Wie wichtig ist Webdesign für SEO?

30. Mai 2014  |     |  10 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

Auf den ersten Blick scheinen Webdesign und SEO nicht viel miteinander zu tun zu haben. Doch der Schein trügt: Ohne ein gutes Design hat man enorme Nachteile bei Google & Co.!

Die Urfassung von Seokratie

Seokratie.de im Jahr 2008

SEO und Webdesign früher

Früher war das Design für SEO ziemlich egal. Wenn ich eines meiner eigenen Projekte auf ein neues Design umstellte, musste ich nur aufpassen, dass nicht diverse Seitenelemente verloren gingen. Das war zum Beispiel die Wiederholung des Keywords im Footer oder bestimmte Textelemente. Ansonsten wurde man als SEO höchstens damit belohnt, dass auf eine gut designte Seite öfter verlinkt wurde als auf eine nicht so schöne Seite.

SEO und Webdesign heute

Positive oder negative Usersignale machen einen großen Teil des Kuchens bei SEO aus. Und da bekanntlich Internetnutzer sehrt intuitiv vorgehen und nur wenig lesen (bis auf Euch natürlich!) muss man sich heute beim Design als SEO mehr Mühe geben als früher noch. Ein verhunztes neues Design kann enorme Rankingverluste bedeuten.

Dabei geht es nicht mehr nur wie früher darum, ob alte URLs korrekt weitergeleitet werden oder Textelemente verschoben wurden, sondern eben auch um die User Erfahrung: Gefällt der Zielgruppe das neue Design besser als das alte? Neu und modern muss dabei nicht immer auch gut bedeuten. In vielen Branchen stehen User eher auf trockene Designs.

Google kann sehen!

Der Googlebot liebt es, wenn der Hauptcontent so weit oben wie möglich steht. Auch Google schreibt in seinen internen Search Quality Guidelines:

„• The page layout on Highest quality pages makes the MC [Main Content] immediately visible (“front and center”).
• The space on Highest quality pages is used well.
• The SC on Highest quality pages is helpful and contributes to a very satisfying user experience.“

Ein wichtiger Punkt für Quality Rater beim Bewerten einer Webseite ist also, ob der Hauptcontent sofort (ohne scrollen) sichtbar ist, aber auch ob das Screendesign einer Seite für den User hilfreich ist. Dabei muss das Design nicht immer total fancy und stylisch sein, sondern sich dem Zweck der Seite anpassen. Die eiserne Regel bei Google lautet: Ist das Design für den Zweck der Webseite ausreichend, empfehlen die Googler hier den Quality Ratern, trotzdem das „Highest Quality“ Page Rating zu vergeben.

Tipp: Früher war es gängige Praxis, den Content mit CSS so zu bearbeiten, dass er optisch zwar am Ende der Seite lag, im Quellcode allerdings ganz weit oben verfügbar war. Diese Praxis ist heute nicht mehr sinnvoll. Webdesigner können also aufatmen und müssen diese sinnlose Taktik nicht mehr durchführen.

 

Google hat sehen gelernt! Ihr könnt sehen, was Google sieht. In den Webmastertools unter „Abruf wie durch Google“ gibt es seit einigen Tagen eine Funktion „Abrufen und Rendern“.

So sieht Google Seokratie

rendern2

So sieht meine Webseite für Google aus – alles in Ordnung!

 

Features bei „Abrufen und Rendern“ in den Webmastertools

  • Ihr seht die Seite so, wie sie Google sieht und wie sie auch die meisten User sehen sollten
  • Ihr seht Fehlermeldungen, etwa wenn CSS-Stylesheets in der robots.txt gesperrt sind
  • Ihr könnt die Seite auch mobil abrufen und seht sie dann wie ein Handynutzer!

Nutzt diese Funktion unbedingt! Mehr Infos dazu bekommt Ihr im Google Webmastercentral Blog.

Mobiles Design und SEO

Grob geschätzt 30 % aller Webseitenbesucher durch alle Branchen hinweg kommen mittlerweile mit einem Smartphone oder Tablet auf die Seite. Wer also im Jahr 2014 noch keine Webseite hat, die diesen Umstand berücksichtigt, der verzichtet freiwillig auf ein Drittel seiner (meist besonders aktiven!) User. Das hat eigentlich nicht viel mit SEO zu tun, aber gerade in Deutschland sind wir hier noch in der Steinzeit. Es gibt tatsächlich noch große Zeitungen oder Magazine, die nicht auf mobile optimiert sind.

