Manuelle Maßnahme wegen unnatürlicher Links: So kommt Ihr wieder heraus

3. Dezember 2013  |     |  37 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

Enorm viele Webseiten bekommen mittlerweile eine Warnung von Google wegen „unnatürlicher Links“, die auf die Webseite verweisen. Heute will ich einmal mit ein paar Vorurteilen aufräumen und Euch zeigen, wie Ihr wieder aus der manuellen Maßnahme herauskommt.

Was ist eine manuelle Maßnahme?

Bei einer manuellen Maßnahme bekommt Ihr eine Nachricht von Google in den Webmastertools, dass unnatürliche Links auf Eure Seite gefunden wurden. Das sieht so aus:

Meldung über unnatürliche Links in Eurem Webmastertools Postfach

Meldung über unnatürliche Links in Eurem Webmastertools Postfach

Wenn Ihr in die Webmastertools hinein schaut, seht Ihr dann unter dem Punkt „Suchanfragen“ auch den Abschnitt „Manuelle Maßnahmen“. Dort steht dann meistens etwas von „Teilübereinstimmungen“.

"Teilübereinstimmungen" in den Webmastertools

„Teilübereinstimmungen“ in den Webmastertools

Das sind die Fakten

Wenn Ihr diese Nachricht bekommen habt, ist Folgendes passiert. Ein Algorithmus hat festgestellt, dass es sein könnte, dass Ihr Links gekauft habt. Daraufhin wurde ein Google Mitarbeiter, ein sogenannter Search Quality Rater, damit beauftragt, sich das näher anzusehen. Der Mitarbeiter hat sich also tatsächlich Links per Hand angesehen und dann entschieden, dass auf bestimmte Verzeichnisse oder URLs gekaufte oder manipulierte Links zeigen. Und genau diese Verzeichnisse wurden jetzt mit einer manuellen Maßnahme versehen. In der Regel sind das Rankingabstürze um mindestens sechs Positionen für ein Keyword. Das klingt nicht viel, aber oft erwischt es Seiten, die vorher auf Platz 1 waren und von Platz 1 auf Platz 6 ist ein großer Verlust an Besuchern hinzunehmen. Wie stark sich die manuelle Penalty auswirkt, hängt von Fall zu Fall ab. Es können nur einzelne Verzeichnisse betroffen sein, oder auch die gesamte Webseite.

Don’t panic!

Wer eine manuelle Maßnahme bekommt, denkt vielleicht daran, seiner SEO Agentur zu kündigen oder gar seinen Inhouse SEO vor die Tür zu setzen. Man muss allerdings dazu sagen, dass Google auch Links bemängelt, die teilweise vor fünf Jahren aufgebaut wurden. Und seien wir ehrlich: 2008 hat SEO noch ganz anders ausgeschaut. Die gute Nachricht ist übrigens auch, dass Google mittlerweile sagt, wenn eine Seite eine solche Penalty hat. Früher gab es keinerlei Information von Google und man konnte nur raten. In dem Sinne sind die manuellen Maßnahmen sogar eine Verbesserung!

Man muss aber handeln

Einfach aussitzen sollte man diese Nachrichten allerdings in den allerseltensten Fällen. In der Regel fährt die Webseite nach einer solchen manuellen Penalty wie ein Auto mit angezogener Handbremse. Und wichtig: Was manuell gesetzt wurde, kann auch nur manuell wieder entfernt werden. Zwar gab es früher die Regel, dass Penalties nach einer gewissen Zeit (zwischen 3 und 24 Monaten) automatisch auslaufen, aber ich bin mir nicht sicher, ob das heute auch noch zutrifft.

„Einige Links unterliegen möglicherweise nicht der Kontrolle des Webmasters, daher ergreifen wir in diesem Fall gezielt Maßnahmen gegen die unnatürlichen Links und nicht gegen das Ranking der Website als Ganzes.“

Diese Meldung klingt übrigens so, als müsse man nichts unternehmen, weil nur die Links abgestraft werden und nicht die Webseite. Aber wer genauer liest, merkt den Fehler „nicht gegen das Ranking der Webseite als Ganzes„, bedeutet nur gegen Teile der Webseite. Eine solche Meldung schadet der Seite, die sie bekommt – und nicht nur den Links. Das ist sicher.

