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Mein Senf zur Ranking-Faktoren-Studie von Searchmetrics

2018-11-07
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von Julian Dziki18. Sep 2015 5 Kommentare

Searchmetrics hat vor sechs Wochen schon eine Studie zu den Rankingfaktoren 2014 veröffentlicht. Heute will ich (wie jedes Jahr) meinen eigenen, persönlichen Senf dazu abgeben.

ranking faktoren

Warum erst jetzt?

Warum schreibe ich sechs Wochen zu spät? Bisher habe ich immer etwas zu den Ranking Faktoren geschrieben (2012, 2013). Das Team von Searchmetrics steckt hier seit Jahren eine Menge Arbeit hinein und die Ergebnisse helfen jedes Jahr, die eigene Strategie bestätigt zu sehen oder die eigene Arbeit in Frage zu stellen. Dieses Jahr habe ich nicht darüber gebloggt, allerdings bereits zwei Stunden nach Erscheinen der Rankingfaktoren ein 20-minütiges Video auf Quondos.de darüber gemacht. Nachdem ich jetzt darauf hingewiesen wurde, dass ich nicht gebloggt habe, hier nun mein Senf dazu.

Was sind die Rankingfaktoren?

„Jährlich analysieren wir in unserer Ranking-Faktoren-Studie die Top 30 Suchergebnisse für 10.000 Keywords – und damit insgesamt ca. 300.000 URLs. Diese untersuchen wir einzeln auf eine Anzahl von Faktoren, die wir von Jahr zu Jahr erweitern – zum Beispiel die Anzahl von Backlinks, Textlänge sowie Keyword- und Content-Features. Die zugrundeliegende Frage dabei ist stets: Was unterscheidet Seiten, die auf den vorderen Suchergebnispositionen ranken von jenen, die weiter hinten in den SERPs platziert sind? Haben sie vielleicht mehr Backlinks/Text/Keywords/etc.?“

Mehr Infos zur Erhebung der Daten findet Ihr hier.

Die fünf Thesen von Searchmetrics und meine Meinung dazu

1. „Die Relevanz von Backlinks nimmt ab“

Dem stimme ich voll zu. Wichtig zu erwähnen ist, dass Backlinks nicht einfach weniger gewertet werden. Sondern, dass andere Faktoren mittlerweile viel stärker in die Gewichtung fallen. Früher konnte man schlechte Webseiten mit guten Links weit oben in den Suchergebnissen platzieren. Heute muss eine Seite „gut für den User“, d.h. im Sinne von Usability sein, damit sie überhaupt eine Chance hat. Backlinks sind dann die Kür. Sollten zwei Seiten eine ähnlich gute Nutzererfahrung haben, dann gewinnt die Seite mit mehr Links. Mein Fazit: Linkbuilding ist nicht tot – aber meistens gibt es viel wichtigere (und effektivere) Baustellen.

2. „Onpage-Optimierungen für optimale User Experience sind Grundvoraussetzung.“

Ja. Beziehungsweise eher „sollten Grundvoraussetzung sein“. Denn in der Praxis wird dieses Feld noch zu wenig von SEOs beackert. Searchmetrics hat hier richtig gute Werte gemessen ( u.a. Verweildauer und Absprungrate) und die Korrelation ist eindeutig.

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time on site

Seiten auf den vorderen Positionen haben eine höhere Verweildauer als Seiten auf den hinteren Positionen.

bounce rate

Auch die Absprungrate ist bei Seiten auf den vorderen Positionen weitaus geringer.

Dazu reicht aber auch ein Blick in mehrere, unterschiedliche Analytics Accounts: Die URLs mit einer geringen Absprungrate und hohen Verweildauer haben meist die besten Positionen. Dieser Rankingfaktor, den man „User-Happiness“ nennen kann, ist meiner Meinung nach der mit Abstand stärkste Ranking Faktor. Denn man kann auch eine URL mit so gut wie keinem Text für ein tolles Keyword nach vorne bringen, wenn die Nutzererfahrung Google mitteilt, dass der Content ranken soll.

3. „Social Signals sind ein Bonus für organische Rankings.“

Wie auch die Jahre zuvor sind diese Ergebnisse eher Korrelation als Kausalität. Gute, hochqualitative Seiten haben gute Rankings und bekommen gleichzeitig viele Likes. Sie sind aber nicht wegen der vielen Likes gut gerankt, sondern wegen ihrer guten Qualität. Wobei Google schon „ein bisschen“ die Trafficströme von Facebook / Twitter zu einer bestimmten Domain via Browserdaten (Chrome) ansehen wird – denn das können Facebook und Twitter ja nicht unterbinden.

