Privatblog vs. Fachblog
Hier nun also wie versprochen meine Präsentation / Siteklinik als Blogpost-Serie. Im ersten Teil will ich gleich mal auf das Wichtigste überhaupt eingehen: Das Thema und die generelle Ausrichtung des Blogs. Meiner Meinung nach gibt es zwei verschiedene Arten von Blogs: Privatblogs und Fachblogs.
Was ist ein Privatblog?
“Heute war ich beim Einkaufen” und andere Geschichten aus dem persönlichen Leben eines Bloggers kommen oft in einem Privatblog vor. Der Blogger redet dabei von sich in der 1. Person (=ich bin hier und da hingegangen) und stellt sich zentral in den Mittelpunkt des Blogs. Hat der Blogger ein Problem mit seinem Hoster oder seiner Katze, dann schreibt er in seinem Blog darüber. Das kann auch exhibitionistische Formen annehmen, in der Blogger über mehr schreiben als man wissen will (in Extremfällen natürlich nur). Alle privaten Blogs (nach meiner Def.) aber vermitteln persönliche Meinungen und persönliche Kritiken. Die Leser des Blogs sind Freunde, andere Blogger, “Fanboys” und generell zu einem sehr großen Teil Stammleser.
Prominentestes Beispiel: Basicthinking.de (vor der Übernahme)
Was ist ein Fachblog?
In einem Fachblog (so wie ich ihn definiere) wird neutral über ein bestimmtes Thema berichtet. Fachblogs enthalten (im Gegensatz zu Privatblogs) meist keine direkten persönlichen Meinungen, sondern eher redaktionellen Inhalt. Das Thema ist ein bestimmtes Fachthema (Computer, Schuhe, Aktien etc.); demnach sind die Leser auch fast ausschließlich Fachinteressierte und insgesamt eine bestimmte Zielgruppe. In einem Fachblog hat man eher auch Suchmaschinenbesucher. SEO kann man zwar auch für einen Privatblog machen, aber es suchen wohl mehr Leute nach aktuellen News wie <title>das neue Iphone ist da</title> als nach <title>Meine Katze das blöde Vieh nervt mich, seit heute schläft sie draußen</title>.
Auch interessant: Je neutraler berichtet wird, desto weniger Kommentare bekommt ein Blog. Fachblogs haben in der Regel also weit weniger Kommentare pro Post.
Prominentestes Beispiel: EEE-PC.de
Wer verdient mehr Geld (pro Besucher)?
Der Fachblog der Fachblog der Fachblog.
Ich habe ja einige Blogs und mir für meine Siteklinik auch die Gesamt-TKPs ausgerechnet. Bei privaten Blogs mit Allerweltsthemen liegt der eTKP (Einnahmen pro Tausend Pageimpressions) meist bei 2-3 €. Es gibt Blogs mit schlappen 1,50 €, andere machen 2,50 € – aber insgesamt eben richtig miese Einnahmen.
Meine Fachblogs haben eTKPs von 7 – 18 € in allen möglichen verschiedenen Fachbereichen. Insgesamt also das Drei- bis Sechsfache (!) im Gegensatz zu einem Blog mit Allerweltsthemen. Sprich: 1.000 Pageimpressions eines Fachbblogs sind 3-7.000 PI’s eines Privatblogs.
Wie kann man die Einnahmen steigern?
Darüber werde ich demnächst bloggen, denn Sachen wie die Position der Werbung etc. sind auch sehr wichtig. Ich sage es aber vorweg: Die Einnahmequellen für private Blogs sind viel dubioser, umstrittener und bringen letztlich viel weniger Geld. Ich kann nur jedem raten, der einen neuen Blog mit dem Zweck Geld zu verdienen aufmachen will: Sucht euch ein Thema und bloggt berichtet neutral darüber. Werdet in diesem Thema Experte und bloggt nicht über eure Hausschuhe, eure Erlebnisse neulich in der Kneipe oder sonstiges Zeug. Am allerschlimmsten ist ein Blog darüber, wie ihr mit eben diesem Blog 1000 € oder $ im Monat verdient. Bei “Mischthemen” über euch als Person gitl: Die TKP-Vermarkter werden euch niemals nehmen, der Adsense Bot hat keine Ahnung, was er schalten soll und euch bleibt nur Trigami und Linkverkauf.
