Das Thema “Search Wiki” ist derzeit in aller Munde. Kurz gesagt hat Google bei den .com und englischsprachigen SERPS (Search Engine Result Pages) neben jede URL zwei kleine Buttons hinzugefügt, die für eine Menge Aufregung sorgen. Warum? Wenn man eingeloggt ist, kann man mit dem einen Button eine Seite aus den Suchergebnissen löschen (nur für seinen Account), mit dem anderen Button kann man die Seite nach oben befördern (auch wieder nur für sich).

So sehen die kleinen Buttons übrigens aus:

Vote Buttons für Searchwiki

Keine Panik und doch wird es Veränderungen geben

Die einen rufen “Hilfe, SEO ist am Ende” , weil die User ab sofort das Ranking bestimmen werden und nicht mehr die Links.

[übersetzt von Blogstorm:]“Was will Google lieber an der Spitze der Suchergebnisse sehen? Eine Seite, die 100.000 Pfund im Monat für SEO ausgibt oder eine, die 100.000 echte 5-Sterne Google-Userwertungen bekommen hat?”

Der SEOnaut ist der Meinung, dass wir uns keine Gedanken machen sollten und Searchwiki überhaupt nicht in den Algorithmus einfließen wird, weil die meisten User die Möglichkeit von Searchwiki gar nicht nutzen werden. In dem Punkt mit der Usernutzung gebe ich (vor allem im deutschen Raum) dem Seonauten zum Teil Recht. Niemand in Deutschland votet eine Seite nach oben, nur weil sie ihm gefällt.

Aber die Deutschen sind bekannt dafür, zuerst das Negative an einer Sache zu sehen und dementsprechend negative Votings eher zu gebrauchen als positive. Gefällt mir eine Seite, dann surfe ich auf ihr weiter und sehe die selben SERPS ja oft nicht wieder. Gefällt sie mir aber nicht, so klicke ich den “Zurück”-Button und jage bei dieser Gelegenheit die Seite aus (meinen) Top10.

Google nutzt die Daten nicht

Über wen sprechen wir? Wir sprechen über das Unternehmen Google, das durch Informationen erst so groß geworden ist. Google versteht es Daten zu verarbeiten wie kein anderes Unternehmen (und wahrscheinlich auch keine andere Regierung) weltweit. Es gibt wohl kaum ein Unternehmen, das in unserem “Informationszeitalter” so viele Informationen besitzt und diese so klug einsetzen kann.

Google wird definitiv die Daten nutzen und in den Index einfliessen lassen. Wo man differenzieren sollte, das ist bei der Gewichtung der Daten. Zunächst wird der Großteil der User nämlich nur die Top 4 bewerten, weil mehr Suchergebnisse in der Regel nicht angeklickt werden.

Und seien wir mal ehrlich: Wer für ein hartes Key in den Top 4 steht, der hat meist eine relevante Seite zu dem entsprechenden Thema. Wer zittern muss, der hat einfach keine ordentliche Seite zu seinem Keyword erstellt. Sehen wir uns die Top20 bei Kredit an: Wer soll da besser als der andere sein? Und wer für sein Keyword auf Platz 50 steht, der wird niemals genug Votings bekommen um auf Platz 1 zu kommen weil niemand bis Seite 5 klickt. Außerdem wird die User-Experience niemals so stark gewichtet werden, dass man eine Seite ohne Backlinks in die Top10 für ein umkämpftes Key bekommt.

Spam Seiten müssen Angst haben

Richtig eng wird es in Deutschland wohl für Preisvergleiche und generell Webseiten werden, die einfach nur Daten sammeln ohne einen echten Mehrwert zu bieten. Wenn ich auf breiter Front bei vielen Keywords immer wieder nach unten geklickt werde (etwa weil ich als Preisvergleichsseite viele leere Produktseiten ohne Shops und Preise habe),  dann kann das natürlich Auswirkungen auf mein Ranking haben. Und das soll es auch!

Mehrwert wird mehr wert

Wenn ein User allerdings bereits drei Webseiten besucht hat und das Gesuchte nicht gefunden hat, könnte Folgendes passieren: Die vierte Domain in den SERPs hilft ihm letztlich weiter, er besucht sie und findet das Gesuchte. Natürlich geht er dann nicht extra zurück und votet positiv.

Aber: Wenn er nun noch einmal die Seite sucht, gibt er wieder den gleichen Begriff ein. Um dabei nicht jedesmal runterscrollen zu müssen, packt er die Seite für sich auf Platz 1. Google wird sich merken, wenn das wiederholt vorkommt und die Seite (minimal) besser listen.

Bevor jetzt “Votings gespammt” werden: Google weiß auch, wann ihr die Seite besucht & wann ihr wieder in die SERPs zurück seit, wann ihr gevotet habt und wie oft ihr danach die Seite besucht habt. Und eines ist sicher: Man kann ein normales Voting von einem “Spam Voting” unterscheiden wenn man Millionen von Votings als Grundlage hat.

Die Mitarbeiter von Google können (und werden) Votings in Deutschland anders gewichten als in den Digg- und Menéame-Sprachen Englisch und Spanisch. Und letztlich würde es mich wundern, wenn die Votings mehr als einen einstelligen Prozentbereich des Rankings ausmachen. Trotzdem: Wer (große) Seiten ohne Mehrwert erstellt, für den wird es haarig werden.

Ganz unwichtig ist Searchwiki also nicht – fundamentale Änderungen wird es (für die meisten) jedoch nicht geben.

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13 Responses to Welche Auswirkungen wird Searchwiki haben?

