Geld mit Partnerprogammen verdienen
07. Jul 2009
Nun ein weiterer Teil meiner kleinen Blogserie: Affiliate- bzw. Partnerprogramme. Ich kann nur ein paar ganz allgemeine Tipps geben, da das Thema so umfangreich ist. Am Ende des Artikels gibt es dafür eine kleine Linkliste mit weiteren Ressourcen.

Bleib am Produkt!
Egal, was man für eine Seite hat – wenn man Affiliateprogramme bewirbt, sollte man sich möglichst nahe an der Conversion (=dem Verkauf) bewegen. Sprich: Ich schreibe nicht über “Flachbildfernseher”, sondern über den Fernseher von Samsung, den ich selbst benutze. Klar kann man sich jetzt nicht fünfzig Fernseher kaufen – aber man kann zum Beispiel andere Testberichte aggregieren und immer 10 Links zu verschiedenen Tests setzen (=Mehrwert) oder sich einfach ein geballtes Wissen in diesem Thema aufbauen, so dass man die Fernseher schon anhand ihrer technischen Daten einschätzen kann. Wichtig ist eben “das” bestimmte Produkt und nicht generelle Infos über Produkte aus einer bestimmten Reihe.
Idealfall
Normalerweise hat ein Kaufvorgang im Internet mehrere Stufen. Am Anfang steht die generelle Information über Flachbildfernseher. Dort sind die riesigen Portale und Info-Seiten, die über TKP- Postview Vermarktung ihr Geld machen. Nachdem sich die Leute erkundigt haben, favorisieren sie einen Fernseher. Aber ist er der Richtige? Sie suchen nach diesem genauen Modell und finden euren Bericht dazu. “Ach, da ist ja gleich der Link zum günstigsten Angebot” und schon habt ihr einen Sale.
Ihr müsst aber vor allem wissen, wie die Leute in eurem Umfeld suchen. Wer eine Reise buchen will, der besucht viele Webseiten bis er wirklich bucht und braucht bis zu 60 Tage von der ersten Suche bis zur Buchung ( es gab mal eine Statistik dazu, ich finde aber die Quelle nicht mehr). Wer hingegen nach einem bestimmten Computerspiel sucht, der will ein paar (vertrauenswürdige) Meinungen und kauft das Spiel dann unter Umständen schon am selben Tag.
Auch wenn ihr kein Affiliateprogramm, sondern nur Adsense einsetzt, dann klicken die Leute eher wenn ihr am Produkt nahe dran seid. Ist doch klar: Ein Artikel, der die Situation für Urlauber auf den Seychellen beschreibt, macht mehr Lust auf Urlaub als ein Text “Über die Seychellen”. Nachdem ihr euren Traffic mit SEO gesteigert habt, müsst ihr nun euren eTKP steigern: Ihr könnt für das gleiche Thema entweder 2 oder 200 € für 1.000 Besucher verdienen – je nachdem wie eure Webseite aufgebaut ist. Warum sonst gibt es unzählige Preisvergleiche? Weil sich dort eben die kaufbereiten User tummeln.
Aus SEO Sicht sollte man überlegen: Was gibt der User ein, wenn er kurz vor der Conversion steht?
Weniger Links
Ihr müsst das Gleichgewicht zwischen einer reinen “Sales”-Seite und einem Informationsportal halten. Eine reine Informationsseite bekommt viele freiwillige Backlinks, macht aber oft nur wenige Affiliate-Sales, während eine “Sales”-Seite wenige freiwillige Backlinks generiert, dafür aber im Vergleich eine weit höhere Conversionrate hat. Im Idealfall habt ihr auf eurem Hauptprojekt sowohl Informationsseiten, die Links anziehen – als auch “Sales”-Seiten, die Leads und Sales generieren.
Welches Partnerprogramm?
Zuerst sollte man sich seine Konkurrenz ansehen und was für Programme diese bewirbt. Oft haben aber auch die nicht wirklich eine Ahnung (oder andere Konditionen), daher heißt es: Ausprobieren! Achtet vor allem auch auf Partnerprogramme die Post-View erlauben und/oder Cookie-Dropping tolerieren. Post-View, Cookie-Dropping und auch Brand-Bidding Affiliates lassen eure Sales in den Keller gehen. Aber auch wenn es das Partnerprogramm so handhabt, kann es immer noch bessere Conversions bringen als ein “normales” Partnerprogramm. Große Marken verkaufen sich immer gut.
Vorsicht vor schwarzen Schafen
Affiliate Flop Nr. 1: Erst gibt es unglaublich viele Sales – dann werden sie alle storniert. Achtet darauf, ob es logisch erscheint oder ob euch der Merchant einfach nur über den Tisch ziehen will. Im Handybereich sind hohe Stornoraten ganz normal. Wenn das aber in einem anderen Bereich passiert, dann solltet ihr schon einmal nachforschen und überlegen ob es realistisch ist.
