SEO Checkliste für neue Webprojekte

28. April 2013  |     |  17 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

Nachdem ich letztes Mal darüber geschrieben habe, wie man nicht bei neuen Projekten vorgehen sollte, heute nun die Checkliste, was man bei einem neuen Projekt zuallererst machen kann.

Vollständigkeit braucht Ihr natürlich nicht zu erwarten, weil gutes Marketing und SEO sich an die jeweilige Zielgruppe richtet. Aber für den Ein oder Anderen ist vielleicht trotzdem etwas Nützliches dabei.

Technisches & Onpage

Ich bin ein großer Fan davon, ein Projekt zumindest in den Grundzügen schon richtig an SEO anzupassen. Wer eine neue Webseite plant und eine Agentur beauftragen oder einen Inhouse SEO einstellen will, sollte das übrigens immer tun bevor die Webseite fertig ist.

  • Sind Titles und Descriptions optimiert?
  • Ist die Navigation sinnvoll für den Nutzer und sinnvoll für SEO?
  • Ist die Seitenstruktur (Ordner, Hierarchie) logisch und gut gegliedert?
  • Sind schlechte / für SEO unpassende Seiten auf Noindex gesetzt?
  • Sind halbfertige oder Baustellenseiten auf Noindex?
  • Ist die Seite in den Google Webmastertools angemeldet?
  • Ist ein Tracking (z.B: Google Analytics) installiert?
  • Ist die Seitenladezeit optimiert? Ist Caching aktiviert und der Server bereit? Oft ist eine Seite nämlich im internen Development-Tool sehr schnell, aber mit „Last“ dann sehr langsam.
  • Sind alle wesentlichen Funktionen aktiv? Wenn jeder zweite Link noch ein „#“ ist, dann sollte man die Links vielleicht erst einmal ganz entfernen
  • Insgesamt: Ist die Webseite halbwegs fertig oder nur eine Baustellenseite ohne Funktionen? Es muss ja noch nicht alles verfügbar sein, aber ein Mehrwert sollte bereits am Anfang bestehen

 

Linkbuilding

Wow, sogar Google Richtlinien konform!

  • Erstelle eine Liste mit Influencern in der Branche: Redakteure, Magazine, themennahe Webseiten.
  • Erstelle eine GUTE Pressemeldung für den Start.
  • Überlege Dir für deine Seite bereits am Anfang verlinkungswürdige Inhalte oder eine tolle Geschichte, die man erzählen kann.
  • Erstelle eine Facebook-Seite, einen Twitter Account und einen Google+ Account und baue entsprechende Buttons auf Deiner Webseite ein. Gegebenenfalls erstelle einen Newsletter, in den man sich eintragen kann. Viele Influencer warten oft erst einmal ab wie sich das Projekt entwickelt und berichten dann später darüber.

Mein Vorgehen bei einem neuen Projekt wäre…

  • Alleinstellungsmerkmale definieren: Was kann meine Webseite besser als andere?
  • Gründungsgeschichte / Idee bereitstellen und öffentlich zugänglich machen
  • Tolle (!) Informationen, Zahlen, Daten und Fakten auf der Webseite bereitstellen
  • Influencer in einer Excel Tabelle ausmachen: Name, E-Mail, Webseite und Spezifika zur Webseite (Wer schreibt, Zielgruppe etc.)

Kurz vor / nach dem Launch sollte man dann die Influencer anschreiben und mitteilen, dass man online geht. In die Mail kommt dann sowohl das Alleinstellungsmerkmal hinein, wie auch die Gründungsgeschichte. Insgesamt sollte man aber den Influencern etwas bieten (kein Geld!!!) und nicht nur den eigenen Launch als News anpreisen (Gähn!).

  • Denkt andersherum: Was brauchen die Influencer? Wenn Ihr der Influencer wärt, unter welchen Umständen würdet Ihr über das Projekt berichten?
  • Worüber schreiben sie normalerweise? Wenn sie oft andere interviewen, bietet ein Interview an. Wenn sie oft Zahlen / Fakten veröffentlichen, dann bietet ihnen Zahlen und Fakten an! Bietet einzelnen Influencern exklusive Inhalte und Insights an, die sonst keiner bekommt
  • Fragt sie: Was finden sie gut am neuen Portal, was schlecht? Eventuell schreibt Ihr Ihnen kurz vor dem Launch so eine Mail. Dort bekommt Ihr gutes Feedback von Eurer Zielgruppe (!) und stellt bereits den ersten Kontakt her, ohne dabei gleich eine News zu erbetteln. Im zweiten (bereits bestehenden) Kontakt könnt Ihr dann die Livestellung kurz mitteilen und fragen, ob sie darüber schreiben. Wenn der Kontakt schon vorher bestand, ist die Chance auf Veröffentlichung unweit größer.

