist. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Zeitungsbranche und bezeichnete den oberen Teil einer gefalteten Zeitung, der für die Leser*innen direkt einsehbar war. Ins Deutsche übersetzt bedeutet er „über dem Falz“.

Der Above-the-Fold-Bereich ist nicht automatisch gleichzusetzen mit dem Header einer Website. Während der Header meist ein festes Element mit Logo, Navigation und eventuell einer Suchfunktion ist, umfasst der Above-the-Fold-Bereich alles, was die Nutzer*innen ohne zu scrollen sehen. Das kann je nach Endgerät und Bildschirmgröße unterschiedlich aussehen. Der Header ist also nur ein Teil des Above-the-Fold-Bereichs, aber nicht unbedingt das zentrale Gestaltungselement.

Screenshot von der Website der Allianz mit einer roten Umrandung des Above-the-Fold-Bereichs.

Der Above-the-Fold-Bereich von allianz.de rot umrandet (Beispiel-Screenshot von einem Bildschirm mit 1659×1092 Pixel).

Bedeutung des sichtbaren Bereichs einer Website

Im Webdesign ist der Above-the-Fold-Bereich entscheidend für den ersten Eindruck Deiner Webseite. Die wichtigsten Informationen, ansprechende visuelle Elemente und klare Handlungsaufforderungen müssen hier platziert werden, um Deine Nutzer*innen – deren Aufmerksamkeit nur sehr gering ist – direkt abzuholen und zum Scrollen zu motivieren. Eine durchdachte Gestaltung kann so die Verweildauer und Conversion Rate erhöhen sowie die Absprungrate senken.

Wie wichtig ist Above the Fold für SEO?

Dein Above-the-Fold-Bereich beeinflusst nicht nur die Nutzererfahrung, sondern auch Dein Ranking in Suchmaschinen. Google legt großen Wert darauf, dass die Nutzer*innen sofort hilfreiche Inhalte sehen, anstatt sich durch eine Flut von Werbeanzeigen kämpfen zu müssen.

„Wenn man auf eine Website klickt und der zuerst angezeigte Teil der Website nicht viel Inhalt aufweist, sondern überwiegend Werbung enthält, ist das keine gute Nutzererfahrung und die Website wird möglicherweise abgewertet.“ (Google, 24.01.2012)

Google betont auch, dass nicht der gesamte Above-the-Fold-Bereich mit dem Main Content gefüllt sein muss, sondern zumindest ein Teil der Inhalte direkt sichtbar sein sollte.

Besonders Websites, auf denen Werbebanner eingeblendet werden, müssen im Above-the-Fold-Bereich aufpassen: 2012 führte Google das Page Layout Algorithmus Update ein, das gezielt Seiten mit übermäßiger Werbung im sichtbaren Bereich abstraft. Websites, die den Above-the-Fold-Bereich fast ausschließlich mit Anzeigen füllen, bieten aus Sicht von Google eine schlechte Nutzererfahrung und können dadurch im Ranking abrutschen. Für eine erfolgreiche SEO-Strategie ist es daher wichtig, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Content und Werbung zu finden.

Herausforderungen bei der Gestaltung

Bei der Gestaltung des Above-the-Fold-Bereichs ist die Schwierigkeit, die Balance aus ausreichender Information und übersichtlicher Darstellung zu finden. Ein häufiger Fehler ist es, zu viele Inhalte in den sichtbaren Bereich zu packen. Lange Texte, mehrere Bilder, Animationen oder Call-To-Action-Elemente können die Nutzer*innen überfordern und die Ladezeit Deiner Seite negativ beeinflussen. Bietet der sichtbare Bereich wiederum zu wenig Inhalt und damit keinen sofort sichtbaren Mehrwert, springen Besucher*innen zu früh ab.

Die Herausforderung besteht also darin, die wichtigsten Inhalte so zu platzieren, dass Nutzer*innen diese schnell erfassen, ohne sie zu überfordern.

