So begeistert Ihr die Twitter Community

18. Februar 2016  |     |  3 Kommentare
Ein Beitrag von Neele

Konntet Ihr Euch bisher noch nicht für den Kurznachrichtendienst begeistern, oder will Euer Account einfach nicht so richtig abheben? Mit diesen Tipps umgeht Ihr die typischen Probleme und bringt Euren Twitter-Account zum Zwitschern!

Die typischen Probleme beim Twittern

Die Twitter-Community denkt anders als Facebook-Nutzer – damit Ihr mitzwitschern und das volle Potential Eures Twitter-Accounts ausschöpfen könnt, habe ich Euch Tipps für die typischen Probleme beim Twittern zusammengestellt.

Twitter Basics:

  • Twitter ist ein Kurznachrichtendienst, das bedeutet Posts (= Tweets) enthalten maximal 140 Zeichen Text (+ Links, Bilder, GIFs und Videos).
  • Während Facebookbeiträge im Newsfeed anhand des Algorithmus sortiert angezeigt werden, erscheinen die Beiträge auf Twitter in chronologischer Reihenfolge.
  • Twitter lebt durch Gespräche und Diskussionen: Tweets sind in der Regel öffentlich – jeder kann Sie lesen, antworten oder weiterleiten (= retweeten).
  • Mit Hashtags werden Tweets zu einem bestimmten Thema „gesammelt“.

 

Zu wenig Platz?

Wenn Ihr Euch die Diskussionen zur Algorithmusänderung und der Zeichenbegrenzung bei Twitter anschaut, werdet Ihr feststellen: Die Heavy User von Twitter lieben die 140 Zeichen.

Deshalb lasst Euch nicht davon nerven, wenn die Zeichen mal wieder knapp werden – 140 Zeichen sind keine „Einschränkung“, sondern die Fokussierung auf das Wichtigste.

Platzsparendes Zwitschern

„Fasst Euch kurz“ ist leicht gesagt. Deshalb gibt es hier Tipps, um mit weniger Zeichen mehr auszudrücken.

  • Verwendet Smileys und GIFs (sofern es zu Eurem Auftritt passt)
  • Nutzt Hashtags – das ist kürzer und spart lange Erklärungen

             ➤„#SB50“ (5 Zeichen) vs. „Der 50. Super Bowl“ (18 Zeichen)

  • Knappe Statements sind Anreiz zur Interaktion
    Auf Twitter könnt Ihr auch einfach mal ein Statement in den Raum werfen. Damit spart Ihr nicht nur Zeichen für die ausführliche Erläuterung, sondern regt auch Eure Follower zur Interaktion mit eurem Tweet an.

  • Knappe Formulierungen für mehr Infos pro Tweet
    • Mit Satzzeichen und Sonderzeichen Sätze vereinfachen (:;&→€≠»)
    • Sätze im Präsens sind meist kürzer
    • Anrede weglassen
    • Füllwörter weglassen (auch, noch, …)
    • Verschachtelte Satzkonstruktionen vereinfachen

➤ „Diese 73 schnellen Tipps von Nadine helfen Euch dabei, euer Facebook Marketing auf ein neues Level zu bringen.“ (110 Zeichen)

Vs.

➤ „Facebook Marketing: 73 schnelle Tipps – jetzt umsetzen!“ (55 Zeichen)

    Oftmals hilft auch ein kleines Gedankenspiel, um lange Sätze umzuformulieren: Nehmt die wichtigsten Schlagwörter und streicht den Rest. Mit den übrigen Wörtern formuliert Ihr einen neuen Satz.

Steffi präsentiert Euch in ihrem neuen Post 5 Best-Practice-Beispiele für gelungene Startseiten aus dem E-Commerce: Diese Websites zeigen wie es richtig geht! (158 Zeichen)

Best-Practice: 5 Beispiele für tolle Startseiten

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Best Practice: 5 Startseiten aus dem E-Commerce im Fokus

Gelungene Startseiten: 5 Best-Practice-Beispiele aus dem E-Commerce

  • 140 Zeichen sind nicht immer gleich viel

Die anderen haben mehr Platz als Ihr? Nein, das sieht nur so aus. Ein Absatz ist auch nur ein Zeichen, daher kann man mit Absätzen den Tweet auflockern und mehr Platz einnehmen – die Anzahl der Zeichen bleibt jedoch gleich. Tweets können mitunter einige Zeichen länger sein, wenn sie Links enthalten, dafür werden jedoch Zeichen vom Text abgezogen. Links werden von Twitter automatisch gekürzt – wenn Ihr Tools zum Posten auf Twitter verwendet, kann es jedoch manchmal sein, dass ein Link nicht als solcher erkannt wird und Euch dadurch Zeichen stiehlt.

Tweet mit Text: maximal 140 Zeichen

Tweet mit Text: maximal 140 Zeichen

Text: 116 Zeichen – Tweet insgesamt mit Link: 147 Zeichen

Text: 116 Zeichen – Tweet insgesamt mit Link: 147 Zeichen

Interaktion vermisst?

