Panda Update in Deutschland

16. August 2011  |     |  12 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

Das Panda Update kam jetzt doch relativ schnell nach Deutschland. Was es uns sagt und wie man reagieren sollte.

Was ist das Panda-Update überhaupt?

Kaum jemand traut sich die Faktoren zu nennen, die eine Panda-Penalty eigentlich auslösen. Warum? Weil kaum jemand die Faktoren kennt oder auch nur annähernd bestimmen kann. Ich denke, dass es viele Faktoren zusammengenommen sind. Insgesamt will Google folgende Seiten nicht mehr weit vorne im Index sehen:

  • Seiten mit keinem eigenen Content (Aggregatoren): Dazu gehören beispielsweise RSS-Verzeichnisse, manche Preisvergleiche und auch Webseiten, die viel Content von Presseagenturen (inkl. Content-Abos) nehmen. Aber nicht alle Content-Aggregatoren wurden abgestraft: Nur, wer diesen Content ohne genügend Mehrwert bereitstellt, der hat jetzt ein Problem.
  • Seiten mit minderwertigem Content: Das sind Seiten, die entweder schlechte Nachrichten schreiben oder in Richtung „How-To’s“ gehen, ohne dabei jedoch große Qualitätsansprüche zu nennen. Wohlgemerkt liegt die Messlatte recht niedrig. Frage-Antwort Portale sind auch davon betroffen, was ich allerdings nicht ganz verstehen kann. Demzufolge ist die Frage oder Antwort eines Durchschnittsbürgers für Google wohl zu dumm – oder wie soll man das verstehen?
  • Seiten mit viel Werbung, die keine Marken sind: Dass viel Werbung schadet, sagt zwar Google, aber auf Focus, Spiegel und Co. wird man auch nicht weniger finden. Wichtig ist es, ob man bekannt und groß ist: Das wird für Google insgesamt immer wichtiger. Denn so mancher kann sich immer noch Panda-Content erlauben.

Insgesamt geht das auch in einem Satz:

Vom Panda Update sind Webseiten betroffen, die lieber User per SEO auf ihre Seite bringen wollten, als diesen Usern wirklich das zu geben wonach sie suchten.

Das ist das deutlichste gemeinsame Merkmal, dass ich bei allen Seiten ausmachen konnte.

Was kann man dagegen tun?

Hard to say, aber einige Firmen können nichts anderes tun als zusperren. Meist liegt der Wurm nämlich nicht im SEO, sondern an der ganzen Unternehmensstrategie, -philosophie und dem strategischen Vorgehen. Suite101 hat sehr günstigen Content massenhaft in den Äther geschickt. Sie könnten jetzt den Content besser machen, aber dann wäre das Projekt wahrscheinlich nicht mehr rentabel. Was die Frageportale jetzt machen sollen, das wüsste ich auch gerne. So gut wie alle Frage- und Ratgeber-Communities hat es getroffen.

Andere sollten sich ernsthaft mit der Qualität ihrer Webseite beschäftigen. Warum sind Ciao.de und Preisroboter.de abgestraft worden, Idealo.de aber nicht? Hier mal eine Grafik:

Alexa?

Interessant sind hier im Vergleich die Bouncerate und die Pageviews per User wie sie auch schon Sistrix erklärt hatte. Bei beiden sieht Idealo.de weitaus besser als als die Konkurrenten Ciao und Preisroboter. Es wäre allerdings falsch, das Panda Update nur an Pageviews und Bouncerates festzumachen: Sicher spielen noch einige andere Faktoren hinein.

„Schwammige“ Kennzahlen

Beim Panda Update geht es um die „Soft Skills“ von Webseiten. Ohne Zweifel fließen viele Daten in den Panda Algorithmus ein – so viele, dass es nicht wirklich messbar ist, wie man ihn technisch umgeht. Vielmehr sollte man ihn gedanklich überbrücken: Eine Qualitätsoffensive in Hinblick auf Usability, Mehrwert und Textqualität sollte hier bei allen Geschädigten ganz oben auf der Prioritätsliste stehen.

Keine 100% Abstrafungen

Keine der Panda Seiten wurde derart schwer getroffen, dass sie nun gar nicht mehr sichtbar ist. Zwar verloren einige die Hälfte ihres Traffics – aber das ist oft immer noch ein Wert, bei dem man sich als große Webseite bezeichnen kann. Ob Google diesen Webseiten bei einer Qualitätsverbesserung „verzeihen“ kann, wird sich zeigen. In den USA gab es ja bereits einige Begnadigungen, die aber auf den teilweise noch unfertigen Algorithmus zurückgingen. Ob man gegen den Panda Widerspruch einlegen kann oder nach einer Verbesserung wieder gut rankt, das wird sich zeigen. Sicherlich arbeiten einige der Geschädigten bereits jetzt mit Hochdruck an der Problemfindung.

Mit meiner Linkbuilding Serie geht es dann demnächst weiter… aber die Unterbrechung musste ja sein.

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12 Kommentare

  • „Keine der Panda Seiten wurde derart schwer getroffen, dass sie nun gar nicht mehr sichtbar ist…“ Aber50% und mehr reichen auch aus, um den Seitenbetreibern „Schwierigkeiten zu bereiten“ ;o)

  • Julian

    Oh ja, besonders wenn man Rechnungen bezahlen muss. Ist aber trotzdem eine besondere Art der Penalty, deswegen wollte ich es erwähnen.

