Welche Arten von Links gibt es? Teil 1

11. August 2011  |   ,  |  11 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

So, heute geht es weiter mit den Linkarten. Heute geht es um Webkataloge, Artikelvereichnisse, Social Bookmarks und Expired Domains.

Alle dieser vier verschiedenen Arten haben keinen sehr guten Ruf – wie ich finde zu unrecht. Eines sollte trotzdem jedem klar sein: Mit einer einzigen Art von Links und auch mit diesen heute vorgestellten vier Linkarten zusammengenommen kommt man nicht weit. Sie sind ein Zusatz im Linkbuilding, der qualitativ nicht gerade der Beste ist. Trotzdem ist die Einstellung von manchen Leuten, dass solche Links überhaupt nichts bringen schlichtweg falsch. Wie gesagt: Wer nur diese vier Arten benutzt, der hat kein gutes Linkprofil. Aber wer nur auf High-Quality Links setzt, der hat ohne diese Links eben auch einen Nachteil, weil Sie als „Unterfütterung“ ganz gut sind. Die folgenden Links gehen schnell, sind leicht zu bekommen – und entsprechend wenig wert. Aber nicht wertlos! Achtet nur darauf, dass ihr mehr Links von guten und echten Webseiten habt als von solchen Quellen, die jetzt folgen:

Webkataloge

Anfangen muss man natürlich mit einer der ersten Formen des Linkbuildings, die noch aus den Zeiten stammten, als man sie wirklich brauchte: Webkataloge. Meiner Meinung nach bringen sie auch heute noch Vorteile. Auf keinen Fall kann man nur mit Webkatalogen in einem umkämpften Bereich mitspielen. Aber trotzdem sind manche (gerade Fachverzeichnisse) wirklich gut bei Google angesehen. Je schwerer man in diesen Webkatalog hineinkommt, desto besser ist meistens der Link. Ideal sind wirklich Webkataloge, die beispielsweise nur Seiten aus einem Bereich aufnehmen und noch dazu in einem Verzeichnis einer Trusted Seite liegen.

Webkatalog-Eintragsdienste sind völliger Schmarrn. Es gibt zwar einige Dienstleister, die euch wirklich mit einzigartigen Texten in recht gute Webkataloge eintragen; Deren kenne ich zwei und auf die kommen etwa 2.000 Leute, die einen nur veräppeln. Aber auch diese Dienstleister können höchstens mittelmäßige und einige recht gute Webkataloge anbieten (und keine grauenhaften, wie die schwarzen Schafe). Gute Webkataloge für genau eure Sparte gibt es wahrscheinlich nur einen bis fünf Stück. Ich kann leider keinen nennen, weil dann Horden von SEOs den Katalog stürmen und ich die URL kurz danach wieder rausnehmen muss.

Dieses Bild ist übrigens der Sichtbarkeitsindex einer der größten deutschen Webkataloge. Seht ihr das dort ganz links in der Grafik? Anfang 2008 hatte dieser Katalog noch einen Sichtbarkeitsindex von über 30! Diese Zeiten sind lange vorbei. Andere Webkataloge haben ein stabiles und gutes Ranking – die kann man sich ansehen. Webkataloge mit Backlinkpflicht sind übrigens alle ein absolutes No-Go. Bezahlte Einträge können bei manchen Fachkatalogen schon lohnen, aber Sachen wie Branchenbücher etc. sollte man sich nicht antun.

Bei Webkatalogen wie auch bei Artikelverzeichnissen sollte man immer unterschiedliche Beschreibungstexte nehmen. Das ist meistens auch ein Aufnahmekriterium – die Betreiber wollen so für Qualität sorgen.

Artikelverzeichnisse

Hier verhält es sich ähnlich wie mit den Webkatalogen: Je strenger die Aufnahmekriterien, desto besser. Die besten Artikelverzeichnisse sind die, die sich nicht so nennen. Dass sie generell nicht wirken oder gar schaden, das stimmt nicht. Nur: Wer denkt, dass er eine Seite nach oben bekommt, weil er 50 AV-Einträge gemacht hat, der irrt sich gewaltig. 2007 hat das in vielen Bereichen wirklich noch super funktioniert!

