Fernab der Realität
12. Dez 2009
Immer wieder treffe ich in letzter Zeit auf Webseiten oder Projekte, die derart weltfremd sind dass ich schreien könnte. Und immer wieder findet sich ein ähnliches Schema bei der entsprechenden Unternehmung.

Wie heute Blasen entstehen
Ich weiß nicht wie es damals beim großen Crash war – da war ich noch nicht im Internet unterwegs. Heute weiß ich allerdings, dass es keine große Internetblase gibt, sondern viele viele kleine Blasen. Das Schema ist eigentlich immer das Gleiche: Jemand ohne viel Ahnung bemerkt, dass man im Internet Geld machen kann. Und bevor er klein anfängt, greift er gleich nach den Sternen und holt sich einen Investor an Land, mit dem er das Kamikaze-Unternehmen finanzieren will.
Business is the Key
Die positiven Eigenschaften dieser Menschen liegen fast immer im Networking-Bereich. Hast du Beziehungen, dann kommst du auch schnell an Risikokapitalgeber. Wichtig für die absolute Kamikaze-Unternehmung ist also ein Gründer, der kaum eine Ahnung vom Netz, dafür aber eine Menge von Networking hat. Der andere Part spielt natürlich auch eine Rolle: Der Financier muss nur noch weniger Ahnung vom Netz haben als der Gründer – und schon hat man das Killer-Duo zusammen.
Das Schema eines solchen Webprojekts ist schnell erklärt. Die Idee muss “total neu” sein, niemals zuvor irgendwo in der Praxis durchprobiert worden sein und muss sich für jeden, der das Internet nicht sehr gut kennt interessant anhören.
Beispiele
Communities sind so ein Beispiel: Da werden unglaublich aufwändige Projekte monatelang programmiert und niemand denkt daran, dass jede Zielgruppe nur begrenzt ist und die Leute doch sowieso schon alle bei Facebook, StudiVZ & Co. sind. Im Endeffekt treten User lieber dort in eine Themengruppe ein, als noch einmal in eine Extra-Community. Auch die Werbeeinnahmen werden in der Regel völlig überschätzt. Der TKP-Markt ist momentan nicht der Gesündeste und wer mit seiner Webseite nicht direkt auf Transaktion geht, der hat in der momentanen Situation eigentlich verloren. Wer gerade am Planen einer Community ist, sollte noch einmal in sich gehen – dieser Zug ist meiner Meinung nach zum größten Teil abgefahren.
Warum nicht…?
Warum denn nicht einfach ganz dumpf und stupide einen neuen Online Shop machen??? Warum muss es denn immer die Idee des Jahrhunderts sein? Ich weiß, dass man mit einer coolen Online Shop Idee momentan die Investoren am meisten überzeugen kann. Es ist ja auch super einfach durchzurechnen: Ich habe mein Produkt X, die Suchanfragen Y, einen Adwords-CPC von Z und eine bestimmte Conversionrate.
Es gibt zwar schon für (fast) alles Shops; Mit einem guten Angebot und einem schicken Shop kann man überall seine Nische finden. Das sehen die meisten guten (!) Investoren und Business Angels momentan genauso – fast alle neuen Gründungen sind derzeit Shops: Die Samwers und Team Europe machen es vor.
Glaubt niemals den Medien!
Dieser Blog hier ist zwar auch ein Medium, allerdings steht hinter mir kein Chefredakteur und drückt mir die Pistole in den Nacken. Ich schreibe nicht was die Leute hören wollen oder was der generelle “Trend” ist, sondern was ich schreiben will. Vergesst (fürs erste zumindest) das ganze Thema “mobile”. Ein riesiger Hype, der an einer Tatsache scheitert: Letztendlich kaufen die Leute nichts mit ihrem Handy, sondern nur an einem festen Rechner.