Diese Links sind schädlich

Alex Graves hat gestern erst ein recht kleines Set von 34 „unnatürlichen Links“ untersucht und herausgefunden, dass die allermeisten dieser Links mit „Exakt Match Keyword“-Linktext auf die Zieldomain verlinkt haben. Das ist auch meine Erfahrung. Wenn Ihr ein Quality Rater wärt, worauf würdet Ihr zuerst schauen? Ich würde mir als Erstes die Linktexte ansehen und hier nach unnatürliche hoher Verwendung von Keywordlinks wie „Kreditvergleich“ und ähnlichem suchen.

Wenn ich mir fremde Domains mit meinen popeligen Linktools anschaue (sorry, Sistrix und Linkresearchtools sind nicht popelig, aber im Vergleich zu Google-internen Tools wahrscheinlich schon!) und bei 99 % der Domains innerhalb von zwei Minuten herausfinde, ob die Webseite Links kauft – wie lange, denkt Ihr, braucht dann ein Quality Rater dafür, der so etwas den ganzen Tag lang macht?

Hier einmal meine Link Top 10, aus dem Bauch heraus:

  • Keyword Links: Keyword Links sind absolut tödlich, sofern sie nicht wirklich natürlich gesetzt wurden.
  • „Linkwüsten“: Seiten ohne Mehrwert, die ausschliesslich dazu dienen, andere Seiten aus dem Content zu verlinken. Meistens haben die Seiten „Alles“ als Themengebiet, von Finanzen über Urlaub bis hin zu Kindermode. Jeder neue Artikel enthält dabei einen Link auf irgendein kommerzielles Projekt.
  • Artikelverzeichnisse: Unterscheiden sich von obigen Seiten nur dadurch, dass hier jeder Links einbauen kann, sofern der Content unique ist.
  • Pressemitteilungen mit Follow Links: Pressemitteilungen mit Follow-Links sind gegen die Google Richtlinien. Ein Punkt, den ich nicht ganz verstehen kann, aber intern scheint das eine strenge Richtlinie zu sein. Besonders schädlich sind Mischlinge aus PR-Portalen und Artikelverzeichnissen, die dann noch mit Keywords verlinken.

Webkataloge? Fehlanzeige, ich habe noch keine Meldung wegen unatürlicher Webkataloge bekommen. Auch Blogkommentare scheinen nicht als Beispiele von Google gezeigt zu werden. Ob sie aber letztlich als unnatürliche Links zählen, das kann man nicht wissen.

Wie vorgehen?

1. Schlechte Links identifizieren

Seht Euch alle Eure Links an. Ich will keine große Werbung machen, aber am besten geht das mit den Linkresearchtools und dort dem Modul „Link Detox“. Aber Vorsicht: Es reicht bei weitem nicht aus, hier einfach automatisch das Detox-Tool anzuwerfen und die Daten dann einfach als „gegeben“ hinzunehmen. Das sagt auch Christoph von den Linkresearchtools nicht anders. Das Tool hilft und macht die Arbeit komfortabler, aber mehr auch nicht.

Letztlich muss man sich, will man sicher gehen, jeden einzelnen Link per Hand ansehen!

Dafür gibt es übrigens den Link-Detox Screener, mit dem das manuelle Reviewen von Links viel schneller geht. Oben hat man ein kleines Frame, mit dem man den Link bewerten kann, unten sieht man den Link live auf der Webseite.

Der Link Detox Screener: Zur Seite, die unten dargestellt wird, sage ich jetzt mal nichts.

Der Link Detox Screener: Zur Seite, die unten dargestellt wird, sage ich jetzt mal nichts.

Wer mehr über Linkdetox erfahren will, der sieht sich einfach dieses coole Video von Bloofusion an.

2. Links löschen

Im Prinzip sollte man alle Linkarten löschen, die ich oben genannt habe:

  • Gekaufte Links mit harten Anchortexten
  • Offensichtlich gekaufte Links (bekannter Linkverkaufseite oder dofollow Links, die mit „Anzeige“ etc. hervorgehoben sind)
  • Links aus Artikelverzeichnissen und Presseportalen

Im Prinzip sollte man Links, die man mithilfe eines anderen Webmasters gesetzt hat (Also Linktausch oder Kauf) versuchen, komplett abzubauen. Links, die in Artikelverzeichnissen und Presseportalen stehen, würde ich persönlich gleich mit dem Disavow Tool entfernen. Besonders dramatisch hat sich ein Fall entwickelt, in dem eine SEO Agentur Marketingblog.biz bat, Kommentarspam (von ihnen gemacht!) entfernen zu lassen, mit der „Drohung“ sonst das Disavow Tool zu benutzen. Frank hat in diesem Fall Strafanzeige erstattet. Erst spammen und dann den Webmaster noch den eigens gespammten Link entfernen lassen ist also keine gute Strategie.