2011 allerdings sind Artikelverzeichnisse wie auch Webkataloge so etwas wie eine Gipswand in einem Haus: Man kann sie super zum Bauen verwenden und spart Zeit und Geld – aber wenn man sein ganzes Haus aus Gips baut, dann fällt es schnell in sich zusammen. Als zusätzliche Maßnahme sind diese natürlich ok!

Social Bookmarks

Mittlerweile sind Webkataloge und Artikelverzeichnisse „sauberer“ als Social Bookmarks. Diese sind nämlich teilweise derart vollgespamt, dass man dort wirklich nicht mehr auftauchen will. Viele Social Bookmark Dienste haben zugemacht und andere lassen dem Spam einfach freien Lauf. Die zwei größten deutschen Dienster Mister Wong und Yigg haben Googles Vertrauen schon lange verloren.

Sichtbarkeitsindex von Yigg

Sichtbarkeitsindex von Mister Wong

Natürlich gibt es auch hier wieder einige gute Ausnahmen, aber insgesamt würde ich überhaupt keine großen Anstrenungen mehr in Social Bookmark Dienste investieren. Und in der Zeit von Google+  wird es nicht mehr lange dauern, bis die meisten dieser Dienste verschwunden sind. Ich persönlich baue ungern Links auf, die in 1-2 Jahren wieder verschwunden sind. Auf amerikanischer Seite sieht das natürlich anders aus: Hier gibt es noch gute Links zu holen. Aber auch hier sind viele Dienste schon offline oder von Google abgestraft.

Links von Expired Domains / .edu Domains

Richtig in Mode sind in letzter Zeit Links von sogenannten Expired Domains. Das sind Domains, die früher einmal ein Webprojekt waren, nach einer gewissen Zeit aber ausgelaufen sind. Nachdem sie frei wurden, haben findige Webmaster diese wieder registriert. Die Backlinks bleiben in der Regel erhalten und oft sind Expired Domains beispielsweise ehemalige Projekte von internationalen Forschungskongressen und dergleichen, die viele gute Links haben.

Was bringen diese Links? Zunächst einmal: Wer sich in diesem Bereich nicht wirklich sehr gut auskennt, der kann es heutzutage völlig vergessen, selbst solche freien Expired Domains zu finden. Es gibt weltweit sicher über 1.000 Leute, die im „Domain snappen“ gut sind, noch einmal 50 sind richtig gut und nur eine Handvoll bekommen die besten Projekte. Was ihr mit eurem mageren Wissen und mangelnden technischen Fähigkeiten bekommt, das ist nur der Abfall, den die anderen nicht nehmen wollten. Bei richtig guten Expired Domains geht es um Sekunden, teilweise noch weniger Zeit, bis diese wieder registriert sind. Wer gute Kontakte zu Hostern, exzellente technische Kenntnisse oder eine zündende Idee hat, der kann es ja trotzdem versuchen. In der Regel ist dieser Bereich aber schon abgegrast.

Man kann allerdings Expired Domains von diesen guten Domain-Snappern kaufen oder dort zumindest Links bekommen. Hier liegt mein Kriterium ganz eindeutig darauf, ob diese Seite in Deutschland Rankings hat. Wenn eine Seite mit einer Domainpopularität von 600 und viel Content einen Sichtbarkeitsindex von 0,00 hat, dann muss irgendetwas falsch laufen. Teilweise werden .ORG , .COM und .NET Domains nach ihrem Ablaufen erneuert, d.h. Google behandelt sie nach dem Expiry Date wie nagelneue Domains. Bei .DE Domains sieht das ein wenig anders aus: Bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege – aber Google hat hier nicht die gleichen Daten parat wie bei CNOBI (Com, Net, Org, Biz, Info) Domains. Sie sehen also ein Auslaufen nicht so gut oder gar nicht. Hier mal ein Beispiel, wie Expiring gut funktionieren kann, von einer kleineren Domain, die ich einem Snapper abgekauft hatte:

