Onpage.org: Eierlegende Wollmilchsau für Onpage-Maßnahmen

9. Oktober 2012  |     |  7 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

Gerade habe ich festgestellt, dass ich noch nicht ausführlich über das neue Tool Onpage.org berichtet habe. Wir haben es schon längere Zeit im Einsatz und ich kann mir kaum noch ein (Onpage-) Leben ohne dieses super Tool vorstellen. Daher muss jetzt mal ein anständiger Review her!

Onpage.org: DAS Tool, wenn es um Onpage SEO geht!

Onpage.org: DAS Tool, wenn es um Onpage SEO geht!

Der Nerv der Zeit

Wenn Marcus und sein Team etwas machen, dann richtig. Zunächst hatte es mich verwundert, dass sie ein neues SEO-Tool herausbringen wollten. Der SEO-Tool-Markt ist mittlerweile ja völlig überlaufen und es gibt bald mehr Tools als SEOs in Deutschland. ;-)  Das Riesen-Problem von SEO Software in Deutschland aber ist, dass sie sich (noch) nicht wirklich mit Onpage-Thematiken auseinandersetzen. Wir als Agentur hatten bisher verschiedenste Programme, die jeweils für einen bestimmten Bereich gut gingen. Das reichte vom Webdeveloper über die Webmastertools, Screaming Frog SEO Spider und sogar Scrapebox war für Onpage-Analysen im Einsatz (wie, das kann ich gerne bei einem Bier erzählen). Es funktionierte alles, aber es nervte unglaublich immer hin- und herzuschalten. Jetzt endlich gibt es ein Tool, das sich eingehend mit Onpage-Analysen beschäftigt. Das TDP-Team hat also genau den Nerv der Zeit getroffen und wird vorerst konkurrenzlos bleiben. Sieht man sich an, wie schnell Merlin diverse Vorschläge während der Closed-Beta umgesetzt hat, wird Onpage.org wohl auch dauerhaft das beste Tool sein.

Funktionsweise

Prinzipiell funktioniert Onpage.org so, dass das Tool eine Domain crawlt und dann Verbesserungsvorschläge hinsichtlich aller nur erdenklichen Onpage Maßnahmen generiert. Das reicht von Ladezeiten, Alt-Attributen, Überschriften, Duplicate Content und interner Verlinkung bis hin zu Klickpfadlänge, Serverüberwachung und Nofollow-Erkennung und vielem mehr. Die einzelnen Bereiche innerhalb der Software sind super erklärt und außerdem noch um ein Wiki erweitert worden, das kaum noch Fragen offen lässt.

Meine Lieblingsfunktionen

  • Texteinzigartigkeit: Uuuunglaublich wichtig, besonders in Hinblick auf wiederkehrende Textbausteine
  • Statuscodes von ausgehenden Links: Hier findet man Webseiten, die man verlinkt und die nicht mehr erreichbar sind
  • Doppelte interne Linktexte: Wer mit dem gleichen Linktext intern auf unterschiedliche Ziele verlinkt, der kann das hier erkennen
  • Verwaiste Seiten: Zeigt auf, welche Seiten intern nur sehr wenig (oder gar nicht) verlinkt sind
  • Keyword-Fokus Assistent: Zeigt, wie man mithilfe von kleinsten Änderungen in Title oder Description Unterseiten besser zum Ranken bekommt

Brauche ich dann noch einen Onpage SEO?

Captain Onpage

Ja. Was Onpage.org in vielen Fällen nicht tut, ist Lösungsvorschläge zu bieten. Wie bei den bisherigen Tools auch muss man auch die Fähigkeit besitzen, die Daten gewinnbringend auszuwerten. Dafür braucht man einen Profi, denn gerade im Onpage Bereich kann man schnell viel kaputt machen. Onpage.org setzt die Optimierungen ja auch nicht um, sondern zeigt nur die Fehler auf.

Fazit

Kaufen! Für 99 Euro im Monat (pro Domain) ist das Tool sehr günstig. Allerdings: Winzige Affiliate Projekte lohnen sich nicht wirklich für das Tool. Problematisch finde ich außerdem momentan noch die Beschränkung von Crawling Ressourcen: Es werden nie alle Seiten einer Domain gecrawlt, sondern nur beispielhaft einige tausend Unterseiten. Natürlich kann man argumentieren, dass sich die meisten Fehler anhand dieser tausend Seiten finden lassen  – aber Dinge wie 404 Fehler und dergleichen sind dann doch eher etwas, was man insgesamt betrachten müsste. Viele Webseiten sind aber schlichtweg zu groß, um komplett gecrawled zu werden – man denke nur an Spiegel.de oder große Communities. Eine Art “Super-Premium” Account, der 100.000 oder eine Million Unterseiten untersucht, wäre aber für manche bestimmt nicht schlecht. Ich denke aber, dass so etwas in irgendeiner Form auch kommen wird. Bis dahin kann man sich mit den rund 10.000 Seiten zufrieden geben, die gecrawled werden. Wer nicht gerade ein absoluter Onpage Pedant ist, der wird sowieso enorm viel finden und seine Programmierer / sich selbst für einige Zeit mit den bisher gefundenen Optimierungsvorschlägen beschäftigen können.

