So zahlt sich Content Marketing aus – Der Berliner Startup-Gehaltsreport von Jobspotting unter der Lupe!

2016-08-09
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30. Mai 2016 Content Marketing 3 Kommentare

Liebe Leser, ich möchte euch auch heute ein gelungenes Beispiel für Content Marketing vorstellen – den Berliner Startup-Gehaltsreport von Jobspotting.com – und anhand dessen zeigen, warum sich user-orientiertes Denken auszahlt. Als Schmankerl gibt es noch ein Interview mit Gründer & COO Robin Haak mit Insiderinfos.

Jobspotting im Interview

Dass Content Marketing DAS Medium ist, um sich von seinen Wettbewerbern abzusetzen, die Marke zu stärken und User zu gewinnen bzw. zu binden, ist meine tiefste Überzeugung. Dabei gibt es unterschiedliche Herangehensweisen.

Während eine Content-Marketing-Strategie eindeutig langfristige Ziele verfolgt, ist eine Kampagne meist eher kurz- bis mittelfristig ausgerichtet, zeitlich begrenzt und zeigt, wenn sie fruchtet, auch schnell konkret erfassbare Ergebnisse. Eine Kampagne kann aber durchaus auch Teil einer Content-Marketing-Strategie sein.

In beiden Fällen geht es darum, die Zielgruppe (Buyer Personas) anzusprechen und Mehrwert zu bieten.

Aktuelles Beispiel: Gehaltsreport der Jobplattform Jobspotting.com

Bei der Kampagne, die ich euch hier vorstellen möchte, handelt es sich um den großen Berliner Startup-Gehaltsreport , veröffentlicht Mitte Mai 2016. Die Daten beruhen auf der Befragung von über 3.300 Personen und wurde mit einem sechsköpfigen Team umgesetzt.
Wahrscheinlich habt ihr darüber auch schon etwas in den Sozialen Medien oder in einer der großen Zeitungen Die Zeit und Bild sowie zahlreichen Online Plattformen gelesen, die den Report als Quelle aufgriffen.

Hintergrund für den großen Berliner Startup-Gehaltsreport

Hintergrund der Kampagne ist, wie Robin Haak, Gründer & COO von Jobspotting.com, sagt, dass sowohl bei Berlin Startup Jobs wie auch bei Jobspotting insbesondere von Jobsuchenden zahlreiche Anfragen zu Informationen über Startup-Gehälter eingegangen sind.

Wie wir ja alle wissen, sind Gehälter in Deutschland ein wohlbehütetes Geheimnis. Denn „Über Geld spricht man nicht” – und das gilt auch für das Einkommen. Bei der Jobsuche und in Gehaltsverhandlungen können solche Informationen allerdings enorm wertvoll sein. Als die Gründer von Jobspotting.com den Bedarf sahen, entschieden sie sich dafür, Jobsuchenden verlässliche Daten über Verdienstmöglichkeiten an die Hand zu geben.

Wir haben mit Robin über das Projekt gesprochen und ihn über Antrieb, Planung, Arbeitsprozesse und Erfolgsmessung ausgefragt.

Im Interview – 10 Fragen, 10 Antworten mit Robin Haak

Robin Haak-COO & Gründer Jobspotting

Gründer und COO von Jobspotting, Robin Haak.

Was war euer Antrieb, eine solche Kampagne zu starten? Und warum ausgerechnet zum Tabuthema Gehalt?

Wir wollten Jobsuchende unterstützen. Aus unserer Sicht kann man nur dann kluge Karriereentscheidungen treffen, wenn ausreichend Informationen über die Stelle, das Unternehmen und die Branche vorliegen. Beim Thema Gehalt – insbesondere in der noch jungen Digitalszene – ist das leider bisher nicht der Fall. Mit unserem großen Berliner Startup-Gehaltsreport haben wir jetzt einen ersten Schritt in Richtung größerer Gehaltstransparenz getan.

Wie seid ihr das Ganze angegangen?

Hessam Lavi, Mitgründer von Jobspotting und Gründer der Jobplattform Berlin Startup Jobs, hat das Ganze zunächst bei Berlin Startup Jobs gestartet. Seit 2013 konnten Nutzer seiner Plattform an der Umfrage teilnehmen. Bis 2015 haben wir dadurch Daten von über 3.300 Leuten erhoben. Anschließend haben wir uns die Ergebnisse angesehen, die Datensätze bereinigt und nach zuvor abgesteckten Aspekten (beispielsweise Gehaltsunterschiede nach Geschlecht, nach Arbeitsbereich, nach Berufserfahrung etc.) ausgewertet. In Zusammenarbeit mit der Hochschule Aalen haben wir die Studie schließlich erstellt und veröffentlicht.

Jobspotting Tabelle-Full time Salaries vs Type of Work in Berlin

Ziel des Reports ist die Unterstützung für Jobsuchende: Es ist ein erster Schritt in Richtung größerer Gehaltstransparenz!