Mit dem Handy habe ich meist gar keine Zeit und erst recht keine Lust meine Adresse einzugeben, inklusive Bankdaten und allem drum und dran. Ich weiß: Die Shops werden in Zukunft komfortabler – trotzdem werden die meisten Leute lieber am PC einkaufen als umständlich über die Handytastatur. Natürlich ist Mobile ein wichtiger Sektor – aber die Handys passen sich eher den Webseiten an als umgekehrt. Und die besten Surfer sitzen immer noch in Ruhe daheim – hier können sie User Generated Content schreiben und Artikel besser vergleichen, zumindest die hochpreisigen. Ich denke kaum, dass sich jemand einen PC über sein Handy bestellt.
Der zweite Hype ist Twitter und Social Media im Allgemeinen. Twitter ist ein tolles Medium, aber in der Regel habt ihr bei Twitter nichts mit eurer Zielgruppe zu tun sondern mit eurer Konkurrenz, Webagenturen und selbsternannten Blogger-Ikonen, die (wenn überhaupt jemals) euch nur negativ erwähnen werden. Bleibt lieber mit eurem milliardenschweren, börsennotierten Dax-Unternehmen fern von Twitter, bevor ihr einer 19-jährigen 0-Euro-pro-Stunde-Praktikantin einer dahergelaufenen “Webagentur” euren Twitter-Account überlasst, nur weil euch irgendwer erzählt hat dass ihr twittern müsst. Die meisten sogenannten “Twitter-Experten”, die sogar teure Twitter-Kurse anbieten, haben so gut wie keine Follower. Heute habe ich erst wieder eine “Twitter-Agentur” gesehen, die Spam-Accounts hat! Nochmal für Einsteiger: Wer 8.000 Follower hat, aber 7.000 Leuten followed, der hat automatisiert nachgeholfen.
Ich persönlich nutze Twitter nur, weil ich im Online Marketing hier echte Informationen bekomme. Als normaler Internetnutzer würde mir nie im Leben einfallen mit Twitter meine Zeit zu vergeuden. Vielleicht denke ich da zu kapitalistisch – aber ich habe nicht viel Zeit und bin selten “privat” im Internet. Würde ich nicht dort arbeiten, wäre ich sicher unterdurchschnittlich präsent. SEO macht mir Spaß – aber ansonsten habe ich Besseres zu tun als in Facebook umherzusurfen. Und glaubt mir: Wer für so etwas viel Zeit hat, der hat nicht genug Kohle um eine anständige Zielgruppe zu sein.
Der Kernpunkt
Ich sage nicht, dass man dumm ist, nur weil das eigene Projekt nicht so gut läuft. Der Knackpunkt liegt zum einen an der fehlenden Aussensicht: Irgendwann ist man so “drin” in seiner Idee, dass man offensichtliche Sachen vielleicht nicht mehr sieht. Hier sollte ein Beobachter von aussen her. Neben “Betriebsblindheit” gibt es noch ein Problem. Niemand sagt dir ins Gesicht, dass deine Idee totaler Müll ist, wenn du ihn das erste Mal auf einem Stammtisch triffst. Mir ist es auch oft passiert, dass es die Leute gar nicht hören wollten. Skepsis ist immer gut – auch bei eigenen Ideen. Wie ein weiser Mann einmal sagte: Im absoluten Worst-Case-Szenario sollte das Geld immer noch reinkommen – dann ist es eine gute Idee.
Mein Motto war eigentlich immer: Lieber richtig arbeiten, als den ganzen Tag nur zu networken und sich so seine eigene kleine Blase aufzublasen. Irgendwann zwischen mobile Search, Twitter, Twittwoch, Twittagessen, Twitterlesungen, Facebook, Xing, Linked-In, Foren, Visitenkartensammeln und kreativen Ideen sollte man nämlich auch einfach mal arbeiten. Vielen würde es zumindest mal nicht schaden.
Bild: © Michael Kempf – Fotolia.com
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Kategorie: SEO
About the Author: Julian Dziki is an SEO, Online Marketer & Affiliate since 2007.
Comments (31)
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Ich mach’s kurz: Das ist einer der besten SEO-Beiträge des Jahres.
[...] der – meiner Meinung nach – gelungensten aktuellen Beiträge zum Thema Blasen im Internet: Fernab der Realität. Mein Motto ist stets “Erst mal im Kleinen antesten, ob was geht!”. Die grossen [...]
