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Adsense oder Affiliate?

Die Frage aller Fragen für Freelancer und angehende Optimierer. Im Allgemeinen ist niemand je so wirklich zufrieden mit seinen Einnahmen und man findet immer jemanden, der mehr verdient. Besonders in Deutschland redet man ja überhaupt nicht über das Geld und erst recht nicht in der Öffentlichkeit. Woher soll ein angehender SEO nun wissen welche Einnahmequelle für ihn das Richtige ist? Ich versuche einmal ein paar Entscheidungshinweise zu geben.

Zunächst einmal sollte man sein Projekt grob nach dem folgenden Schema evaluieren:

  • Nischenthema Ja / Nein
  • Geld- oder Konsumaffines Thema
  • Traffic hoch oder niedrig?
  • Forum, Newsportal, Blog oder andere Form?

Zum Nischenthema sei gesagt, das diese am Besten konvertieren, also kaufen viele Besucher bei dem Werbepartner, den sie anklicken auch ein. Wer eine Seite zum Thema Tiernahrung (nur ein Beispiel) betreibt, der sollte möglichst auch zielgerichtete Werbung dort laufen lassen. Adsense ist immer zielgerichtet, kann aber in einem wenig umkämpften Bereich wenig Geld pro Klick bringen. Wer dagegen eine PPS (Pay-per-Sale) Kampagne von einem bestimmten Tierfutter-Hersteller nimmt und 20 % Provision bekommt, der ist oft besser dran. Gerade bei Nischenthemen ist also eher Affiliate angesagt.

Beispiel 1000 Besucher / Tag

CTR (Klick-Through-Rate), also prozentual, wie viele Prozent der Besucher der Seite auf die Werbung klicken: 5 %

= 50 Klicks am Tag bei 1000 Besuchern

Nun sollte man realistisch abschätzen, was mehr Geld bringt: Adsense oder Partnerprogramme. Rein theoretisch könnte der Klickpreis bei 50 Cent liegen, was am Tag etwa 25 $, also 15,91 € Gewinn macht. Mit Adsense macht man also knapp 16 Euro am Tag.

Bei einer sehr stark themenrelevanten Seite (Informationen über Tierfutter etc.) würde ich die Konversionrate (nach dem Klick) auf 5 Prozent schätzen. Also gibt es pro hundert Klicks 1,5 Bestellungen. Der durchschnittliche Warenkorb liegt geschätzt bei 40 Euro und eine Bestellung beschert dem Affiliate Partner so ca. 8 Euro.

Insgesamt wären dass dann bei 50 Klicks am Tag und davon 2,5 Bestellungen zu jeweils 8 Euro also 20 Euro am Tag. In diesem Fall wäre man bei Affiliate also besser dran als mit Adsense.

Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass es immer wieder Verrückte gibt, die für das Zehn- bis Zwanzigfache bestellen. Bei einer einzigen Tierfutter Bestellung über 1000 Euro, etwa für ein Tierpflegeheim bekommt man 250 Euro gutgeschrieben. Das wäre dann so viel wie 786 Klicks, also ein halber Monat mit Adsense. Wohlgemerkt denke ich kaum, dass 50 Cent pro Klick bei Tiernahrung realistisch sind. Wahrscheinlich bekommt man um einiges weniger. Auch der durchschnittliche Warenkorb kann sehr variieren. Ich kenne Partnerprogramme mit 300 Euro Warenkorb pro Einkauf.

Hat man ein konsumaffines Portal, also einen Preisvergleich oder eine Kaufberatungsseite, so sieht die Sache evtl. anders aus. Die CTR ist dabei meist weit höher (bis zu 10 %) und die Conversionsrate auch (ebenfalls bis zu 10%). Nun muss einfach der Taschenrechner ran und man braucht die folgenden Infos:

  • Click-Through-Rate
  • Conversionrate
  • durchschnittliche Warenkorbgröße (beim Advertiser fragen)

Und zur Gegenüberstellung am besten den EcPM (Effective Cost per 1000 Impressions) von Adsense. Nun nimmt man sich 1000 fiktive Besucher und rechnet durch, was sie bei Affiliate und was sie bei Adsense wert sind. Sehr oft läuft es in obigem Beispiel auf (fast) das Gleiche heraus. Ich rate daher auch jedem, der nicht unbedingt hauptberuflich viel Geld mit Werbung macht und nicht sehr viele Besucher hat, von vorneherein zu Adsense. Man baut nur den Code ein und den Rest macht Google. Auch aufgrund des mit Partnerprogrammen verbundenen Aufwands würde ich bei kleineren Webseiten mit wenig Traffic immer Adsense bevorzugen. Affiliate Programme sind um einiges komplizierter und wer kein zielgruppenfreundliches Programm einbaut, der freut sich über Konversionrates von 0,01 %.

