Was Inbound Marketing ist und warum Du jetzt damit anfangen musst!

19. Oktober 2015  |     |  11 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

Heute will ich Euch einmal präsentieren, wieso wir uns bei Seokratie mittlerweile als Inbound-Marketing-Agentur sehen und nicht mehr (nur) als SEO-Agentur. Außerdem: Was ist Inbound Marketing überhaupt genau und warum solltest Du jetzt damit anfangen?

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Wie die Jungfrau zum Kinde…

Content Marketing

Wer diesen Blog hier regelmäßig liest, der weiß, dass wir schon immer eigene Wege gegangen sind. Vor über zwei Jahren haben wir Linkkauf öffentlich niedergemacht – Monate vor den großen Abstrafungen seitens Google. Damals wehte uns erheblicher Gegenwind von vielen Leuten entgegen. Heute kaufen zwar immer noch einige Leute Links, aber die meisten dürften hinsichtlich Linkkauf mittlerweile auf unserer Seite stehen. Schon lange zuvor hatten wir umgeschwenkt auf Content Marketing (Anfang 2013) und dabei bemerkt, dass man Content Marketing nicht nur wegen der Links machen kann, sondern auch „für sich“. Denn Google erkennt gute Inhalte mittlerweile selbstständig und belohnt sie – auch ohne Links. So stehen wir für Content Marketing Tools mit unserem gleichnamigen Artikel schon auf Platz 3 bei Google – nach nicht einmal zwei Wochen und ohne aktiv Links geholt zu haben.

Usability

Usability war früher nicht wichtig für SEO, aber spätestens seit Google Panda gehört eine gute Website-Usability auf jeden Fall zum SEO-Erfolg dazu. Wir bieten das ebenfalls schon länger an und machen das meist im Rahmen unserer Onpage Analysen, und mittlerweile auch getrennt. Unsere Usability Expertin Steffi ist da wirklich fit, was etwa ihr neuester Beitrag über Checkout-Prozess-Optimierung zeigt.

E-Mail Marketing

E-Mail Marketing ist das hässliche Entlein im Online Marketing. Und das völlig zu Unrecht! Jeder, der ordentliches E-Mail Marketing produziert, weiß, dass es einer der umsatzstärksten Kanäle ist. Als wir 2013 mit E-Mail Marketing anfingen, war ich schockiert, wie gut es funktioniert. Wer seinen Traffic dauerhaft und mit wenig Aufwand um 15-30 Prozent steigern will, dazu noch mit Conversionrates, die kaum eine andere Quelle schafft, der sollte sich einmal E-Mail Marketing ansehen.

Social Media

Social Media ist wohl eines der spannendsten Felder, das wir seit der Gründung von Seokratie 2007 besetzt haben. Früher hieß das: Julian postet Seokratie Blogposts auf Facebook und Twitter. Mit der Zeit sahen wir, dass Content Marketing ideal mit Social Media zusammenspielt und es beinahe schon eine Voraussetzung für Content Marketing ist. Nirgends kann man seine Zielgruppe so genau erreichen wie dort. Besonders Facebook Advertising ist momentan unglaublich mächtig und dabei wirklich unverschämt günstig. Hier gibt es (im Gegensatz zu SEO) tatsächlich noch Dinge, die ich nur meinen besten Online-Marketing-Kollegen erzähle, weil sie so gut funktionieren.

Neele und Nadine bespielen mittlerweile einige Facebook, Twitter, Pinterest und Instagram-Accounts. Die Schlagzahl an Neuerungen ist unglaublich hoch, besonders bei Facebook. Wer News erfahren will, sollte vielleicht einmal unseren Artikel von letzter Woche über die Social Media Conference lesen.

Unsere Leistungen – völlig wirr?

Das sind unsere Teilbereiche bei Seokratie
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Manchmal hörte ich Leute fragen, was für eine Agentur wir denn eigentlich sind. Ich sagte daraufhin immer „Ist mir egal, solange es unseren Kunden etwas bringt.“ Wir führten neue Produkte wie etwa Social Media oder Usability nicht ein, um neue Märkte zu erschließen, sondern um unser SEO besser zu machen. Auch wenn das bedeutete, dass wir gar kein SEO machen würden. Der Effekt (bessere Rankings) war uns wichtiger als das, wie wir uns nannten. Nur: Wie sollte man das Ganze übergeordnet nennen?