  • Es geht eben nichts über „gute (unique) Qualität“ ;o)

  • Hallo Julian,

    Ich denke, dass die Bezeichung „Panda Penalty“ ein klein wenig irreführend ist, weil es den Anschein erweckt, als könnte man sich aus einer solchen „Strafe“ wieder herausarbeiten.

    In meinen Augen wurde schlicht der Index grundlegend aufgeräumt:
    Dies geschah verhältnismäßig offensichtlich auf Grundlage eines via „machine learning“ zusammengestellten und kontinuierlich erweiterbaren „Website-Sets“. Eingeteilt in bestimmte Kategorien – abhängig von Content/ Struktur/ Konzept/ Nutzerverhalten/ Backlinks/ etc. – wurde das Potenzial für Kandidaten aus einem solchen Set deutlich geschächt für thematisch eher periphere Keywords zu ranken, zu denen eher Verteter eines anderen Sets besser passen würden.

    Sind wir doch mal ehrlich:
    Es waren schlicht einige Kandidaten auf den ersten Google Seiten dabei, die es dorthin doch nur aufgrund massiver interner Linkhubs und fortwährendem UGC-Wachstum, welches diese Linkhubs noch weiter gestärkt hat, geschafft haben.

    Parallel dazu bzw. im nächsten Schritt ff. werden Nutzersignale ausgewertet:
    Um nun zu korrigieren, was bei Panda schief läuft und um eine fortwährende Verbesserung des „machine learning“ Prozess zu gewährleisten, dienen Nutzersignale für Gogle als flankierende Qualitätsindikatoren und können dazu beitragen, dass Rankings über den weiteren Zeitraum gewonnen oder verloren werden.

    Nutzersignale, wie man sie extern via Alexa zusammentragen kann, zeichnen zwar ein interessantes Bild, welches in vielen Fällen auch mit den Auswirkungen des Panda Updates korrellieren kann, sie sind aber auch was deren Interpretation anbelangt ein zweischneidiges Schwert.

    Ich habe mich in meinem etwas älteren Beitrag „Google Panda Update – Visits, Bounce Rate & Page Impressions als Rankingsignale?“ ähnlich wie Du auf die Nutzersignale gestürzt und mir wurden anschließend etliche durchaus berechtigte Kritikpunkte entgegengehalten.

    Gruß,
    Sebastian

    P.S. Danke für’s verlinken 😉

  • Klasse Julian, echt top Review zum Panda-update. Ich lese deine Beiträge immer wieder gerne, aber dieser war echt einer der besten. Ich finde dein Wissen echt immer wieder überwältigend, und unterstütze diesen Blog!

  • UppS

    „Aber50% und mehr reichen auch aus, um den Seitenbetreibern “Schwierigkeiten zu bereiten” ;o)“

    Wirklich? Die Verlierer, die ich kenne (bzw. deren Gewinnmarge) werden sich jetzt zwar ärgern, aber trotz der Abstrafung muss man sich da noch keine Gedanken um offene Rechnungen machen.

    Außerdem: bis zu:
    – bis zu 80 % Sichtbarkeit auf nur einen Teil der Keys
    – Sichtbarkeitsverlust entspricht nicht 1:1 Trafficverlust
    – vor allem im Longtail fast wirkungslos / folgenlos
    (bis jetzt, warten wir mal den Monat ab…)

    Einen kleineren Contentfarm Verlierer, den ich kenne, hat es mit – 50 % SI erwischt – Traffic ging sogar (im Longtail) leicht nach oben :D. (Seite hatte aber den Schwerpunkt schon immer im LT).

  • Hallo,

    Das finde ich sehr schade, zeigt aber deutlich, dass man noch mehr auf den Content achten muss.

    Was ich mich jetzt frage: Wie kann Google den Content bewerten. Vielleicht ist er für manche hilfreich, für andere Personen dagegen gar nicht?!

    Grüße,
    Chris

  • Hi Julian,

    im Prinzip muss man sagen, dass das Panda-Update wirklich fair ist – wenn es denn funktioniert, was ich doch noch stark bezweifle. Aber was mich wirklich interessieren würde: Was passiert mit Shop-Systemen? Oft haben diese nur Herstellertexte und basieren auf gängigen Systemen wie XT oder Magento – einen echten Mehrwert gibt es also nicht. Was passiert mit denen wenn der große Panda Hunger hat? Wie kann man diese Seiten aufwerten und so für Google wieder interessant machen?

    LG
    She

  • Adrian

    Ich finde auch ein Shop kann gute Inhalte und dadurch Mehrwert bieten. Man muss sich eben ein wenig Gedanken machen welche Infos für die Suchenden wirklich relevant sind. Bei Bekleidung z.B. kann man sich überlegen was ein Styleberater oder ein Profiverkäufer über die einzelnen Artikel sagen würde. Wie man bei Ladenzeile sieht muss man nicht jeden Artikel sondern einfach viele Kategorien und Unterkategorien optimieren. (ja ich weiß Ladenzeile wurd auch abgestraft, die haben aber ihre Inhalte gut versteckt)
    Wenn ich mir nicht ganz sicher bin welche Inhalte meine User auf einer bestimmten Seite suchen, benutze ich Miniumfragen. Meist nur eine Multiple-Choice Frage die ich ganz oben auf der Seite einbau. Das ist besonders praktisch bei Generischen begriffen und wenn man viele Besucher auf einer Seite hat, aber keine Conversions.

  • Hagen

    Das Google die Fragen-Portale runtergestuft hat, liegt meiner Meinung nach daran, dass Google Fragen lieber selbst mit den Suchergebnissen beantworten möchte, statt auf andere Portale zu verweisen, die dann eventuell eine Antwort bieten.

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