SEO-konforme Paginierung mit rel=“next“ und rel=“prev“

20. Januar 2016  |     |  11 Kommentare
Ein Beitrag von Katharina

Die Attribute rel=″next″ und rel=″prev″ sind eigentlich ein alter Hut. Trotzdem sehen wir immer wieder Seiten, auf denen sie entweder falsch oder gar nicht verwendet werden. Hier erfahrt Ihr, für welche Seiten rel=″next″ und rel=″prev″ sinnvoll sind, warum sie Eure Seite besser machen und wie Ihr sie verwendet.

Star Wars Meme "This is not the Page you're looking for"

Die Macht ist stark mit rel=“next“ und rel=“prev“.

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Expertenfragen

Wer braucht eine Seitenpaginierung?

Im Web findet man viele verschiedene Arten von Seiten mit Paginierung. Die Aufteilung von Inhalten auf mehrere Seiten ist für verschiedene Typen von Webseiten sinnvoll. Im Folgenden werde ich auf zwei Typen paginierter Seiten eingehen, die man sehr häufig findet.

Kategorieseiten in Shops

Eine Möglichkeit für paginierte Seiten finden wir auf Kategorieseiten von Shops. Wenn in einer Kategorie viele Produkte vorhanden sind, so kann man die Liste der Produkte auf zwei oder mehrere Seiten aufteilen. Hier entstehen paginierte Seiten, zwischen denen der potentielle Käufer navigieren kann.

In unserem Beispiel geht es um einen Shop, der Kinderspielzeug verkauft. Da es sich um eine große Auswahl handelt, wurden die einzelnen Sticker auf zwei Seiten aufgeteilt. Potentielle Käufer können mit Hilfe der Zahlen zwischen den Seiten navigieren.

Paginierte Seiten auf einer E-Commerce-Seite.

Beispiel für paginierte Seiten auf einer E-Commerce-Seite.

Artikel von Zeitungen und Magazinen

Paginierte Seiten sieht man auch häufig bei Seiten von Publishern wie Zeitungen und Magazinen. Deren Artikel sind oft sehr lang und wenn man sie vollständig lesen möchte, wäre das mit viel Scrollen verbunden. Ein weiterer Grund für die Aufteilung von Seiten ist, dass viele Zeitungen und Magazine mit dem Tausender-Kontakt-Preis (TKP) arbeiten. Das bedeutet, dass der Preis für Werbung pro Seitenimpression berechnet wird. Für Publisher lohnt es sich daher, Artikel auf mehrere Seiten aufzuteilen um mehr Werbeimpressionen zu generieren. Es gibt also verschiedene Gründe, warum es für Publisher Seiten sinnvoll sein kann, paginierte Seiten zu verwenden.

In unserem Beispiel geht es um einen Artikel über Seitenpaginierung. Der Text wurde auf drei verschiedene Seiten aufgeteilt. Um zwischen ihnen zu navigieren, klickt der Leser auf die Zahlen, die ganz unten im Text angezeigt werden.

Paginierte Seiten auf einer Publisher Seite.

Beispiel für paginierte Seiten bei einem Publisher Artikel.

Paginierte Seiten kennt Ihr auch aus Foren. Hier werden Threads oft in sequentielle URLs aufgeteilt.

Wie helfen rel=″next″ und rel=″prev″ meiner Webseite?

Wenn Ihr Euch entscheidet, rel=″next″ und rel=″prev″ zu verwenden, dann unterstützt Ihr Google dabei Eure Seite besser zu verstehen. Die beiden HTML-Attribute lassen Google eine Beziehung zwischen den aufgeteilten Seiten erkennen.

Einerseits weist Ihr Google darauf hin, dass die relevanteste Seite der Sequenz (meistens die erste Seite) in den organischen Suchergebnissen ausgegeben wird. Bei Forenthreads hingegen wird Euch die Suchmaschine auf die Seite mit der relevantesten Antwort verweisen. Zusätzlich gebt Ihr Google damit zu verstehen, dass die paginierten Seiten zusammengehören und die verschiedenen Links daher nicht untereinander in Konkurrenz stehen.

