Irrtümer & Fakten: Die Wahrheit über 28 SEO-Mythen

2018-11-26
Seokratie
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22. Feb 2018 Onpage 5 Kommentare

Wie sagt man so schön? Aus Fehlern lernt man am meisten. Daher habe ich für Dich alle Aussagen gesammelt, die schlicht und einfach falsch sind und mir trotzdem immer wieder entgegenkommen. Damit Du diese Fehler nicht (mehr) machen musst. Am Ende des Artikels kannst Du Dein Wissen in einem Quiz prüfen. Also gut aufpassen!

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Felix hat sich in die Welt der Mythen begeben – dabei begegneten ihm einige Fakten aus längst vergangenen Zeiten.

Du glaubst, Du packst das Quiz auch ohne vorherigen Input? Dann spring hier gleich nach unten!

1. Eine Seite, die nicht indexiert ist, wird nicht gecrawlt.

Crawling und Indexierung sind grundsätzlich zwei Paar Schuhe. Eine deindexierte Seite wird Google trotzdem immer wieder crawlen – sie müssen schließlich prüfen, ob die Seite nicht vielleicht doch inzwischen indexiert werden soll.

2. Um eine Seite zu deindexieren, stellt man sie am besten auf „noindex,nofollow“.

Mehr „no“ ist nicht gleich besser. Für die Deindexierung reicht das „noindex“. Das „nofollow“ besagt, dass sämtliche Links auf dieser Seite nicht gezählt/verfolgt werden sollen. Auch deindexierte Seiten könnten und sollten aber Linkstärke weitergeben. Besser wäre also fast immer „noindex,follow“.

3. In der Robots.txt gesperrte URLs werden nicht indexiert.

Die Robots.txt-Datei sagt Crawlern, also auch dem Googlebot, welche Seiten sie überhaupt aufrufen dürfen. Google indexiert und rankt manchmal sogar trotzdem diese Ergebnisse, obwohl sie den Inhalt gar nicht kennen. Um sie sicher aus dem Index zu bringen, muss die Seite in der Robots.txt freigegeben sein, damit das Robots-Metatag mit dem Inhalt „Noindex“ gelesen werden kann.

4. Die Meta-Keywords sind ein Rankingkriterium.

Ja, es lassen sich in Meta-Tags Keywords auf der Seite platzieren. Aber das hat keinen Einfluss auf das Ranking. Das hat Google bereits vor langer Zeit bestätigt – als der Algorithmus noch deutlich Keyword-fixierter war. Die Meta-Keywords wurden nämlich schon vor 20 Jahren überstrapaziert.

5. Keywords in der Description verbessern das Ranking.

Ähnliches gilt für die Description: Allein die Nennung des Keywords wird Dein Ranking nicht sofort verbessern. Es ist kein Rankingsignal. Das kannst Du testen, indem Du ein fiktives Wort in die Description schreibst und danach googlest. Du wirst die Seite nicht finden. Falls Du das selbst testen möchtest: In der Description dieses Artikels ist ein fiktives Wort versteckt.

Aber: Indirekt bringt Dir das Keyword schon etwas. Um Deine Klickrate über eine optimierte Description zu verbessern, musst du darin den Suchbegriff verwenden – sonst wird Dein Entwurf gar nicht erst angezeigt. Letztlich verbessert dann aber die Klickrate Dein Ranking, nicht das Keyword.

6. Wenn ich einen Link als „nofollow“ kennzeichne, gewinnen die anderen Links der linkgebenden Seite an Stärke.

Früher war es möglich, dass Du gezielt bestimmten Links mehr Power gibst, indem Du andere per „nofollow“ entwertest. Dieses sogenannte PageRank-Sculpting ist seit spätestens 2009 nicht mehr in dieser Form möglich. Inzwischen geht die Linkstärke von per „nofollow“ entwerteten Links direkt in die Tonne.

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Vieles bei der Suchmaschinenoptimierung ist Spekulation. Aber nicht alles.

7. Auf jeder Seite darf nur eine H1-Überschrift sein.

Seit es HTML5 gibt, ist es möglich eine einzelne Seite in Unterbereiche zu strukturieren. Jeder einzelne Bereich kann dadurch eine H1 haben. Es ist also per se nicht verkehrt, mehrere H1 zu verwenden. Allerdings ist es für SEO trotzdem sinnvoll, wenn jede URL ein Hauptthema hat, auf welches diese URL optimiert ist und für das sie ranken soll. Das beißt sich aber nicht mit mehreren H1.