Twitter-Nutzer geben sich nicht mit passivem Streamlesen zufrieden, sondern wollen aktiv damit interagieren.

Auf Twitter herrscht ein Gegacker wie im Hühnerstall: Twitter lebt von Gesprächen und Diskussionen. Jeder kann auf jede Frage antworten oder sich in ein Gespräch einschalten und seine Meinung kundtun. Die Twitter-Community interagiert sehr stark miteinander. Für einen erfolgreichen Account solltet Ihr ähnlich agieren.

Es geht nicht nur darum, auf Reaktionen zu eigenen Posts von anderen zu warten. Ihr müsst Euch selbst einbringen und mit anderen interagieren.

Twitter Basics: Möglichkeiten zur Interaktion auf Twitter

  • Favorisieren: ♥ Wenn Ihr einen Tweet favorisiert, wird der Nutzer darüber informiert.
  • Erwähnungen: @Twittername (Bei Antworten auf Tweets wird der entsprechende Twitteraccount automatisch im Tweet getagged.)
  • Retweeten: Schreibt am besten noch ein paar eigene Worte dazu. Im Vergleich zu Facebook kann man auf Twitter gerne schneller mal zum Retweet-Button greifen.
  • Antworten: Wenn Ihr auf einen Tweet antwortet, wird Euren Followern das Gespräch in Ihrer Timeline angezeigt, also Euer Tweet + der Tweet, auf den Ihr geantwortet habt.
  • Direktnachricht: Hierfür habt Ihr mehr Zeichen zur Verfügung, aber Eure Follower bekommen nichts davon mit.
  • Umfragen: In einem Tweet könnt Ihr ganz einfach kurze Umfragen mit verschiedenen Antwortmöglichkeiten erstellen. Eure Follower können abstimmen und bekommen danach die Ergebnisse angezeigt.
  • Hashtags: Nutzt Hashtags, um Euch an Diskussionen zu beteiligen. Unter Trends seht Ihr die aktuell am häufigsten benutzten Hashtags. Unter den einzelnen Hashtags könnt Ihr die Top Tweets und die aktuellsten Tweets ansehen (live). Hashtags eignen sich besonders bei Events.

 

Allerdings gilt bei Twitter nicht nur „keep it short“, sondern auch „keep it simple“. Das bedeutet: Überladet Eure Tweets nicht, sondern konzentriert Euch immer nur auf ein Interaktionsziel pro Tweet:

  • Gespräch mit bestimmten Personen (Influencern) führen → Erwähnung, Antwort
  • Kontaktpflege → Erwähnung, Direktnachricht
  • Diskussion anregen/teilnehmen → Hashtag, Umfrage
  • Aufmerksamkeit für Euren Account → Retweets, Favorisieren
  • Aufmerksamkeit für Euren Inhalt (Link) → keine weiteren Interaktionsmöglichkeiten durch Hashtags schaffen, da die Nutzer sonst eventuell auf den Hashtag statt auf den Link klicken

Um an den Gesprächen nicht nur teilzunehmen, sondern im Mittelpunkt der Gespräche zu stehen, braucht Ihr die passenden Inhalte.

Welche Inhalte funktionieren?

Logisch, dass auf Twitter andere Inhalte geteilt werden als auf Facebook und Co., allein schon wegen der Begrenzung auf 140 Zeichen. Aber der Twitter-Community gefällt auch eine andere Art der Inhalte.

Ein Tweet sollte entweder eine Information, Meinung, Frage oder Antwort enthalten.  Mit einer plumpen Headline wie „Das müsst Ihr unbedingt gelesen haben + Link“ haut Ihr auf Twitter niemanden vom Hocker. Die Nutzer „scannen“ ihre Timeline, daher müsst Ihr direkt zum Punkt kommen, um zu überzeugen. Und ja, es wird auf Twitter auch viel Sinnloses gepostet – aber das ist nichts, was Ihr in Eurem Profil aufgreifen möchtet, oder?

Der Gipfel der Sinnlosigkeit: Der Account @big_ben_clock Postet jede Stunde die Glockenschläge. Julian folgt diesem Account seit über sechs Jahren – verrätst du uns, was dir daran gefällt, Julian?

Der Gipfel der Sinnlosigkeit: Der Account @big_ben_clock postet jede Stunde die Glockenschläge. Julian folgt diesem Account seit über sechs Jahren – vielleicht verrät er uns ja, was daran so spannend ist!?

Eure Inhalte auf Twitter sollten Euren Follower natürlich Mehrwert bieten. Mehrwert – tolles Schlagwort, aber was bedeutet das konkret für die Inhalte auf Twitter?

Schauen wir einfach mal den erfolgreichsten Twitter-Account an – den von Katy Perry. Sie hat mehr als 82 Millionen Follower. Zweiundachtzig Millionen! Auf Facebook und Instagram hat sie zwar auch sehr viele, aber dennoch weniger Fans.