Wichtig ist, dass das Anschreiben persönlich ist. Damit meine ich nicht, dass Ihr den Redakteur / Webmaster beim Namen nennen sollt, denn so etwas ist selbstverständlich. Schaut Euch das andere Portal an, gebt Lob und Kritik heraus und zeigt ihm, dass Ihr seine Webseite wirklich gut kennt. Stellt Eure Webseite in Beziehung zu seiner Webseite. Wäre ein Artikel über Euch für seine Webseite interessant? Besonders wichtig: Denkt nicht an den Link, sondern daran, dass Ihr eine Beziehung zu dem jeweiligen Webmaster aufbauen wollt.

Problemstellen

  • Die Webseite ist nicht interessant genug, dass andere darüber berichten würden: Dann würde ich sie erst einmal interessant genug machen! Man muss ja nicht das Rad neu erfinden. Auch als hundertster Kreditvergleich kann man noch ein Alleinstellungsmerkmal haben.
  • Ihr findet keine Influencer: Dann habt Ihr falsch gesucht. Schaut Euch die Links Eurer Konkurrenz an: Wer hat bereits über sie berichtet?  Schaut nicht nur in Eurer Branche, sondern auch in verwandten Branchen: In einem Webdesign-Blog ist ein Artikel über SEO für die Leser viel interessanter als in einem anderen SEO Blog. Schaut Euch auch Eure Kooperationspartner an: Eure Hersteller (bei Shops), Euer Partnerprogramm (bei Affiliates). Schaut nicht unbedingt bei Euren Keywords – dort findet Ihr oft nur die Konkurrenz und keine Influencer.
  • Die Influencer antworten nicht: Dann ist Eure Mail nicht persönlich genug gehalten und/oder Ihr habt keinen Grund geliefert, warum er an einem Artikel interessiert sein sollte.

Natürlich gibt es noch unzählige andere Maßnahmen, etwa ein Gewinnspiel zum Start. Allerdings bekommt man damit nicht unbedingt immer seine Zielgruppe auf die Webseite, sondern oft auch viele „Abstauber“, die nur Interesse am Gewinnspiel haben. Kostenlose „Goodies“ an Influencer zählt Google übrigens auch als Linkkauf:Darüber hinaus zählt dazu [zum Linkkauf] auch das Senden „kostenloser“ Produkte, wenn Nutzer im Gegenzug etwas darüber schreiben und einen Link einfügen.“ Quelle

Eure Methoden? Wie macht Ihr neue Webseiten bekannt? Schreibt das einfach in die Kommentare oder bloggt mit Trackback!

Jetzt teilen: Share on Facebook59Tweet about this on TwitterShare on Google+42Email this to someoneShare on LinkedIn0

E-Book: Der Weg zum erfolgreichen Online Shop

  • Das 47-seitige E-Book mit 72 konkreten Tipps für Deinen Online Shop
  • Einmal wöchentlich exklusiver Content für das Marketing Deines Shops
  • Unser Newsletter (1-2x pro Woche)
E-Book kostenlos downloaden

17 Kommentare

  • Check. Doch ist die Ausarbeitung von USPs noch ein SEO Thema ?

  • Hört sich nach Content is King und SEO is the Kings Army an. Danke schöner Artikel, den ich mal gerne für meine Seminarteilnehmer verwende, wenn ich darf. Interessant ist das der technische SEO Aspekt recht viel Umfang hat.
    Viele Grüße
    Alexander

  • So mag ich SEO, Content + Technik, dass ist genau mein Ding und finde auch dein Fundament für einen Launch richtig gut. So hat das auszusehen.

  • Strahlski

    Technisch würde mir noch einfallen:
    -Serverseite Kompression
    -Caching (wurde ja schon genannt)
    -PHP Error Reporting ohne Ausgabe
    -Mit Xenu 404 Fehler und 500 Fehler suchen
    -Bilderkompression
    -Bei selbst programmierten Seiten würde ich immer Unit Test anlegen
    -Nagios, für die Ladezeiten, z.b. bei Last.

    Meine Frage wäre jetzt noch, achtet Ihr immer darauf, dass die Ausgabe W3C komplett erfüllt?

  • Julian

    Hi Marco,

    Nein, ist definitiv kein SEO Thema mehr. Dachte aber dabei an kleinere Projekte, wo der SEO auch gleich der Webmaster ist.
    @Stahlski: Wir selbst machen bei Kunden ja keine Programmierung. Aber W3C haben wir noch nie gefordert, das ist auch unnötig.