Wie lange hat es insgesamt gedauert?

Die Datenerhebung, -bereinigung und -auswertung hat sich über rund zwei Jahre erstreckt. Das Texten der Studie dauerte etwa drei Monate, und in den PR-Push haben wir noch einmal etwa zwei Wochen investiert.

Konntet ihr den Zeitplan einhalten, den ihr euch vorgestellt hattet?

Es hat wesentlich mehr Zeit in Anspruch genommen. Das lag vor allem daran, dass wir einen hohen wissenschaftlichen Anspruch an die Studie hatten und eine saubere Auswertung der Daten bieten wollten. Wir sind ein Unternehmen mit einem datengetriebenen Produkt - bei uns ist mit Daten nicht zu spaßen.

Wie wurden die Aufgaben im Vorfeld verteilt?

Alle Aufgaben rund um die Daten lagen bei unserem Chief Data Officer Jan Backes. Prof. Dr. Ingo Scheuermann von der Hochschule Aalen hat dafür gesorgt, dass wir dem wissenschaftlichen Anspruch gerecht wurden. Unser Geschäftsführer Hessam Lavi hat sich um die grafische Aufbereitung gekümmert. Die Verantwortung für die PR-Kampagne lag bei mir. Unterstützt wurde ich dabei von unserem Redaktionsteam, das auch die Studie korrekturgelesen und sprachlich verfeinert sowie die begleitenden Texte und Artikel erstellt hat.

Hattet ihr euch im Vorfeld Ziele gesetzt? Wenn ja, welche?

Wir hatten einen Zeitplan erstellt, der konkrete Milestones für die Datenerhebung, Aufbereitung, Design, PR etc. enthielt.

Gehaltsreport Jobspotting in Bild und Die Zeit

Auch im Print wird der Gehaltsreport aufgegriffen: Bild und Die Zeit zitieren Jobspotting!

Lief von der Umsetzung her alles wie ihr es euch vorgestellt hattet, oder gab es Komplikationen an bestimmten Stellen?

Durch den hohen wissenschaftlichen Anspruch hat sich die Veröffentlichung wesentlich verzögert. Außerdem hätten wir uns natürlich eine noch größere mediale Abdeckung auch international gewünscht.

Was waren die größten Probleme/ Herausforderungen?

Wir sind ein kleines Team. Jeder von uns, der an der Studie beteiligt war, ist eigentlich Vollzeit mit anderen Themen betraut. Durch den wissenschaftlichen Anspruch hat die Arbeit dann auch noch deutlich länger gedauert. Das war schon eine sehr intensive, aufreibende Zeit, doch wir sind froh, dass wir uns an das Thema herangewagt haben. Und natürlich auch ein bisschen stolz auf das, was wir erreicht haben.

Der Report wurde von zahlreichen Magazinen sowohl online als auch im Print zitiert, darunter Spiegel.de, Bildzeitung, Blogs u.v.m:

Spiegel Online, Von wegen fair: Berliner Start-ups zahlen Frauen bis zu 25 Prozent weniger als Männern, (11.05. 2016).

t3n, Was man bei Startups in Berlin wirklich verdient, (11.05. 2016).

Gründerszene, Der Berliner Startup-Gehaltsreport – und was verdienst Du?, (11.05.2016).

deutsche startups, Frauen verdienen in der Startup-Szene 25 % weniger, (11.05. 2016).

manager magazin, Berliner Start-ups zahlen Frauen 25 Prozent weniger als Männern, (11.05.2016).

Business Insider, Startup-Gehaltsreport: Ist die Berliner Gründerszene wirklich arm, aber sexy?, (11.05.2016).

The Next Web, Why it’s better to be a developer at a tech startup if you can’t be its founder, (12.05.2016).

Wirtschafts Woche Gründer, Berliner Start-ups: Lohnkluft zwischen Männern und Frauen, (12.05.2016).

Tagesspiegel, Frauen verdienen 25 Prozent weniger als Männer, (13.05.2016).

Edition F, Was verdient man im Startup wirklich? Die überraschenden Ergebnisse des Berliner Gehaltsreports, (10.05.2016).

 

Seid ihr mit dem Ergebnis zufrieden?

Wir sind sehr zufrieden. Vor allem aber deshalb, weil wir sehr viel positives Feedback von unseren Nutzern und anderen Jobsuchenden erhalten haben.

Unser Erfolg ist ja in erster Linie, dass unsere Jobsuchenden jetzt etwas haben, das sie sich gewünscht haben und vergleichen können. Das ist doch wunderbar und der wesentliche Erfolg. Natürlich können wir Erfolg auf Content klar bemessen. Wir sind eine Big Data Firma, wir messen alles. Google Analytics, Mixpanel, Adjust und viele eigene Tools sind unser täglich Brot.

Woran messt ihr den Erfolg? 

