Hands on: Teaser Texte für Social Media Posts

19. Mai 2016  |     |  5 Kommentare
Ein Beitrag von Neele

Ihr wollt mehr Interaktionen und Reichweite für Eure Beiträge erhalten und den Traffic zu Eurer Seite steigern? So schreibt Ihr Teaser, die Eure Leser ansprechen, zum Klicken anregen – und dabei nicht auf banalem Clickbaiting basieren.

"Schreib etwas" fordert uns Facebook auf.

„Schreib etwas“ fordert uns Facebook auf.

Ihr habt bereits mit viel Mühe ein informatives und ansprechendes Snippet geschrieben, das Eurem Text gerecht wird und sich nicht mit Eurem ebenfalls sorgfältig formulierten Artikel-Teaser doppelt. Jetzt wollt Ihr den Link dazu in Euren Social-Media-Netzwerken teilen. Doch was sollt Ihr bloß dazu schreiben?

So viele Informationen noch einmal auf wenige Zeilen herunterzubrechen, ohne sich zu doppeln: Wie soll das funktionieren?

Doppelt hält auf

Verabschiedet Euch als erstes von dem Gedanken, Euren Artikel-Teaser einfach nochmal für den Social Media Teaser umzuformulieren. Erstens hält es Eure Leser nur auf, das gleiche nochmal in anderen Worten zu lesen, zweitens hält es auch Euch selbst bei der Formulierung auf. Im Idealfall habt Ihr ja schon den perfekten Teaser für den Artikel geschrieben – der wird Euch nicht so leicht aus dem Kopf gehen, und jeglicher Abklatsch davon wird Euch nicht zufriedenstellen.

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Vor allem aber steht ein Teaser für einen Beitrag, der in einem Social-Media-Netzwerk geteilt wird, in einem völlig anderen Kontext als Euer Artikel-Teaser oder Euer Snippet. Die Leser können – und sollen – auf Euren Beitrag reagieren. Der Teaser soll nicht nur den geteilten Inhalt ankündigen, sondern auch Eure Leser zur Interaktion mit dem Beitrag animieren.

Cliffhanger statt Clickbait

Wie bekommt Ihr die Leser also dazu, mit Eurem Beitrag zu interagieren? Lasst Euch nicht in die Versuchung führen, Clickbait-Teaser im Stil von „Du wirst nicht glauben, was dann geschah!“ zu schreiben, denn Ihr werdet nicht glauben, was dann geschieht – der Artikel enttäuscht die Leser so sehr, dass sie nie wieder einen Beitrag der Seite anklicken.

Mit ziemlicher Sicherheit habt Ihr nicht den passenden Content, um einen solch dramatischen Teaser zu rechtfertigen. Aber das ist nur einer der Gründe gegen Clickbait.

Warum Ihr auf Clickbait-Teaser verzichten solltet

  • Es passt weder zum Inhalt noch zu Eurem Firmenauftritt
  • Die Erwartungen Eurer Leser werden nicht erfüllt. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie nochmal einen derartigen Beitrag anklicken.
  • Es wirkt unseriös
  • Eure Leser haben sich bereits an diese Sprache gewöhnt und reagieren sowieso kaum noch darauf
  • Es spricht die falsche Zielgruppe an
  • Es drohen Reichweiteneinschränkungen (siehe Facebook)

 

Die bessere Alternative sind Teaser nach dem Prinzip eines Cliffhangers – sie wecken die Neugier und machen Lust auf mehr. Das klingt simpel, ist aber in der Praxis gar nicht so einfach umzusetzen. Insbesondere wenn Ihr eben nicht einen Teaser für eine super spannende Geschichte schreibt, sondern beispielsweise zu dem auf den ersten Blick nicht besonders aufregenden Thema „platzsparendes Falten von Getränkekartons“.

Wie genau funktioniert es aber nun, einen guten Teaser für Social Media Beiträge zu schreiben?

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Zunächst geht es um den Inhalt: Für einen Artikel-Teaser (nicht euren Social Media Teaser!) gelten erst einmal die drei folgenden Punkte:

  • Konkreter Bezug: Greift einen aktuellen Anlass oder Ereignis auf oder ordnet den Teaser allgemein ein → Warum ist es relevant?
  • Einblick: Verratet, worum es geht und was es für eine Art Beitrag ist. → Was erwartet den Leser?
  • Ausblick: Kündigt an, was der Leser erfahren wird. → Was bringt der Artikel dem Leser?