„4. Das einzelne Keyword verliert immer mehr an Bedeutung.“

wortanzahl

In den Top 10 Ergebnissen sind es sogar 909 Wörter im Schnitt.

Ja, eindeutig. Es geht heutzutage um Themen, nicht mehr um Keywords. Google ist schon viel weiter als „Keyworddichte“ und auch WDF*IDF ist längst ein alter Hut. Interessant finde ich die steigende Wortanzahl: 2014 hatten Landingpages durchschnittlich 746 Wörter. Im Jahr 2015 waren es schon 829 Wörter. Ein Trend zu längeren Texten?

5. Holistischer Content

Gut, dieser Punkt ist natürlich leicht politisch, denn Searchmetrics hat die Research Cloud veröffentlicht, ein Tool mit dem man holistische Keyword-Sets finden kann. Trotzdem haben sie mit Ihrer Aussage Recht. Holistischer Content ist mittlerweile unabdingbar. Ich würde in zwei Dingen sogar noch weiter gehen:

  • Es geht bei holistischem Content nicht nur um einzelne Landingpages, sondern um komplette Domains. „Authority“ hat man es früher genannt – und dabei ging es eher um Links. Google schafft es, mittlerweile Autorität anhand von Texten / Menüstrukturen und Themenfeldern zu erkennen.
  • In diesem Zusammenhang sollte man aufpassen, dass man auf seiner Domain nicht Inhalte zum Thema „Bananen und Versicherungsvergleiche“ hat, sondern sich auf ein konkretes Thema fokussiert.
  • Man sollte sich nicht nur auf Tools verlassen, sondern besonders auf die Erfahrung und darauf, was ein User bei einer bestimmten Suchanfrage erwartet. Lest dazu auch „Wir haben nicht viel Zeit“ von 2013.

Fazit

Die Studie ist wie immer sehr gelungen. Dass der Blogbeitrag dazu von Searchmetrics nur ganze vier Trackbacks bekommen hat (die Studie von 2012 hatte satte 77 (!) Trackbacks) zeigt, wie wenig sich auch Google heutzutage auf Links verlassen kann. Für nächstes Jahr wünsche ich mir von Searchmetrics, dass der Bereich „User Experience“ in der Studie stark ausgebaut wird. Die Crux: Nur Google hat hier wirklich gute und verlässliche Daten. Zudem ist es eigentlich nicht so wichtig, welcher Faktor jetzt tatsächlich messbar die Rankings bei User-Experience beeinflusst: Anstatt zu faken,sollte man seine Seite lieber wirklich gut für die User machen.

Aber eines ist klar: „Onpage Optimierung und dann ein paar Links drauf“ ist 2015 endgültig vorbei.

Der Link zur Studie: Searchmetrics.com/de/knowledge-base/ranking-faktoren/

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Über den Autor
Wie andere Fussballprofi werden wollten, so wollte Julian immer schon im Online Marketing arbeiten. Den Blog Seokratie.de startete er 2008 neben seinem Studium. Aus dem Hobby wurde sein Beruf: Heute ist er Geschäftsführer und Inhaber der Online Marketing Agentur Seokratie mit über 20 Mitarbeitern. Er ist Autor von "Suchmaschinen-Optimierung für Dummies", das 2018 im Wiley Verlag erschienen ist. Hier findest Du alle Beiträge von .

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5 Kommentare
  1. Alex 19. September 2015

    Schöne Zusammenfassung, danke!

  2. Peer 23. September 2015

    Schade das interne Sprungbefehle nicht analysiert worden sind. Gerade bei langen Landingpages mit einer Wortanzahl größer als 500 Wörter macht dies meiner Meinung nach Sinn. User finden die Inhalte die sie suchen und Google findet eine gute Struktur

  3. Jan 24. September 2015

    An Peer. Ich gehe davon aus, dass die Verlinkungen auf die internen Sprungbefehle, wie interne Links gewertet werden. Allerdings bezweifele ich, dass den Sections dadurch mehr Power zugute kommt.

  4. Florian 7. Oktober 2015

    Ich denke auch, dass sich der Trend hin zu „geilem“ Content immer weiter fortsetzen wird. Ich bin aber gespannt, wie sich die Backlink Thematik weiterentwickeln wird.

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