Also KPI-driven natürlich daran, ob es bei uns mehr Traffic oder Signups gab und ob der Artikel langfristig rankt. Das kann ich jetzt schon mit Ja beantworten. Unsere wichtigste KPI ist jedoch Retention (Anm. d. Verf.: Kunden- bzw. Userbindung) und ob die Qualität stimmt. Das kann man nach 2 Wochen schwer sagen, aber Outclicks lassen auch darauf hindeuten.

Gehaltsreport Twitter_ Jobspotting

#BerlinStartupSalaries: Auf Twitter herrschte zum Report auch reges Gezwitscher!

Content Kampagne als Sparringspartner für die Content Strategie

Der Gehaltreport allein hat es geschafft, innerhalb von kurzer Zeit viel Sand aufzuwirbeln. Doch damit nicht genug. Jobspotting setzt auch abseits der Kampagne mit ihrem Journal auf „hochqualitativen Content“, auf „Qualitätsjournalismus, der uns am Herzen liegt, um Nutzern echten Mehrwert zu geben“, wie Robin uns erklärt.

Journal by Jobspotting

Im Journal gibt es Informationen rund um das Thema Karriere.

Dass von so einer Kampagne auch die langfristige Content Strategie profitieren kann, zeigen die folgenden Beiträge, die auf dem Journal von Jobspotting nach der Veröffentlichung des Reports erschienen sind. Nach Hands on-Mentalität wird dem User noch einmal explizit gezeigt, wie er die Daten aus dem Gehaltsreport bei der Jobsuche für sich nutzen kann. Oder es werden besonders brisante Details, die für Gesprächsstoff gesorgt haben, fokussiert und erläutert, wie z.B. die Gender Pay Gap und die Frage, wer am meisten und wer am wenigsten verdient.

Welcher User möchte nun nicht über diese Plattform nach Jobs suchen?

Von der Theorie zur Praxis

Ihr plant eine Content-Marketing-Kampagne? Dann solltet ihr folgende Schritte beachten:

  • Organisiert zur Themenfindung ein Brainstorming mit eurem Team: So können Themen entstehen, an die ihr vorher im Traum nicht gedacht hattet.
  • Legt im Vorfeld schon die Zielperson (Persona) fest, die mit eurem Content angesprochen werden soll.
  • Entwickelt ein Konzept! So könnt ihr die einzelnen Schritte skizzieren und euch einen Plan zurechtlegen. Beantwortet Fragen wie: Wer übernimmt im Team welche Aufgabe und welche Schritte müssen abgearbeitet werden? Müssen Experten mit einbezogen werden? Was bzw. wen braucht ihr für die Umsetzung? Wie viel Budget steht euch zur Verfügung? u.v.m.
  • Definiert klare Ziele! Um am Ende messen zu können, ob die Kampagne erfolgreich ist, müsst ihr im Vorfeld wissen, was ihr mit der Kampagne erreichen wollt.
  • Welche Inhalte sollen thematisiert werden und wie wollt ihr sie umsetzen? Wird es ein Blogbeitrag, eine Infografik, ein Video oder gar eine Umfrage, die sich auf Userdaten stützt? Oder doch ein E-Book?
  • Zu guter Letzt denkt auch an Seeding bzw. PR: Die beste Kampagne wird ungelesen bleiben, wenn ihr euch nicht um diesen Punkt kümmert.

Fazit

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, dass der Kunde König ist bzw. sein muss. „Content is King“ gilt demnach nur dann, wenn auch der Kunde als König gesehen wird. Findet die Nadel im Heuhaufen, die den Unterscheid macht!  Was wollen eure User lesen, was beschäftigt sie und wie könnt ihr ihnen helfen? Auch wenn das vielleicht zwei Jahre dauert und ein großes Team, enormen Aufwand und das Einbeziehen von Experten bedeutet – nichts macht sexier, als Lösungen für ein Problem zu bieten. Eure User werden es euch danken!

Wie ist eure Meinung dazu? Welche Erfahrungen habt ihr mit Content Marketing Kampagnen sammeln können? Was sind eure Favoriten unter den Content Kampagnen?

Ihr habt eine Frage zu Content Marketing oder zu Online Marketing generell? Dann stellt sie einfach über Seokratie hilft!

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3 Kommentare
    1. Peter 30. Mai 2016, um 23:22 Uhr

      Glückwunsch zu diesem gelungenen best-practice!

    2. Ralf 1. Juni 2016, um 19:33 Uhr

      Gelungenes Beispiel für eine gut umgesetzte Kampagne. Wäre spannend zu lesen, wie hoch das vorhandene Budget war.

    3. Martin 1. Juni 2016, um 19:45 Uhr

      Erstmal Hut ab was mit diesem kleinen Team von 6 Leuten auf die Beine gestellt wurde. Es ist mal wieder wahnsinnig zu sehen wie man mit gutem Content der den User trifft hohe Wellen schlagen kann. Kurz zum Thema des Reports. Ich finde es klasse das es so einen Report für Berlin gibt, das wird den einem oder anderen bei seinen Verhandlungen noch eine richtige Hilfe sein

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