Hallo,
hmm.. “Twitter hat nichts mit Eurer Zielgruppe zu tun” – kann sein, aber so pauschalisiert ist das sicher nicht richtig. Gerade im technikaffinen und touritischen Bereich beobachte ich eine rege Zielgruppe.
Das mit der Blasenbildung und dem Redaktionszwang ist leider bittere Realitaet. Sehr schade.
Danke fuer den tollen Artikel und Gruesse nach Muenchen.
Mariusz
PS: Weil so passend: http://www.youtube.com/watch?v=ZKCdexz5RQ8
Sehr sehr gut geschrieben. Inhaltlich sauber und leider hast Du recht
Grüße
Du hast sehr recht! Wenn auch… doch, ich muss widersprechen!
Sag mir bitte ein einziges wirklich großes “Ding” im Internet, das am Anfang nicht belächelt, das nicht irgendwie schräg war und nicht bei den meisten Leute die Frage aufgeworfen hat, wie sich DAS denn rechnen soll. Ich kann mich gut daran erinnern, wie wir zum ersten Mal Google gesehen haben, die Suchmaschine großartig fanden, aber schnell entschieden, dass das Geschäftsmodell “Verkauf von Search Applicances” ziemlich wackelig ist wir alle den smarten Jungs keine Chance gaben.
Nun, das ist anders gekommen.
Was ich meine: Mit braver Arbeit an möglichst sicheren Projekten und unter Beachtung alle Faktoren wird man eine sehr sichere Erfolgskurve machen. Eine steile Kurve bekommst du nur hin, wenn du kreativ, verbohrt und mit Scheuklappen einem neuen Konzept hinterher jagst – bei dem die Rahmenbedingungen noch gar nicht klar sind.
Klar, wenn du so arbeitest, solltest du dir darüber im Klaren sein, dass 9 von 10 solcher Projekte zerplatzen. That’s the game.
Aber: Ohne Irre keine Weiterentwicklung. Und das einzige, was man einem Gründer vorwerfen kann, der sich nicht nach den Marktbedingungen richtet und deshalb scheitert, ist, wenn er andere dafür verantwortlich macht.
eric
Sehr guter Post und mit vielen Aussagen stimme ich voll überein. Besonders gut finde ich den Satz des weisen Mannes
Danke für den tollen Artikel! Habe zwischendurch geschmunzelt, weil ich das meiste ganz genauso sehe ;o)
Sehr schöner Artikel!
Einem kann ich persönlich wiedersprechen:
“Letztendlich kaufen die Leute nichts mit ihrem Handy, sondern nur an einem festen Rechner.”
Das Handy muss einfach gut genug sein… Ich sitze zu Hause inzwischen kaum noch vorm PC und habe auch schon über’s Handy bestellt. Der Weg zum PC hätte einfach länger gebraucht als die Bestellung
Durch neue Bezahlkonzepte auf dem Handy, realisieren Leute ja nicht einmal mehr, dass sie gerade echtes Geld ausgeben.
Guter Artikel mit viel Wahrheiten, aber in einigen Punkten denke ich doch anders.
Geiler Artikel, Julian! Spricht mir in vielen Dingen aus der Seele, vor allem was die gehypten Plattformen angeht, die nach Jahren immer nur noch von Investorengeldern leben und irgendwann – wenn sich die Geschäftsführer die Taschen voll gemacht haben – an den Nagel gehängt werden.
Mut ist eine Tugend, die wir vor allem in der deutschen Startup-Szene mehr denn je benötigen. Ein funktionierendes amerikanisches Konzept kopieren, ist keine Innovation. Denn Innovationen sollten gefördert werden, nicht die besten Beziehungen. Doch leider ist die Realität wohl ein wenig anders…
Toller Artikel, spricht mir ganz aus der Seele. Vor allem, weil ich schon dachte, dass ich eine der ganz wenigen bin, die lieber anständig arbeitet und nicht viel von Twitter und Facebook hält. So liest man wenigstens mal, dass man nicht ganz out ist und so schief mit der eigenen persönlichen Meinung nicht liegt.
