Endlich! Twitter Ads in Deutschland verfügbar

5. Februar 2015  |   ,  |  11 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

Ich habe wirklich ewig auf diesen Moment gewartet! Seit gestern darf man auch auf Twitter in Deutschland Werbung schalten. Bis gestern war es nur großen Advertisern in einer Art Beta-Version erlaubt. Nun darf jeder ran. Was das bringt und wie es geht!

twitter

© vivalapenler / Istockphoto

Schon mal einen Twitter Account aufgebaut?

Eine Facebook Seite mit vielen Fans auszustatten ist – das nötige Budget vorausgesetzt – eigentlich relativ einfach. Man schaltet einfach Anzeigen! Natürlich braucht man gute Zielgruppen, gute Werbetexte und vor allem gute Bilder. Aber wenn man eine gute Facebook Präsenz hat, kann eigentlich kaum etwas schiefgehen. Das Ganze geht modern und flott.

Twitter war hingegen bisher so wie das finstere Mittelalter im Vergleich zur heutigen Zeit. Werbung ging nicht. Selbst wenn man einen guten Account hatte und sich Mühe gab, musste man jahrelang warten, bis man eine große Anzahl von Fans hatte. Pressengers ist so ein  Account, wo ich mir denke: Schade, dass wir nicht mehr Follower haben. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Aber wenn die User nicht von allein zu uns kommen, dann kommen wir eben zu den Usern! 🙂

Exkurs: Spam Follower kaufen

Ja, es ist möglich sowohl auf Facebook wie auch auf Twitter Fake-Follower zu kaufen. Und ich rate dringend davon ab. Zum einen bringen diese Follower / Fans überhaupt nichts, sie existieren ja meistens nicht und sind nur Bots. Zum anderen wird es in der Zukunft wahrscheinlich genauso sein wie mit Linkkauf. Irgendwann wird so etwas (wie auch immer das genau aussehen wird) von Facebook oder Twitter abgestraft und dann steht man da, hat viel Geld dafür bezahlt und darf jetzt die Follower manuell abbauen.

Davon abgesehen: Was bringen Fake-Follower oder Fans? Außer einer großen Zahl, die man sich dann auf die Webseite packen kann („Yeah, wir haben 10.000 Fans!“) rein gar nichts. Wobei: Leute, die sich im Facebook oder Twitter Marketing auskennen, können sehr einfach herausfinden ob und wie viele Fake-Fans und -Follower eine Seite hat. Wenn dann 95 % der Fans eines deutschen Online Shops aus Albanien kommen, erzeugt das ein Schmunzeln. Mehr aber auch nicht.

 Twitter Ads – So gehts

Folgende Ziele kann man zu Beginn auswählen:

twitter ads

Anschließend kann man einen promoted Tweet auswählen:

wordpress nutzer

Wir probieren es einfach mal mit diesem einfachen, aber klaren Tweet

 

Zielgruppen definieren

Zielgruppen lassen sich anschließend – ziemlich ähnlich wie auf Facebook  – nach diversen Kriterien definieren.

  • Land: Hier solltet Ihr unbedingt Deutschland / Österreich oder eben ein deutschsprachiges Land auswählen. So killt man gleich einen großen Schwung an Spam-Followern, die meistens auf Englisch twittern.
  • Geschlecht, Plattformen, Anbieter: Ich kann festlegen, dass nur Frauen mit einem HTC One M7 meine Werbung bekommen sollen. Für manche Zwecke sicherlich hilfreich, etwa, wenn ich als Affiliate das neue Modell bewerben will?
  • Neue User: Ich kann ausschließlich „Newbies“ auf Twitter targeten. Etwa, wer Twitter erst einen, zwei oder sechs Monate nutzt.
  • Zielgruppendefinition nach Followern: Ich möchte ähnliche Leute erreichen, wie diejenigen, die @Yoast followen? Dann ist das hier die richtige Auswahl. Für mich klingt das aber schwammig und als ob da ein (sicherlich nicht optimaler) Algorithmus dahinter wäre. Meine Meinung: Kann man ausprobieren, muss man aber nicht.
  • Interessen hinzufügen: Dieses Feature hat momentan (meiner Meinung nach) noch viel zu grobschlächtige Interessen. „WordPress“ gibt es etwa nicht, nur „Webdesign“.
  • Maßgeschneiderte Zielgruppen definieren: DAS will ich! 🙂

