Heute habe ich eine interessante Frage im Abakus-Forum gelesen. Die Frage war: “Was ist noch erlaubt?” und gemeint ist natürlich, welche SEO-Methoden von Google als unkritisch angesehen werden. Heute wirds ein bisschen politisch. :-)

Folgende Negativbeispiele wurden gebracht:

  • Webkataloge
  • Artikelverzeichnisse
  • Linktausch
  • Linkkauf
  • Blogs (wobei ich diesen Punkt nicht ganz verstehe, gemeint sind wohl massenweise Subdomains von Bloganbietern)

Soll man sich an die Webmaster Richtlinien halten?

Alle diese Methoden werden von Google nicht gerne gesehen. Natürlich, wer sich in “Fachportale” einträgt, der arbeitet in Harmonie mit den Webmaster-Richtlinien. Ansonsten bleibt nur, die Seite onpage gut lesbar zu machen und darauf zu vertrauen dass der Content mit der Zeit ausreichen wird.

Es gibt ja Ausnahmen, die es völlig ohne aktiven Linkaufbau und nur durch guten Content schaffen eine starke Domain heranzuzüchten. Wer sich aber in einem mittelschwer bis schwer umkämpften Gebiet aufhält, der wird keinen großen Erfolg haben.

Die Konkurrenz doch auch!

Das ist in etwa das Gleiche, als würde ein Krieg nur mit Pferden und Schwertern erlaubt sein – und alle bis auf einen selbst kommen trotzdem mit Panzern auf das Schlachtfeld. Wer gewinnt wohl?

Wenn man mit der Konkurrenz mithalten will, muss man also die Webmaster-Richtlinien ein wenig “lockerer” und vor allem realistischer sehen, darf sich aber nicht erwischen lassen. Oder man wendet Methoden an, die von Google toleriert oder noch gar nicht erkannt wurden. Nettes Nachfragen, ob ein Blogger nicht über ein neues Produkt bloggen will ( und im Gegenzug schenkt man es ihm gratis) ist ja kein Verbrechen und weder Linktausch noch Kauf.

Als Newsportal kann man einen kontroversen Artikel schreiben, der (bei einer gewissen Reichweite) dann schnell durch die Medienlandschaft gehen wird.

Oder einfach nur schimpfen und denunzieren

Andere, in letzter Zeit besonders große Zeitungen regen sich über die unfairen Methoden von “Suchmaschinenmanipulation” auf und klingen wie der deutsche Ärztekongress im Jahre 1835 bei seiner zusammenfassenden Meinung über die Eisenbahn:

“Ortsveränderungen mittels irgendeiner Art von Dampfmaschinen sollte im Interesse der öffentlichen Gesundheit verboten sein. Die raschen Bewegungen können nicht verfehlen, bei den Passagieren die geistige Unruhe, ,delirium furiosum‘ genannt, hervorzurufen. Selbst zugegeben, daß Reisende sich freiwillig der Gefahr aussetzen, muß der Staat wenigstens die Zuschauer beschützen, denn der Anblick einer Lokomotive, die in voller Schnelligkeit dahinrast, genügt, diese schreckliche Krankheit zu erzeugen.”

Eisenbahnen machen also wahnsinnig und SEO zerstört die Meinungsfreiheit. So ein Quatsch. Trotzdem: Manchmal stellt man sich als SEO auch die Frage, ob es fair ist, lang etablierte Anbieter vom Thron zu stoßen – nur durch SEO-Kenntnisse.

Aber was ist schon fair? Wenn ich eine kleine fettige Frittenbude mit 2 verschiedenen Gerichten betreibe und neben mir eröffnet plötzlich eine billige Fast-Food-Kette mit großer Auswahl – was ist daran fair? Wir leben nun einmal in einer freien Marktwirtschaft und wer nicht mit dem Wettbewerb mithalten kann, der wird verdrängt. Und das auch zu Recht!

Googles Rolle

Und da sind wir wieder bei Google. Google ist derzeit mit großem Abstand die beste Suchmaschine auf dem Markt und will das auch bleiben. Also werden schlechte Ergebnisse aussortiert und man versucht dem User nur hochqualifizierte Seiten vorzusetzen. Das ist ja auch natürlich. Würden sie nichts gegen Spam-Methoden und “unsaubere” Optimierungen unternehmen, dann würden die Suchresultate so aussehen wie bei den anderen Suchmaschinen und Google würde seine Pole-Position verlieren.