Link: http://de.onpage.org/

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Über den Autor

Julian Dziki ist SEO, Online Marketer und Affiliate seit 2007. Suchmaschinenoptimierung München

7 Kommentare

Reaktionen auf diesen Beitrag

  • > “Kaufen! Für 99 Euro im Monat (pro Domain) ”

    Eine Zusatzdomain kostet nur 54,90€ :)

    Ansonsten schöner Artikel. Bin schon ne Weile am überlegen, ob ich nicht auch mal reinschnupper… :)

  • Sassa

    “99 Euro im Monat (pro Domain)”

    Genau deswegen, wird es einige abschrecken.

  • Der Preis schreckt mich schon ab – 99€ im Monat ist für kleine Projekte wie du sagst einfach nicht stemmbar…

  • Danke für den Artikel Julian. OnPage.org wird ja von vielen Seiten empfohlen. Kannst Du zur Texteinzigartigkeit noch was genaueres sagen? Was wird da geprüft und wie gut sind die Ergebnisse? eisys Ausführungen dazu waren ja recht knapp.

  • Hi,

    der Preis wird bei uns in Delmenhorst im Budget leider nicht drin sein. Bin aber sehr interessiert und werde das Tool auf jeden Fall testen. Falls eine Testversion gibt.

    Neue Tools, die wirklich was können sind ja leider rar. Schön wäre natürlich, wenn es kostenlos wäre.

    Vielleicht gibt es ja irgendwo die eierlegende Wollmilchsau bei “Wüsch Dir Was”.

    Werde mir die anderen Toolz, abe auch nochmal anschauen.

    Danke für den Tipp.

  • Julian

    Hi Jörg,

    Es wird geguckt, wie viel Text der jeweiligen HTML Seite unterschiedlich zu 1.) anderen Seiten der gleichen Domain und 2.) anderen Domains ist. Duplicate Content gibt es ja auch, wenn man sehr viel wiederkehrenden Text auf einer Domain hat.

  • Onpage-Optimierung vs. Usability bei Online-Shops?
    Ich muss gestehen, dass ich als Shopbetreiber mit der Texteinzigartigkeit richtige Probleme habe.

    Ich habe sehr viele Produkte, die ähnlich sind, aber unterschiedliche Ausführungen und damit technische Daten haben. Die Beschreibungen sind folglich auch sehr ähnlich, wenn nicht gleich.
    Damit der Besucher auf der Produktseite nach Möglichkeit alle Fragen beantwortet bekommt, habe ich einige Fragen als Mini-FAQ beantwortet, die auf solchen Seiten identisch ist.
    Die Texteinzigartigkeit ist damit futsch.

    Ich habe in der Vergangenheit versucht, ähnliche Produkte zu einem Produkt zusammenzufassen und die Auswahl einer speziellen Ausführung über Optionen zu lösen. Damit waren aber viele Kunden überfordert und haben das falsche Teil bestellt. Also wieder zurück.

    Vermutlich werden viele Online-Shops dieses Problem haben, egal, ob sie Schrauben, Socken oder Bleistifte verkaufen. Verkauft einer Designermöbel sieht es sicher anders aus.

    Was macht man jetzt, um doch eine Einzigartigkeit zu erreichen? Den Kunden auf Contentseiten zu verweisen, halte ich für eine Zumutung. Warum soll ich ihn von der Seite vertreiben, die er gerade gefunden hat?

    Als einzige Möglichkeit sehe ich umfangreichere Beschreibungen in der Produktkategorie. Dabei wird sicher wird in den Produktbeschreibungen das eine oder andere aus der Kategoriebeschreibung wiederholt. Also wieder Wiederholungen.

    Wie sieht Google es, wenn ich 50 einzigartige Kategoriebeschreibungen habe, aber bei allen 1000 Produkten Textwiederholungen drin sind? Wird die ganze Website als langweilig eingestuft.

    Mein Shop ist für mich ein funktionierendes Nachschlagewerk, wenn ich Kundenfragen beantworten muss. Papierkataloge brauche ich nur selten, wenn ich Infos brauche.
    Kunden kommen damit auch gut klar, weil sie schnell zu Informationen kommen und offenbar ausreichend informiert werden.
    Für Google ist das aber nichts, weil ich keine einzigartigen Texte schreiben kann, sondern mich wiederhohlen muss.

    Bisher sind bei mir mit OnPage.org zwar mehr Fragen entstanden, als dass ich Antworten bekommen haben, das Tool (äh … Werkzeug, sorry Karl Kratz) ist das Geld aber locker wert.
    Ich habe noch einigen Nachholbedarf, was das Wissen über OnPage-Optimierung angeht.

    Weihnachten kommt jetzt sicher keine Langweile auf.

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