Wie verwende ich rel=″next″ und rel=″prev″ richtig?

Grundsätzlich erkennt Google in den meisten Fällen auch ohne eindeutige Attribute, wenn es sich bei Seiten um eine Sequenz handelt. Trotzdem hilft man Suchmaschinen mit der Verwendung von rel=″next″ und rel=″prev″, die Seite richtig zu verstehen.

Und los geht’s! Wir gehen in unserem Beispiel davon aus, dass wir paginierte Seiten mit Produkten haben, die aus den folgenden URLs bestehen:

 

https://www.example.com/kategorieseite1.html
https://www.example.com/kategorieseite2.html
https://www.example.com/kategorieseite3.html

 

Gleich zu Beginn: Rel=″next″ und rel=″prev″ werden ausschließlich im <head> einer Seite angegeben. Es ist daher nicht nötig, die Attribute auch im <body> zu verwenden.

 

Im <head> Bereich der ersten Seite (https://www.example.com/kategorieseite1.html) wird ein Link Attribut eingefügt, der auf die in der Reihenfolge nächste Seite verweist. In unserem Fall sieht das so aus:

 

<link rel=“next“ href=“https://www.example.com/kategorieseite2.html“ />

 

So teilen wir Google mit, dass Seite eins mit Seite zwei zusammenhängt. Da es sich um die erste Seite handelt und natürlich keine Seite vor der ersten Seite kommt, benötigen wir hier nur rel=″next″.

Auf der zweiten Seite (https://www.example.com/kategorieseite2.html) setzen wir Links die zur vorherigen und zur nächsten Seite verweisen. So kann bei allen Seiten von Seite zwei bis zur vorletzten Seite vorgegangen werden:

 

<link rel=“prev“ href=“https://www.example.com/kategorieseite1.html“ />
<link rel=“next“ href=“https://www.example.com/kategorieseite3.html“ />

 

Die dritte und in unserem Beispiel letzte Seite (https://www.example.com/produkte-teil3.html) hat keine darauffolgende Seite. Aus diesem Grund ergänzen wir sie um einen Link, der auf die vorherige Seite verweist:

 

<link rel=“prev“ href=“ https://www.example.com/kategorieseite2.html“ />

 

Rel=″next″ und rel=″prev″ Werte können absolute und relative URLs sein. Wird im Dokument ein <base>-Link verwendet, werden Pfade dementsprechend aufgelöst und es können relative URLs verwendet werden. Wir empfehlen Euch aber dennoch, immer absolute Links zu verwenden.

Für eine gute Usability solltet Ihr zusätzlich darauf achten, dass Ihr nicht „vor″ und „zurück″ zur Navigation verwendet, sondern dem User die einzelnen Seiten (Seite 1, 2, 3, …) als paginierte Navigation anbietet.

View-All-Pages – die Alternative

Eine weitere Möglichkeit mit langen Texten oder einer Vielzahl an Produkten auf einer Seite umzugehen, ist die View-All-Page. Sie fasst alle Informationen der paginierten Seiten auf einer einzigen Seite zusammen. Gibt es also eine Kategorie mit drei Seiten, auf denen jeweils vier Produkte zu sehen sind, so werden auf der View-All-Page alle zwölf Produkte dieser Kategorie angezeigt.

Ihr könnt entweder nur die View-All-Page verwenden oder eine View-All-Page mit paginierten Seiten verbinden. Nähere Informationen zum Thema View-All-Pages findet Ihr direkt auf dem Google Webmaster Central Blog.

Wenn Ihr euch für eine Kombination aus View-All-Page und paginierten Seiten entscheidet, dann müssen die einzelnen Komponentenseiten mit Hilfe eines Canonical-Tags auf die View-All-Page verweisen. In unserem Fall könnte das so aussehen:

 

<link rel=“canonical“ href=“http://www.example.com/produkte/view-all/“>

 

Wenn wir die Idee der View-All-Page auf unsere Beispielseite für einen Shop umlegen, sieht das so aus:

Darstellung paginierter Seiten die per Canonical auf eine View-All-Page verweisen.

