Wie Du Deine Produkte mit Social Media bewirbst, ohne zu nerven

29. Februar 2016  |     |  2 Kommentare
Ein Beitrag von Nadine

Natürlich wollen und sollen gerade Onlineshops ihre Social-Media-Profile auch als Distributionskanal nutzen. Ich zeige Euch heute, wie Ihr Eure Produkte bewerben könnt, ohne potenzielle Kunden abzuschrecken und den Rest der Welt zu nerven.

BuyAllTheThings

Wieso Ihr nicht nerven solltet

Laut einer Studie vom Statistic Brain Research Institute haben Menschen heutzutage nur noch eine Aufmerksamkeitsspanne von 8,25 Sekunden – das ist weniger als die eines Goldfisches! Die liegt nämlich knapp darüber, bei 9 Sekunden. Es liegt auf der Hand, dass es keinen Sinn macht, diese knappe Zeit mit banalen Kaufaufforderungen zu verschwenden. Denn jeder kennt die nervigen „Kauf meine Produkte, weil..“ – Posts auf Facebook und Co.

Wie reagiert Ihr selbst, wenn Ihr solche Posts seht? Ich bin mittlerweile rigoros, auch wenn ich die Produkte eigentlich gerne mag – die Seite wird erst von meinem Newsfeed, dann aus meinem Gedächtnis verbannt. Die Kunst beim Social Selling liegt darin, eine Beziehung zum User aufzubauen, Konversationen mit ihnen zu führen und sie in ihrer Kaufentscheidung zu bestärken. Natürlich gibt es viele große und auch kleine Shops, die das sehr gut umsetzen.

Leider aber auch das Gegenteil: Shops, die nur ab und an auf ihrem Profil etwas posten. Das sind dann meist Links auf den Shop, wovon sie sich erhoffen, dass die User draufklicken und anschließend dort einkaufen. Die Enttäuschung, dass es nicht funktioniert, ist groß und wird mit dem Gedanken abgetan, dass Social Media nicht für dieses Unternehmen funktioniert.

Goldfisch

Aber wie verkauft man Produkte über Social Media?

Ein kleiner Vergleich: Ihr dürft Eure Kanäle nicht nur als „Werbebeilage“ einer Zeitung betrachten. Behandelt sie eher wie eine Zeitschrift: Interessante, zielgruppenspezifische Inhalte und zwischendurch eine Anzeige mit passenden Produkten. Denn in dem Moment, wo Ihr etwas auf Eurem Social-Media-Profil veröffentlicht, seid Ihr in diesem Sinne wie ein Verleger. Ihr stellt der Öffentlichkeit Content zur Verfügung und tragt dementsprechend auch die Verantwortung für die Qualität Eurer Inhalte.

Natürlich könnt Ihr soziale Medien als Distributionskanal für Eure Produkte nutzen, aber dann als einen kleinen Teil einer klaren Social-Media-Strategie und nicht als reinen Verkaufskanal. Wenn User Euren Kanälen folgen, ist ihnen durchaus bewusst, dass Euer finales Ziel eine Kaufentscheidung ihrerseits ist. Wollt Ihr mit Social Media einen positiven Einfluss darauf haben, braucht Ihr die richtige Mischung aus Kreativität und Konsistenz.

5 Möglichkeiten mit Beispielen, Eure Produkte zu präsentieren, ohne aufdringlich zu sein

1.   Inspirationen

Zeigt, wie Eure Produkte verwendet werden können, ohne den lästigen Hinweis, diese kaufen zu müssen. Nutzt hierfür zum Beispiel Pinterest – der ganze Kanal ist eine reine Inspirationsquelle. Gefällt einem Kunden Euer Produkt im Gesamtkonzept, wird er auch einen Weg suchen, es zu kaufen.

Content Curation spielt hier eine große Rolle: Zeigt auf den Boards, was außerdem dazu passt, wie Kunden Euer Produkt kombinieren können und wie dieses unterschiedlich wirken kann.

Beispiele

Westwing nutzt Pinterest, um ganze Themenwelten zu erschaffen. Neben den Produkten werden auch immer passende Umsetzungsideen gezeigt oder themennahe Pinnwände ohne direkten Bezug zum Produkt als solches kreiert.

Beispiel Westwing

Nutella zeigt auf Facebook viele kreative Ideen zur Weiterverwendung von leeren Nutella-Gläsern. DIY liegt im Trend, und genau hier setzt die Marke an und liefert haufenweise kreative Ideen und Inspirationen:

Beispiel Nutella

 

2.   Social Proof

Anstatt sich selbst und die eigenen Produkte in höchsten Tönen zu loben, hilft UGC (User Generated Content) oft dabei, die Produkte auf eine natürliche und überzeugende Weise in ein gutes Licht zu rücken. Sind Kunden begeistert von Eurer Marke, zeigen sie der Community auch gerne Bilder von sich. Verkauft Ihr beispielsweise Klamotten, sind das Fotos, wie sie Eure Kleidung tragen. Der Beweis, dass auch andere das Produkt gut finden, fungiert oft als starker Einfluss auf die Kaufentscheidung. Denn diese Bilder sind authentisch und potenzielle Kunden können sich damit oft besser identifizieren, als mit professionellen Models.

Beispiele

Black Milk Clothing zeigen in ihrem Shop sogar zu jedem Produkt die passenden Kundenbilder. Wie? Beispielsweise hat jede Leggins einen individuellen Hashtag. Laden Kunden ein Bild von sich in der Leggins auf Instagram hoch – mit eben diesem Hashtag versehen – erscheint das Bild auf der Produktseite.