Genau umgekehrt sieht es natürlich beim Linkaufbau aus – hier gewinnt der private Blog eindeutig. Aber auch dazu mehr in einem extra Blogpost.
Über was soll man einen Fachblog führen?
Das ist eigentlich recht egal. Es sollte nur etwas sein, dass
- man kaufen / mieten / bestellen kann
- Nachfrage hat (Kühlschränke in der Arktis…)
- möglichst dauerhaft auf dem Markt bleibt (keine Hypes)
- Adwords Schaltungen bei der Suche nach dem Begriff auslöst, sofern man Adsense einsetzen will
Ein guter Richtwert sind immer die Klickpreise bei Adwords zu dem Thema. Man sollte aber beachten: Je höher der CPC, desto härter die Konkurrenz und desto schwieriger die Etablierung einer neuen Seite (in der Regel). Natürlich gibt es auch Themen, wo kaum Adwords geschalten wird, aber hohe Suchanfragen und ein gutes Affiliate-Programm hohe Einnahmen versprechen. Hier muss man eben alle Faktoren abwiegen: Konkurrenzdichte, zu erwartender TKP, Zielgruppe etc. pp. Ich hatte darüber mal gebloggt und möchte nun nicht das Wort in den Mund nehmen, weil es mir zum Halse heraushängt aber hier findet ihr den Blogbeitrag, wie ihr die richtige … findet. Zu Basicthinking sei noch gesagt, dass sie seit der Übernahme weitaus neutraler geworden sind und nun mehr “berichtend” schreiben als es Robert Basic konnte / wollte. Mich würde einmal die Entwicklung des TKPs interessieren.
Disclaimer: Ich sage nicht, dass Privatblogs schlecht sind! Ich sage nur, dass sich damit schlecht verdienen lässt. Außerdem ist die Grenze zwischen Privat- und Fachblog fliessend; die “Reinformen” sieht man in der freien Wildbahn nur ganz selten.
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7 Responses to Privatblog vs. Fachblog
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Die eTKPs beziehen sich wohl nicht nur auf AdSense, sondern auf die gesamten Einnahmen aus der Vermaktung, oder?
Ich würde mal der Definition von Fachblogs wiedersprechen wollen. Dort kann durchaus auch stark die eigene Meinung zum Fachthema eingebracht werden. Was durchaus auch Vorteile bringt – zum Beispiel beim Link Building. Wenn man die eigene Meinung überhaupt nicht einbringt, dann ist man schon eher ein “Newsblog” oder auch einfach nur eine Newsseite. Hat dann aber möglicherweise eine Chance auf Aufnahme in Google News. Was bei manchen Themen auch interessant sein dürfte.
Danke für eure Ernennung als prom. Beispiel
Bin sehr überrascht
“Je neutraler berichtet wird, desto weniger Kommentare bekommt ein Blog.” – Das ist wohl wahr. Leider.
Im Großen und Ganzen hast du sicherlich Recht, allerdings kenne ich auch Einzelfälle, die aktuelle Geschehnisse geschickt in ihren privaten Blogs einbauen und so eine hohe 3-Stellige Summe im Monat Verdienst(!) haben.
Ansonsten gilt wie immer: Spezialisieren und dran bleiben!
[...] Privatblog vs. Fachblog von Seokratie [...]
Ah, vielen Dank für diese interessante Gegenüberstellung. Ich denke, dass man in dieser Hinsicht viel auch aus klassischen Medien und der Wirtschaft allgemein ableiten kann: Je exakter ich mein Produkt platziere desto größer die Chance, dass es ein Erfolg wird.