Dann las ich etwas über Inbound Marketing

Und dachte mir: „Hey, genau das machen wir ja?“ Natürlich nicht alle Facetten des Inbound Marketings, das wäre übertrieben. Aber interessanterweise waren wir von selbst den Weg bereits zu 80 % gegangen, bevor wir uns ernsthaft mit diesem Thema auseinandersetzten.
Laut deutscher Wikipedia ist Inbound Marketing

 

„eine Marketing-Methode, die darauf basiert, von Kunden gefunden zu werden. Es steht im Gegensatz zum klassischen Outbound-Marketing, bei dem Nachrichten an Kunden gesendet werden[1], wie es per Postwurfsendung, Radiowerbung, Fernsehwerbung, Flyer, Spam, Telefonmarketing und klassischer Werbung üblich ist.“

Quelle

Teilbereiche von Inbound Marketing

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Die Teilbereiche von Inbound Marketing laut Moz 2011.

Laut einem älteren Artikel von Moz sind das die Teilbereiche von Inbound Marketing, wobei ich hier extra eine sehr, sehr weit gefasste Definition genommen habe, in der alle möglichen Bereiche enthalten sind. Bei der deutschen Wikipedia sind die Teilbereiche als Content Marketing, Guided Selling, Public Relations (PR), Social Media Marketing, Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Conversion Optimierung definiert. Lustigerweise hat dort jemand neulich erst E-Mail Marketing aus der Liste entfernt und dabei „Guided Selling“ eingefügt. So ist das eben mit einer neuen Disziplin: Sie ist am Anfang noch formbar und jeder kann mitwirken!

Definition von Inbound Marketing

„Anders als das gute alte Outbound-Marketing, bei dem man mit klassischen Anzeigen und durch den Kauf von E-Mail-Adressen versuchte, Leads zu generieren, konzentriert sich das Inbound-Marketing auf die Schaffung hochwertiger Inhalte. So ziehen Sie Aufmerksamkeit auf Ihr Unternehmen und führen die Kunden zu genau den Produkten, die sie wirklich suchen. Dank der auf die Interessen Ihrer potenziellen Kunden abgestimmten Inhalte schaffen Sie auf ganz natürliche Weise Inbound-Traffic – und damit Interessenten, aus denen Sie im Laufe der Zeit zufriedene Kunden generieren werden.“

So definiert es die deutsche Seite von Hubspot auf ihrer zentralen Landingpage für Inbound Marketing. Hubspot kann man hier ruhig glauben, denn diese Firma bietet nicht nur ein sehr großes Inbound Marketing Framework an, sondern hat den Begriff sogar im Jahr 2006 erfunden. Lose definierten es die Gründer von Hubspot in etwa so:

“a methodology that focuses on creating quality content that pulls people toward your company and product.” In other words, inbound is the superset of quality content and other “magnetic” tactics. / Eine Methodolgie, die sich darauf fokussiert, qualitativ hochwertigen Content zu erstellen, der die User auf Deine Firma und Deine Produkte „zieht“. In anderen Worten: Inbound ist der Oberbegriff für hochqualitativen Content und andere „magnetische“ Taktiken.“

Endlich hatte ich also einen Oberbegriff für unsere Leistungen:

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Unser Konzept – nämlich nachhaltig Besucher auf die Seiten unserer Kunden durch gute Inhalte und eine tolle Webseite zu bringen – hatte endlich einen Namen.

Inbound Marketing vs. Content Marketing

Leider werden Inbound Marketing und Content Marketing oft miteinander verwechselt. Der Unterschied ist eigentlich ganz einfach: Content Marketing ist Content, d.h. gute Inhalte für Eure Zielgruppe. Inbound Marketing ist dagegen das Konzept, User durch gute Inhalte auf Eure Seite zu locken,  zu aktivieren, zu pflegen und letztlich dann zu Kunden oder sogar zu Fans zu machen. Brian Halligan, der Gründer von Hubspot hat das so definiert. „Ich denke, dass Content Marketing eine Unterkategorie von Inbound Marketing ist. Aber wie der Arc-Reactor von Ironman so kann auch Inbound Marketing nicht ohne Content Marketing existieren.“