Paginierte Seiten verweisen mittels Canonical-Tag auf eine View-All-Page.

Bitte beachtet: Bei View-All-Seiten ist es wichtig, dass sie eine kurze Ladedauer haben. Dauert das Laden zu lange, verärgert Ihr damit sowohl die Besucher Eurer Seite als auch Suchmaschinen. Bei einer hohen Ladezeit empfiehlt es sich daher mit paginierten Seiten zu arbeiten. Natürlich müsst Ihr darauf achten, dass diese Darstellung Eurer Produkte etc. auf einer View-All-Page auch wirklich hilfreich für Eure Kunden ist.

Weitere Informationen zur Verwendung von paginierten Seiten und View-All-Pages findet ihr in diesem Video von Maile Ohye.

Was muss ich beachten?

Nachdem Ihr nun wisst, wann und wie Ihr rel=″next″ und rel=″prev″ richtig verwendet, wollen wir uns mit den etwas kniffligeren Fragen zur Seitenpaginierung beschäftigen.

Was geschieht mit Content auf den paginierten Seiten 2 bis n?

Durch die Verwendung von rel=″next″ und rel=″prev″ bekommen Suchmaschinen Hinweise darauf, in welcher Beziehung paginierte Seiten zueinander stehen. Es handelt sich dabei um keine verbindlichen Anweisungen. Der Text auf Seite 2 wird also sehr wohl durch Suchmaschinen bewertet. Google versteht aber, dass es sich um eine bestimmte Reihenfolge handelt und gibt in den organischen Suchanfragen primär (aber nicht immer!) die erste Seite der Paginierung aus.

Werden paginierte Seiten von Suchmaschinen indexiert?

Ja, paginierte Seiten auf denen mit rel=″prev″ und rel=″next″ gearbeitet wird, landen im Index. Wenn Ihr nicht möchtet, dass eure paginierten Seiten indexiert werden, könnt Ihr auf allen paginierten Seiten (mit Ausnahme der ersten) das Robots Meta-Tag „noindex″ oder „noindex, follow″ setzen.

Was muss ich bei der Verwendung von Noindex beachteten?

Enthält eine paginierte Seite das Meta-Tag „noindex″ oder „noindex, follow″, wird die Seite automatisch von Suchmaschinen von der Indexierung ausgeschlossen.

Duplicate Content oder Thin Content

Es gibt verschiedene Gründe, warum Ihr Eure paginierten Seiten nicht im Index sehen möchtet: Einerseits könnten sie qualitativ wenig hochwertige Inhalte (Thin Content) aufweisen und Ihr möchtet schlechte Signale vermeiden. In diesem Fall verwendet Ihr „noindex″ damit die Seite nicht indexiert wird.

So wird das zum Beispiel im Bauhaus Online Shop umgesetzt. Allerdings wird hier neben „noindex″ auch „nofollow″ verwendet. Wenn Ihr eine Seite auf „nofollow″ setzt, dann bedeutet das, dass jegliche Linkstärke, die in diese Seite fließt, verloren geht – also besser nicht nachmachen!

 

<meta name=“robots“ content=“noindex,nofollow“/>
<link rel=“canonical“ href=“http://www.bauhaus.info/bad-kueche/c/10000347″/>
<link rel=“prev“ href=“/bad-kueche/c/10000347?q=:relevance&amp;page=0&amp;pageSize=12″/>
<link rel=“next“ href=“/bad-kueche/c/10000347?q=:relevance&amp;page=2&amp;pageSize=12″/>

Verwendung von "noindex" auf paginierten Seiten am Beispiel von Bauhaus.