Man kann sehr gut erkennen, dass die Rankings für etwa vier Wochen weg waren. Als ich die Seite reaktivierte, kam sie beinahe auf ihr ursprüngliches Niveau zurück und bleibt seitdem auch dort. Ich hatte allerdings das Thema der Seite beibehalten, was ein sehr wichtiger Faktor bei Expired Domains ist. US-Expired Domains haben auch US-Links, demnach sind sie meistens auch nur bedingt für deutschsprachige Projekte zu gebrauchen.

Das waren jetzt erst einmal vier verschiedene Arten von Nicht-so-dollen Links.  Nächste Woche geht es weiter mit Freeblogs, Blogkommentaren und anderen Links, sowie natürlich den „echten Links“, denn eigentlich gibt es ja nur die. 🙂

Zu guter Letzt noch ein kleines Schmanckerl: Der Bergmensch David hat neulich eine Liste mit Artikelverzeichnissen nach Sichtbarkeitsindex sortiert veröffentlicht. Viel Spaß damit!

 

 

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11 Kommentare

  • sehr interessanter und gut zu lesender Artikel, vielen Dank. Die Linkerstellung über Social Bookmarks fand ich sowieso recht mühsam und habe das schnell wieder eingestellt. Ich frei mich schon auf den nächsten Artikel, insbesondere Deine Meinung zu Links von Freeblogs 🙂

  • Lustig, genau an so einen Artikel habe ich heute noch gedacht! 🙂

  • ßeo

    wieso sind deiner meinung nach kataloglinks gut bzw. okay „aber Sachen wie Branchenbücher etc. sollte man sich nicht antun“?

  • Julian

    Hallo ßeo:

    Naja, das war vielleicht ein wenig unklar formuliert: Es gibt manche große Branchenbücher, die einige hundert Euro für einen Eintrag verlangen. Das ist zu viel, meiner Meinung nach.

  • Michael

    Wieder mal ein gelungener Artikel 🙂

    Freu mich schon auf den nächsten in dem die echten Links unter die Lupe genommen werden.
    Mich würde sehr interessieren wie du vor gehst von einen Link bewertest… aber mal abwarten :-).

  • Speziell zum Thema expired domains und Sichtbarkeitsindex habe ich etwas andere Ansichten – aber die habe ich ja bereits in einem Artikel dazu erläutert, siehe am Ende des unter Website angegebenen Blogpost.

  • Hi,
    sehr schöner Beitrag. Als SEO muss man immer mit der Zeit gehen und schauen wie sich Suchmaschinen ändern und anpassen.
    Ich freue mich auf den nächsten Beitrag und bin gespannt was du zu den Blogkommentaren schreibst.

  • Christoph

    Hallo Julian,

    schöner Artikel. Wollte ihn gerade „plus einsen“, aber irgendwie fehlt hier der Google+ Button.

    Gruß
    Christoph

  • Neulich musste ich regelrecht mit anschauen, wie sich „so einer“ eine, nämlich meine Expired Domain gegrabscht hat. Natürlich ist das jetzt eine Ad-Seite, Linfarm, die Googles Panda so gar nicht mehr mag. Hat das eigentlich Auswirkungen auf meine anderen Seiten, die ja früher mal mit der Expired Domain verlinkt waren? Ich denke schon.

  • Webeverzeichnisse können auch schaden anrichten.

    Dublicate Content.

    Also immer mit Vorsicht genießen, wie aber schon angesprochen wurde es gibt wenige.

    Das es nur 5 sind glaub ich nicht, aber um es zu verdeutlichen wie wenige es an der Masse wirklich gibt – ja.

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