Am besten ist es, wenn man sich ein öffentlich einsehbares Google Doc Sheet macht. Dort trägt man ein, welche Webmaster man kontaktiert hat und ob sie die Links gelöscht haben. Diese Datei könnt Ihr später im Antrag auf erneute Überprüfung dann dem Google Mitarbeiter zeigen. Deswegen sollte es auch öffentlich einsehbar sein, denn ein Google Mitarbeiter muss die Datei ja aufrufen können – ohne dass er Euch seine E-Mail Adresse zur Einladung gibt.

Am Ende habt Ihr dann eine Liste mit gelöschten Links und eine Liste mit Links, die nicht gelöscht werden konnten oder wo der Webmaster nicht reagiert hat. Die erste Liste braucht Ihr im Text für den Reinclusion Request, die zweite Liste ist direkt für das Disavow File.

3. Links disavowen

Das Google Disavow File ist eine Textdatei, in der Ihr Links hineinschreibt, mit denen Ihr nichts zu tun haben wollt. Infos zum Vorgehen gibt es direkt bei Google oder hier im Video von Matt Cutts:

4. Antrag auf erneute Überprüfung

Ihr habt Links entfernen lassen und Links disavowed? Jetzt müsst Ihr noch einen Google Mitarbeiter vorbei schicken, der sich Euer gesäubertes Linkprofil ansieht. Dazu stellt man einen Antrag auf erneute Überprüfung, direkt im Bereich „Manuelle Maßnahmen“ der Google Webmastertools.

Folgende Dinge müssen unbedingt enthalten sein:

  • Wir haben Links gekauft / manipuliert: Ihr müsst Euren Fehler zugeben. Basta.
  • Folgende Maßnahmen haben wir unternommen, um unseren Fehler auszubügeln: Hier solltet Ihr erwähnen, dass Ihr Links disavowed habt und außerdem das öffentlich zugängliche (!) Google Doc verlinken. Es ist wirklich wichtig, die Sichtbarkeit auf „Public“ zu stellen, denn sonst kann der Quality Rater nicht darauf zugreifen!
  • Es tut uns leid und wir machen es nie wieder: Ihr solltet klarstellen, dass Ihr Eure Arbeitsweise geändert habt. Und Ihr solltet sie geändert haben. Die Jungs sehen sich natürlich auch an, welche Links in neuester Zeit hinzugekommen sind!
  • Wir bitten um erneute Überprüfung: Seid höflich und nett.

Mit etwas Glück wird Euer Antrag nach (momentan) etwa 7-12 Tagen angenommen und Ihr bekommt diese Meldung:

Geschafft! Die manuelle Maßnahme wurde aufgehoben!

Geschafft! Die manuelle Maßnahme wurde aufgehoben!

Falls der Antrag nicht erfolgreich war, wird Euch das ebenso mitgeteilt, außerdem bekommt Ihr zwei bis drei Beispiellinks zugeschickt, die moniert werden. Bitte beachtet: Es liegt nicht an drei Links, sondern diese Links sind nur Beispiele. Dass ein Linkprofil nicht 100 % sauber sein kann, das wissen auch die Google Mitarbeiter. Aber bei Euch hat dann das Verhältnis noch nicht wirklich gestimmt. Also heißt es noch einmal weiter ausmisten und es dann wieder versuchen. Ich habe übrigens neulich ein nettes Telefonat gehabt mit jemandem, der nach 7 (!) Anträgen dann das „Ok“ von Google bekommen hat. Ihr sollte aber nach Möglichkeit versuchen, bereits beim ersten Mal die Maßnahme aufzuheben.