Affiliate Flop Nr. 2: Rechtlicher Beistand. Man darf Produktbilder sehr oft für die Bewerbung des Partnerprogramms benutzen. Neulich bekam ich dann wegen eines solchen Produktbildes eine Abmahnung. Der betreffende Merchant hatte ein Bild unerlaubterweise verwendet. Ich hingegen hatte mich darauf verlassen, dass ich das Produkt einbinden durfte. Als ich anfragte, ob der Merchant mir in dieser Sache helfen würde, weil sie ja letztlich den Fehler begangen hatten, ließ man mich im Regen stehen und half mir nicht. Im Gegenteil: Als ich damit drohte den Merchant in Regress zu nehmen, bekam ich die Antwort: “Denk dran. Gerichtsstand is Luxemburg”. Eine sehr miese Aktion des (sehr bekannten) Merchants, den ich seitdem nicht mehr aktiv bewerbe. Wenn es ernst wird, ist der Affiliate also sofort der Feind.
Affiliate Top: In einem anderen Fall passierte etwas Ähnliches bei Spreadshirt. Wieder war ich nicht schuld, da der abgemahnte Content wieder vom Merchant kam und automatisiert in jeden Shirt-Shop eingefügt wurde. Spreadshirt übernahm die Kosten jedoch ohne Murren freiwillig und ich musste nichts bezahlen. So sollte ein Merchant handeln – außer natürlich der Affiliate ist wirklich schuld.
Affiliate Flop Nr. 3: Einige Affiliate-Netzwerke und Agenturen. Viele versprechen euch das Blaue vom Himmel (Conversionrates von 10%) und belügen euch damit einfach dreist. Wenn jemand so etwas einmal bei mir macht, arbeite ich mit dieser Person nicht mehr zusammen. Das könnt ihr auch als kleine Affiliates machen (bin ja auch kein “Großer”): Ihr habt die Wahl, das ist das Schöne am Affiliate-System. Nehmt lieber jemanden, der sich um euch kümmert, ehrlich ist und der mit euch zusammenarbeitet. In solchen Fällen ist mir eine niedrigere Provision dann nicht so wichtig. Besonders hervorheben sollte man zum Beispiel Bianca Jacobi. Eine glühende Verfechterin eurer Interessen, 100% zuverlässig und eine der kompetentesten Figuren in der Affiliate Branche, die wirklich Ahnung von dem hat, was ihr macht. Wenn ihr eine Seite habt die in ihr Umfeld passt: Macht was mit ihr zusammen!
Wie Ulrich Roth es neulich in seinem Vortrag gesagt hat: Achtet darauf, ob die Merchants & Agenturen euch als Partner betrachten oder lediglich als Ressource um Geld zu verdienen. Partner helfen einander und betrügen sich nicht oder lassen den Partner im Stich. Achtet darauf, wie sich Merchants in solchen Fällen verhalten.
Bleibt sauber!
Umgekehrt gilt das natürlich auch: Macht keinen Mist! So etwas spricht sich schneller rum, als man denkt und ihr seid auf alle Zeiten gebrandmarkt! Arbeitet seriös und dreht keine krummen Dinger. Vielleicht verdient ihr dann kurzfristig etwas mehr. Wenn man aber eure Provisionen einfriert und euch aus dem Programm oder sogar dem Netzwerk wirft, ist das sicher nicht mehr so lustig.
Welches Netzwerk?
Ich arbeite mit vielen Netzwerken, wobei ich keines uneingeschränkt empfehlen kann. Je schlechter die angebotenen Programme, desto besser ist in der Regel der Support und desto mehr wird für das jeweilige Netzwerk geworben. Eine gute Übersicht wer welches Programm anbietet, kann man bei Markus auf AffiliXx.com ansehen.
Mini-Programme und Direktkooperationen
Manchmal sind die “ganz Kleinen” die besten Partnerprogramme. Viele sind nicht bei einem Netzwerk angemeldet und bieten das Partnerprogramm direkt an. Sucht einfach mal bei Google und ihr werdet einige finden. Hier ist man oft froh über jeden zusätzlichen Euro. Auch Direktkooperationen von Firmen, die überhaupt kein Partnerprogramm anbieten sind manchmal sehr lohnend (für beide Seiten).
Praxis: Deeplinks & Textlinks
Vergesst Banner. Als Banner könnt ihr Adsense nehmen – aber in der Regel bewirbt man Partnerprogramme am besten mit Textlinks (zumal Adsense auch eher Textlinks sind). Wenn ihr ein bestimmtes Produkt bewerbt, dann verlinkt es mit einem Textlink, und zwar direkt per Deeplink auf das Produkt, nicht auf die Homepage des Anbieters. Deeplinks sind ein Must-Have, weil sich niemand durch einen kompletten Shop klicken will wenn er von einer anderen Seite kommt.
Wenn ihr Banner benutzen wollt, dann nehmt euch große und bekannte Marken. Diese haben meist die beste Klickrate. Sind die Banner zu schlecht, dann macht eigene Banner – ist ja nicht verboten!