Um beim Beispiel des Getränkekartonfaltens zu bleiben:

  • Warum ist es relevant? Weil Getränkekartons viel Platz wegnehmen, und der Müll dadurch schnell voll ist.
  • Was erwartet den Leser? Anleitung zum Falten von Getränkekartons.
  • Was bringt der Artikel dem Leser? Er muss weniger häufig den Müll wegbringen.

Euer Social Media Teaser dagegen kann auch mit nur einem dieser drei Punkte auskommen.

Wenn Ihr ratlos an Eurem Teaser sitzt, beantwortet zuerst diese Fragen in einem kurzen Satz. Damit erhaltet Ihr den groben Inhalt Eures Teasers. Wichtig dabei ist, nicht alle Informationen vorweg zu nehmen. Lasst Fragen offen oder werft Rätsel auf – das ist Euer Cliffhanger!

Schaut außerdem, welche Informationen im Snippet stecken – diese Informationen könnt Ihr soweit es geht aus Eurem Teaser wieder herausstreichen. Achtet aber darauf, nicht mitten im Kontext einzusteigen und den Teaser mit einem Bezug auf das Snippet zu beginnen.

Spiegel Online beginnt den Teaser häufig mit einem Bezug auf das Snippet - der Leser hat dabei das Gefühl, als wären die Sätze vertauscht worden.

Spiegel Online beginnt den Teaser häufig mit einem Bezug auf das Snippet – der Leser hat dabei das Gefühl, als wären die Sätze vertauscht worden.

Ich halte das für umständlich, da die meisten sehr wahrscheinlich zuerst den Teaser und dann erst das Snippet lesen. Andererseits muss ich zugeben, dass ich schon einige Male über solch einen Teaser gestolpert bin, weil ich mir dachte: „Was für ein wirres Zeug schreiben die denn da? Ach, das bezieht sich auf das Snippet.“ Der Teaser-Snippet-Dreher kann also ein Daumenstopper sein, aber kein sehr eleganter!

Abgesehen vom fehlenden Beitragsbild zeigt der direkte Vergleich, mit einem ähnlichen Artikel der Welt, weitere deutliche Unterschiede. Übrigens hatte der Spiegel Online Artikel zwar mehr Likes, aber der Artikel der Welt wurde häufiger geteilt – obwohl die Welt fast 500.000 Fans weniger hat.

Abgesehen vom fehlenden Beitragsbild zeigt der direkte Vergleich, mit einem ähnlichen Artikel der Welt, weitere deutliche Unterschiede. Übrigens hatte der Spiegel Online Artikel zwar mehr Likes, aber der Artikel der Welt wurde häufiger geteilt – obwohl die Welt fast 500.000 Fans weniger hat.

Talk to me!

Ihr wisst jetzt, was Ihr den Lesern erzählen wollt. Aber wie formuliert Ihr es? Eure Community richtig anzusprechen ist entscheidend, wenn es darum geht, ob mit Eurem Beitrag interagiert wird oder eben nicht.

Der Trick ist, den sozialen Aspekt von Social Media Netzwerken nicht zu unterschlagen: Redet mit Euren Followern! Die richtige Formulierung macht viel dabei aus, ob sich Euer Leser angesprochen fühlt. Stellt Euch beim Schreiben des Teasers vor, Ihr würdet gerade Euren Kollegen von Eurem Beitrag erzählen.

Tipps für die Formulierung von Social Media Teasern

  • Unterhaltung auf Augenhöhe: Ladet zum Gespräch ein und fragt nach Feedback
  • Direkte Anrede: Du, Ihr, Sie, für Euch, für Sie,
  • Absender benennen: Wir, Von uns
  • Aktive Verben, keine passiven Formulierungen
  • Direkte statt indirekte Rede
  • Keine Floskeln
  • Füllwörter vermeiden (noch, auch, …)
  • Wiederholungen vermeiden (auch in Bezug auf Snippet und Artikel-Teaser)
  • Nicht mit zu vielen Informationen überfordern. Konzentriert Euch im Zweifel auf einen Aspekt
  • Keine Spoiler: Gebt nicht die spannendsten Informationen Eures Artikels bereits im Teaser preis.
  • Aufforderungen verwenden (am besten am Anfang oder am Ende)
  • Keine störenden Zeichen (Zeichenspam: ++++++!!!!!!!!!!!!!!!——>>>>>)
  • Emojis? Ja, aber nicht zu viele

 

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Übertreibt es nicht mit den Emojis! 😉

Diese Tipps gelten übrigens nicht nur bei Teasern für Beiträge mit Links, sondern für das Schreiben von Social-Media-Posts im Allgemeinen. Wobei Ihr natürlich die Eigenarten des jeweiligen Netzwerkes beachten solltet, wie etwa eine platzsparende Formulierung für Twitter, Verwendung von Hashtags auf Instagram oder die Nutzung relevanter Keywords auf Pinterest.