Linkrisiko Management

In Zukunft gehört Linkrisiko Management auch zu den Aufgaben eines guten SEOs. Als Interflora eine Penalty bekam, hatten sie bereits alle „bösen“ Links in einer Datei vorbereitet, für den Tag an dem die Penalty kommen würde. Man wusste also genau, was man tat. Trotzdem sollte man auch an die Zukunft denken: Wenn man die zweite oder dritte Penalty bekommt, kommt man dann wieder so leicht zurück wie beim ersten Mal? Ich weiß es nicht. Bastian Grimm hat auf der SEOkomm einen klasse Vortrag über Linkrisiko Management gehalten, hier sind die Slides!

Eure Erfahrungen?

Was habt Ihr für Erfahrungen mit dem Entfernen manueller Maßnahmen gemacht? Habt Ihr es geschafft? Wie schwer war es? Wie findet Ihr die Entwicklung bei Google?

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37 Kommentare

  • Moin Julian,

    danke für deinen Artikel! Wir hatten gerade dieses Problem und haben ordentlich Arbeit investiert. Bedingt durch unglaublich viele Altlasten der Domain hat alleine das Sichten und finale bewerten der Links ewig gedauert. Ewige Diskussionen mit Webmastern inklusive. Der RR ist entsprechend lang geworden. Darin wurde alle Altlasten erklärt mit dem Versprechen, dass sowas nicht mehr vorkommt. Auch ist der RR recht persönlich und vor allem glaubwürdig gehalten.
    Was ebenfalls angeführt wurde ist ein Ausblick, wie weiter auf der Seite gearbeitet wird. In diesem Fall steht beispielsweise ein Relaunch an. Meiner Meinung nach ein Signal dafür, dass sich extrem bemüht wird, die Seite für den User optimal zu strukturieren und in Zukunft generell besser zu arbeiten. Kann zusätzlich positiv bewertet worden sein.

    Jetzt heißt es abwarten, wie sich die Rankings wieder entwickeln.

    Beste Grüße
    Denise

  • Alexander

    Toller Beitrag.

    Wie siehst du Dofollow-Sitewide-Links im nicht ganz thematischen Seiten? Lassen oder …?

  • Hi Julian,

    sehe ich fast ganz genau so wie von Dir beschrieben. Ich habe die vergangenen 4 Monate 7x nen Reconsideration Requests für unterschiedliche Projekte gestellt. Spannenderweise sind alle im ersten Anlauf durch gekommen, obwohl alles Penalty-Neukunden mit komplett unterschiedlichen Linkprofilen waren, die aus verschiedensten historischen SEO-Agentur-Strategien stammten …

    Kenne allerdings aber auch einen Kollegen, die bereits bei RR Nummer 12 eines Projektes gelandet war, bevor er einen Revoke bekommen hat 😉

    Ich habe mich dabei immer ausschließlich auf die Keys mit harten Ankertexten gestürzt, bzw. auf sehr offensichtlich gekaufte/verdächtige Links, wie z.B. Sitewide Footer-Links. Die lasse ich weitest möglich abbauen – im Disavow Tool ist dann wirklich nur das drin gelandet, was auf manuelles Anschreiben nicht reagiert hat.

    AV- und/oder Presselinks (trotz Follow Verlinkung mit URL) habe ich dabei noch nie ins Disavow-Tool gepackt, auch bestehende Advertorials mit „Anzeige“ Markierung (oder Blogkommentare, Webkataloge, Social Bookmarks) nicht.

    Beim RR selbst gibt es bei mir eine episch lange Erläuterungs-Nachricht (was haben wir gemacht – wer genau hat es „verbrochen“, also inhouse oder extern – mea culpa … werden wir nie wieder machen) & 10-50 exemplarische entfernte ganz sicher böse Links im Text. Dazu der Hinweis auf Disavow – Google Docs habe ich noch nie dazu genutzt/gebraucht.

    Es ist leichter als ich anfangs befürchtete, aus der manuellen Teilmaßnahme wieder raus zu kommen. Von daher finde ich die Info von Google dahingehend ganz gut/brauchbar.
    Und Altlasten hinsichtlicht Linkbild dürfte ja fast jeder haben, der zwischen 2004 & 2011 erfolgreich mit Linkbuilding war 😉 Das Großreinemachen wird daher sicherlich noch einige Monate/Jahre andauern, da viele Agentur-Kunden ihr Problem noch gar nicht realisiert haben …

    Weiterhin erfolgreiches reconsidern!

    Frank

  • Kai

    Sehr schöner Artikel!

    Ein paar Fragen hätte ich dazu.

