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Der Trustschub

Immer wieder kommen mir in letzter Zeit Seiten unter die Augen, deren Ranking sich von einem auf den anderen Tag unglaublich verbessert. Plötzlich geht es von 20 Besuchern am Tag auf 3.000 Besucher – obwohl nichts großartig verändert wurde. Ich nenne das einfach mal den Trustschub.

Was bewirkt den Trustschub?

Die einfachste (und für mich einzig logische Antwort) ist: Zeit. Man könnte annehmen, dass die Seiten vorher in der berüchtigten Sandbox waren und ein automatischer Algorithmus sie wieder aus diesem “Filter” wieder entlässt. Hier einmal ein Beispiel (aus den Sistrix SEO Tools) für den Trustschub einer Domain:

trustschub

Man sieht sehr deutlich, dass das Ranking plötzlich enorm nach oben schießt. In dem obigen Beispiel passierte es ziemlich genau ein Jahr nach der ersten Indexierung. Zufall? Ich glaube nicht. Nicht umsonst heißt es “SEO braucht Zeit”. Aber statt eines kontinuierlichen Bergauf, geht das Ranking  urplötzlich durch die Decke. Die obige Grafik ist keine Ausnahme. Viele Projekte mit gutem Content und ständigem Linkaufbau haben irgendwann plötzlich so einen “Trustschub”. Das Entscheidende ist, dass es nicht an bestimmte SEO-Aktionen gebunden ist. Oft hört man dann “Ich habe gar nichts gemacht und die Seite rankt plötzlich unglaublich gut”.

Filter weggefallen

Meine persönliche Theorie ist, dass neue Seiten schnell eine “Strafe” bekommen. Der Linkaufbau wirkt unnatürlich und es wird vom Algorithmus automatisch eine Zeitspanne berechnet, nach welcher die Domain wieder ranken “darf”. Je nach Härte des “Vergehens” sind es 3 Monate, 6 Monate, 9, 12, 18 oder 24. Lustigerweise scheinen diese Strafen tatsächlich in 3-Monats-Schritten zu laufen. Das liegt aber wohl eher daran, dass Google regelmäßig (häufig in Zusammenhang mit PR-Updates) “Amnestien” verteilt. Wer einen Beweis für diese schubweisen Penalty-Amnestien will, findet es wörtlich auf Mattcutts.com .

“Hey folks, I wanted to let you know that new toolbar PageRank values should become visible over the next few days. I’m expecting that also in the next few days that we’ll be expiring some older penalties on websites.

Er redet von “Websites” und ich bin mir sicher, dass er mit Absicht das Wort “many” davor gelöscht hat um nicht zu sehr deutlich zu machen, dass Google regelmäßig im großen Stil solche “Generalamnestien” verteilt. Wer sich an das Update letzten Juli errinnert, der weiß noch wie viele Webseiten plötzlich wieder vorne ganz mit dabei waren.

Das heißt?

Der Google Algorithmus muss so funktionieren, dass er Webseiten selektiert und sie in Kategorien einordnet. So zum Beispiel “No Penalty”, “Small Penalty”, “Medium”, “Huge” usw.. Dabei geht es nicht um die +30 bzw. +60 Penalties, sondern um schwächere, aber trotzdem sehr bedeutende und viel häufiger eingesetzte Penalties. Erkennen kann man sie zum Beispiel dadurch, dass man für 2er Kombinationen oft auf Platz 1 bzw. in den Top10 steht, aber für 1-Wort-Suchbegriffe mit hohem Suchvolumen eben nicht.

Diese Penalties sind also auch wortbezogen und richten sich nicht auf die Webseite als Ganzes, sondern wiederrum nur auf Teile des Indexes. Bestimmte Wörter haben eine bestimmte Sensibilität: Baut man seine Webseite zum Thema “Kredit” zu schnell auf, dann kommt man auch mit einer “Small Penalty” erst nach 18 Monaten aus dem Filter. Optimiert man dagegen auf “Dunstabzugshaube” (nur ein Beispiel), so ist Google in diesem Bereich gnädiger, schaltet den Filter langsamer ein und er dauert vielleicht nur 6 Monate.

Natürlicher Linkaufbau

Deswegen ist auch der “natürliche” Linkaufbau so wichtig. Es geht nicht unbedingt darum, dass alle Links freiwillig gesetzt wurden. Es geht vor allem darum, angemessen viele Links von angemessenen Seiten in einer angemessenen Zeit zu bekommen. Google hat irre viele Vergleichsdaten und fällt man bei einem von diesen drei Faktoren irgendwie zu weit aus dem Schema, so bekommt man eine Penalty verpasst. Die “echten” +30 oder +60 Penalties sind einfacher zu erkennen, aber häufiger sind diese “subtilen Penalties”.