Der letzte, wichtige Punkt für einen guten Teaser: Lasst Euren Text unbedingt gegenlesen!

Der Beitrag wird wahrscheinlich nur diejenigen ansprechen, die sich für Recycling interessieren – oder wer wirklich super ungern den Müll raus bringt.

Der Beitrag wird wahrscheinlich nur diejenigen ansprechen, die sich für Recycling interessieren – oder wer wirklich super ungern den Müll raus bringt.

Natürlich kann ein guter Teaser keine Wunder bewirken. Ein Beitrag wird nur dann erfolgreich sein, wenn auch der Inhalt zur Zielgruppe passt. Andernfalls wird solche eine Frage wie im Beispiel oben mit Sicherheit einige Kommentare in Richtung „Unnütz“, „Zeitverschwendung“ und „Habt ihr keine anderen Probleme?“ auslösen. Aber wie Ihr Inhalte findet, die zu Eurer Zielgruppe passen, ist ein anderes Thema, das Nadine schon im Artikel zur Social Media Strategie erläutert hat.

Probiert Euch einfach mal ein wenig aus, und schaut, wie Ihr Eure Zielgruppe am besten ansprecht. Viel Spaß beim Texten!

Wovon lasst Ihr Euch überzeugen, einen Beitrag zu lesen? Schreibt mir gerne, welche Art von Teasern Euch fesseln und welche Methoden Ihr anwendet, um kreative Teaser zu schreiben.

Ihr habt Fragen zu Social Media oder zu Online Marketing generell? Dann stellt sie uns einfach über Seokratie hilft! Ihr sucht einen Partner, der Eure Social Media Kanäle betreut? Dann fragt jetzt Social Media Marketing von Seokratie an.

Bilder: Bild 1: Screenshot Facebook.com / Seokratie, Bild 2: GIF via Giphy.com, Bild 3: GIF via Giphy.com, Bild 4:  GIF via Giphy.com, Screenshot Facebook.com / Spiegel Online; Bild 5: Screenshot Facebook.com / Spiegel Online / Die Welt, Bild 6: Bild 4:  GIF via Giphy.com, Bild 7: Screenshot Facebook.com / Seokratie,

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5 Kommentare

  • Danke das Ihr euch GEGEN Clickbaits aussprecht. Bei YouTube, Facebook & Co. haben die ganzen schwachsinnigen Clickbait-Titel echt überhand gewonnen… Zeit das zu ändern ;-).

    -Fabian

    P.S. Die GIFs von giphy.com sind einfach nur genial.

  • Nina

    Das ist mal ein konkreter Text, der mir auch weiterhilft. Herzlichen Dank auch für die guten Beispiele. Ich werde dann mal versuchen in dem Stil unsere neuen Teaser rauszuposaunen.

    Vg, NIna

  • Ihr werdet nicht glauben, was jetzt geschieht:
    Ich nehme mir eure Tipps sehr gerne zu Herzen!

    Ein super Beitrag, den ich mir sofort abspeichere – Danke.

    Viele Grüße
    Nima

  • Florian

    Er las einen Artikel auf Seokratie, was dann geschah, wird dir den Atem rauben 😀

    Spaß beiseite, solche Teaser werden bei mir mittlerweile rigoros ignoriert. Ich finde aber ehrlich gesagt die Herangehensweise in eurem Spiegel-Online Beispiel gar nicht mal so verkehrt, der Fehler liegt in meiner Meinung nach darin, dass dieser Teaser nicht als Satire/Humor gekennzeichnet wurde (in diesem Fall hätte ein Emoji wohl nicht geschadet). Aber ansonsten finde ich das super: AFD-Burger mit Spargel als Minarett…da hätte ich sofort draufgeklickt 😀

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