Suchanfragen nach dem Domainnamen: Ein großer Rankingfaktor

20. Februar 2013  |   ,  |  27 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

Heute geht es um einen Rankingfaktor, der in meinen Augen eine ungemein starke Wirkung hat und der trotzdem recht schwer zu fassen ist: Die Häufigkeit der Suchanfragen bei Google nach der Marke oder dem Domainnamen.

Brands zum Aussortieren des Internets

 

„Brands are the solution, not the problem, […] Brands are how you sort out the cesspool.“

 

Bereits 2008 ließ Eric Schmidt diese Aussage fallen. Das konnte man kurze Zeit später in den Suchergebnissen dann auch bemerken.  Seitdem ist der Google Algorithmus vernarrt in bekannte Marken. Insbesondere mit Google Panda hat man meiner Meinung nach viel weniger (bis keine) Probleme, wenn es genug Suchanfragen nach dem Namen der Domain gibt (also Suchanfragen z.B: nach „Seokratie“, „Seokratie.de“ etc.). Ich denke, dass Google durch die Anzahl der Suchanfragen gut erkennen kann, ob es sich bei der Domain um eine (bekannte) Marke handelt. Zwar gibt es noch andere Faktoren wie die Anzahl der Erwähnungen in großen Newsportalen oder im Internet insgesamt, aber Suchanfragen und Rankings bilden eine starke Korrelation.

Google Trends
Google Trends eignet sich gut, um die Suchanfragen nach der eigenen Marke zu monitoren

Meine Beobachtungen

  • Webseiten, nach deren Namen oft gesucht wird, haben bessere Rankings bei Google als solche mit wenigen Suchanfragen
  • … und können sich „mehr“ erlauben. Insbesondere scheint eine große Markenbekanntheit für den Google Panda Algorithmus wie ein „Dämpfer“ zu wirken: Panda greift bei großen Marken erst später oder gar nicht.
  • Außerdem: Stark steigende Suchanfragen bewirken auch steigende Rankings. Das kann man insbesondere gut bei Webseiten sehen, die TV-Spots buchen
  • Viele Suchanfragen mit entsprechenden Keywords kombiniert helfen, dass man für dieses Keyword besser rankt. „Amazon Notebook“ hilft also Amazon dabei, besser für Notebooks zu ranken.
  • Fallende Suchanfragen haben in der Regel auch fallende Rankings zur Folge

Wie optimiert man Suchanfragen nach der eigenen Domain?

Tja, gute Frage! Einen „einfachen Trick“ habe ich bisher noch nicht finden können. Einfach über Proxies kann man das nicht (ohne weiteres) laufen lassen – man bräuchte sehr viele und außerdem wären die Usersignale leicht als maschinell erkennbar. Zudem (wichtig!) Google ja über den Panda Algorithmus auch misst, was die User nach dem Besuch der Seite machen. Bloßes „Marke suchen + Klicken + Webseite verlassen“ könnte also eventuell sogar negative Signale aussenden. Statt Manipulation muss man also „legale“ Wege finden, wie man User dazu bekommt, nach der Webseite zu googlen.

  • Fernsehwerbung
  • Radiowerbung
  • Flyer
  • TKP Bannerbuchung
  • Gewinnspiele
  • Marketing-Aktionen und PR
  • Social Media
  • Google Adwords (+Remarketing)

Google Adwords deshalb, weil viele User beim ersten Mal über eine Anzeige auf die Webseite kommen und manche davon ein paar Tage später oft noch ein zweites Mal nach der Webseite googlen. Während Marketingaktionen, Social Media und Gewinnspiele (normalerweise) keine große Reichweite erzielen, kann man mit Fernseh- und Radiowerbung eine Menge Leute erreichen. TKP-Bannerbuchung würde ich nur machen, wenn ich wirklich eine riesige Kampagne mache – zu kleine Buchungen verpuffen einfach zu schnell. Auch bei Fernseh- und Radiowerbung muss man eine kritische Masse erreichen, damit sie sich auszahlt.

