Title und Descriptions optimieren: Mehr Klicks für bessere Rankings

16. April 2015  |     |  11 Kommentare
Ein Beitrag von Felix

Der erste Kontakt zum Suchenden findet in den Suchergebnissen statt. Nachdem das Userverhalten immer stärkeren Einfluss auf das Ranking hat, ist das Snippet weiterhin enorm wichtig: Der erste Eindruck zählt. Ich widme mich daher in diesem Artikel Regeln und Kniffen, wie mehr Suchende auf euer Suchergebnis klicken – und wie ihr so sogar im Ranking steigt.

monty pythons "find the fish"

And they went… wherever I… did optimize…

Wie sieht ein guter Title aus?

Ein gut durchdachter Title ist für mich auch heute noch das A und O der Suchmaschinenoptimierung. Die Kunst ist es, die Balance zwischen einer ansprechenden Formulierung und den richtigen Begriffen zu finden. Die Auswahl der Keywords hat immer noch deutlichen Einfluss auf das Ranking. Es mag sein, dass nicht immer ein Keyword notwendig ist, um zu ranken. Es hilft aber ungemein. Kleinste Änderungen in der Wortwahl bewirken innerhalb von Tagen Rankingveränderungen.

Häufigster Fehler: Überoptimierung. Viele Titles sehen dermaßen vollgestopft mit Keywords aus, dass „Optimierung“ in den meisten Fällen eigentlich „Entschärfung“ bedeutet.

Ein guter Title hat für mich folgende Merkmale:

  • Das Hauptkeyword steht ganz vorne
  • Bei Shops enthält er suchstarke Verben (z.B. „kaufen“) oder Adjektive (z.B. „günstig“ oder „online“)
  • Er regt zum Klicken an und hebt sich von der Konkurrenz ab
  • Er enthält, was die User suchen und was sie wirklich wollen – das ist nicht immer das gleiche
  • Sie enthält die eigene Marke nur, wenn diese auch bekannt ist und somit zum Klicken animiert
  • Er ist maximal etwa 58 Zeichen lang. Update Juli 2016: Inzwischen ist etwas mehr Platz im Title. Heute kann man sogar rund 65 Zeichen verwenden. Die tatsächliche Länge ist nach Pixeln begrenzt.

Beispiel: Mirapodo weiß nur, was Damen suchen: Pumps für Damen. Otto weiß allerdings, was Damen wollen: Marken und viele Farben.

beispiel für gelungenen title

Wie sieht eine gute Description aus?

Die Description ist kein direktes Rankingkriterium. Das heißt aber längst nicht, dass sie unwichtig ist. Denn die Description hat einen großen Einfluss auf die Klickrate. Diese wiederum kann sich nach unserer Erfahrung sehr direkt auf das Ranking auswirken.

Häufigster Fehler: Falscher Fokus. Viele vergessen, dass Suchmaschinenutzer sich bereits für ein Produkt entschieden haben. Wenn jemand nach „Wandtattoos“ googelt, muss dieser Mensch nicht mehr überzeugt werden, dass Wandtattoos beliebt und wunderschön seien. Vielmehr muss man sich von der Konkurrenz abheben: mit kostenlosem Versand, 24h-Versand, persönlichem Service oder kostenloser Druckprüfung – solche Argumente überzeugen mich zum Klick.

Eine gute Description hat für mich folgende Merkmale:

  • Sie macht auf das Suchergebnis aufmerksam
  • Sie ist schnell zu begreifen (keine langen Sätze, User scannen nur)
  • Sie beinhaltet USPs und hebt sich damit von der Konkurrenz ab
  • Je konkreter die Argumente, desto besser („Über 200 Marken“ ist überzeugender als „Viele Marken“)
  • Sie verspricht nichts, was die Seite nicht halten kann
  • Sie regt mittels eines „call-to-action“ zum Klicken an (z.B. „Jetzt downloaden!“, „Jetzt kaufen!“, …)
  • Die wichtigsten Keywords sind enthalten (sonst wird sie nicht angezeigt und alle Arbeit ist umsonst)
  • Sie ist ca. 100 bis 150 Zeichen lang (wenn sie zu kurz ist, verliert ihr eine Zeile, wenn sie zu lang ist, wird sie abgeschnitten)

Beispiel: Esprit beschreibt zwar blumig, aber bis zum Ende vom Satz bin ich schon zwei Suchergebnisse weiter. DEFSHOP schießt ein Feuerwerk an USPs ab und überzeugt auch im Title. Einziges Manko: Die hübschen Häkchen werden nicht angezeigt, wenn sie an letzter Stelle stehen (hinter Blitzversand steht eigentlich noch eins).

beispiel für gelungene description

Wie verwende ich Rich Snippets?