8. 404-Seiten sollten besser auf die Startseite weitergeleitet werden.

Links auf 404-Seiten sind hinderlich für SEO, so weit richtig. Allerdings versteht Google Weiterleitungen auf die Startseite als „Soft-404-Fehler“ – also Fehlerseiten, die trotzdem keinen Fehler-Statuscode ausgeben. Sie tauchen auch im entsprechenden Fehlerreport der Search Console auf. Das bringt also nichts – außer Verwirrung für den Nutzer. Stattdessen solltest du themenrelevant weiterleiten. Dann kannst du sowohl die Linkstärke als auch Deine kaufwilligen Besucher mitnehmen.

9. Für Backlinks sollten möglichst immer Keyword-Linktexte verwendet werden.

Externe, eingehende Links mit Keyword-Linktexten waren früher in der Tat das Mittel der Wahl, um Seiten nach oben zu pushen. Wir SEOs haben das daher – wie so vieles – überstrapaziert. Seit rund 2011 und somit nicht erst seit dem ersten Penguin-Update schadet das daher mehr als es nutzt. Links sollten von themenrelevanten und vertrauenswürdigen Seiten stammen. Ein Keywordlink untergräbt allerdings in fast allen Fällen das Vertrauen. Inzwischen versteht Google Dein Thema auch ohne den Wink mit dem Keywordlink.

10. Für interne Links sollten möglichst keine Keyword-Linktexte verwendet werden.

Das andere Extrem ist, von den gefährlichen Keyword-Linktexten auf seine internen Links zu schließen. Intern ist es im Gegensatz zu externen Links sogar gut und gewollt, prägnant mit aussagekräftigen Keyword-Linktexten zu verlinken.

11. Likes sind ein direktes Rankingkriterium.

Ein Klassiker im epischen Kampf zwischen Korrelation und Kausalität. Likes wurden als das neue SEO-Gold bezeichnet. Viele gut rankende Seiten haben auch viele Likes. Dass das deshalb eine Ursache für die Rankings ist, gilt es zu bezweifeln. Denn da ist noch dieser andere epische Kampf: Zwischen Google und Facebook. Google kann Facebook nicht wie übliche Seiten crawlen, schließlich findet vieles hinter Log-In-Schranken statt. Was Google aber messen kann, sind die Markenbekanntheit und Trafficströme. Insofern bringt Dir eine aktive Social-Media-Präsenz indirekt dann doch wieder einen Bonus.

12. Die Klickrate in den Suchergebnissen ist kein Rankingfaktor.

Es gibt immer noch viele, die dagegenhalten, wenn die Klickrate als Rankingfaktor genannt wird. Aber viele unterschiedliche Beobachtungen sprechen eindeutig dafür. Ist Deine Klickrate außerordentlich gut, steigt auch Dein Ranking.

13. Wenn ich in der Google Search Console sage, „keine URLs“ mit diesem Parametern sollen gecrawlt werden, crawlt Google diese nicht mehr.

Die Parameterbehandlung in der Search Console ist ein sinnvolles Tool: Hier kannst Du Google mitteilen, wofür Deine Parameter gut sind und welchen Umgang Du mit ihnen empfiehlst. Hier kannst Du auch einstellen, dass Google „keine URLs“ crawlen soll:

parameterbehandlung in google search console

Die Betonung liegt allerdings auf „soll“ – es heißt nicht „darf“. In den Logfiles kannst Du sehen, dass Google die URLs weiterhin crawlen wird. Wenn auch deutlich seltener: Vor der Konfiguration waren es 35% der gecrawlten URLs, heute – ein Jahr später – sind es nur noch 0,6%. Die Funktion sollte daher trotzdem nicht leichtfertig verwendet werden.