 Fragen an die Leser

Stimmt Ihr mir zu, dass die Suchanfragen nach der Domain ein wichtiges Rankingkriterium sind?

Falls nein, warum nicht?

Welche Kanäle benutzt Ihr um Eure Marke bekannter zu machen?

Bildquelle (und Möglichkeit, Suchinteresse zur eigenen Marke zu recherchieren) : Google Trends

Jetzt teilen: Share on Facebook0Tweet about this on TwitterShare on Google+10Email this to someoneShare on LinkedIn0

E-Book: Der Weg zum erfolgreichen Online Shop

  • Das 47-seitige E-Book mit 72 konkreten Tipps für Deinen Online Shop
  • Einmal wöchentlich exklusiver Content für das Marketing Deines Shops
  • Unser Newsletter (1-2x pro Woche)
E-Book kostenlos downloaden

27 Kommentare

  • Hallo Julian,

    wie immer ein toller Beitrag. Deine Beobachtungen sind absolut schlüssig.

    Zumindest im kleinen Stil kann man solche Suchanfragen steigern, in dem man in Foren oder sozialen Netzwerken die URL hinterlässt – und zwar nicht als Link sondern im Plaintext.

    Viele Nutzer kopieren sich die URL und rufen sie anschließend nicht direkt auf sondern suchen danach.

    Viele Grüße,
    Torben

  • Hi,

    für Brands stimme ich Dir zu.
    Aber korrigiere mich, wenn ich mich irre, würde das dann nicht eine Keyword-Domain auch wieder besser ranken lassen, als andere Seiten zum selben Thema, denn da stimmt ja Suchwort und Domain in jedem Fall überein.
    Ich meine gelesen zu haben, dass Keyword-Domains keine Rolle mehr spielen.
    – oder verstehe ich dich falsch? –

    Viele Grüße,
    Swen

  • Sehr interessantes Thema.
    Eine weitere Möglichkeit ist in meinen Augen, Videos auf YouTube zu produzieren, in denen die Marke/URL gesagt und/oder eingeblendet wird.
    So erzeugt man automatisch auch Suchen über Google direkt oder aber über die Adresszeile in Chrome (indirekte Suche).

  • Julian

    Hallo Torben,

    Guter Tipp, danke! 🙂

  • Julian

    @Uwe: stimmt, Youtube ist natürlich auch gut.
    @Swen: Das war einer der Gründe, warum Keyword Domains immer so gut ranken. Und sie spielen noch eine Rolle!

  • Hallo,

    das stimmt so leider nicht bzw. lässt sich nicht verallgemeinernd sagen. Mit Sicherheit wird es bei Google einen Schwellenwert geben, ab wann eine Marke auch als solche anerkannt wird. Theoretisch müssten ja dann bekanntere Marken besser als unbekanntere Marken, was allerdings oftmals nicht der Fall ist. Ich glaube nicht, dass die Zahl der Suchanfrage nach der Marke großartig mit ins Ranking einfließt, andere Faktoren (Backlinks) dominieren insgesamt.

  • Hallo Julian,

    du hast es ja selbst beschrieben. Links mit Compund Ankertexten also Marke + Money Key machen Sinn, da dadurch der thematische Bezug hergestellt wird. Hat an sich erstmal nichts mit dem Suchvolumen zu tun. Ich denke auch, dass das Suchvolumen auf die Marke eine Rolle spielt. Bin mir nur nicht ganz sicher wie groß der Einfluss ist und ob es wirklich Panda beeinflusst. Wir haben gemerkt, dass Content Marketing Aktionen das Suchvolumen auf die eigene Marke erhöhen können insbeosndere dann wenn das mediale Echo hoch ist, also PR quasi dann wieder.

  • Ein spannendes Thema, das eigentlich (fast) jeden Webmaster interessieren muss. Einige der oben genannten Tipps zur Verbreitung des Markennamens dürften für viele, weil nicht finanzierbar, unrealistisch sein.