Crawl-Limit und „extrem hohe Anzahl von URLs″

Vor allem sehr große Seiten sollten darauf achten, dass Suchmaschinen Crawler ein Crawl-Limit haben. Das gilt zum Beispiel für große Shops und E-Commerce Seiten. Hier solltet Ihr vermeiden, dass der Crawler zu viel Zeit mit paginierten Seiten verschwendet – besonders, wenn diese inhaltlich nichts zu bieten haben, das über die Inhalte von Seite 1 hinaus geht. In diesem Fall könnt Ihr die Anzahl der Kategorien oder Produkte auf den einzelnen Seiten erhöhen und somit die Anzahl der paginierten Seiten verringern.

Da jede Website nur ein gewisses Crawlingbudget hat, wird jeden Tag nur eine bestimmte Anzahl an Links gecrawled. Wenn allerdings ein Großteil des Crawlbudgets für Noindex-Seiten aufgewendet wird, muss man sich anders helfen. An dieser Stelle kommen Parameter ins Spiel.

 

Mithilfe des Tools zur Parameterbehandlung in der Google Search Console könnt Ihr Google darauf hinweisen, welche URLs es ignorieren kann. Es handelt sich dabei aber um einen Hinweis für Google, nicht um eine Anweisung.

 

Hierfür benötigt Ihr auf Eurer Seite dynamische URLs. In den Webmastertools könnt Ihr dann angeben, dass alle URLs, die einen bestimmten Parameter beinhalten, vom Crawling ausgenommen werden sollen. Der Google Bot erkennt dann bereits am Parameter in der URL, wie er mit der Seite umgehen soll (und auch warum, sofern Ihr das in den Webmastertools angegeben habt) und muss nicht erst die Seite crawlen.

Wir können es nicht mit Sicherheit sagen, aber wir vermuten, dass Zalando das genauso umgesetzt hat: Mit großer Wahrscheinlichkeit wurden Seiten mit bestimmten Parametern in den Parametereinstellungen als paginierte Seiten gekennzeichnet, sodass Google diese auch als solche behandelt:

 

<meta name=“robots“ content=“NOINDEX,FOLLOW“ />
<link rel=“canonical“ href=“https://www.zalando.de/schuhe/“ />
<link rel=“prev“ href=“/schuhe/“ />
<link rel=“next“ href=“/schuhe/?p=3″ />

 

Verwendung von Parametern bei paginierten Seiten am Beispiel von Zalando.

Wir vermuten, dass Zalando paginierte Seiten mit Hilfe von Parametern von der Indexierung ausschließt.

Weitere Informationen über die Verwendung von Parametern findet ihr im Search Console Hilfe Bereich.

Nutzer sollen auf der Produktseite landen

Ein weiterer Grund für die Verwendung von „noindex″ kann sein, dass Ihr einen Online-Shop betreibt und wollt, dass Eure Kunden entweder direkt beim Produkt auf der Produktseite oder auf der ersten Seite der Kategorieseiten landen (z. B. Übersichtsseite für Winterjacken).

Hier müsst Ihr Euch die Frage stellen: Möchte ein Nutzer, der nach „blaue Winterjacke mit Kapuze“ googelt, auf Seite 3 Eurer paginierten Kategorieseiten landen weil dort eine blaue Winterjacke mit Kapuze zu finden ist? Oder wäre es für den Kunden sinnvoller, auf der Übersichtsseite für Winterjacken zu landen, die zusätzlich hilfreichen Content zum Thema Winterjacken bereitstellt?

Damit Eure Kunden bestimmt nicht auf einer paginierten Kategorieseite landen, sondern auf Seite 1 oder direkt auf der Produktseite, könnt ihr „noindex, follow″ verwenden. So wird die Seite zwar gecrawlt, landet aber nicht im Index.

Je nachdem wie detailliert die Suchanfragen Eurer Kunden dann sind, landen sie entweder auf der Kategorieseite für z. B. Winterjacken oder auf der Produktseite einer bestimmten Winterjacke, wie zum Beispiel der „blauen Winterjacke mit Kapuze“.