  • Große Webseitenstrukturen lassen sich mobile nicht so darstellen wie auf dem Desktop. Achtet hier auf eine gute Menüführung
  • Achtet darauf, dass auch Eure Bilder und Grafiken sich dem Smartphone anpassen!
  • Fragt die User nicht, ob sie zur „mobilen Seite weitergeleitet werden wollen“. Tut es einfach! Und wenn Ihr es dann tut, leitet sie auf die Unterseite, auf die sie ursprünglich wollten und nicht einfach nur auf die Startseite
  • Lest die Google Ressourcen zu dem Thema!
  • Kurz: Kümmert Euch um Mobile! Wenn Euer Webdesigner das nicht automatisch im Blick habt: Trennt Euch von ihm. So etwas kann man 2014 nicht mehr verzeihen.

Fazit: Webdesign und SEO

  • SEO sollte sich dem Webdesign, insbesondere aber der Usability unterordnen: Zuerst kommt der User, dann kommen Keywords und „SEO-Elemente“ –> Lest diesen Artikel!
  • Denkt dabei an Eure Zielgruppe! Was gefällt Euren Usern?
  • Vermeidet typische Webdesign Fehler für SEO
  • Habt immer ein Auge auf die Ladezeit Eurer Webseite!
  • Seht Euch an, wie Google Eure Seite rendert und merzt entsprechende Fehler aus
  • Kümmert Euch um Mobile, es wird nicht weniger werden sondern mehr!

Was sind Eure Meinungen und Erfahrungen?

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10 Kommentare

  • Danke für die Tipps, vor allem nachzusehen wie Google die Seite sieht.
    Im Grunde kann man aber statt von SEO von Google-SEO sprechen?
    Oder handhaben das Bing und andere Suchmaschinen auch so?

  • Mal wieder ein großartiger Artikel, den ich am liebsten jeden Kunden schicken würde. Da wird häufig nicht eingesehen, dass ohne eine solide gute Webseite man gar nicht erst mit SEO anfangen braucht. Und der mobile Traffic hat bei mir auf News-Seiten mit vielen Facebook-Besuchern schon über 70 %. Da ist ein responsive Design unabdingbar und langsam nehmen auch die Bestellung eines solchen bei mir zu. 🙂

  • Xovilichterblog

    Top Beitrag, sauber beschrieben. Das Auge isst ja bekanntlich immer mit. User die auf unattraktive Sites stoßen werden zügig das Weite suchen, den Service wohl eher nicht annehmen. Optik/Design SEO und Conversion Optimierung mMn die Erfolgsfaktoren. Grüße aus Stuttgart

  • Ich stimme dem Artikelinhalt voll und ganz zu. Ich finde es absolut verwunderlich, dass viele Leute gutes Webdesign für unwichtig erklären und nur auf SEO-Maßnahmen setzen. Dabei ist doch eine gute Usability, die mit einem guten Webdesign einhergeht doch unerlässlich für einen insgesamt erfolgreichen Internetauftritt 🙂

  • Stephan

    Hallo Julian, danke für den Artikel. Die Beziehung zwischen Webdesign und SEO versuche ich unseren Kunden imme wieder klar zu machen. Jetzt kann ich auf diesen Artikel verweisen 😉

    „Wer also im Jahr 2014 noch keine Webseite hat, die diesen Umstand berücksichtigt, der verzichtet freiwillig auf ein Drittel seiner (meist besonders aktiven!) User.“
    Da muss ich dagegenhalten. Wieso verzichte ich dann gleich auf ein Drittel? Nur weil meine Website nicht für ein Tablet oder sonstwas optimiert wurde heißt das ja noch lange nicht, dass die Besucher gar nicht kommen. Sie sehen dann die normale Version. Oft ist mir das sogar lieber (weil die Smartphone-Version schrecklich ist oder im Vergleich zur normalen Websites Infos fehlen).

  • Bin ich auch dafür. Webdesign muss einfach stimmen. Der erste Eindruck zählt immer! Wie bei uns Menschen. Deshalb ist auch aktuelles Webdesign so wichtig. Natürlich spielt der SEO- Wert auch eine sehr grosse Rolle. Man will ja natürlich auch gefunden werden. Auch spielt die Übersichtlichkeit eine grosse Rolle. Wer will schon eine Webseite, welche voll gestopft mit Informationen ist.

    Beste Grüsse
    Willi

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