Eines muss ich auch einmal loswerden. Auch, wenn unglaubliche Provisionen winken: Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand von einer schlecht gemachten Hobby-Webseite über “MICH” auf eine Kreditwerbung klickt, ist überaus gering. Synergetische Effekte müssen her: Eine Versicherungsvergleichseite mit 15 verschiedenen Partnerprogrammen (und diese möglichst auch noch kommentiert und kurz vorgestellt) – das ist Synergie! Eine Literaturseite über verschiedene Bücher mit Links zu diesen Büchern bei Amazon, das ist Synergie! In einem Forum über Spielsucht Poker-Werbung, das ist Synergie! Man sollte eben immer zielgruppengerecht denken und nicht einfach irgendwas als Partnerprogramm einbinden. Denn auch, wenn auf den ersten Blick bessere Konditionen winken, so sinkt oft gleichzeitig sowohl die CTR als auch die Konversionrate und im Endeffekt verdient man weniger Geld. Ich würde auch erst einmal seltsam schauen, wenn mein Obstverkäufer mir am Ende des Gesprächs mir noch eine Versicherung verkaufen will.

Und zuletzt noch die Newsportale, Foren und Blogs: Schlimme CTR-Raten, noch schlimmere Konversions. Hier gilt: Fachbezogen und spezialisiert bringt durchschnittlich doppelt so viel Geld wie ein “allgemeiner” Blog. Robert Basic hat darüber vor einem dreiviertel Jahr geschrieben und die Werbeinnahmen von Blogs ausgewertet.

Ein paar Tipps nebenbei noch:

  • Qualitativ minderwertige Seiten bringen bei Adsense weniger Geld. Adsense Quality Rater passen ab und zu den Preis an und gehen dabei nach Qualitätskriterien vor. Ist die Qualität der Seite schlecht, so wirkt sich das auf den ganzen Adsense Account aus und zieht die Klickpreise bei allen Projekten nach unten.
  • Bei der Entscheidung für oder gegen ein Affiliate Programm sollte auch auf die Cookie-Optionen geachtet werden, bzw. ob Pay per Lead oder Pay per Sale vorherrscht. Lifetime Provision ist natürlich am Schönsten!
  • Bei hohem Traffic und guter Seite sollte man gleich bei Bewerbung beim Partner anrufen und eine “Premium Behandlung” verlangen. So gibt es dann oft statt 15 % auch mal 25 %. :-)
  • Weniger Werbung ist angenehmer für den Besucher und er kommt wieder. Zu viel Werbung tut in den Augen weh und sorgt für enorm hohe Absprungsraten. Wer abspringt, der klickt nicht auf die Werbung.

So genug geschrieben. Und nun warte ich darauf, bis jemand einen Fehler in meinen Rechnungen oben findet…

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Kategorie: Werbung

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About the Author: Julian Dziki is an SEO, Online Marketer & Affiliate since 2007.

RSSComments (2)

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  1. [...] Sponsored Links sind ein probates Mittel, um die User-Experience zu verbessern, bzw. die User vom Back-Button abzuhalten, wenn sie das gewünschte Ergebnis auf der Seite nicht vorfinden. Über lead- oder salesbasierte Affiliate-Programme ist bei guter Conversion jedoch durchaus mehr zu holen als durch CPC-Programme. Die Toastbrot-Community bekommt also Banner- oder Textwerbung von Toasterherstellern oder Vertreibern. [...]

  2. Ingo sagt:

    Wie ist die Alternative Adense und Affiliate ? Geht das überhaupt ? Oder was das nun eine doofe Frage ;-)

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