Links
Hier noch eine kleine & unvollständige Liste an Ressourcen, die man sich noch ansehen sollte:
- www.affiliate-marketing.de
- www.affiliateboy.de
- www.affiliateundrecht.de
- blog.david-deutsch.com
- www.100partnerprogramme.de
- www.abakus-internet-marketing.de Partnerprogamm Unterforum
Bild: SEO Campixx 2009 – ein Bullriding Affiliate bei der Arbeit
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Kategorie: Werbung
About the Author: Julian Dziki is an SEO, Online Marketer & Affiliate since 2007.
Comments (12)
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Hey Julian, cool, dass du mein Bild genommen hast.
Liebe Grüße,
John
Hallo “John”. Einen so galanten jungen Mann muss man einfach auf seine Webseite bringen – immer wenn sich die Möglichkeit dazu bietet.
Also Julian, das finde ich nicht so nett, wie du mit deinen treuen loyalsten Usern umgehst
Sehr interessanter Beitrag! Sogar einige Sachen dabei, die ich noch nicht wusste… ist es eigentlich erwiesen lukrativer, wenn man z.b. einen Blog über Keyboards hat und dann Produktrezensionen schreibt? Oder sind die Verdienstmöglichkeiten mit einem “Affiliate Shop”, also einer Informationssite mit direkten Angeboten per Deeplink, genauso hoch?
hihi Julian, jetzt bin ich rot (chuckle) Danke dir! @Sepita @Julian @DD @Franky @Skuub @Marcus @All_SEO_MUC:Hier nochmal offiziell! Bin am 16. in MUC!! Ich pack Ingy ein und wir ziehn um die Häuser
Wenn irgendwer nen Chefken hat der euch am nächsten morgen um 9:00 nüchtern im Büro erwartet… (Ippi z.b. der ja mitkommen soll!
) Ich schreib Entschuldigungen wegen wichtiger Meeedings
Erstmal Gratulation zu der super Serie die mir als Einsteiger schon echt hilfreich war!
Ich beschäftige mich seit einigen Wochen mit dem Thema Affiliate / SEO da ich mir gerne nebenbei was dazuverdienen möchte.
Viele meiner Fragen konnten schon in vielen Gesprächen mit anderen Webmastern / Affiliates beantwortet werden, aber es gibt da immer noch ein Thema was mir ein wenig Bauchschmerzen bereitet.
Und zwar ist es das Thema “Abmahnungen”.
Bisher konnte mir keiner sagen wie man da reagieren sollte, was man für Absicherungen treffen sollte bzw. kann.
Es wäre ja ziemlich ärgerlich wenn man monatelang sich die Nächte um die Ohren geschlagen hat, dann endlich mal ein paar Euros verdient hat und die dann wieder durch irgendeine Abmahnung “flöten” gehen.
Es wäre super wenn mir dazu jemand vielleicht etwas ausführlich berichten kann.
Viele Grüße,
Marco
@Valentin: Ich denke, dass der Affiliate-Shop höhere Einnahmen bringen würde. Aber man muss dann natürlich aufpassen dass man keine “Thin Affiliate” Seite hat.
@Marco: Vor Abmahnungen ist man nicht sicher. Man sollte nur aufpassen, sie möglichst zu vermeiden. Es gibt eine Betriebshaftplicht, allerdings unglaublich teuer und meist nehmen sie dich gar nicht an, weil Internet ein zu gefährliches Feld ist. Einfach aufpassen bei Bildern, Marken und negativen Aussagen über andere – so ganz im Groben. Nichts klauen und niemanden beleidigen.
Aus der Merchant-Sicht kann ich diesen Beitrag nur loben.
Sehr gute Einleitung in das Thema. Weiter so …
Hey Julian sehr guter und informativer Artikel, der eine gute Basis schafft.
Wer mehr über den 60 tägigen Such/Kaufprozess oder den ROPO Effekt(übrigens auch eine sehr spannende Sache) erfahren möchte findet unter
http://www.full-value-of-search.de/key_questions/2/answers/11 einige schöne slides.
Die Folien speziell zum Thema Reisen habe ich hier auch noch irgendwo rumliegen. Muss mal nachschauen.
Viele Grüße,
Kevin
[...] gerade bei Seokratie einen interessanten Artikel zum Thema Partnerprogramme gelesen und möchte hier ganz gern meinen Senf dazu geben, da es für einen Kommentar vermutlich zu [...]
Eventuell noch ein Tipp: Viele Produkte werden bei verschiedenen Shops angeboten. Wenn Ihr die Shops bewerbt, dann geht nicht nach der Provision, sondern nach der Conversionrate. Hier gibt es massive Unterschiede und natürlich lohnt sich die Bewerbung eines Shops mit 4% Provision und einer Conversionrate von 5% mehr als ein Shop mit 0,5% Conversionrate aber verlockenden 10% Provision.
Hier heißt es: Austausch mit anderen Affiliates und selber testen!
[...] verdienen kann. Hierzu habe ich einen sehr interessanten Blogbeitrag von Jochen unter “Geld mit Partnerprogrammen verdienen” gefunden. Ein wirklich interessanter SEO-Blog von Julian aka Seokratie der zu dem ganzen [...]