    1. Ihr sagt, dass ihr alle Keywordlinks entfernt oder disavowed. Macht ihr das also auch bei Keywords, die noch top ranken (Platz 1) und somit definitiv nicht vom Penalty betroffen sind ?
    Wenn ja, sinken dann die Rankings der betroffenen Keywords nach einiger Zeit ? Ich für meinen Teil würde dieses Vorgehen dem Kunden gegenüber als sehr riskant empfinden.

    2. Wie sind eure Erfahrungen nach erfolgreichen Recoverys ? Sind die betroffenen Keys auf die alten Rankingplätze zurückgekommen oder trat lediglich eine Verbesserung ein ?

    3. Schaden die URLs, die ihr in das Disavow Tool eingebt auch den Seiten, die auch von dieser angelinkt sind ? Sprich verlieren diese Links dann für alle Linkziele ihre Power oder werden sie lediglich bei dem disavoweten Projekt nicht mehr gewertet ?

  • Christian

    Unterwerft euch alle Google und macht das was Matt will. Ich mache das garantiert nicht. Dann wird ein Projekt lieber eingestampft.

  • Stellt euch vor es gibt Google und keiner geht hin.

    Damit hätten sich all die Probleme erledigt.

  • nce

    Das kann ich auch fast alles uneingeschränkt unterschreiben und entspricht meinen nicht immer erfreulichen Erfahrungen bei der Arbeit der letzten Wochen – eeh: Monate. Wir waren dabei ausschließlich mit Kundenprojekten befasst, die bis Anfang/Ende 2012 SEOs vom alten Schlage hatten, und dann in diesem Bereich nichts mehr getan haben. Spätestens im Mai 2013 erkannten dann viele, dass da was schief läuft 😉 und wir fanden neben dem Pinguin bei Sistrix auch noch manuelle Dinge in den Webmaster Tools. „Lohnt sich, da reinzuschauen!“ ist mein persönliches Wort des Jahres.

    Das ist für mich eigentlich die wichtigste Lehre aus diesen ganzen Schlamasseln: Wenn man einmal SEO angefangen hast, solltest man nicht holterdiepolter wieder aussteigen. Sonst bekommt man den Pinguin erst mit, wenn er schon in der Küche steht … Stichwort Linkrisikomanagement, sehr richtig!

    Leicht abweichende Erfahrungen habe ich allerdings beim Punkt Webkataloge: Die stehen zwar auch bei den von uns beräumten Backlinkprofilen nicht im Mittelpunkt, kommen aber vor und wurden(!) in einzelnen Fällen auch von Quality Ratern angekreidet. Wir hatten viele dieser Links in den ersten RR-Runden noch belassen, auch, weil sie meistens schon dermaßen irrelevant waren, dass wir dachten, die sollten keinen mehr stören. Stören aber den Quality Rater unter Umständen doch. Deshalb bauen wir sie inzwischen meistens gleich mit ab.

  • Rüdiger

    @Christian/Roland
    Dann wollt ihr wohl kein Geld verdienen. Auch wenn es nicht schön ist, viele Unternehmen sind auf den organischen Google-Traffic angewiesen. Man muss sich auf den Markt ausrichten und Werbung kaufen ist nun einmal teuer.

  • @Rüdiger, Geld konnte man auch vor Google verdienen. Diese Zeit gab es tatsächlich.

    Nicht falsch verstehen, Google hat das Internet „geordnet“, also Regeln verpasst, zumindest wenn es ums Geld verdienen geht.

    Er wurde so geordnet dass Google am meisten verdient und er wird so geordnet dass andere immer weniger verdienen.

    Es gibt ein gesundes Maß mit dem man leben kann. Wo jeder seine Ecke findet. Doch dieses Maß ist meiner Meinung nach überschritten.

    Heute muß ich doch schon Sorge haben wenn ich eine Blogroll habe oder eine Linkliste von Seiten die ich gut finde.

    Wie sieht es eigentlich in Ländern aus in denen Google nicht so vorherrschend ist? Sehen die Algorythmen anders aus?

    Wie sähe es aus wenn google nur einen Anteil von 70% hätte?

  • Kai

    Schade, dass die Diskussion so komplett vom interessanten Ursprungsthema abdriftet und wieder in Nonsens aufgeht.