  • Marcel

    Da waren wieder viele Tipps dabei, eine Frage habe ich – wenn Du schreibst eine Pressemitteilung wo sollte man die am Besten einreichen? Pr-Gateway oder sowas schicken die ja dann an zig PRseiten was für eine neue Seite nicht so gut ist oder? Die Seitenladezeit was ist da eine gute Zahl? Und findet ihr auch das eine eigene IP und reverse dns usw. wichtig ist oder eher nicht?

  • Julian

    Hi Marcel,

    Also ich würde die PR-Meldung eigentlich nur auf die eigene Seite packen. PR-Gateway & Co schaden zwar nicht, aber bringen auch nicht wirklich viel. Teilweise 3 Besucher, wenn man die Mitteilung in 80 Portale einstellt.
    Ladezeit kommt drauf an, am besten mal mit http://www.webpagetest.org gucken.
    Eigene IP & Co. eigentlich nicht, sofern man bei einem seriösen Webhoster ist.

  • Was bringt eigentlich eine PR-Meldung auf der eigenen Seite und wie sollte diese aussehen (Beispiele)?

    Habe gelesen, dass hier DC kein Problem seitens Google ist, wenn man die gleiche Meldung auf mehreren Portalen veröffentlicht.

    Gib ja auch einige, bei denen es wirklich lohnt hier etwas zu veröffentlichen.

    Gruß
    Andreas

  • Influencer sind schon was feines. Doch gerade bei jungen Seiten ist es schwer sie zu bekommen. Sobald der erste zugestimmt hat, kann man darauf aufbauen und den nächsten darauf hinweisen, dass auch XY ihn erwähnt hat. Wirkt wahre Wunder 😉

  • Hi Julian,

    guter Artikel. Der auch alles zusammenfasst. Was ich jetzt noch so als Tipp dazu beitragen könnte: WordPress benutzen. Das nimmt einem schon sehr viel Arbeit ab.

    Lg tom

  • Hi Julian,

    deine Zusammenfassung ist super und genau darauf kommt es, aber es ist halt nicht immer so einfach alle Punkte genau einzuhalten. Meistens ist es doch so, dass man an einem Internet-Projekt arbeitet und dabei einem eine neue Idee einfällt.

    Der Tag hat einfach zu wenig Stunden um wirklich alles genau einzuhalten, dass geht vielleicht bei einem oder zwei Projekten. Dann noch nebenbei Kunden betreuen, da rennt einem nur so die Zeit davon.

    Ich habe deinen Blog mal gespeichert und werde in weiterhin verfolgen.

  • Ja so einen TODO-Liste ist schon was feines. Sollte man sich ansonsten direkt an den Monitor kleben. Hab auch gerade ein mini-Projekt erstellt und die meisten deiner Tipps immerhin schon mal beachtet 🙂

    der Dirk

  • Ich finde ein Logo ist für jedes Projekt sehr wichtig, da es den ersten Eindruck entscheidend mitprägt.

  • super zusammenstellung, danke!
    allerdings wäre noch eine liste mit websiten cool, auf der man die seite mal „publiziert“, damit man von google überhaupt erfasst wird. also quasi eine mini-todo-liste für backlinks, denn ohne diese geht ja scheinbar auch nichts

  • Julian Dziki’s Artikel möchte ich noch um die Google-Plus Strategie ergänzen:
    1.) Google+ Account einrichten, G+ Authorlink installieren (dual verlinken), Kontakte aufbauen
    2.) Google Page installieren und Webpage in WMT’s bestätigen, Kontakte aufbauen, mit Domain verlinken
    3.) Google-My-Business (ehemals lokal) einrichten (erscheint i.d.R. kostenlos bei Google Maps und in den SERP’s)
    4.) Google+ Community aufbauen – Beiträge werden von Google indexiert
    5.) Hangout on Air (Hoa’s) nutzen und verbreiten
    6.) Google+ Eventplaner nutzen
    7.) Google-Drive statt Excel verwenden und Adressen, z.B. von Influencer, öffentlich machen….

    Das war mein Kurzbeitrag zur Abendstunde.

    Viele Grüße

    Elke Greim
    LISA! Sprachreisen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Willst Du fit in SEO werden?

Abonniere unseren Newsletter und bleibe in Sachen SEO, Inbound- & Online-Marketing auf dem Laufenden.

Du kannst den Newsletter jederzeit wieder abbestellen.