Seokratie ist eine Inbound Marketing Agentur

Olaf wird sich freuen, denn endlich „outen“ wir uns auch. Wir benennen uns nicht um, keine Angst. Und selbstverständlich bieten wir nicht alle Facetten von Inbound Marketing an, denn das sind zu viele. Zum Beispiel denke ich, dass klassische PR nicht zu Inbound Marketing gehört, sondern zeitgemäßer durch Storytelling ersetzt werden sollte. Bei PR redet man ja nicht mit Kunden, sondern mit Gatekeepern. Diese fallen immer mehr weg und sind auch für den Inbound Prozess nicht notwendig, weil ich direkt mit Kunden kommunizieren kann. Aber genug definiert: Wir sind keine reine SEO Agentur mehr – und das schon lange. Ich will uns auch nicht mehr so sehen.

Was ist mit SEO?

SEO ist nicht tot und wird nicht sterben. Der Beitrag hier hat nichts mit dieser Diskussion zu tun, die seit 2008 geführt wird. SEO ist nach wie vor ein unglaublich guter Hebel für alle Webseiten und die Nachfrage danach ist ungebrochen. Es geht mir nicht um mehr Leads oder Kundenanfragen, weil wir jetzt mehr Geschäftsfelder abdecken. Im Gegenteil: Obwohl z.B: Usability und E-Mail Marketing große Hebel für den Erfolg eines Online Shops sind, machen alle Shops – wenn sie Geld haben – zuallererst SEO und eben nicht diese zwei Bereiche.

SEO ist und bleibt daher „sexy“, weit mehr als viele der anderen Disziplinen. Daher haben wir auch nicht den Fokus zu Inbound Marketing verlegt, sondern die anderen Disziplinen noch oben drauf gesetzt.

Warum solltest Du damit anfangen?

SEO und Inbound Marketing kann man mit dem Ausquetschen einer Orange vergleichen.

SEOs sind dazu da, mehr Orangen zu besorgen: Je mehr Orangen, desto mehr Saft.

Inbound Marketing sorgt dafür, dass Du aus jeder Orange das Doppelte an Saft herausbekommst. Mit der gleichen Anzahl an Orangen bekommst Du also mehr Saft!

Gleichzeitig sorgt Inbound Marketing dafür, dass Du über andere Kanäle mehr Orangen bekommst. Und zu guter Letzt sogar dafür, dass die Orangen sich untereinander erzählen, wie cool Deine Saftpresse ist und freiwillig zu Dir kommen.

Nun gut, der Vergleich hinkt ein wenig. 🙂

Wieso sind SEOs die idealen Inbound Marketer?

Ich könnte jetzt jeden Teilbereich auflisten und dazu schreiben, wieso SEOs darin gut sind. Aber das ist gar nicht der Punkt. Wir sind für Inbound Marketing prädestiniert, weil wir schon von Anfang an immer die anderen Bereiche im Blick hatten. Ein guter SEO hat Ahnung von Usability, von Social Media und auch von Content Marketing. Wir sind traditionell eine Branche, die ein sehr breit gestreutes Wissen – auch in anderen Bereichen als SEO – hat.  Wahrscheinlich wird deswegen die Inbound Marketing Bewegung in den Staaten von SEOs angeführt.

Das ist die Speerspitze von Inbound Marketing in Deutschland

Während Inbound Marketing in den Staaten schon DER nächste große Trend ist, muss man es in Deutschland noch mit der Lupe suchen. Es ist schon interessant, dass Inbound Marketing hauptsächlich von (fortschrittlichen) SEOs betrieben wird. Inbound.org wird von Hubspot zusammen mit Moz betrieben. Die Linkresearchtools machen schon lange sehr gutes Inbound Marketing mit Webinaren, Case Studies und vielem mehr. Linkbird hat sich Inbound Marketing ganz dicke auf die Fahnen geschrieben – und es macht wirklich Spaß das anzusehen. Auch Onpage.org darf in der Aufzählung nicht fehlen. Als Agenturen darf ich auch mal lobend erwähnen: Rankingcheck mit Marcel Becker und natürlich Aufgesang mit Olaf Kopp. Daneben gibt es natürlich noch viele andere Webseiten, die Inbound Marketing betreiben – gerade im B2B-Bereich.

 

Ich freue mich natürlich sehr über Anregungen, Fragen und Kritik in den Kommentaren!

