Was kommt 2010 in den Title? KLICK MICH!
05. Jul 2010
Ich warte seit längerer Zeit auf meine Seokratie.com, die sich immer noch im Transit befindet. In Zukunft werde ich wohl auch englische Beiträge schreiben – nur so als Vorwarnung. Heute wollte ich mal den Title unter die Lupe nehmen, denn es hat sich gerade hier einiges verändert.
Wie man es noch niemals machen sollte
Einige Fehler halten sich noch im Jahr 2010 hartknäckig, gerade bei Onlineshop-Betreibern:
- Shopname vorne: Das Allergrößte aller Übel ist es, den Shopname konsequent vorne im Title zu haben. Nach dem Motto <title>Seokratie – Was kommt 2010 in den Title </title> sind heute noch die Standard-Shops aufgebaut. Grund ist meist die Standardkonfiguration der Shopsysteme. Schon immer galt “Vom kleinen ins Große”: Vorne den Produktnamen, dann (wenn noch Platz ist) die Kategorie, an den Schluss dann eventuell noch den Shopnamen.
- <title>Bananen kaufen, Bananen Online Shop, Bananen günstig bestellen, Bananen Lieferant, Bananen Großhandel, Händler, Verkauf, Laden, Online-Store, Versandzentrum, Versandplattform </title>. In der Regel ist nach 60 Zeichen beim Title Schluss. Mehr werden nur noch durch “…” angezeigt, was zum Einen nicht gut aussieht, zum anderen auch nicht vorteilhaft für das Ranking ist. Je mehr Wörter im Title sind, desto schlechter wird jedes einzelne Wort gewichtet.
Vor langer Zeit…
Bisher ging es darum, die Keywords in den Title zu packen. Normalerweise hat man ein Keyword und noch dazu aufgrund der Komplexität unserer Sprache noch einige Synonyme dafür. So gibt es SEO, Search Engine Optimization (USA), Search Engine Optimisation (UK) und Suchmaschinenoptimierung. Die wichtigsten nahm man also in den Title mit auf, wie es die meisten hier auch brav vormachen.
Mit Keywords und deren Synonymen war die Arbeit im Title (etwas überspitzt formuliert) dann oft auch schon getan. Es war meist wichtiger, überhaupt in den Top10 zu ranken, als auf einen “schönen” Title zu achten.
2010 – Heute
Seit einiger Zeit wird in den Webmastertools die Klickrate der eigenen Webseite in den Suchergebnissen angezeigt. Warum das denn? Ganz einfach: Weil die Klickrate mittlerweile ein enormer Rankingfaktor ist. Nicht, dass man mit der Klickrate Schabernack betreiben könnte – es spielen noch weit mehr Faktoren hinein. Aber: Wer einen miese anmutenden SEO-Title hat, der verliert langfristig gegen knackige und klickfreudige Title-Formulierungen.
Serp-Roulette
Man sieht direkt in den Webmastertools, wie Google vorgeht! Einfach mal kurz auf das kleine Bild links klicken: Sobald man auf einen relativ hohen Platz kommt, spielt Google Roulette. Google stellt die Webseite abwechselnd auf Position 2,3,4,5,6,7 oder 8 und analysiert dann, auf welcher Position die Leute klicken. Gleichzeitig hat Google ja so einiges an Nutzerdaten und weiß daher auch, wie viele Klicks eure Konkurrenz bekommt, wenn sie in den Top10 ist.
Deswegen (nicht nur deswegen, aber unter anderem) ranken momentan auch große Brands viel besser, weil die Leute einfach lieber auf Sachen klicken, die sie kennen. Wenn ein und der selbe Artikel ein dutzend Mal gezeigt wird, klickt Otto Normalverbraucher auf den Spiegel oder die Bild. Natürlich weiß Google auch, dass man auf Position 2 besser geklickt wird als auf der drei. Aber wenn Domain 1 auf Platz 2 besser geklickt wird als Domain 2, dann ändert Google das Ranking bereitwillig zugunsten der User.
Es geht also im Jahr 2010 vor allem darum, ansprechende Titles zu gestalten. Wer es auch selbst machen will, der sollte seine Positionen genau beobachten. Meist aktiviert sich dieser spezielle Algorithmus erst in den Top20. In den Top10 merkt man es besonders: Wer auf Platz 6,7 und 8 ist, dann ständig auf die 15 wechselt, wochenlang zwischen diesen Positionen schwankt und nach einem Monat wieder auf Platz 20 ist, der hat definitiv dieses eine spezielle Problem mit seinem Title.
Relevanz
Enorm wichtig ist natürlich noch die Relevanz der Zielseite: Wer ein mieses Design hat, miese Produkte oder es sonst nicht verdient hat in den Top10 zu stehen, der wird dort heute auch nicht mehr lange bleiben. Gut sieht man das an meinen Rankings für den Suchbegriff “Julian”. Weil ich entweder in Kommentaren oder in anderen Blogposts immer mit “Julian” verlinkt werde, war mein Ranking immer recht gut (auf die Grafik klicken).