Nur eine Theorie

Diese Theorie habe ich mir persönlich zusammengeschustert und ich weiß nicht mal annähernd, ob Google es so praktiziert oder nicht. Für mich klingt sie aber recht plausibel. Trotzdem würde ich gerne eure Meinung zu dem Thema hören und vor allem, ob ihr solche Trustschübe auch schon einmal hattet? Und besonders: Was eurer Meinung nach der Grund war, wegen dem ihr wieder gerankt habt? :-)

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Kategorie: SEO

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About the Author: Julian Dziki is an SEO, Online Marketer & Affiliate since 2007.

RSSComments (26)

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  1. Patrick K. sagt:

    Ich denke beim Linkaufbau sollte man gerade in den ersten 3-6 Monaten vorsichtig sein. Mir ist es auch schon passiert, dass ich zu eifrig war und zu schnell zu viele Links eingesammelt hab. Die Folge war eine Abstragung über mehr als 6 Monate – das ist hart! Bei einem anderen Projekt, welches derzeit knapp 4 Monate im Index ist, läuft es hingegen gut und auch Linkbaits, durch die schnell viele Links erzeugt wurden, schaden bisher nicht – im Gegenteil ;)

  2. Dominik sagt:

    Ich bin der Überzeugung das es keine ausgewählten Keywords sind, sondern das es ehr vom Suchvolumen abhängt wie stark und wie lange solche “Filter” wirken. Früher wurde sowas auch immer gerne als Sandbox wie du schon richtig sagst genannt.

    Ein kleiner Trick ist immer der Test mit einem Sonderzeichen im Key, als bei Kredit z.B. “Krêdit”, da dort das Suchvolumen wesentlich geringer ist, wirkt auch so ein Filter nicht und man sieht entsprechend “ungefilterte” Ergebnisse.

    Nur so als Gedankengang…

  3. Alex sagt:

    Ich denke du liegst mit deinen Vermutungen richtig. Eines meiner Projekte war wegen zu schnellem Linkaufbau in der Sandbox gelandet und wurde nach ungefähr 6 Monaten wieder entlassen. Zu der Zeit war auch ein PR Update. *unglaublich* ;)

    Jedenfalls stieg die Seite nicht von heute auf morgen auf Seite 1, jedoch konnte man einen starken Anstieg in den SERPS beobachten. Von Seite 60 bis auf Seite 4 in rund einem Monat. Ich denke, dass es etwas mit dem Trustschub, wie du ihn nennst zu tun hat.

  4. Freelancer sagt:

    Ich handhabe es bei neuen Seiten generell so:

    1. Seite online stellen
    2. 1-2 schwache Links draufsetzen, damit der GoogleBot aktiv wird
    3. Schubweise Content auf die Seite
    4. frühestens nach 6 Monaten weitere Links aufbauen

    Damit bin ich bisher sehr gut gefahren..

    Ansonsten danke für den Beitrag, finde deine Ansätze sehr Interessant ;)

  5. [...] zu guter Letzt gibt es bei Seokratie einen ausführlichen Artikel über die Googles Filter für neue Domains. Welche bei zu schnellen [...]

  6. Ronny sagt:

    Also wenn ich so was lese: ““natürliche” Linkaufbau ” … Wo ist Linkaufbau natürlich? Wenn schon natürlich, dann wenn es viele viele fremde machen ;)

    Ansonsten klingt Deine Theorie plausibel. Übrigens, laut Deiner Grafik war das aber auch nicht sooo plötzlich. Die Zahlen steigen immerhin über einen Zeitraum von 4 Wochen kontinuierlich. Klar, bezogen auf ein Jahr ist das ein etwas kleinerer Zeitraum aber eben nicht plötzlich.

    Grüße

  7. Dom sagt:

    Mir gefällt die These echt gut und ich könnte mich fast damit authentifizieren! (was Abstrafungen angeht)

  8. Hanns sagt:

    Deine Überlegungen gehen schon in die richtige Richtung. Vor allem ist die richtige Verteilung der Linkziele wichtig. Hier werden die meisten Fehler gemacht.

  9. Tommy sagt:

    Hier mein Beitrag zu diesem Thema: http://666kb.com/i/b694wgqc8hgae3ywe.gif

    Kann dir nur zustimmen. Den Ansatz von Freelancer ist auch nicht schlecht. Jedoch kann oder will sich nicht jeder 6 Monate Zeit nehmen um mit dem Link-Building zu beginnen.