Grüße
Julia
Guter Anstoß und Diskussion, finde ich auch. Aber mir ist nicht so ganz klar, worauf das hinausläuft. Es gehört doch zum System, dass 95% aller Versuche an die Wand fahren. Gute Ideen sind ja nicht an sich gut, sondern weil sie in einem Umfeld entstehen, dass sich weiterentwickelt. Und die Ideen zünden dann im Rahmen der Weiterentwicklung. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt mir, dass niemand die zukünftige Entwicklung abschätzen kann. Es ist unmöglich, heute zu sagen, unter welchen Bedingungen ein Shop oder eine Website in zwei oder drei Jahren operiert.
Wenn jetzt alle nur nur bescheiden ihren kleinen Shop machen würden, würde das aus meiner Sicht nur die vorherrschende Stellung der großen zementieren. Ich finde es gut, wenn junge, dynamische “Idealisten” eine Vision haben und versuchen, die umzusetzen.
Mir ist der Typ “Schwätzer” zwar auch sehr bekannt und suspekt, aber letzlich sind das diejenigen, die die Diskussion und Entwicklung befeuern. Dass die meisten von ihnen dabei Schiffbruch erleiden, ist eben so…
Der Artikel gefällt mir auch sehr gut und zeigt schon wie es in der Realität funktioniert.
@eric: Ich glaube dein Einwand ist nicht richtig. Klar gibt es immer Projekte, an die keiner glaubt und dann durch die Decke schiessen, aber hier geht es vor allem um die Leute die nicht eigene Ideen haben, sondern denken, “Im Internet kann man Geld machen” und dann eine alte Idee (z.B. Community) halbherzig aufwärmen.
Ich denke auch wie Julian, wer neu in den Online Markt einsteigen will, sollte mit einem Shop beginnen. Darum kann man immernoch eine Community aufbauen.
Zu dem Thema wo es sich lohnt zu investieren gab es ein Event zu DMEXCO mit Oliver Samwer (EFF), Heiko Hubertz (bigpoint) und Patrick Warnking (google) sehr sehenswert (Video auf Youtube zu finden).
In Bezug auf Twitter kann ich nicht uneingeschränkt zustimmen. Richtig ist, dass man dieses Medium nicht einem Agenturpraktikanten überlassen sollte. Auch findet man hier (in Deutschland) oft nicht die eigene Zielgruppe. Das ist aber nur eine Frage der ZEit bei entsprechendem Wachstum, siehe USA. Dennoch bietet Twitter auch hierzulande einen schnellen Zugang zu Multiplikatoren und Meinungsführern. Das gefährliche daran ist, da stimme ich zu, dass diese mitunter auch ihre (unzenzierte) Meinung sagen. Damit können Großunternehmen, die sonst nur mit Werbung und PR arbeiten, meist nicht richtig umgehen. Der pauschalen Aussage, Accounts, die vielen folgen, seien Spam, kann ich in jedem Fall nicht folgen. Im Gegenteil: ich bin dr Meinung, dass es bei Twitter zum guten Ton gehört, seinen Followern zurückzufolgen. Accounts mit 100.000 Lesern, die aber selbst nur 10 Account (womöglich aus der eigenen Unternehmensgruppe) folgen, halte ich für viel mehr für Spam. Meist werden dann nur Meldungen auf Twitter gekippt oder die Verantwortlichen kennen einfach die Filtermöglichkeiten (Gruppen, Listen etc.) für Ihre Timeline nicht. Das heißt natürlich dennoch nicht, dass man jeder schw***lutschenden Britney zurückfolgen muss.
Hi,
genialer Artikel, Du sprichst mir in den meisten Punkten aus der Seele, vor allem beim Thema Zeitverschwendung im Netz. Jedoch ist die Aussage falsch, dass man “dumpf und stupide” schnell mal einen Onlineshop aufmachen und (erfolgreich) betreiben kann. Dazu gehören neben Geldgebern auch gute Großhändler und Hersteller, ne Menge kaufmännisches und rechtliches Wissen und vor allem ein vernünftiger Umgang mit Kunden.
Gruß
Alex
“Kamikaze-Unternehmung” – *lach*
Ja, ich finde du hast voll ins Schwarze getroffen Julian.