4 Tipps für Deinen Above-the-Fold-Bereich

Die folgenden Aspekte helfen Dir bei der Gestaltung eines guten Above-the-Fold-Bereichs:

1.   Vermittle eine klare Botschaft

Der sichtbare Bereich sollte auf den ersten Blick die Kernbotschaft der Website vermitteln. Dazu gehören etwa eine prägnante Überschrift, ein kurzer erklärender Text und gegebenenfalls ein passendes Bild oder eine Grafik. Deine Nutzer*innen müssen sofort erkennen, welchen Mehrwert Deine Seite ihnen bietet.

creenshot des Above-the-Fold-Bereichs der Website von Duolingo.

Der Above-the-Fold-Bereich von Duolingo macht auf den ersten Blick die Kernbotschaft der Sprachlern-App klar.

2. Verwende ein ansprechendes Design

Ein übersichtliches Layout, gut lesbare Schriften und eine harmonische Farbgestaltung tragen zu einem positiven ersten Eindruck bei. Verstärke Deine Botschaft durch hochwertige Bilder oder Videos visuell – aber achte dabei auf die Ladegeschwindigkeit Deiner Website. Ein Trick dafür ist Lazy Loading.

creenshot des Above-the-Fold-Bereichs der Website von Nike.

Der Above-the-Fold-Bereich von Nike nutzt hochwertige Bilder für das Storytelling.

3. Platziere wichtige Call-To-Action-Elemente

Der Above-the-Fold-Bereich sollte die Nutzer*innen in der Regel direkt zu einer Handlung animieren. Nutze gut sichtbare und klar formulierte Handlungsaufforderung und erhöhe damit die Wahrscheinlichkeit, dass Besucher*innen auf Deiner Seite bleiben und interagieren.

Tipp: Nicht jede Webseite braucht einen Call-To-Action im Above-the-Fold-Bereich. Wäge genau ab, was Deine Zielgruppe sucht und ob ein CTA zu der Suchintention und Deinem Produkt passt. Im Blogpost „Call-To-Action einfach erklärt“ meines Kollegen Bastian erfährst Du, wie Du einen guten CTA gestaltest.

Screenshot des Above-the-Fold-Bereichs der Website von Shopify.

Die klaren und ansprechenden Call-To-Action-Buttons im Above-the-Fold-Bereich von Shopify animieren Nutzer*innen zum Weiterklicken.

4. Responsive Design: Optimiere für verschiedene Bildschirmgrößen

Der sichtbare Bereich einer Website variiert je nach Endgerät. Was auf einem Desktop-Bildschirm Above the Fold ist, erscheint auf einem Smartphone möglicherweise erst nach dem Scrollen. Hier ist ein responsives Design wichtig. Ganz nach dem Motto „mobile first“ sollten sich Deine Inhalte flexibel an unterschiedliche Displaygrößen anpassen, sodass der wichtigste Content und Call-to-Action-Elemente immer im sichtbaren Bereich bleiben.

Fazit

Ein gut gestalteter Above-the-Fold-Bereich kann den Erfolg Deiner Website stark beeinflussen. Allerdings gibt es keine allgemeingültige Lösung – die optimale Gestaltung des sichtbaren Bereichs hängt von Deiner Zielgruppe und der Suchintention ab. Während informative Seiten beispielsweise mehr erklärende Inhalte benötigen, können conversion-orientierte Seiten von gezielt platzierten Call-to-Action-Elementen profitieren. In Hinblick auf Dein Google Ranking solltest Du vor allem eine gute Balance zwischen Usability und Werbeanzeigen finden und dabei Deine Ladezeiten niemals aus dem Blick verlieren. Denke dabei vor allem an ein responsives Design, sodass Dein Above-the-Fold-Bereich für alle Endgeräte optimiert ist.

Eine kontinuierliche Optimierung – beispielsweise durch A/B-Tests und die Analyse des Nutzerverhaltens – hilft Dir, das bestmögliche Erlebnis für Deine Website-Besucher*innen zu schaffen und langfristig bessere Rankings und Conversions zu erzielen.

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