Suchmaschinenoptimierung ohne Zukunft

13. Mai 2008  |     |  6 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

Shoemoney hat es bereits erwähnt, der Inhouse Seo ist darauf eingegangen und auch der Seonaut hat seine Meinung geäussert. Ich bin ja noch nicht so lange im Geschäft wie manch anderer, aber die Entwicklung ist klar: SEO wird immer schwieriger und komplizierter.

Obwohl ich vor fünf Jahren noch kein SEO betrieben habe, muss es damals ein Garten Eden für Spammer gewesen sein. Der Algorhytmus war unausgefeilt, Linkverkauf und (wohl auch) reziproker Linktausch waren Fremdwörter, wurden nicht bestraft und überhaupt konnte man eine Menge reissen.

Weil momentan auch der kleinste Handwerker im Dorf seinen eigenen Blog hat und viele Firmen wissen dass es SEO gibt und man es nutzen kann wird die Konkurrenz immer mehr. Ob SEO eine Zukunft hat? Gute Frage. Meiner Meinung nach schon.

Allerdings braucht jedes Projekt, das man betreut einen echten Mehrwert für den User. Eine MFA Seite mit 5 Unterseiten zu erstellen, mit Links zu beschießen und dann einzukassieren: Das funktioniert (bald) nicht mehr. Trotzdem gilt: Wer jetzt seine Seiten im Index hat, Mehrwert bietet und Traffic generiert, für den wird es sich in der Zukunft noch mehr auszahlen als heute. Stammuser bleiben meist erhalten, wenn man keinen großen Mist baut. Vielleicht wird Linkkauf irgendwann richtig gut erkannt oder Links werden gar nicht mehr gewertet:  Aber wie sollen die Ergebnisse dann entstehen? Durch das Klickverhalten der User? Durch die Aufenthaltsdauer auf der Seite? Das kann man ebenso manipulieren wie man auch Links besorgen kann.

Man stellt einfach 10 Studenten an, die mit verschiedenen IPs den ganzen Tag auf den eigenen Seiten herumsurfen. So könnten Marktplätze entstehen auf der Vielsurfer dann ihre IPs verkaufen und Geld für das Besuchen bestimmter Seiten bekommen.  Dann wird Google solche “auffälligen” User abwerten, die SEOs werden Tricks finden um das Auszuhebeln usw…

In jedem wirtschaftlichem Bereich und von fast jedem Selbstständigen in jeder Branche hört man: “Früher war es noch einfach. Mittlerweile ist es schwer geworden.” Na und? Da muss man eben am Ball bleiben. Wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, der hat es auch nicht anders verdient.

In Punkto Webdesign verändert sich auch viel, in der Programmierersparte ebenso.  Wer hätte vor 10 Jahren einen RSS-Feed abonniert? Niemand.  Wer hätte Videos auf Youtube mit einem ISDN Anschluss ansehen können? Niemand.  Wer heute einen Hi-Fi Laden hat und nur Kassettenrekorder und Schallplatten anbietet, der wird auch nichts mehr verdienen. Außer man ist spezialisiert. Ich bin auf SEO spezialisiert. Ich hole mir einen Webdesigner ins Boot, lasse von einem Autor die Texte schreiben und vom Programmierer die Funktionen. Die Suchmaschinenoptimierung und das Konzept mache ich. Ich habe keine Zeit mich mit Farbpsychologie und Programmierung auseinanderzusetzen – die Zeit investiere ich in SEO.

Ob Suchmaschinenoptimierung eine Zukunft hat oder nicht ist mir momentan ehrlich gesagt egal. Wenn es keine Zukunft hat, habe ich immer noch das ein oder andere Projekt, das auch ohne SEO auskommt. Darauf baue ich auch in Zukunft. Google kann nicht das gesamte Internet von heute auf morgen auf den Kopf stellen. Viel zu viele Firmen und Existenzen hängen daran. Wer aber nicht mit dem Trend mitgeht, der wird plattgemacht. So ist das (leider) überall.

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Über den Autor

Julian Dziki ist SEO, Online Marketer und Affiliate seit 2007. Suchmaschinenoptimierung München

6 Kommentare

  • Sehr schöner Artikel und eine IMHO sehr realistische Sichtweise bzgl der SEO Perspektive / Zukunft.

    “Da muss man eben am Ball bleiben.”

    Genau das ist es!

    Gruß
    Christian

  • SEO wird kreativer ;) früher hast du deine Adresse in 200 Webkataloge eingetragen und heute zählt die Fleissarbeit nicht mehr soviel, da kommst du mit SMO o.ä. weiter.. und auch das wird sich mit der Zeit ändern…

  • …natürlich wird SEO immer komplizierter und schwieriger. Das ist doch eine völlig normale Entwicklung. Der zukünftige Trend wird in meinen Augen immer stärker vom Content beeinflusst. Wenn man viel unique Content hat, dann geht es voran. Das wird einer DER entscheidenen Rankingfaktoren sein. Ziel von Google ist es sicherlich, die SERPs so zu gestalten, dass der menschliche User Seiten mit einem höhen “Nährwert” möglichst weit oben findet. So wie das auch bei einem Zeitschriften-Kiosk ist. Wer würde denn da das Magazin nehmen, in dem nichts steht und dafür die mit Infos vollgepackte Zeitung links liegen lassen?

  • Julian

    Hehe, aber wie dick ist denn bitte die Bild-Zeitung? :-)

  • Hi Julian. Witzig, wie ich auf diesen Artikel gekommen bin. Das passiert, wenn man Suchmaschinenoptimierung München googlet. Naja wo ich schon mal hier bin und mich der Artikel gefesselt hat, möchte ich dann auch meinen Senf dazu geben.
    SEO hin oder SEO her. Suchmaschinenoptimierung ist schon ein eher unzutreffender Begriff. Aber das ist ja nicht das Thema. Ich denke, die Suchmaschinen haben eine wahnsinnsaufgabe zu erledigen. Solange wie AT&T mal eben über 8 Millionen Dollar bezahlt in einem Monat nur für die Einführung des neuen I-Phone4, solange bleibt auch in der SEO Bewegung. Wie erfolgreich Google und Co sein wird oder ist, wird sich zeigen. Aber Fakt ist und da stimme ich Tameco zu, es wird der Content werden, der den Ton angibt. Der PageRank ist doch eh schon ne Weile nicht mehr wirklich wichtig. Google selbst hat zu Beginn diesen Jahres ein Update für seinen Contentalgorithmus angekündigt. Die Farmen, die mehrere 1000 Seiten am Tag produzieren werden es schon bald schwerer haben. Artikel wie dieser hingegen denke ich bleibt interessant.
    In diesem Sinne eine gute Zeit und wir sehen uns sicher wieder.

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