14. Der PageRank ist ein Rankingkriterium.

Der PageRank war lange Jahre die SEO-Währung schlechthin. Je höher Dein PageRank, desto dicker Dein Geldbeutel – durch gute Rankings und vor allem aber Linkverkauf. Seit 2013 wurde der PageRank allerdings nicht mehr aktualisiert und 2016 wurde der sichtbare PageRank endgültig abgeschaltet. Intern kennt Google die Zahlen sicherlich noch. Aber für ein Rankingkriterium ist das Konzept dann doch sehr eingestaubt. Der Einfluss auf das Crawling sei mal dahingestellt.

15. Der Penguin-Algorithmus bestraft Seiten mit schlechten Inhalten.

Ein Klassiker. Die schwarz-weißen putzigen Tierchen solltest Du nicht verwechseln. Nein, Penguin hat rein gar nichts mit Deinen Inhalten zu tun. Der Penguin haut Dir nur bei schlechten eingehenden Links einen auf den Deckel.

16. Der Panda-Algorithmus bestraft Seiten mit schlechten Links.

Nope. Panda dreht sich um die Qualität der Inhalte. Hier kannst Du die externen Signale, abgesehen von Nutzersignalen, ausklammern. Wenn der Panda vor Deiner Tür steht, musst Du Deine Inhalte ausmisten und verbessern.

17. Je mehr eingehende Links ich habe, desto besser.

Da werde ich fast nostalgisch. Früher gab es in der Tat einen Zusammenhang mit der Domainpopularität, also der reinen Anzahl an verlinkenden Domains, und den Rankings. Heute ist es gefährlich, nur auf die Quantität zu schauen. Die Qualität und Sauberkeit eines Links entscheidet. Einfach nur viele Links können Dir schnell um die Ohren fliegen.

18. Google bezieht Analytics-Daten ins Ranking mit ein.

Klar besitzt Google diese Analytics-Daten. Warum sollten sie die nicht auswerten? Zwei Gründe: Es wäre für Analytics ein ziemlicher PR-Super-GAU und leicht zu beweisen, indem man Analytics einfach mal kurz für ein paar Wochen ein- oder ausbaut. Und zweitens: Sie haben doch viel mehr Daten als diese: Aus Chrome und Android bekommen sie viel übergreifendere Daten. Kein Grund Analytics aufs Spiel zu setzen.

19. Paginierte Seiten sollten per Canonical auf die erste Seite zeigen.

Canonical-Links sind dazu da, um Duplikate für Suchmaschinen erkenntlich zu machen und eine Originalversion für das Ranking zu bestimmen. Eine Seite 2 ist aber kein Duplikat von Seite 1. Sie sollte daher per Canonical auf sich selbst verweisen und nur per rel=“prev“ auf die vorherige Seite verlinken.

20. Hreflangs sollten keine Canonicals berücksichtigen.

Hreflang-Links sagen Google, welche URL für welche Sprache in welchem Land ranken soll. Canonicals sagen etwas Ähnliches: Eine bestimmte Seite soll statt der anderen, ähnlichen Seite ranken. Wenn sich beide Aussagen nicht decken, sind die Signale widersprüchlich. Am besten benutzt Du daher gar keine hreflang-Attribute auf Seiten, die per Canonical auf eine andere Seite verweisen.

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Manches Halbwissen streicht man sich am besten gleich wieder aus dem Kopf.

Einige weitere, etwas vagere Irrtümer

21. Sitemaps sind rankingrelevant.

Sitemaps helfen Google sicherlich, um große Seiten komplett zu crawlen und zu interpretieren. Und dank der neuen Search Console geben sie Dir als Webmaster wertvolle Infos über die Bewertung Deiner URLs. Aber Crawling, Indexierung, Ranking – das sind nun mal drei Paar Schuhe. Einen Rankingvorteil hast Du dadurch nicht.

22. AdWords-Schaltung verbessert SEO-Rankings.

Die Vermutung haben wir immer wieder gehört, meistens keine Korrelation gefunden und manchmal schon. Aber so ist das eben, wenn es keinen Zusammenhang gibt, dann korreliert das auch mal. In Sachen Branding und Klickrate kann sich das sicherlich positiv auswirken. Kein Grund allerdings für vage Theorien wie „Google bevorzugt Anzeigenkunden“.