Die Verwendung von „noindex, follow″ wird bei Dawanda richtig umgesetzt. Allerdings hat man hier nicht darauf geachtet, dass jede Seite per Canonical auf sich selbst verweisen sollte.

 

<meta name=“robots“ content=“noindex, follow“ />
<link rel=“prev“ href=“http://de.dawanda.com/drucke/“ />
<link rel=“next“ href=“http://de.dawanda.com/drucke/?page=3″ />

 

Verwendung von „noindex, follow″ am Beispiel von Dawanda.

Dawanda verwendet „noindex, follow″ bei paginierten Seiten.

Wo macht die Verwendung von „noindex″ keinen Sinn

Artikel von Zeitungen oder Magazinen hingegen sollten auch ihre paginierten Seiten indexieren lassen. So können Suchmaschinen die Inhalte vollständig lesen und bewerten. Außerdem können so auch paginierte Seiten in den organischen Suchergebnissen bei relevanten Anfragen ausgeliefert werden und nicht nur Seite 1.

Eine Online-Zeitung, die das so umsetzt, ist das Handelsblatt. Seite 2 verwendet das Meta-Robots-Tag „index, follow, noarchive″ und ermöglicht damit, dass die Seite indexiert wird.

 

<meta name=“robots“ content=“index,follow,noarchive“>
<link href=“http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/cdu-parteitag-ja-diese-aufgabe-ist-riesig/12719696-2.html“ rel=“canonical“/>
<link href=“/politik/deutschland/cdu-parteitag-merkels-humanitaerer-imperativ/12719696.html“ rel=“prev“/>

Beim Handelsblatt und anderen Online-Zeitungen würde die Verwendung von "noindex" keinen Sinn machen.

Beim Handelsblatt wird auf der paginierten Seiten 2 das Meta-Robots-Tag „index, follow, noarchive“ verwendet.

Auch bei Forenthreads, Seiten mit Reviews, Guides usw. macht es keinen Sinn, paginierte Seiten vom Index auszuschließen. Walltstreet-Online hat das beispielsweise wie folgt gelöst:

 

<meta name=“robots“ content=“noodp,index,follow“ />
<a href=“/diskussion/1140904-1-10/wirecard-top-oder-flop“ rel=“previous“>
<a href=“/diskussion/1140904-21-30/wirecard-top-oder-flop“ rel=“next“>

Bei Forenthreads macht es keinen Sinn, paginierte Seiten von der Indexierung auszuschließen.

Bei Forenthredas ist es nicht sinnvoll, paginierte Seiten von der Indexierung auszuschließen.

Benötige ich unterschiedliche Titles und Descriptions auf paginierten Seiten?

Wenn Ihr Eure Seite mit rel=″next″ und rel=″prev″ paginiert, müsst Ihr die Seiten 2 bis n nicht mit eigenen Titles und Descriptions versehen. Denn mit der Verwendung der beiden HTML-Tags wollt Ihr erreichen, dass Google in der organischen Suche primär die erste Seite ausgibt (obwohl, wie oben bereits beschrieben, natürlich alle Seiten indexiert werden).

Bei redaktionellen Artikeln ist es hingegen durchaus sinnvoll, für paginierte Seiten unterschiedliche Titles und Descriptions anzulegen. So kann Google in den organischen Suchergebnissen die Seite ausgeben, die am besten zur Anfrage passt – und damit einen passenden Title und eine optimierte Description.

So wurde das beim Handelsblatt umgesetzt. Hier werden eine Seitenpaginierung und unterschiedliche Titles und Descriptions für die einzelnen paginierten Seiten verwendet. Sucht man nach dem Title der zweiten Seite, so landet Seite 2 in den Suchergebnissen vor der ersten Seite des Artikels:

 

Screenshot der Google Suchergebnisse.

Beide Seiten des Handelsblatt Artikels tauchen mit eigenem Title und eigener Description in den Suchergebnissen auf.