    Zum Thema “natürliches Linkbuilding” hab ich mir auch ein paar Gedanken gemacht… das mensch Google austricksen kann ist nur sehr bedingt möglich… ich habe z.B.: einen Blog mit Google Analytics… ganz frisch mit 2 Artikeln… 5-10 unique visitors am Tag… und plötzlich kommen täglich 2 Backlinks dazu… Google denkt sie da dann auch “Wie zum Teufel kommen die Leute zu den Deeplinks wenn da nur 5 Leute am Tag raufschauen. Es kann ja nicht jeder Besucher gleich darüber bloggen.” Das ist jetzt natürlich sehr wage ausgedrückt… aber Google hat doch ein ziemliches Profil so ziemlich jeder Seite die im Index ist und verknüpft das auch miteinander.

  10. Jürgen sagt:

    Du hast absolut Recht. Man muss beim Linkaufbau vorsichtig sein und nicht auffallen. Hier gilt der Grundsatz “Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen”.

  11. Tobias sagt:

    Durch gute Artikel im Blog kann man aber auch gut Links aufbauen, und auch schnell. Das hat mir noch nie geschadet!

  12. Nico sagt:

    ich kann Deine Erfahrungen bzw. Thesen durchaus bestätigen. “Spielwiesen” die ich zum Testen von Anfang an massiv mit neuen Links bestückt habe sind meist recht fix in einem Filter gelandet. Beim Testen habe ich zwei identische Keywordbereiche genommen und natürlich auf jedem Projekt unique Content. Beide Testprojekte wurden innerhalb 2 Monaten mit etwa 150 Links “beschossen”. Für eines davon habe ich weiterhin in diesem Maß Links aufgebaut, das andere habe ich links liegen gelassen, sobald der Filter gegriffen hatte, um zu sehen, ob man bei einem möglichen Penalty den Aufbau stoppen sollte, oder fröhlich weiter optimieren kann!

    FAZIT: man kann! ;-) Beide Seiten wurden zur selben Zeit aus dem Filter entlassen nach 9 Monaten. Ein Projekt hat die initialen 150 Links, das andere weit über 500…… Das erste rankt irgendwo auf Platz 40, das andere habe ich verkauft! ;-)

    Grüße
    Nicos

  13. elzbieta sagt:

    also, mir fiel es gerade wie Schuppen von den Augen. Ja, genauso war es bei mir auch. Und das mit den 3Monaten kann ich bestätigen.

  14. Andy sagt:

    Also was natürlichen Linkaufbau angeht habe ich mir viele Gedanken gemacht. Das einzigste was ich nie Begriffen hat, was ist natürlicher Linkaufbau??? Wie viele Backlinks am Tag, oder pro Monat???

    Nehmen wir mal an ich eröffne eine neue Webseite, diese ist wirklich der absolute Oberhammer, sodass sämtliche Blogs, Newsseiten usw. darüber berichten, ich habe in kürzester Zeit 200-300 Backlinks (nur als Beispiel).

    Oder ich eröffne eine Webseite und es ist nichts neues (also keine Sensation) selbstverständlich hier auch unique Content und ich selber kaufe nun 200-300 Backlinks die auch in kürzester Zeit gesetzt werden.

    Wir kann denn Google unterscheiden ob die Webseite rein aus Interesse, oder aus einem anderen Grund gelinkt wird???

    ———————————————

    Wäre wirklich mal interessant zu Wissen was ihr daüber denkt!???

  15. Julian sagt:

    An vielen verschiedenen Faktoren. Wenn z.b. die Backlinks “seltsam” gesetzt aussehen und keine klassischen Newsseiten darüber berichten. Ich habe es schon mitbekommen, dass Seiten innerhalb eines Monats eine Domainpop von 400 bekommen haben und trotzdem nicht abgestraft wurden. Der Grund war eine TV-Werbung und enormer Medienrummel.

  16. Tom sagt:

    Ich denke da spielt noch etwas anderes eine gewaltige Rolle – und zwar das Linkalter. Wenn Links gesetzt werden haben die erstmal ein gewissen (meiner Meinung nach ein rel. hohen) Dämpfungsfaktor. Wenn dieser Dämpfungsfaktor bei kontiniuierlichem Linkaufbau nach und nach verschwindet und im Linkprofil noch einige wirklich gute, themenrelevante Links dabei sind, dann ist die Seite irgendwann “über den Berg” und es geht steil nach oben.

  17. Julian sagt:

    Ja, das mit “über dem Berg” stimmt.

  18. Mike sagt:

    Ungefähr die selben erfahrungen haben wir auch gemacht! Jedoch frage ich mich auch heute noch! Wer legt den bitte schön fest was Natürlicher Linkaufbau ist und was nicht!
    Ich denke das ist jea nach lage individuell und kann einfach nicht verallgemeinert werden.