Beispiel Black Milk Clothing

Das funktioniert aber auch im kleineren Stil, wie bei IVXO Bavarian Couture auf Instagram. Das junge, bayrische Modelabel postet dort viele unterschiedliche Bilder der Klamotten mit den fetzigen Sprüchen. Diese zeigen Kunden, Freunde oder den Gründer selbst, wie sie die Mode tragen, kombinieren und leben. Authentizität pur.

Beispiel IVXO

3.   Behind the Scenes

Der Blick hinter die Kulissen ist oft eine gute Möglichkeit, um den Kunden Persönlichkeit und Individualität zu vermitteln. Ihr könnt beispielsweise zeigen, wie die Produkte hergestellt oder für den Verkauf aufbereitet werden. Oder Ihr erzählt mehr über die Menschen hinter dem Unternehmen und gewährt exklusive Einblicke. Macht die Kunden zu einem Teil Eurer Markengeschichte und baut somit eine persönliche Bindung auf.

Beispiele

Stylight stellt auf YouTube einzelne Mitarbeiter vor. Sie erzählen im Interview von ihren Aufgaben im Unternehmen, aber verraten auch persönliche Details und führen währenddessen ein bisschen durch den Bürokomplex.

Beispiel Stylight

Bei Lufthansa ist Instagram nicht nur voll mit tollen Destinationseindrücken, sondern auch mit Einblicken hinter die Kulissen. Hier gibt es zahlreiche Beispiele: Mitarbeiter, Firmengeschichte und Einsichten in den Firmensitz. Besonders beeindruckend finde ich beispielsweise die Bilder, die „on Board“ geschossen werden, wie den Blick in das Cockpit:

Beispiel Lufthansa

4.   Interaktionswettbewerbe

Besonders auf Twitter sind kreative Wettbewerbe, die durch Hashtags gebrandet werden, beliebt. Dabei steht aber nicht das Produkt als solches im Vordergrund, sondern ein Gefühl, das die Marke vermitteln möchte. Das ist ein hervorragender Weg, seine Produkte zu präsentieren, ohne sofort „Kauf mich“ zu rufen. Diese Kampagnen fördern das positive Gefühl zur Marke, generieren meist Leads und Conversions und fördern letztendlich die Produkt- und Servicenutzung.

Beispiele

Evian hat am Valentinstag den Twitter-Hashtag #ILoveYouLike ins Leben gerufen. Die User haben daraufhin eine Vielzahl an kreativen, lustigen und herzergreifenden Vergleichen getwittert, wie sehr sie ihren Partner lieben. Auf Pinterest gibt es außerdem ein ganzes Board, auf dem einige visualisierte Tweets gesammelt wurden.

Beispiel Evian

Eggo hat mit dem Waffel-Rezept-Contest eine zweiteilige Kampagne gestartet: Zuerst wurden die User aufgerufen, auf Facebook ihre eigens kreierten Waffel-Rezepte hochzuladen, anschließend haben die Fans über das beste Rezept abgestimmt.

Beispiel Eggo

5.   Visuelle Medien

Social Media und visuelle Medien gehen schon länger Hand in Hand. Bilder sind eine gute Möglichkeit, User zur Interaktion mit Euren Posts und somit auch mit der Marke zu bewegen. Besonders wichtig ist, dass es sich dabei um einzigartigen Content handelt, der die Zielgruppe anspricht und Euer Unternehmen dementsprechend widerspiegelt. Viele Social-Media-Kanäle bieten außerdem auch besondere Funktionen, gerade in Bezug auf Videos: z.B. Instagram mit Hyperlapse und Facebook mit 360°-Videos.

Beispiele

Calvin Klein zeigt auf Instagram ein Hyperlapse, also einen Schnelldurchlauf vom Finale ihrer Modenschau auf der New York Fashion Week. So können die Fans in kürzester Zeit alle Outfits der Herbstkollektion 2016 im Überblick sehen.

Beispiel Calvin Klein

Ein grandioses 360°- Video hat der österreichische Radiosender Ö3 auf seiner Facebook-Fanpage präsentiert. Hier konnte man der legendären Streif so nahe sein wie sonst nicht möglich. Denn selbst wenn man sich traut, den Hang hinunterzufahren, kann man den Ausblick in sämtliche Richtungen nicht so herrlich genießen 🙂

Beispiel Streif

Fazit

Mir war es wichtig, Euch anhand guter Beispiele zu zeigen, dass Ihr weder einfache Produktposts noch große Marketingkampagnen oder teure Aktionen braucht, um Eure Produkte in sozialen Medien zu präsentieren. Raffinesse und Kreativität zahlen sich aus, um den Kunden nicht zu nerven! Hebt Euch von der Masse ab, hört auf Eure User und zeigt ihnen, dass sie Euch wichtig sind, dann seid ihr auf dem richtigen Weg.

 

 

Goldfisch-Bild: © iStock / Watcha

 

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2 Kommentare

Reaktionen auf diesen Beitrag

    • Philipp

      Guter Artikel und Ideen. Gerade Youtube behind the scenes ist einfach gemacht und schafft Nähe!

    • Markus

      Ich denke mal, das erste Problem ist für viele eine Relevanz bei Social Media Kanälen zu erreichen. Wenn man nicht viele Leute erreicht, gehen die besten Ideen leider unter.

      Das zweite Problem ist sicherlich so gute Ideen zu haben, dem einen fällt so etwas leicht, andere haben damit große Probleme.

      Ein interessanter Beitrag, mir persönlich gefallen die Bilder von Nutella am besten 🙂

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