Wer ganz raffiniert an das Thema herangeht, könnte zu dem Schluss kommen, dass es sinnvoll sein könnte, in einem Shop jede paginierte Kategorieseite für ein anderes Keyword zu optimieren. So könnte zum Beispiel die erste Seite für „Herren Mantel″ optimiert werden, die zweite Seite für „Herrenmäntel″ usw.

Hier muss man aber vorsichtig sein, denn Google versteht die Paginierung von Seiten oft auch ohne rel=″next″ und rel=″prev″. Versucht man paginierte Seiten für verschiedene Keywords zu optimieren, kann das als Spam gewertet werden. Hier bewegt Ihr Euch auf sehr dünnem Eis!

Wie verwendet man das rel=“canonical“-Tag bei paginierten Seiten?

Das Tag rel=“canonical“ wurde eingeführt, um Webseitenbetreibern die Möglichkeit zu geben, bei Duplicate Content eine Originalressource auszuweisen.

Wenn Ihr auf Euren paginierten Seiten rel=“canonical“ verwendet möchtet, gilt: Rel=″next″ bzw. rel=″prev″ und rel=“canonical“ sind zwei verschiedene Konzepte. Ihr könnt daher beide Konzepte auf einer Seite verwenden. Beachtet aber, dass der Canonical immer auf die eigene URL verweisen soll und auf keinen Fall auf die erste Seite! Schließlich sind die Seiten nicht identisch.

Das würde für unseren Beispielshop von oben wie folgt aussehen. Mit rel=″prev″ wird auf die Seite davor, also Seite 1 verwiesen, mit rel=″next″ wird auf die nächste Seite, also Seite 3, verwiesen. Die Seite verweist zusätzlich per Canonical auf sich selbst, also auf Seite 2:

 

<link rel=“prev“ href=“https://www.example.com/kategorieseite1.html“ />
<link rel=“next“ href=“https://www.example.com/kategorieseite3.html“ />
<link href=”https://www.example.com/kategorieseite2.html” rel=”canonical” />

 

Warum verwendet man rel=″next″ und rel=″prev″ für paginierte Seiten anstatt rel=″canonical″ (das auf Seite eins verweist)?

Man könnte meinen, dass durch diese Vorgehensweise nur die erste Seite indexiert wird und man so einfacher dafür sorgen kann, dass nur die erste Seite in den Suchergebnissen erscheint.

 

Das Problem mit rel=″canonical″ ist aber, dass dieses Tag nur bei identischen Inhalten sinnvoll ist. Bei der Verwendung von rel=″next″ und rel=″prev″ verstehen Suchmaschinen, dass es sich um eine Serie handelt. Die Seiten werden also geclustert.

 

Verwendet Ihr ein Canonical das auf die erste Seite Eurer Paginierung verweist, wird auch nur der Inhalt der kanonisierten URL indexiert. Die Inhalte der Seiten 2 bis n gehen somit verloren. Diese Vorgehensweise ist zusätzlich nicht optimal, weil Ihr Canonicals nur bei doppelten Inhalten verwenden solltet!

Kann ich auf meiner WordPress Seite mit Paginierung arbeiten?

WordPress bietet bereits eine Möglichkeit an, mit der Ihr lange Artikel mithilfe von <!–nextpage–> auf mehrere Seiten aufteilen könnt. Dazu müsst Ihr <!–nextpage–> dort im Text einfügen, wo der Beitrag geteilt werden soll. Hier ist aber Vorsicht geboten, denn mit dieser Vorgehensweise könnt Ihr Probleme mit Duplicate Content bekommen.

Es ist daher empfehlenswert, auch auf Euren WordPress-Seiten mit rel=″next″ und rel=″prev″ zu arbeiten. Hier müsst Ihr aber vorsichtig sein, denn manche WordPress Themes haben bereits eine Seitenpaginierung integriert, manche wiederum nicht.

Im aktuellen WordPress Default Theme Twenty Sixteen ist die Seitenpaginierung bei Posts mit rel=″next″ und rel=″prev″ bereits inkludiert. Wenn Ihr Eure Kategorie- und Archiv-Seiten paginieren wollt, müsst Ihr Euch derzeit für ein Plug-In wie zum Beispiel WP-Paginate oder Yoast SEO entscheiden.