  19. HansA sagt:

    Wichtig wäre es zu wissen, wie viele Links man am Tag setzen kann ohne in diesen Filter zu geraten. Hat da jemend eine ungefähre Ahnung?

  20. Andy sagt:

    @HansA
    das ist es ja was alle hier schreiben, man kann es nicht verallgemeinern. Weil es immer auf die Situation ankommt.

  21. 2 Punkte sind unseren Erfahrungen nach von höchster Relevanz:
    1. Domainalter
    2. bestehende Linkstruktur und Linkalter

    je höher das Alter der Domain und der Linkstruktur, desto mehr Links lassen sich auf einmal aufbauen! Was das in Zahlen bedeutet ist situativ bedingt! 15-20% der bestehenden Links können pro Monat locker aufgebaut werden, sofern man die Anchortexte schön variiert. Wenn man also bereits 200 eingehende Links hat, könnte man 40 pro Monat aufbauen. Im nächsten Monat dann 48 etc….

    Viel wichtiger als die Anzahl ist aber der Linktext! Wenn der nicht ausreichend variiert, gibt´s Zoff mit Tante G! ;-)

    Das ist auch das Problem an der Diskussion darüber! Da kommen “SEOs” daher, die meinen mit 25 neuen Links innerhalb eines Monats, haben sie eine Seite in den Filter gekickt!, Das es aber rein an den Anchortexten lag, wird selten berücksichtigt!

    Grüße
    Nicos

  22. HansA sagt:

    Ok, dann nehmen wir einfach mal meine Seite als Beispiel. Ich versuche gerade eine Handwerksfirma (Elektrotechnik) in den Suchmaschienen bei diversen Suchkombinationen nach oben zu bringen. Die Seite als solches habe ich optimieren lassen, nur den Linkaufbau will ich selber machen da die Preise beim Seo sonst explodieren. Nur will ich mir, durch zu viele Links die ich setze nichts kaputt machen. Gibs da eine Faustformel wie ich sicher fahren kann? z.b. in den ersten 3 Monaten pro Tag 2-3 Links danach 4 pro Tag oder ähnlich? Und spielen da die vererbten PRs auch eine Rolle? Da ich in letzter Zeit einige PR5 in den USA gekauft habe? Danke

  23. SEO Blogger sagt:

    Man so ein Schwachsinn schreibt IHR HIER, ich kann viele Links am Tag setzen wie ich will, der Bot muss diese erstmal finden, es handelt sich hierbei nicht um Premium Links, also muss der Bot diese erstmal finden, ob ich dabei in den Filter rutsche oder auch nicht, das Juckt mich sehr wenig, ist es mir vollkommen egal, das man da noch in den Filter 6 Monate bleibt ist jedenfalls für mich ein Schwachsinn.

  24. [...] der anderen Seite wird man beschimpft und kritisiert. Ich verweise einfach mal auf diesen Kommentar, der gerade während der Erstellung meines Blogposts hereingeschneit ist. Bei so etwas vergeht mir [...]

  25. michel sagt:

    Hi Julian, lass dich um gottes willen nicht entmutigen, dein blog ist echt gut, bietet immer wieder denkanstösse – einfach klasse.
    Zu den Know how saugern – die hat es immer gegeben, wird es immer geben, sind aber auch einfach idioten, die wir ignorieren sollten. Auch wenn sie im Porsche an uns vobeifahren, kein Neid, denn wie mir mal eine alte voodo Frau in Jamaika sagte: “what comes around that goes around”. will heissen, was du gibst, das bekommst du auch. Glaube mir, das stimmt! also gib weiter viel gutes (info etc.) und du erhältst auch viel gutes. Ich gebe auch seit langer ezit einiges, vor allem über wer-weis-was, und das glück kommt auch damit. (hört sich ja an wie ein blöder kettenbrief, ist aber wahr) ;-) )
    grüsse
    michel

  26. Andreas sagt:

    Hallo Julian,

    eigentlich echt schade…. Ich bin einer dieser typischen “Online-Shop-Inhaber”, der schon seit langem Deinen Beiträgen interessiert folgt und der sich über jeden Tipp freut…. Aber ich kann Deiner Argumentation natürlich folgen…. Ich denke, Du sprichst hier von einer Entwicklung, wie Sie leider in fast allen Bereichen automatisch eintritt. “Schwarze Schafe” nutzen ein System aus, bis das System geändert werden muss…. Trotzdem ist es sehr bedauerlich…. Dir noch viel Erfolg und vielen Dank für die kleinen Tipps, die Du schon gegeben hast und auch weitergeben willst ;-)

    Viele Grüße aus Shanghai,

    Andreas

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