Monetarisierung von Internetprojekten 2
Heute an diesem wirklich super Sonntag mit schönem Wetter höre ich mit dem Rauchen auf. In der Kneipe darf man nicht mehr rauchen und außerdem ist die Kombination “kaum Sport + Raucher + 12 Stunden pro Tag vor dem PC” nicht gerade die Formel für ein langes und gesundes Leben. Deswegen die Entscheidung aufzuhören. Als Ausgleich trinke ich gerade die fünfte Tasse Kaffee, weil man sich ja irgendwie abfangen muss. Wenn mein Beitrag also etwas verwirrt ist, dann bitte ich um Verständnis.
Heute will ich über die Dauer und das nötige Kleingeld für ein Internetprojekt sprechen. Wie lange dauert es, bis ein neues Projekt Geld abwirft? Das kann von einigen Tagen bis hin zu weit mehr als einem Jahr gehen. Wer sofort viel Traffic und gute Konversionsraten hat, der kann sich glücklich schätzen. Im Allgemeinen muss man nämlich einiges an Zeit und/oder Geld investieren, bevor man sich zurücklehnen kann (wenn man das kann).
Zuerst einmal kann man ein Projekt natürlich (fast) ohne Geld auch erfolgreich machen. Im Prinzip benötigt man nur eine Domain und Webspace, sowie seine eigene Arbeitskraft. So habe ich es am Anfang auch gemacht. Das Design schustert man sich irgendwie zusammen, schreibt suchmaschinenfreundliche Texte, optimiert Onpage und hofft auf einen Erfolg. Man kann es mit dem Auswerfen einer Angel vergleichen.
Anfangs beisst aber niemand an, weil die Seite a) keine Links hat oder b) in der Sandbox steckt. So oder so muss man einen gewissen Zeitraum warten. Im Idealfall benutzt man die Zeit, um neue Projekte zu bauen. Denn diese schwierige Anfangszeit, bis man mit einer Domain richtig Gas geben kann, dauert mindestens 3 bis 6 Monate.
Nun kommt es auf das Keyword an, ab wann eine Domain auch richtig Geld bringt. Grundsätzlich gilt: Je mehr Text man auf der Seite hat, desto mehr Besucher kommen über den Longtail, auch wenn man für das Hauptkeyword in einem Filter steckt. Hat man wenig Text auf der Seite, so kann man die Domain getrost erst einmal vergessen und langsam mit dem Linkaufbau beginnen. Für ein leichtes Keyword kommt man natürlich leichter nach oben als für ein schweres Key. Wer sich als Anfänger an Keywords wie “Kredit”, “PC”, “Immobilien” oder ähnliche generische, internetaffine Begriffe, die man kaufen kann heranwagt, der wird schnell aufgeben und SEO wohl als brotlose Kunst bezeichnen.
Für obengenannte Keywords benötigt man weit mehr als nur seine eigene Arbeit oder man arbeitet Vollzeit für eine einzige Seite. Man braucht für alle Bereiche der Seite einen ausgewiesenen Profi, um das Projekt auch erfolgreich zu machen. Ich bin in Sachen Design wirklich unglaublich schlecht und hole mir daher einen Webdesigner. Dann benötige ich noch einen Texter, einen Programmierer, eventuell ein ganzes CMS und bin danach schon mal mein Taschengeld los. Bei schwierigen Keywords hat man also enorme Ausgaben und muss zusätzlich länger warten, bis sie sich lohnen.
Vereinfacht heißt das:
- Je leichter das Keyword desto schneller geht es nach oben. Man benötigt zwar weniger Investitionen am Anfang (Webspace kann ausreichen) aber man verdient weniger Geld.
- Je schwerer das Keyword, desto langsamer geht es bergauf und desto mehr sollte man investieren. Wenn man aber einmal ganz oben ist, verdient man sehr viel Geld damit.
Bis man dann auf 0 steht und die Einnahmen die Ausgaben dann langsam überwiegen, kann einige Zeit vergehen. Glücklich ist dann derjenige, der keine Seite mit zwingend aktuellen Inhalten hat – dann hat man tatsächlich keine Arbeit mehr. Allerdings geht es immer schneller, höher und weiter mit dem eigenen Projekt und wer in Sachen SEO still steht, wird überholt. Deswegen heißt es gerade in hart umkämpften Bereichen: Dran bleiben!
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Seo und Geduld sind zwei Wörter die wie Faust und Auge einfach zusammen gehören!
@Sascha: Was soll ich da noch hinzu fügen
Aber die letzten beiden Wörter sind die allerwichtigsten dieses guten Artikels. “Dran bleiben!”
Aus meinen kleinen Erfahrungen bisher reden zwar die meisten Kunden von eigenständiger Pflege, aber
a.) wird diese doch nicht umgesetzt,
b.) nur halbherzig verfolgt und dann am Ende wegen fehlendem Erfolg eingestellt oder
c.) man weiß überhaupt nicht, auf was man alles achten sollte.
Dieses fehlende Wissen wird immer mehr der Vorteil für die Leute, die sich mit dieser SEO-Materie auskennen, auch wenn nicht zu hundert Prozent.
Ralph
Genau so ist es.
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, sehr guter Beitrag für Einteiger.
Wieder einmal eine sehr schöne Reihe.
“3 bis 6 Monate.”
aus wirtschaftlicher Sicht (also Theorie) sind es dann meist doch eher 12-13 Monate^^.
Kann man bei so vielen Blogs und I-Net-Seiten überhaupt noch Geld verdienen? Mit Geld verdienen mein ich richtig Geld verdienen und nicht etwa kostendeckend arbeiten. Wobei, wenn man bedenkt, wieviel Zeit man wirklich in seine Seite investiert, muss man schon sehr viel Geld einnehmen, dass man überhaupt kostendeckend arbeitet.
@Rainer: Diese Frage finde ich sehr berechtigt.
Eine passende Antwort habe ich nicht parat. Ich denke aber, wenn Du die richtige Idee hast und der Erste bist, kann man höchstwahrscheinlich immer noch viel Geld verdienen.
Ich selbst will diesen Sommer einen eigenen Blog starten, endlich. Für mich steht aber der Wissensaustausch im Vordergrund und danach die Kostendeckung. Na klar wäre es schön, wenn ich von meinem Blog leben könnte, aber dies ist im Moment gar nicht angedacht.
Ralph
Ja, der Faktor Arbeitszeit wird zu oft vergessen und sollte auf jeden Fall in die Kalkulation mit einbezogen werden (Stichwort Opportunitätskosten)