Titles und Descriptions sind allerdings nicht alles. Auch technisch kann man mit Markups gut nachhelfen, sodass das Suchergebnis mit zusätzlichen Informationen angereichert wird. Sogenannte Rich Snippets sind:

  • Bewertungssterne (es gibt nichts auffälligeres als leuchtend gelbe Sterne)
  • Breadcrumbs als URL (hier werden allerdings nur die Eltern angezeigt – das kann Suchende verwirren)
  • Veranstaltungstermine (werden von findigen Optimierern auch für Angebote genutzt)
  • Rezeptinfos (die letzte Bastion für Bilder in Suchergebnissen)
  • Produktinfos

Häufigster Fehler: Fehlerhafter Code. Markups bieten viele Gelegenheiten für Fehler, dankbarerweise deckt Google einem diese allerdings mit einem kostenlosen Tool auf.

Beispiel: Simpel, aber effektiv: Das untere Suchergebnis fällt dank der Sterne deutlich mehr auf.

beispiel für rich snippets

Wie sieht ein schlechtes Snippet aus?

Ein schlechtes Snippet verspricht etwas, das es nicht halten kann. Es gibt heute wenig Schlimmeres, als schlechte Usersignale. Die Verlockung ist groß, manchmal ein weniger passendes Keyword zu fokussieren, weil es mehr gesucht wird. Aber kommen Nutzer über dieses Keyword auf die Seite, werden nicht glücklich und verlassen die Seite wieder, um weiterzusuchen, ist das Gift fürs Ranking. Solche Short Clicks sind das unmissverständlichste Signal für Suchmaschinen, dass es sich um ein schlechtes Suchergebnis handelt.

this is not a bicycle rack

’nuff said.

Wie wirkt sich Snippet-Optimierung aus?

Snippet-Optimierung ist meiner Meinung nach eine der dankbarsten Formen der Suchmaschinenoptimierung, weil man schon innerhalb von einem Tag Veränderungen sehen kann. Nach ein paar Wochen kann sich dann auch die bessere Klickrate auswirken. In keiner anderen SEO-Disziplin sind Erfolge so direkt messbar. Wie Title und Description formuliert sein sollten, kommt ganz auf das Thema an. Da hilft nur ein gutes Bauchgefühl, ein Verständnis für die Bedürfnisse der Zielgruppe und – Trial-and-Error. Ich werde habe mich daher in einem eigenen Artikel der Erfolgsmessung von Snippet-Optimierung widmen gewidmet.

Foto oben: Monty Python’s The Meaning of Life
Foto unten: Privat

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11 Kommentare

  • In der aktuellen Website-Boosting gibt es einen Artikel über die Verknüpfung von SEM mit den Motivystemen der Limbic Map. Darüber kann man laut André (Autor) die CTR ebenfalls erheblich steigern. Ich habe auch ähnliche Erfahrungen gemacht. Auch wenn es viel Kreativität fordert, deine Tipps mit den zielgruppenspezifischen Anforderungen zu kombinieren, sollte man es doch mal erwägen. 😉

  • Hi Felix,

    Danke für deinen tollen Blogpost! Schön, Erkenntnisse rund um Snippets so punktgenau und zusammengefasst zu haben!

    Welche Tools setzt du ein, um den Erfolg eines Snippets zu messen und was ist hier deine bevorzugte Vorgehensweise?

    Gruß,
    Peter

  • Guter knackiger Beitrag. Und Du hast ja soooo recht!

  • Felix

    Hi Peter, danke auch! Dazu gehe ich in einem eigenen Beitrag ein. Das wäre hier etwas ausgeufert. 😉

  • Hallo Felix,

    aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass das Snippet gerne mal ein wenig vernachlässigt wird (vor allem auch von Kunden), aber ein Snippet ist für SEO ein zusätzlicher wichtiger Bestandteil, der ohne großen Aufwand viel helfen kann. Blumige Ausschmückungen nur da, wo es auch die Zielgruppe erreicht, andernfalls kurz knapp und präzise die jeweiligen Unterscheidungsmerkmale und Vorzüge auflisten. Aber man muss auch sagen, dass es nur ein Bestandteil ist und ein Puzzleteil von SEO ist.

    Viele Grüße Christoph

  • Super Tipps, bin hier fündig geworden, Danke!

  • Danke für den tollen Artikel über die Snippet-Optimierung sowie für die praxisgerechten Tipps!

  • Luisa

    Klasse Artikel, Felix! Allerdings sind wir doch mittlerweile schon bei ca. 175 Zeichen bei der Description, was ich so mitbekommen habe, oder? Wie siehst du das?

  • Felix

    Hi Luisa, du hast absolut recht, inzwischen ist mehr Platz. Habe zumindest den Title-Teil überarbeitet. Hier ist der neue Platz besonders wertvoll. Danke fürs Pushen! 🙂

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