Da mein Blog jetzt nicht unbedingt stellvertretend für den Begriff “Julian” ist, wurde ich immer wieder hinauskatapultiert. Google hat es dann ab und zu wieder mit mir versucht, aber letztlich war ich einfach nicht relevant genug und es ging bergab.
Es gibt noch einiges mehr, was man zum Title sagen könnte. Alle, die davon aber bisher noch nichts mitbekommen haben, sollten einmal ihre Konkurrenz in den Top10 anschauen. In der Regel sieht man recht schnell, also innerhalb eines Monats die Verbesserungen. Es hängt natürlich vom Keyword-Traffic ab – Wo viel Traffic ist, kann auch viel getestet werden!
Alles nur Theorie – Eure Meinung?
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Kategorie: SEO
About the Author: Julian Dziki is an SEO, Online Marketer & Affiliate since 2007.
Comments (15)
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hallo Julian, sehr guter Post, vielen Dank! Ich denke, Google bewertet nicht nur die Klickrate, sondern auch das Nutzerverhalten nach dem Klick. Insofern sollte die Seite auch das halten, was der Title verspricht. Aber davon abgesehen ist Deine Aussage natürlich vollkommen richtig. Was nutzt einem das schönste Ranking, wenn nur wenige den Treffer klicken? SEO-Erfolg = gutes Ranking x CTR in den SERPs
Besonders das Serp-Roulette ist tatsächlich interessant, ist mir in der beschriebenen, extremen Form allerdings zumindest im Reporting noch nicht aufgefallen. Das mag allerdings an der geringen Stichprobe (ein Datenpunkt pro Tag) liegen. So an sich, aus dem gesunden Menschenverstand heraus, könnte ich mir ein solches Vorgehen durchaus vorstellen. Danke für den guten Artikel!
Hallo,
der ideale Titel ist wahrscheinlich Keyword + aktionsbezogenes Verb + Adverb (Adjektiv?), also z.B. iPhone kaufen leicht gemacht
Grüße
Gretus
Bei wenigstens einer Seite kann ich beobachten, dass nur die Klickrate (letztendlich aufgrund vom Title, aber auch dem Rest vom Snippet) der ausschlaggebende Grund für die Besserstellung meiner Seite gegenüber einem Mitbewerber ist. Ich glaube, das wird noch eine größere Rolle spielen.
Großer Post, Julian. Ja die Brand und Altersgeschichte ist sicherlich eine, aber auch das Verhalten des users nachdem er von Google kam. Meinst du, dass dann 1mins Verweildauer gut ist, oder wo würdest du da die Grenze setzen. Ich konnte nach Umstellung des titles ein ‘ auf und ab ‘ feststellen. Wobei unser Hauptkeywort nun besser rankt!
IMHO bist Du für Julian sehr relevant. Bitte Google, gib Julian wieder die Position zurück, die er verdient!
Klasse Artikel Julian, aber wenn du schon die Klickrate ansprichst, solltest du den Untertitel deines Button “Seokratie Buchen” unterhalb deiner Biträge ein wenig besser lesbar gestalten. Ich bin noch weit vom Alter eines Silversurfers entfernt, aber “Linkbuilding & Consulting” ist selbst für meine Augen eine Herausforderung ;o)
@Schulze: Verweildauer ist sicher keiner der Faktoren, weil es ja sein kann dass der User seine Informationen schon nach 5 Sekunden findet und dann (zufrieden) wieder geht.
Unter anderem spielt da noch mit, wonach der User danach sucht. Klickt er zurück und klickt das nächste Ergebnis an oder beendet er seine Suchsession, weil er die nötigen Infos gefunden hat?
@Jens, danke *rotwerd*
@Heiko: Unser Designer war nicht da und ich habe ein wenig rumgespielt, wird sicher verbessert.
Ok, danke für den erweiterten Input zur Verweildauer!
Was kommt 2010 in den Title? KLICK MICH! http://tinyurl.com/37je5vd
Was kommt 2010 in den Title? #SEO http://bit.ly/9YLyJn via @seokratie
Vielleicht auch einfach nur eine neue Methode von Google um die Relevanzen auszutesten. Ich meine wenn man den Begriff feuchte Schnecke eingibt wird man mit verschiedenen Sachen überhäuft. Ein Schelm wer böses dabei denkt – es finden sich unter anderem auch Garten- Seiten dabei. Ich denke da es viele Begriffe gibt die zweideutig auch genutzt werden versucht Google das auszuloten….?????
[...] zur Inspiration. Paul ist unser Unheil. Zehn großartige Social-Media-Infografiken. Was 2010 in den Titel gehört. Mehr Speed mit CSS-Sprites. Da schmeckt’s gleich besser: 40 schicke [...]
Sehr interessant, hat mich auf jedenfall zum weiteren Nachdenken angeregt. Danke für den Artikel Julian.
Ich handhabe es meistens so, dass ich die Usability etwas höher gewichte als stumpfe Optimierung, gerade beim Titel. Viele Keywords sehen doof aus und animieren nicht zum Klicken, also lieber ein Userfreundlicher Titel und die Defizite anders wett machen.
[...] Titeloptimierung 2010 – Julian bringt es mal wieder auf den Punkt. Einfach und Standard aber doch so oft nicht gemacht. [...]