Twitter-Queen Katy Perry: Interaktion mit anderen Nutzern, Retweets, Emoticons, Bezug auf aktuelle Events und exklusive Inhalte für Twitter. That`s it.

Twitter-Queen Katy Perry: Interaktion mit anderen Nutzern, Retweets, Emoticons, Bezug auf aktuelle Events und exklusive Inhalte für Twitter. That’s it.

Mehrwert in 140 Zeichen

Wodurch kann Nutzern auf Twitter mit nur 140 Zeichen „Mehrwert“ geboten werden?

Zum einen stellen Interaktionen selbst einen Mehrwert da. Eure Follower können durch Eure Retweets neue, spannende Accounts und Inhalte kennenlernen. Retweets sind quasi eine Light-Version Eurer Content Curation.

Wichtig ist außerdem eigener, exklusiver Content für Twitter: Eure Follower sollten dort Informationen erhalten, die sie auf Euren anderen Social-Media-Profilen nicht bekommen. Das können Bilder sein (legt hierfür unbedingt fest, welche Art von Bildern Ihr für Instagram verwendet und welche für Twitter), Statusnachrichten zu aktuellen Events oder besondere Infos.

Twitter Account von Helene Fischer

Abgehackte Sätze mit Links zum Facebook-Status: Mehrwert gleich null. Aber es ist Helene Fischer – sie hat dennoch mehrere Tausend Fans. Nicht auszudenken, wie viele sie hätte, würde ihr Account etwas mehr hergeben: Next Katy Perry? ;)

Auch das Einholen von Feedback kann nicht nur für Euch hilfreich sein, sondern ist eventuell auch für diejenigen interessant, die noch keine Erfahrung mit Euren Produkten haben. Habt dabei keine falsche Scheu vor eventueller öffentlicher negativer Kritik: Besser, Ihr wisst, woran Ihr seid und könnt darauf reagieren, als wenn es hinter eurem Rücken geschieht und Ihr keinen Einfluss darauf habt.

Für viele Unternehmen kann Twitter vor allem als Plattform für den Kundenservice interessant sein. Berichtet ein Nutzer über ein Problem, könnt Ihr in das Gespräch einsteigen und Eure Hilfe anbieten. Hierzu solltet Ihr die für Euch relevanten Hashtags und Accounts im Auge behalten (mithilfe von Tools wie Hootsuite). Richtet ein Nutzer eine Frage direkt an Euch, solltet Ihr eine hilfreiche Antwort parat haben – und das am besten innerhalb kürzester Zeit.

Was nützt mir das alles?

Die Vorteile von Twitter liegen auf der Hand:

  • Direkter Kundenkontakt
  • Direktes Feedback
  • Geringe Hemmschwelle bei der Kontaktaufnahme
  • Hilfeleistung und Unterstützung für den Kunden fast in Echtzeit
  • Konstruktiver Austausch & Inspiration
  • Mehr Traffic

Das klingt alles sehr schön, aber wie sieht das in der Realität aus?

Ein Beispiel, wie ein Unternehmen Twitter sehr nützlich eingebunden hat, ist die Deutsche Bahn. Die Bahn antwortet auf Fragen zu Fahrkarten, Verspätungen, Anschlusszügen bis hin zum Funkloch auf der Bahnstrecke innerhalb weniger Minuten. Die Kunden bekommen hilfreiche Links und Screenshots gleich mit dazu. Die Bahn bekommt zwar auch einige negative Kommentare ab – doch wenn man sich einmal die Tweets und Antworten anschaut, stellt man fest, dass die Kunden diesen Service sehr dankbar annehmen.

Die Bahn beantwortet auf Twitter auch Fragen, die wir uns sicher alle schon mal gestellt haben 😉

Twitter ist kein Social-Media-Pflichtprogramm, auf dem man einfach nur Links postet, sondern kann eine sehr wertvolle Ergänzung sein. Hier habt Ihr den direkten Kontakt zu Euren Followern und erhaltet innerhalb kürzester Zeit wertvolles Feedback.

Wenn Ihr euch für Twitter entscheidet, sollten Ihr auch dahinter stehen und es richtig anpacken! Dazu gehört vor allem die zeitnahe und hilfreiche Reaktion auf Fragen sowie die Interaktion mit anderen Nutzern.

Früher bot die Telefonhotline die meisten interaktiven Möglichkeiten für den Kundenservice, heute ist es Twitter.

Was sind Eure persönlichen Tipps, um die Twitter Community zu begeistern?

 

Bilder: Bild 1+2: Screenshot Twitter.com; Bild 3: Screenshot Twitter.com/ @big_ben-clock; Bild 4: Screenshot Twitter.com/ @katyperry; Bild 5: Screenshot Twitter.com/ @_Helene_Fischer; Bild 6: Screenshot Twitter.com/ @DB_Bahn;

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