Noch ein Spruch dazu: “Der Prophet gilt im eigenen Lande nichts”.
Soviel dazu dass a) oft im Freudeskreis nicht die Wahrheit über die “tolle” neue Geschäftsidee gesagt wird (dass es oft schon 1.000-fach im Netz ist in der einen oder anderen Art) und b) wenn sie es sagen der andere es doch nicht hören WILL und es trotzdem startet um an die Wand zu fahren.
Danke für den tollen Artikel!
bingo, alles auf den Punkt gebracht
Super Beitrag. Einfach aufrichtig und ehrlich! Die Mobile Suche würde ich nicht unterschätzen, aber mit dem Mobile Kauf hast du recht!
Interessanter Artikel. Das was du beschreibst mit dem Networker und dem Investor ist ja auch ein recht normales betriebswirtschaftliches Problem. Es bedarf einem heterogenen Gründungsteam, keinem Homogenen. Ich denke auch dass es nicht nur im Internet vorkommt, sondern da nur präsenter ist und schneller mal ausprobiert wird, weil es weniger kostet. Ein Shop hat man übertrieben gesagt innerhalb eines Tages online, einen Laden am Potsdamer Platz eher nicht… Die Onlinehemmschwelle ist deutlich geringer…leider auch hinsichtlich Blödsinn. Aber wie Mißfeldt schon schreibt, ist das sicherlich auch Teil eines Entwicklungsprozesses, im Web müssen wir leider nur stärker davon mitbekommen.
Was mir vermehrt auch bei diversen Internetagenturen auffällt ist, es gibt immer mehr Projektmanager, aber wenn ich dann mal einen Programmierer (der halt wirklich die Arbeit macht) sprechen möchte lande ich immer beim gleichen oder es gibt keinen, nachdem man vorher 3 Ebenen von Projektmanagern durchgestanden hat.(Auf einen Programmierer kommen gefühlt 10 Projektmanager) Gerade das einfach mal Arbeiten scheint recht unausgeprägt im Web, vielleicht weil es nie jemand “gelernt” hat in der Schule oder aber weil viele im Hyp-e-versum leben.
[...] Jahr um Jahr die Reste der gefallenen “Stars” einverleiben. Hier gehts zum Beitrag: http://www.seokratie.de/081018/fernab-der-realitaet/ Viel Spaß beim [...]
“aber ansonsten habe ich Besseres zu tun als in Facebook umherzusurfen. Und glaubt mir: Wer für so etwas viel Zeit hat, der hat nicht genug Kohle um eine anständige Zielgruppe zu sein.”
Sorry, aber das’s doch Blödsinn. Die ersten Deutschen die Facebook bevölkert haben waren z.b. Studenten die zumindest genug Geld haben um die ganze Welt zu reisen und Facebook nutzen um sich mit den Leuten zu vernetzen die sie auf ihren Reisen treffen. Und langfristig wird sich das auch in Deutschland einfach durchsetzen in allen Bevölkerungsschichten.
@Stereophone: Guckst du hier http://www.welt.de/webwelt/article5187737/Facebook-Verweigerer-sind-erfolgreicher-im-Job.html#
[...] Nachtrag 14.12.2009: … natürlich täte ich gerne meine Abneigung gegen diese neuen Themen nicht unbegründet stehen lassen. Aber a) stumpfen Jahre lange Beratertätigkeiten bzw. die beratungsresistenz einiger Kunden ab. Und b) Macht das Julian hier viel besser. [...]
…in machen Dingen vielleicht etwas arg überspitzt, oder auch mal nicht richtig (Facebook), grundsätzlich aber eine gesunde Darestellung der Situation.
Was allerdings die Shops anbelangt, ist die Komplexität von Großhandel, Retourenmanagement, Fraudmanagement, Bezahlsysteme, CRM etc. mächtig. Natürlich alles zu schafen, hier aber ohne Erfahrung ran zu gehen kostet auch massiv Geld! Und das was die Samwers gerade befeuern (http://www.lampen-experte.de u. Co.) finde ich zwar auch sinnig, sie unterwerfen sich hier aber massiv der Gnade des Google-Index. Wirkliches Brandbuilding habe ich hier noch nicht wahrgenommen.