23. Weiterleitungen verlieren Linkpower.

Zu einem ganz geringen Prozentsatz ist das in der Theorie mit Sicherheit richtig. Aber in unseren Tests hat sich das Ranking von diversen Test-URLs durch die Weiterleitung keinen Deut verändert. In der Masse mag das etwas ausmachen, schließlich muss Google auch den Linkgraph neu berechnen. Du solltest daher vorsichtig sein. Für eine sinnvollere URL-Struktur würde ich das Risiko in den meisten Fällen allerdings eingehen.

24. Https verbessert mein Ranking.

Https mag ein offizieller Rankingfaktor sein. Aber unserer Erfahrung nach ist dieser nicht spürbar. Womöglich gleicht dieser nur die Nachteile von https aus. Am Ende bist Du bei Plus-Minus-Null.

25. Häufige Aktualisierung verbessert das Ranking.

In manchen brandaktuellen Bereichen mag das zutreffen. In den meisten anderen Fällen bringt Dir das aber nichts. Im Gegenteil: Bei sehr kompetitiven Bereichen kann die Aktualisierung des Contents sogar zu einer kurzfristigen Zurückstufung führen (offenbar aus Vorsicht).

26. Alt-Attribute sind das wichtigste Kriterium bei der Bilder-Optimierung.

Wer sich ein wenig mit Bilder-SEO auseinandersetzt – und vor allem wer das lesenswerte Ebook von Martin Missfeldt kennt -, weiß, dass das Alt-Attribut nur einen geringen Teil zum Bilderranking beiträgt. Viel wichtiger ist da beispielsweise der umliegende Text oder Konsistenz in der Verwendung.

27. Das wichtigste Keyword sollte in der Domain stehen.

Keyworddomains haben einem früher einen enormen Rankingvorteil verschafft. Heute gilt das in geringerem Maße immer noch für die exakte Keyworddomain (keyword.de). Wer sich anfänglich mit SEO auseinandersetzt, meint unbedingt den wichtigsten Suchbegriff in der Domain haben zu müssen (keywordshop.de). Der Vorteil ist heutzutage aber verschwindend gering und für einen ordentlichen Markenaufbau oft sogar hinderlich: War die gute Seite jetzt keyword-shop.de oder keywordshop.com oder keywordshop.de?

28. Externe Seiten zu verlinken ist schlecht fürs Ranking.

Viele Webmaster haben Angst davor, externe Links zu setzen, denn rein rechnerisch bleibt so weniger „PageRank“ für die eigenen, internen Links. Dieser Effekt ist allerdings vernachlässigbar. Im Gegenteil scheint es sogar so zu sein, dass Links zu vertrauenswürdigen Quellen das Ranking begünstigen.

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SEO-Quiz: Was weißt Du über SEO?

Jetzt wo Du alles einmal gehört hast, kommt die Stunde der Wahrheit: Kannst Du echte SEO-Fakten von Irrtümern unterscheiden?

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5 Kommentare
    1. Christian 22. Februar 2018, um 13:49 Uhr

      Resultat: SEO-Lügendetektor 😀

    2. Dennis Schmitz 22. Februar 2018, um 18:12 Uhr

      Stimmt, vieles davon höre ich auch oft und immer wieder mal. Halten sich lange so manche Gerüchte.
      Wobei manches dennoch ratsam ist zu machen wie vernünftige ALT Texte. Auch wenn sie nicht viel für SEO bringen oder?

    3. Christoph Gärtner 25. Februar 2018, um 19:13 Uhr

      Das Quiz ist echt mega witzig 😀 So interaktiver Content erhöht sicher die Verweildauer, den Trust beim Nutzer und er macht auch echt Spaß.
      Überlege gerade, ob wir auch mal solche interaktiven Dinge nutzen sollten.
      Wie viel Prozent der Seiteneinsteiger nutzen denn das Quiz?

      Liebe Grüße aus Kassel
      Christoph

    4. Felix Meyer 26. Februar 2018, um 09:35 Uhr

      Danke, Christoph! Die Statistiken für den Beitrag sind gut – es ist aber nicht so, dass das jetzt auffällig gegenüber anderen gut laufenden Beiträgen ohne Quiz ist.

    5. Marc 27. Juni 2018, um 01:11 Uhr

      Das sind doch bloß Alternative Fakten 😉
      Gute Übersicht! Auch um mal beim eigenen SEO-Wissen etwas aufzuräumen.
      LG

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