    Google Adwords (Remarketing) kann ich aus eigener Erfahrung nicht unbedingt empfehlen. In dem Zusammenhang noch eine Frage von mir zu diesem Satz: „Google Adwords deshalb, weil viele User beim ersten Mal über eine Anzeige auf die Webseite kommen und manche davon ein paar Tage später oft noch ein zweites Mal nach der Webseite googlen.“

    Wenn das zutrifft, dann tauchen diese „indirekten“ Zugriffe natürlich nicht unter Conversions bei Google Analytics auf.

  • Klingt sehr interessant, auch die Tipps von Torben und Uwe, um die Domains als Plaintext zu platzieren, damit die User danach suchen. Dann werde ich jetzt mal immer wenn ich meine Webseiten aufrufe über die Google-Suche gehen 😉

  • Das mit Adwords sehe ich ähnlich, kann man einiges machen, um seine Werte zu verbessern.

  • Michael

    Sehr schöner Artikel, der sich auch mit meinen Beobachtungen zu dem Thema deckt. Das Brandbuilding ist zwar insgesamt eine teure und langwierige Sache, aber selbst kleinere Unternehmen können mit den Basics starten.

    Heißer Tipp um die Leute zur Suche nach dem Brand zu bewegen:

    Kommentieren ohne URL in Blogs und mit Name und dem Brand den Kommentar beenden.

    Grüße
    Michael
    Websitestartup <—- 🙂

  • Carsten

    Kann deine Erfahrungen nur bestätigen, toller Artikel. Seen, zum Thema EMD update habe ich vor kurzem etwas auf edelnerd geschrieben.

    Sicher ist das Brand-Suchen nicht uninteressant bei der Auswertung von Ankertexten.

  • Das ist nicht nur ein kleiner Faktor. In den stark umkämpften Bereichen ist es DER Faktor. Ein Faktor ,der direkt in die strategische Budgetplanung vieler Unternehmen einfließt. Fernsehwerbung wird in erster Linie zu Erzeugung von Reichweite eingesetzt, aber gute Marketer wissen um den Nutzen für SEO dabei als Dämpfungsfaktor in Sachen Schwellenwert. Gibt tolle Beispiele dafür.

    Eines ist sicher. Dieser Rankingfaktor ist die Zukunft und wird das Thema SEO extremst in den kommenden Jahren verändern.

  • Ich halte die Domain-Searches auf jeden Fall für einen negativen Panda-Faktor….

    Und wenn manche Domains aufgrund weniger Domain-Searches nach unten sortiert werden, gehen die anderen automatisch ein Stück weiter nach oben….

    Somit wird aus dem negativen Panda-Faktor ein indirekter positiver Ranking-Faktor….

    Ich frage mich nur: eine neue, TOLLE Seite mit super Content würde ja nie eine Chance haben, nach oben zu kommen, denn NIEMAND kennt die Brand…. Google MUSS also auch unbekannten Seiten mit null Brand-Searches eine realistische Chance einräumen (und zwar ganz ohne Domain searches)

  • Hallo,

    ich kann dem nur völlig zustimmen.

    Habe schon in den frühen Jahren des SEO so manche Seite durch „natürliche“ Seitenaufrufe. Zum Suchwort an die Spitze gebracht.

    Dieses Werkzeug setze ich heutzutage nur in sehr geringem Maße ein. Aber da >Google ja auch eine Metasuchmaschine ist kann man auch andere Suchmaschinen dazu Zweckentfremden.

    Der Erfolg dabei ist sehr unterschiedlich. Bei Bing hilft es meiner Ansicht nach immer noch, damit Seiten dort Indexiert werden.

    Da ganze ist aber sehr mühselig und keine wirklich schöne Arbeit, aber es hilft –manchmal.

    Liebe Grüße aus Delmenhorst

  • Bastian

    Deshalb sollte bei einem generischen Domainnamen der Title auf jeder Seite zuerst die URL nennen und danach die Keywords/Slogan. Das redundant durch die komplette Webseite transportiert ist ein weiteres I-Tüpfelchen zum Brand-Building 🙂

  • Julian

    @Jonas: Prinzipiell natürlich schlau, aber ich bin sicher, dass Google die URL nicht zulässt, oder was meinst du?