Fazit

Wenn Ihr Eurer Seitenpaginierung bisher nur wenig Beachtung geschenkt habt, dann wisst Ihr jetzt, wie Ihr sie auf Eurer Seite richtig anwendet. Mit einer eindeutigen Paginierung helft Ihr Google Eure Seite noch besser zu verstehen und eine Beziehung zwischen aufgeteilten Seiten zu erkennen. Viel Erfolg!

 

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11 Kommentare

  • …großes Kino – direkt geteilt!
    Danke für den umfassenden Beitrag…

    Miladin

  • Sehr nice! Mehr davon Kathi!

  • Ralf Baier

    Hallo Katharina,

    wenn ich deinen Beitrag richtig verstehe, sollte man auf Übersichtsseiten bzw. Kategorieseiten, die nach der ersten Seite folgen, nur rel=“prev/next“ und „robots“ mit „noindex, follow“ verwenden bzw. das „canonical“ auf sich selbst (die betreffende Seite) setzen oder das „canonical“ Tag weglassen?

  • Schöner Artikel ! Dachte bisher immer, dass es nur „rel= nofollow “ gibt; rel=″next″ und rel=″prev″ waren mir neu 🙂 Gut und informativ erklärt. LG aus Bochum

  • Stephan

    Einwandfrei zusammengestellte Informationen. Großes Dankeschön!

  • Tobi

    Hallo Katharina,

    Ist es nicht sehr riskant paginierte Seiten vom Crawling auszuschließen? Gerade bei großen Onlineshops besteht doch dann die Gefahr, dass der Googlebot gar nicht mehr Produkte findet/indexiert, die auf hinteren Seiten versteckt sind?

    Tobi

  • Katharina

    Hallo Tobi,
    ich nehme an, du beziehst dich mit deiner Frage auf die Verwendung von „noindex,follow“ auf paginierten Kategorieseiten?
    Ob du eine Seite auf „noindex“ setzt oder nicht, hat keine Auswirkung darauf, wie die Seite gecrawled wird. Verwendest du für eine paginierte Kategorieseite „noindex,follow“, dann crawled der Googlebot die Seite genauso wie jede andere – er indexiert sie nur nicht. Den Links auf dieser Seite folgt er weiterhin.

    Ich hoffe, ich konnte deine Frage damit beantworten!

  • Tobi

    Hi Katharina,

    nein, ich beziehe mich auf deinen Absatz „Crawl-Limit und „extrem hohe Anzahl von URLs″“, in dem vorgestellt wird, mithilfe der Parameterbehandlung bestimmte Seiten vom Crawling komplett auszuschließen.

    Tobi

  • Hi Katharina,

    geiler Post! Nur beim Thema „Canonical auf sich selbst“ habe ich eine Anmerkung bzw. bin nicht ganz deiner Meinung.
    Wenn man (ich betreue einen Shop mit Sistrix > 60 und 500.000 Produkten) rel=″next″ und rel=″prev″ einsetzt und den Canonical auf sich selbst zeigen lässt, dann hagelt es in der Search-Console Warnungen wegen doppelter Titles und Descriptions. Also das findet Google nicht so optimal.
    Wir haben den Canonical dann auf Seite 1 umgebogen und festgestellt, dass es Google mit dem Thema „die Seiten müssen mega identisch sein“ nicht mehr so genau nimmt. Die Warnungen verschwinden und die paginierten Seiten fliegen aus dem Index (was gewollt ist). Funzt also auch!
    Deine Aussage „Die Inhalte der Seiten 2 bis n gehen somit verloren. “ finde ich schwierig, da der Bot die Seite ja trotzdem crawlt weil er den Canonical immer wieder „verifizieren“ muss. Gerade bei Shop-Seiten gehts auf den paginierten Seiten eh nur drum die Produkte zu verlinken und dem Bot zu servieren. Das klappt damit super.

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