Video: Maßgeschneiderte Zielgruppen mit Buzzsumo finden

Wie bei Facebook auch sind diese Zielgruppen die allerbesten. Dabei lasst Ihr nicht Twitter entscheiden, wer die Zielgruppe ist, sondern Ihr sucht sie euch manuell heraus und gebt Twitter die ID. Das funktioniert ziemlich gut mit Buzzsumo. Ich habe dazu ein Video gemacht, weil ich mir sonst einen Wolf geschrieben hätte:

Für wen ist Twitter Ads geeignet?

Für jeden, der im Netz seine Zielgruppe, insbesondere aber Influencer erreichen möchte. Schnappt Euch doch einfach mal die Top100 Tageszeitungen und schaltet gezielt für diese Accounts Werbung. Ich vermute, dass das recht effektiv sein kann, oder?

Besonders aber für z.B: Online Shops sind Twitter Ads wirklich interessant, aber auch für jeden, der nicht jahrelang warten kann, bis der Account genügend Follower hat. Ich bin jedenfalls begeistert, dass es endlich Twitter Ads in Deutschland gibt! Und Ihr?

Übrigens: Tweets werden zukünftig – nach über vier Jahren Pause – wieder in den Suchergebnissen angezeigt!

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11 Kommentare

  • Einmal mehr vielen Dank Julian. Ich knips dann schon mal die Adwords aus 😉

  • Schöner Artikel! Kurze Anmerkung zu eurem Hinweis „Exkurs: Spam Follower kaufen“:
    Facebook „straft“ dies durch den EdgeRank bereits ab.

    > Fake User reagieren nicht auf den Content der Fanpage
    > daraus resultiert eine niedrige Interaktionsrate
    > eine niedrige Interaktionsrate sorgt für eine schwache Einstufung der Seite
    > diese wiederum reduziert die organische, kostenlose Reichweite der Page

    Keep up the good work!

  • Guter Artikel, danke dafür! Ich hoffe nur, dass man jetzt auch noch normale Tweets lesen kann und nicht jeder zweite aus Werbung besteht..

  • Hallo Julian,

    Danke für den Recherche-Tipp mit Buzzsumo. Das macht die Sache deutlich einfacher.

    Die Tailored Audiences – gerade im Vergleich zu den eher indirekten Targetingmöglichkeiten auf FB – fand ich ebenfalls sehr spannend und konnte es kaum erwarten, Twitter Ads zu testen.

    Allerdings bin ich über die Mindestanzahl von 500 Nutzernamen gestolpert, die hier nicht erwähnt werden.
    In Deinem Tutorial sprichst Du von einer Zielgruppe, die nur 377 Namen umfasst.
    Hat das funktioniert? In meinem Fall werden nämlich sogar > 500 Namen abgelehnt (die Zielgruppe sei zu klein).

    Bisher bin ich noch nicht dahinter gekommen, woran das liegen könnte (Upload in versch. Formaten ausprobiert, bereits normalisiert, gehashed etc…)

    Für Ideen bin ich sehr dankbar!

    VG, Deborah

  • Julian Dziki

    Hi Deborah,

    Ja Du hast Recht, es ging nur mit 500 Nutzern. Ich habe dann einfach 500 Namen genommen.

  • Hi Julian,

    Danke für Deine Antwort, das habe ich auch.
    Mittlerweile habe ich es zur Sicherheit mit mehr als 550 Nutzernamen versucht.
    Doch jedesmal wurde die Liste nach der Prüfung abgelehnt:

    „In Ihrer maßgeschneiderten Zielgruppe XY konnten nicht genug Personen auf Twitter abgestimmt werden, um eine nutzungsfähige Zielgruppe zu erstellen.“

    Irgendeine Idee, woran das liegen könnte?
    So langsam weiß ich nicht mehr weiter…

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