  • Was ist Deine Meinung zum Thema?
  • Wie siehst Du die Entwicklung?
  • Falls Du schon mit Inbound Marketing angefangen hast: Was ist Deine Definition? Was gehört dazu, was nicht?
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11 Kommentare

  • Hat sich gelohnt, euren Letter zu abonnieren!

  • Hallo Julian,

    danke für diesen Artikel. Du sprichst mir ein wenig aus der Seele. Ich beschäftige mich schon lange mit dem Thema Inbound Marketing. Der wirkliche Vorteil ist, dass man sich einen eigenen Marktzugang schafft. Wenn man heute versucht Traffic auf seine Webseite zu treiben mit SEO oder bezahlten Methoden, dann ist das auch gut möglich. Doch je mehr Wettbewerber sich im Markt rumtreiben, desto anstrengender wird die ganze Sache und natürlich auch viel teuerer. Auch die Nachhaltigkeit ist nicht immer gegeben, denn Besucher vergessen häufig, welche Webseiten sie gefunden haben. Man muss also kontinuierlich gut platziert sein, sonst brechen schnell Umsatzzahlen ein.
    Etabliert man aber ein gutes Inbound-Marketing-System schafft man sich einen eigenen Marktzugang. Man baut sich also eine sehr gute, qualifizierte E-Mail-Liste auf und sorgt dafür, dass die Empfänger sich jedes mal freuen, wenn sie eine E-Mail bekommen. Das schafft man nur mit sehr hochwertigen und gezieltem Content. Marie Forleo ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Bekomme ich von ihr eine E-Mail, lasse ich alles stehen und liegen. Es ist also nicht die Größe der E-Mail-Liste, sondern die Beziehung, die man mit den Empfängern hat. Ich sehe das Potential in Deutschland noch als enorm groß. Viele Unternehmen hier haben es noch nicht verstanden, dass Softselling mit gezielten Inhalten auf lange Sicht die überlegende Methode darstellt. Aber daran arbeiten wir ja gerade. 😉

    Viele Grüße

    Melanie

  • 🙂 Grüße nach München

  • Hab mir eure Infografik mal gespeichert.
    Im Prinzip habt ihr hier das Wort Internet Marketing durch Inbound Marketing ersetzt 😀
    Ist alles interessant, vor allem als Agentur. Aber als Einzelunternehmer fehlt einem meist die Zeit um alles zu erlernen, wenn man Projekte am laufen hat und seine Ziele verfolgt.

    Gruß Alex

  • Julian Dziki

    Hi Alex,

    Inbound Marketing und Internet Marketing sind zwei verschiedene Dinge. Inbound Marketing ist ein Konzept, wie man User mit Inhalten auf die Seite lockt und dann zu Leads, zu qualifizierten Leads, zu Kunden und vielleicht sogar zu Fans macht. Internet Marketing ist „Marketing im Internet“. Das schließt auch Adwords, Affiliate, Bannerwerbung usw. ein – und diese Dinge gehören alle nicht zu Inbound.
    Wegen der Zeit: Ja, das ist sehr zeitaufwendig. Wenn man alle Kanäle bespielen will, dann ist das wirklich nicht mit ein paar Stunden die Woche getan.

  • Toller persönlicher Beitrag und gleichzeitig ein guter Rundumschlag, danke dafür.
    Bei mir hat sich der Begriff erstmals an dem Tag im Hirn verankert, als SeoMoz sich in Moz umbenannt hat – und in der H1 dick „Inbound Marketing“ stand. 🙂

  • Ein spannender Ansatz, den ich unter diesem Namen noch nicht kannte, aber schon als das ganzheitliche Marketing-Konzept der Gegenwart (und nahen Zukunft) sehe.
    Ich denke schon, dass klassisches SEO von vielen überbewertet wird und viele Website-Betreiber sich damit aufhalten, irgendwelche mutmaßlichen Ranking-Faktoren zu optimieren. Dabei wären Zeit und Energie meistens weit besser darin investiert, echten Wert zu schaffen, mit der Leser-/Kundschaft zu interagieren und Vertrauen aufzubauen.

  • Sehr interessanter Artikel. Die meisten Sachen davon machen ja die meisten SEOs, also hast du schon recht, das das die Zukunft ist.

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