Zwar funktioniert das heute wunderbar, aber morgen? Und wie gesagt: Allein das Thema Retouren beschäftigt eine Herrschar von Spezialisten, und hat schon so mancher Firam den Graus bereitet. Klar kann man die dann womöglich (halb-)automatisiert zu eBay schiben, da müssen die Margen dann aber auch stimmen, um sich nicht ein Backlog von schnell vielen tausend Euros aufzubauen! Und der Einkauf als Startup ist zwar nicht schwierig, die Konditionen sind dann aber ob mangelnder Absatzzahlen auch oft so, dass der Wettbewerb mich hier oft aussticht.
Langer Rede, kurzer Sinn: Shops mit Erfahrung ja, ganz wichtig ist dann aber ein saubere Kalkulation und ein nicht zu unterschätzenden Management von der gesamten, umfangreichen Prozesskette, was man auf KEINEN Fall unterschätzen darf.
In Deinem Artikel steht viel wahres. Nur deine Einschätzung über das mobile internet teile ich nicht. erst letztens wa rich bei Thalia und wollt emi vom Schätzing das neue Hörbuch “Limit” kaufen. 49,99 € fand ich recht happig. Ich zuckte also mein iPhone und hab mal eben bei Amazon geschaut und direkt in der Thalia Buchhandlung mein Hörbuch für 39,99 € über mein Handy bestellt.
Das mobile Internet wird gerade den Einzelhandel direkt treffen und der Händler, der nicht mit den Internetpreisen mithalten kann, wird pleite gehen.
@Baynado: Du bist ja auchn Nerd
… prinzipiell gebe ich Julian da recht, der Großteil ist noch lange nicht soweit das Handy als ernstzunehmende Einkaufsmöglichkeit einzusetzen (meine wenigkeit inklusive) dafür isses meistens einfach zu umständlich. Was jedoch nicht ausschliesst das es sich in (naher) Zukunft noch ändern wird.
In Puncto Facebook & Co. muss ich dir jedoch ein wenig widersprechen. Diese Seiten sind einfach Instrumente des Online-Marketing-Orchesters und diese muss man lernen zu beherrschen (spielen) dann können diese wundervolle “Melodien” hervorzaubern. Doch für mal eben “reinsurfen” und ein paar “Kommentare” hinterlassen in der Hoffnung das sich danach was bewegt ist natürlich utopischer Quatsch und von dem Standpunkt aus haste dann auch wieder recht und somit für die meisten “vergeudete Zeit”.
[...] vermute einmal, dass es anderen ähnlich geht. Julian hat in einem lesenswerten Artikel etwas geschrieben, das ich gern zitieren möchte: Irgendwann zwischen mobile Search, Twitter, Twittwoch, [...]
Nachdem bei mir sehr viel Zeit für Facebook und Co draufgeht, gefällt mir besonders dein Kernpunkt
Hi,
mal wieder ein vorzüglich und auf den Punkt gebrachter Artikel. Und mit einem hast absolut Recht. Nur networking, aber nix arbeiten ist wie Kaffeepause in der Arbeit und nichts schaffen
Mach weiter so
Baynado sagt: “Das mobile Internet wird gerade den Einzelhandel direkt treffen und der Händler, der nicht mit den Internetpreisen mithalten kann, wird pleite gehen.”
—
Wenn ich mir die vielen shoppenden Menschen in den Städten anschaue, wird das wohl nie passieren. Ein Kunde möchte auch ein Kauferlebnis haben, Sachen anfassen, probieren, mit dem Partner oder Bekannten bummeln und Geld ausgeben, danach noch eine Kleinigkeit essen, etc.
Einen neuen Webshop mit lukrativen Markenartikeln zu eröffnen, düfte heutzutage sehr schwer werden. Wenn man kein Fachhändler ist, wird man vom Hersteller einfach nicht beliefert und hintenherum die Ware zu beziehen ist zu unwirtschaftlich.
Das läuft nur, wenn man das passende Vertriebskonzept für den Handel mit entsprechend hohen Stückzahlen und aktiven Käufern vorweisen kann.
wie wahr… wie wahr