Wer ein Internetprojekt hat oder verschiedene Internetprojekte betreut, für den bietet sich eine systematische Analyse der Konkurrenz an. Man sieht ja oft auf den ersten Blick, was die Konkurrenz voraus hat und was nicht (etwa höhere Positionen in den Suchergebnissen). Um langfristig erfolgreich zu sein, bietet sich eine Vergleichsmatrix an, mit der man sich und die Konkurrenz anhand verschiedener Faktoren gegenüberstellt. Ich biete hier einmal ein vereinfachtes Modell an.

Qualitätsfaktoren bestimmen

Zunächst einmal sollte man gewisse Faktoren bestimmen, die für den Erfolg des Projekts langfristig von Nutzen sein könnten. Gute Suchmaschinenoptimierung ist ein Faktor. Wer aber wie ich komplette Projekte ins Netz stellt, der sollte schon auch auf mehr achten und mit SEO-Kenntnissen allein kommt man nicht weit. Es spielen viele Faktoren mit, wie die Qualität des Textes (hat ja jede Webseite), die Usability, die Interaktionsmöglichkeiten der User, Dinge wie RSS-Feeds, Foren, Blogs. Pressemitteilungen, On- und Offline-Kooperationen, Werbepartner (Affiliates) und viele mehr. Man sollte ein Projekt immer als Ganzes sehen und nicht nur auf Suchmaschinenoptimierung zählen. 1000 Besucher bei einer Absprungsrate von 90 % sind schlechter als 100 User, die dafür jeder im Schnitt 25 Seiten durchcrawlen. Das wären im ersten Fall bei 1000 Usern ca. 200 Impressions und im zweiten Fall, obwohl nur 100 User, unglaubliche 2500 Impressions. :-)

Hier einmal ein vereinfachtes Schema zum Download, damit man einmal sieht was ich meine:

Konkurrenzvergleich

Man erstellt also verschiedene Faktoren und nimmt 2 bunte Stifte zur Hand. Anschließend macht man dort Kreuze, wo man sich selbst vermutet und in einer anderen Farbe Kreise, wie man die Konkurrenz sieht. Eine größere Firma kann das verschiedenen Mitarbeitern zum Ausfüllen geben geben oder auch (geschulten) Externen. Man erkennt nach dem Auswerten gut wo man selbst steht und vor allem welche Teilbereiche man vernachlässigt hat, bzw. optimieren sollte. Man sieht aber auch sehr schnell was man der Konkurrenz voraus hat und kann seine Stärken eventuell noch weiter ausbauen. In dem Beispiel etwa hat mein (fiktives) Projekt eine schlechte Auswahl an Produkten (wenige Produkte), dafür biete ich aber eine viel bessere Qualität.

Stärken und Schwächen erkennen

Was mir das Schema zum Beispiel auch einfach sagt: Wenn ich es schaffe meinen Bekanntheitsgrad durch mehr Kooperationen zu steigern, durchdringe ich durch meinen besseren Ruf und die höhere Qualität meiner Produkte vielleicht bald den gesamten Markt. :-) Meine fehlenden Stammuser könnte ich durch ein Forum gewinnen, durch Bewertungsmöglichkeiten der (ja qualitativ guten) Produkte eine noch höhere Conversion-Rate erreichen.

Strategien entwickeln

Wie gesagt ist das nur ein Schema und sollte für ein anständiges Projekt auch mehr als eine Seite haben. Aber auch mit diesem groben Schema, das ich übrigens auch hier unausgefüllt zum Download bereitstelle, könnt ihr für eure Projekte Strategien entdecken und entwickeln, die über bloßes SEO hinausgehen.

Branchenübliche Qualitätskriterien verwenden

Es empfiehlt sich, ein eigenes Schema anzulegen, da jede Branche andere Bedürftnisse und Qualitätsmaßstäbe hat. Die Grundfrage sollte immer sein: Was macht ein Projekt in der Sparte XY gut? Was ist wünschenswert bei einer Seite dieser Branche? Was sind die Erfolgsfaktoren eines Internetprojekts allgemein / eines Projektes in der jeweiligen Branche? Das Ganze nennt sich übrigens “strategische Qualitätsplanung” und gehört in den Bereich des Qualitätsmanagements. Wer sich lange genug an so ein Ding ranmacht, viele verschiedene Strategien aus den verschiedensten Qualitätskriterien heraus entwickelt und in ausschließlich jedem Bereich besser sein möchte als die Konkurrenz, der kann auch große Webseiten überholen.

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3 Responses to Systematische Konkurrenzanalyse – Strategische Qualitätsplanung

  1. [...] SEO-Konkurrenzanalyse: Ein wichtiger Punkt, der jeder Optimierung vorausgehen sollte, ist die Analyse der Konkurrenz. Nur so erfährt man, welche Stellschrauben man drehen muss und welche davon den größten Effekt erzielen. Julian erklärt an einer Matrix, wie man eine solche Analyse vereinfacht an einem ganzen Projekt durchführen kann. Wer nur den Bereich SEO unter seinen Fittichen hat, sollte hier natürlich auch seinen Fokus setzen. Dann muss man natürlich entscheiden, wo man als erstes optimiert. Und hier spielt der ökonomische Faktor eine entscheidende Rolle. Die Schraube mit dem Besten Preis-Leistungsverhältnis sollte auch als erstes gedreht werden. Danach hangelt man sich so lange an der Kosten-Preis Tangente entlang, bis man besser dasteht als der Mitbewerber. [...]

  2. Peter sagt:

    Sehr interessanter Blog und mal ehrlich vielen Dank für die bereitgestellten Dokumente!

  3. [...] längerem habe ich ja einmal über das Vorgehen bei Konkurrenzanalyse berichtet. Im Prinzip ist es bei wenig umkämpften Gebieten so, dass man einfach nur die beste [...]

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