  1. SEOnaut sagt:

    Wieder mal gut ausgefuehrt. Macht wieder mal deutlich das SEO eine spannende Sache ist. Cooler Punkt fuer eine Diskussion auf der Campixx

  2. Benjamin sagt:

    Ob die Ergebnisse, soviel besser wären, wenn die Userbewertungen ins Ranking mit einfließen, ist für mich stark zu bezweifeln.

    Vielleicht heißt es bald aber trotzdem Vote- anstatt Linktausch – Bin gespannt. :)

  3. Jonas7 sagt:

    User bewerten die Suchergebnisse? Ich glaube das würde dann eher heißen 10% die wirklichen braven User, 30% SEOs und der Rest sind irgendwelche Spamrobots die das durchgängig automatisch machen. Google würde sich damit selber kaputt machen.

  4. Brubaker sagt:

    Sollte das manuelle Voting mit in die Serps einfließen, dann wird das Geldverdienen wieder so einfach wie vor 5 Jahren. Wäre cool. Aber ich denke, dass dies nicht der Fall sein wird, und sich schlussendlich durch Searchwiki absolut nichts verändern wird – nicht rankingtechnisch und auch nicht trafficmäßig, da der Anteil der eingeloggten Googler viel zu gering ist…

  5. [...] Blogs habe ich heute einen super Beitrag zur neusten Technik der Suchmaschine Google gefunden. Auf Seokratie wird darüber geschrieben, was für Auswirkungen User durch die neue [...]

  6. Alex sagt:

    Die Frage bleibt doch aber, ob der Service nur für registrierte Google-User bleibt, oder ob er technisch für alle Besucher der Suchmaschine ausgeweitet werden kann. Wenn ja, wäre es kaum durchschaubar, wer von welchem Rechner auf die eigene Seite klickt. Vorallem mit einem Besuch in Internetcafes könnte man eindeutig seinen Traffic steigern ;)
    Also mal abwarten, wie Google die Daten verarbeitet und wie unserer Mutti sie überhaupt erfasst.

  7. [...] welche Auswirkungen wird Search Wiki haben? Einen kleinen Denkanstoß gibt es bei der SEOkratie. Sicher sein kann sich jedoch [...]

  8. Huggy sagt:

    Natürlich wird Google tracken was der User klickt und wenn 50% der User, die nach “AUtokredit” gegoogelt haben, platz 1 löschen bzw platz 5 hochpushen wird das natürlich von Google geahndet werden. Inwiefern das in das Ranking einfließt.. also wie stark es das Ranking beeinflusst, weiß ich nicht..das Google die Daten aber nicht ins Ranking bezieht oder gar überhaupt nicht trackt…wir reden von Google ;)

    Frage ist nur – wenn man NICHT in Google-Accounts eingeloggt ist, kann man dass dann auch nutzen? Die Menge an deutschen, die sich in nen Google Account einloggen zum zu Googlen ist denke ich vernachlässigbar :D

    Mal schauen wie sich das entwickelt…find die Idee aber nicht wirklich grandios.. :)

  9. Ronny sagt:

    SEO kann nicht “tot” sein. Denn bevor ein User die Seite “wegklicken” kann, muss er sie ja erst einmal sehen. Um sie dann noch bewerten zu können (wir gehen jetzt mal vom Normalo-User aus), muss er sie gesehen haben, was demzufolge einem regulären Besuch entspricht ;) Es ändert sich also nichts. Content is King !!

    Im Grunde ist Search-Wiki eher eine Kampfansage an die Bookmarkdienste. Denn wenn es man es genau betrachtet, ist das doch nur eine abgewandelte Form des Bookmarkens. Nach einigen Monaten intensiver Nutzung wären nämlich meine Suchergebnisse nur noch voll mit “gewünschten” Seiten.

    Zur Datensammlung: Mit dem Search-Wiki lassen sich Werbeanzeigen natürlich noch gezielter einblenden.

    vereinfachtes Beispiel: Oberbegriff IT

    Seite A trägt Werbung mit Grafikkarten weil Gamingseite ; Seite B trägt Werbung mit Grafikkarten weil Kryptografieseite (GPU´s eignen sich hervvorragen zur Ver- und Entschlüsselung). Ich wähle Seite A und passe also ab sofort ins Profil der Gamer…

  10. Ronny sagt:

    Ich nochmal. Mein Beispiel des Bokkmarkings wird zusätzlich durch die Funktion “Add a result” (hinzufügen einer Seite) unterstützt.

  11. [...] Google, Uwe?) zeitgleich baut Google (US) Bewertungsbuttons für angemeldete User in die SERPS (Searchwiki). Klingt absolut [...]

  12. [...] Das ist sicher eine interessante Entwicklung. Leider hatte ich aber keine Zeit mir das Thema genauer anzusehen, vom durchdenken ganz zu schweigen. Nutzerfeedback ansich ist immer eine gute Idee. Und die Bewertung und Kommentierung von Suchergebnissen ist sicher für Google erst mal ein Kundenbindungsinstrument. Wobei die Frage ist, wie die Bewertungen bei ständig neuen Inhalten gewichtet werden. Immerhin kann sich der Content einer Seite ändern, neue Seiten hinzukommen etc. Wenn Google damit live geht, werden sie dafür Antworten haben. Und allen dafür schon mal Respekt! Mehr zum Thema bei Baynado, Thomas und Julian. [...]

  13. [...] dieses Features auf google.com ja bereits ausführlich in der deutschen SeoSphaere debattiert worden. Ich glaube zwar, dass sich diese auf der personalisierten Suche basierende [...]

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