  • Kai, ja, für mich hat das Thema wieder die Grundsatzfrage aufgeworfen „was macht Google mit dem freien Internet?“

    Google bestimmt was ein natürlicher Link ist? Geht dir das nicht zu weit?
    Wir unterhalten uns hier über diese Themen wie Linkabbau nur weil wir in Deutschland sind.

    Es gibt Länder die nutzen Google weit weniger als wir und da spielt es nicht die übergeordnete Rolle was Google will.

    Ob Linkabbau oder „wie gefalle ich google“ in anderen Ländern diskutiert wird, kann ich nicht sagen.

    Wer auf dem russischen Teil der Welt unterwegs ist, beschäftigt sich sicherlich nicht mit Linkabbau. Frankreich ist auch nicht so Googleabhängig.

    Aber auf der anderen Seite hast du recht, ich bin mit meinen Kommentaren nicht direkt beim Thema.
    Aber generell würde es nicht schaden wenn Google 15% – 20% vom Suchvolumen genommen werden würden.
    Dann würde vermutlich einiges anders aussehen.

    Ab nun lese ich in diesem Thema nur noch mit. Tut mir leid wenn ich mich so aufgeregt habe.

  • Thorsten

    Vielen Dank für die ganzen Tipps. Der Artikel kommt gerade zur rechten Zeit. Momentan darf ich ganz gruselige Altlasten aufräumen für einen Neukunden. Bei meiner ersten Analyse der Seite, hatte ich mit meinen bescheidenen Mitteln nach 5 Minuten schon gesehen, dass da was nicht stimmt im Linkprofil. Kurioserweise hatte Google fast zeitgleich einen blauen Brief verschickt.

    Ich kann leider nicht auf die Link Research Tools zurückgreifen. Daher nutze ich lediglich Searchmetrics und alle Daten aus den Google WMT. Ich stürze mich zu erst auf die übertriebenen Keywordlinks. Da hatte ich massig entfernen lassen. Leider war Google damit noch nicht zufrieden. Der erste RR wurde abgeschmettert. Nun sind weitere 150 Links entfernt und ich schaue mal, was Google dazu meint.
    Ich werde beim zweiten RR auf jeden Fall eine längere Erläuterung schreiben als noch beim ersten Antrag. Danke für diese wichtigen Infos.

  • „Schlechte“ Links sind nicht alles, was zu manuellen Maßnahmen führen kann. Ich kenne auch Beispiele wo der Inhalt der Webseite selbst von Google bemängelt wird und zu einer entsprechenden Abstrafung führt. Das heißt jetzt nicht, daß es auf der Seite irgendwelche Viren gab oder so.

    Also immer genau schauen, es gibt mehr als nur einen Grund, der zu einer Abstrafung führen kann.

  • Kai

    Schade das niemand meine Fragen beantworten kann. Denn alles was oben steht ist Schall und Rauch, wenn man nach einem erfolgreichen Recovery seine alten Rankings nicht wieder erreicht.
    Dann kann man den Kunden sagen: hey, wir haben den Penalty entfernt bekommen und dann sagt er: hey, toll, aber wieso ranken wir immer noch nicht auf den alten positionen oder höher ?

  • nce

    Hallo Kai, die alten Rankings (oder bessere) erreichst Du natürlich nicht „automatisch“ wieder. In aller Regel haben die spamigen Links (oder, Torsten, andere Praktiken) ja zuvor etwas bewirkt, das nach ihrer Entfernung fehlt.

    Bei unseren Kunden ist der RR sowieso Teil von weitergehenden Optimierungen. Die sollen nun wirken können. Dass die Penalty weg ist, ist sozusagen die Voraussetzung, um wieder Blumentöpfe gewinnen zu können. Das passiert aber nicht von alleine. Du kannst der Website wieder Aufwärtskanäle eröffnen – durchgehen muss sie aber immer noch selber, mit Deiner Hilfe.