Logische Konsequenz

Rein von dieser Logik her betrachtet – wenn man absolut alles andere weglässt, ergibt sich folgende Bedingung:

Schlechte Seite ohne Seo – schlechtes Ranking

Gute Seite ohne Seo – schlechtes Ranking

Schlechte Seite mit Seo – schlechtes Ranking

Gute Seite mit Seo – gutes Ranking

Eine gute Seite in Kombination mit guter und (halbwegs) sauberer Optimierung wird es also immer schaffen. Ohne Optimierung kann das natürlich auch der Fall sein – aber ein bisschen Rückenwind durch Linkbuilding kann nie schaden.

Noch ein Zitat aus den Webmaster-Richtlinien:

“Beachten Sie die folgende Regel: Sie sollten kein schlechtes Gefühl haben, wenn Sie den Inhabern einer konkurrierenden Website Ihre Vorgehensweise erklären müssten.”

Ich persönlich habe überhaupt kein schlechtes Gefühl, wenn ich an großen Preisvergleichseiten, Social-Bookmarksseiten und dämlichen Communities vorbeiziehe und im Ranking vor ihnen stehe. Ich habe überhaupt kein schlechtes Gewissen, weil ich genau weiß, dass solche Seiten Unsummen für Links pro Monat bezahlen und im Internet spammen, wie es nur irgendwie geht. Wenn meine Seite noch dazu qualitativ besser ist und dem User einen echten Mehrwert bietet, dann kann ich trotz ein paar Verstößen gegen die Webmaster-Richtlinien noch gut schlafen. :-)

* Pöhls, Werner (Hrsg.): Deutsche Sozialgeschichte 1815-1870. Ein historisches Lesebuch, München4 1988, S. 371

Verwandte Artikel:

  1. Wie dreist kann man sein? >>Erst einmal allen einen schönen Montag morgen. Da denkt man nichts böses und erfährt plötzlich von SEO-Methoden, die richtig übel sind, aber auch irgendwie ziemlich stupide. Der “Trick” geht so:...
  2. So soll mans machen >>Heute will ich anhand der Sistrix Toolbox einmal ein paar Beispiele von Domains zeigen, die es richtig gemacht haben – und vor allem auch warum. Um hier niemanden zu verärgern...
Tagged with:
 

6 Responses to Was darf man als SEO noch machen?

  1. [...] kann man doch nur über die letzten Diskusionen darüber was SEOs dürfen und was nicht. Google versucht da natürlich viel Angst und [...]

  2. tameco sagt:

    …bist du sicher, dass Eisenbahnen nicht krank machen? Ich saß neulich im ICE (zum Glück nicht am 9.7. in Köln) und wollte etwas vom “Service” haben… meine Fr*sse, das ging einfach gar nicht!

  3. Ulf sagt:

    Hey Julian – schönes Beispiel mit der Dampfmaschine. Manchmal bekommt man aber auch ein delirium furiosum bei bestimmten Google Rankings :)

  4. Matthi sagt:

    Dadurch, dass man SEO ja schon als Branche bezeichnen kann, ist nun der Suchende gefragt.

    Am Beispiel Deiner Frittenbude:
    Der User kann halt nicht mehr “Essen OrtXY” eingeben, sondern:
    Wenn Infos zur Frittenbude haben will, muss er “Pommesbude OrtXY” suchen. Und wenn er Fast-Food möchte dann halt “Fast Food OrtXY”, vorausgesetzt der Fast-Food-SEO hat richtige Arbeit geleistet.

    Dies war eigentlich nicht das Ziel von Google. Google wollte/will dem User den relevanten Content bieten… Nun muss der User selbst spezifisch werden.

  5. Baynado sagt:

    Nett geschriebener Artikel. Das Eisenbahn beispiel ist nich tschlecht gewählt. Diese Zeitungsverleger haben es imme rnoch nicht begriffen.
    Ich finde SEO ist im allgemeinen überbewertet. Es ist nur ein Teil im Onlinemarketing.Es gibt so viele andere Instrumente, die auch ziehen. Die Frage ist nun, ob ein guter Public Relation Manger, der für viele Erwähnungen in den Onlinezeitungen sorgt mit Backlinks, SEO ist, oder was anderes?

  6. Reichweiten in Reichweite…

    note blog: Vollkontakt mit der Vergangenheit
    Manchmal passiert es. Da wird man auf einmal voll mit seiner Vergangenheit konfrontiert, wenn sich jemand von damals meldet und das so ca. 20 Jahre her ist. Dann muss man erst mal nachdenken. Was w…

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

© Seokratie GmbH 2012 · Was darf man als SEO noch machen?
Sie benötigen Suchmaschinenoptimierung? · Jobs · Impressum