  • Hallo,

    Du sagst:
    „… und können sich “mehr” erlauben. Insbesondere scheint eine große Markenbekanntheit für den Google Panda Algorithmus wie ein “Dämpfer” zu wirken: Panda greift bei großen Marken erst später oder gar nicht.“

    gerade in Hinblick auf Zalando finde ich deine Aussage eher umstritten. Nach dem letzten großen Update hat sich doch einiges ins negative bei den Ranking von Zalando getan.
    So war es mir jedenfalls im Gedächtnis geblieben.

    Beste Grüße

    Marcus

  • Sehr interessant und auch einleuchtend. Das heisst, es ist aber auch gut möglich, die Resultate zu beeinflussen: Z.b. Bots die gezielt nach dem Brand suchen. Google will ja solche Beeinflussungen möglichst unterdrücken?!?

  • Kann auch jemand verstehen der noch nicht so lange im Geschäft ist Danke.

  • Stimmt Ihr mir zu, dass die Suchanfragen nach der Domain ein wichtiges Rankingkriterium sind?
    Sind sie auf jeden Fall, doch geht es bei evtl. Fehlern auf der Seite oder Fehlverhalten der Betreiber auch ganz schnell nach unten.

    Welche Kanäle benutzt Ihr um Eure Marke bekannter zu machen?
    Wir versuchen immer den Betreiber in seinem Fachgebiet als Kompetenz erscheinen zu lassen. Das bedeutet natürlich, dass dieser, oder wir für ihn, keinen Unsinn verbreiten dürfen.

  • Mal eine Beobachtung, die ich am Sonntag gemacht habe: Es lief „Rach, der Restauranttester“ und es ging um eine kleine Trattoria. Ich wollte eine Erklärung googeln, was „Trattoria“ eigentlich ursprünglich bedeutet und bei der Eingabe des Suchworts „Trattoria“ (mehr nicht) kam die Webseite des gerade im Fernsehen dargestellten Restaurants auf Platz zwei. Erklärung: Sicherlich haben viele TV-Zuschauer nach „Trattoria da Franco“ gegoogelt und die Webseite angeklickt. Daher rankte die Seite dann zeitweise auch für „Trattoria“ übermäßig gut. Heute ist die Seite schon längst wieder von Platz 2 im Niemandsland verschwunden.

  • Ich denke, das was Du da beschreibst ist schlüssig. Allerdings glaube ich nicht, dass die Suchanfragen direkt ins Ranking einfließen, sondern darauf einzahlen, ob Google eine Domain als Brand ansieht oder nicht (da gibt es noch andere Faktoren) und dieser „Brand-Trust“ dann ins Ranking eingeht. Andere Faktoren, die zum Brand-Effekt beitragen sind z. B. Nennungen von Domains/Markennamen in Foren und Blogs (auch ohne Verlinkung), Vorkommen in Mails (ich kann mir vorstellen, dass Google da alle über GMail laufenden Mails scannt), Social Media Erwähnungen usw. Ein Faktor, der auch Suchen nach Brands auslösen kann und den Du nicht genannt hast ist übrigens E-Mail-Marketing. Ein Newsletter löst neben Klicks auch immer genug Leute aus, die dann auf Google „Brand Produkt“ suchen und brav klicken. Da hat man über die Ausgestaltung des Newsletters natürlich einen gewissen Einfluss und kann (wenn man das wöllte) auch aktiv zu Suchen auffordern. Das wurde in den USA auch über TV-Werbung gemacht: Superbowl TV Spots mit der Aufforderung „search us on Google“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Willst Du fit in SEO werden?

Abonniere unseren Newsletter und bleibe in Sachen SEO, Inbound- & Online-Marketing auf dem Laufenden.

Du kannst den Newsletter jederzeit wieder abbestellen.