    Vielleicht ist ja mal ein Google-Rebell gaaanz mutig und lässt bei einem relevanten Projekt eine manuelle Penalty einfach stehen, um zu schauen, was MIT Penalty so geht, nach ein paar Monaten, Jahren … 😉

  • Hi Kai,

    Sorry.
    1. Kommt darauf an, wie auffällig diese Keyword Links sind und ob sie offensichtlich gekauft sind. Ein Quality Rater sieht sich viele Links an, nicht nur konkret einige wenige. Und ja, die Rankings können selbstverständlich auch sinken und werden das in der Regel auch. Die Aufhebung der Penalty ist aber oft besser als der Verlust einiger Rankings. Aber deswegen finde ich Linkkauf ja auch so gefährlich…
    2. Unsere Erfahrungen sind, dass die Penalties unterschiedlich stark sind. Manche Seiten verbessern sich nur leicht, andere steigen in ungeahnte Sphären auf (besser als je zuvor!).
    3. Das weiß ich nicht. Es gibt Anhaltspunkte, dass es auch für andere Links auf der Seite Schaden nimmt, aber eine Bestätigung habe ich noch nicht gesehen.

  • Kai

    Hey,

    vielen Dank für die Antworten!

    Also schlussendlich muss man dann doch abwägen, ob man überhaupt Linkabbau betreibt und das Tool verwendet. Wenn z.B. wichtige Bereiche nicht von der Penalty betroffen sind und weiterhin gut ranken, andere gute, aber nicht essentiell wichtige Unterseiten aber durch den Penalty abgeraucht sind, ist es doch sicherlich eine Ermessenssache was man macht.

    Oder würdet ihr dem Kunden bei einer Nachricht in den WMT immer raten schlechte Links abzubauen und einen RR zu stellen ?

  • Yves

    Weiß jemand, ob man die Nachricht auch rückwirkend erhält? Also wenn sie bisher nicht in den webmaster Tools eingetragen war?

  • Hallo Julian,

    sehr interessanter Artikel. Gott Sei dank habe ich von Google noch keine Nachrichten für bestimmte Projekte über die Webmaster Tools erhalten. Aber für den Fall der Fälle ist es interessant zu wissen, wie man benachrichtigt wird und vor allem wie man schnell reagieren kann.

    Danke!

    grüße aus dresden
    seo martin

  • Hi Julian,

    lieben dank für die Erwähnung der Session / Slides 🙂

    Cheers,
    Bastian

  • Klaus

    Hallo,

    würdet Ihr „giftige“ Links die nicht vom GWT erkannt bzw. aufgelistet werden entfernen/disavowen?

    Grüße
    Klaus

  • Guter Beitrag, sehr hilfreich.

    Allerdings kann man feststellen, das mancher SEO mit „vorauseilenden“ (Google-)Gehorsam kurz mal aufräumt. Vor allem nach dem letzten Google-Update. Pure Angst. Denn es ist festzustellen, dass der eine es so sieht und der andere so. Insofern muss die Sache weiter beobachtet und diskutiert werden.

    Wobei meine Haltun dazu ist, dass man Google insgesamt mehr Widerstand entgegensetzen muss. Aber das steht auf einem anderen Blatt.

  • Julian

    Hallo Klaus,

    Ja, definitiv. Google zeigt einem niemals alle Links an und hat auch in der Vergangenheit bereits Links bemängelt, die nicht in den Webmastertools sichtbar waren.

  • ich hab festgestellt wenn ich Schrott Links setze (kaufe) reagiert der Kunde positiv darauf. Wenn ich die Links dann nach einer Weile abschalte passiert gar nichts – kein Rankingverlust. Wahrscheinlich hat Google die Links erkannt und entwertet. Positiv ist der aber der Rankinganstieg vom Anfang der Aktion

  • Stephan

    Hallo Julian,
    vielen Dank für den Artikel. Räumt wieder die ein oder andere Unsicherheit beim Vorgehen aus dem Weg.

  • Danke für die Tipps! Hatten das Problem mit einer Website, auf der wir einen Beitrag geschrieben hatten und dann in den Webmaster Tools mit fast 2000 Links von dort verzeichnet wurden. Wenn man den Pfad verfolgt hat, konnte man die Links allerdings nie finden. Irgendwas ist da gewaltig schief gelaufen. Google hat die Site jedenfalls vorübergehend kräftig abgestraft. Dementsprechend musste da eingeschritten werden.

  • Jan

    Hallo Leute,

    ich habe lange in einer Agentur gearbeitet und für diverse Kunden monatlich für einen langen Zeitraum Keyword Links im 5-stelligen Bereich gekauft. Kein einziger dieser Kunden hat einen Penalty bekommen, obwohl eigentlich sehr vieles falsch gemacht wurde. Woran kann das liegen? Kommt Google einfach nicht hinterher Penalties auszusprechen?

    LG
    Jan

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