Linkbuilding für Online Shops

12. Dezember 2008  |     |  17 Kommentare
Ein Beitrag von Julian

Irgendwann hört jeder Shopbetreiber einmal das Wort “SEO” und ist sofort begeistert davon. Gerade als “kleiner Mann” nimmt diese Begeisterung schnell ein Ende. Man sucht nach Firmen und hört nur Fantasiebeträge weit jenseits des eigenen Budgets. Vielleicht probiert man den ein oder anderen SEO Billiganbieter aus und wird über den Tisch gezogen. “Dann mach ich es eben selbst” ist die (richtige) Konsequenz, wenn man zu wenig Geld hat einen ordentlichen Dienstleister anzustellen. Aber wie komme ich an Links?

Shopverzeichnisse

Es gibt eine kleine Zahl an wirklich guten, seriösen und “Non-SEO” Shopverzeichnissen. Man muss sie nur finden. Es hilft nichts, sich in 100 Webkataloge einzutragen – aber in guten themenrelevanten Verzeichnissen sollte man als Shop auf jeden Fall stehen. Backlink- und kostenpflichtige Kataloge sollte man von vorneherein umgehen – sie nützen nichts und füllen den Shop mit hässlichen kleinen Buttons. Auch die diversen Listen, die es im Internet gibt sind nichts wert – die guten Kataloge findet man nicht damit. Wenn ich einen Online Shop für Tenniszubehör habe, dann sollte meine Aufmerksamkeit also nicht dem großen PR-5 Webkatalog mit der Kategorie “Tennis” gehören, sondern (!) dem angehängten PR0-Webkatalog im Unterverzeichnis eines Tennisvereins. Der ist themenrelevant und gibt Trust weiter. Wer mir nicht glaubt, der liest bitte hier. Ja, ich weiß – schon wieder Google… liegt aber nahe, oder nicht? :-)

Hobby Seiten

Unkommerzielle Hobby Seiten haben sehr oft einen riesigen Trust. Ute Mustermann’s kleine Infoseite zum Thema “Tennis” aus dem Jahr 1996 rankt für Tennis in den Top20? Da muss ein Link her! Die Ironie ist, dass man dort oft keine Links kaufen kann, weil die betreffenden Personen das nicht möchten. Genau deswegen haben sie ja auch einen solchen Trust! Hier muss man irgendwie Überzeugungsarbeit leisten. Meine Erfahrung ist, dass man am besten die Wahrheit sagt. “Wir brauchen Links, haben ihre unglaublich gute Seite gefunden und würden dort gerne vertreten sein, weil wir dann mehr Geld machen.”

Wichtig ist, dass man nicht mit dem Geldkoffer kommt, sondern derjenige die Seite auch gut findet und sie freiwillig verlinkt. Man sollte unbedingt sagen, dass der letzte Zweck das Geld verdienen ist! Die Leute sind doch nicht blöd und wer es nicht sagt, bekommt meist eine Absage. Rhetorisch gesehen also eher in die Richtung  fragen:”Wir haben ihre Seite entdeckt usw… Wir würden uns sehr freuen wenn sie uns verlinken würden, auch wenn wir ein kommerzieller Anbieter sind.

Es gibt unzählige an Hobbyseiten und sie alle haben innerhalb der letzten 5 Jahre bestimmt oft derartige Anfragen bekommen. Wer denkt, dass er ein “Ganz Schlauer” ist und als einziger bei der Hobbyseite zum Thema “Tennis” angefragt hat die in den Top20 steht – der lebt weitab von der Realität. In der Regel bekommen solche Leute ein paar Mal pro Woche Linkanfragen von SEO-Firmen oder Privat-SEOs.

Ein Blog muss her

Einen Blog im Unterverzeichnis des Shops zum Thema zu haben ist immer gut. Der Blog muss aber gut sein und vor allem: Aktuell. Es gibt enorm viele Shopbetreiber, die einen Blog oder Newsbereich haben, diesen aber vernachlässigen oder gar komplett stillegen. Wenn ich einen Shop hätte, dann würde ich meinen Blog zum Thema wohl als wichtigste Nebenaufgabe sehen und dort mehrmals pro Woche schreiben – am besten täglich. Man tritt somit mit anderen Bloggern in Kontakt und wird auch “privat” wahrgenommen. Neben Links von Trackbacks baut man also eine zweite Säule auf, die einen leichten Touch von “unkommerziell” und “privat” hat. Das ist übrigens auch der Grund warum fast alle SEO-Firmen mittlerweile bloggen. Natürlich nicht der Einzige ;-) .  Wichtig ist, dass der Blog sich nicht wie eine Liste von Pressemitteilungen liest, sondern klar Position bezieht, persönlich gehalten ist und nicht nur darüber informiert dass man jetzt einen neuen Tennisschläger im Sortiment hat.

Linkbait Produkte

Es gibt Produkte über die viel gesprochen wird. Diese Produkte verkaufen sich vielleicht gar nicht mal gut – aber sie generieren automatisch Links! Ein Beispiel ist das T-Qualizer Shirt von Think Geek. Wenn ein Blogger so etwas findet dann schreibt er darüber! Man braucht nur das richtige Produkt und kann dann darauf z.b. mit einem Gewinnspiel aufmerksam machen. Produkte an Blogger zu verschicken hat in Deutschland dagegen überhaupt keinen Effekt. Gerade große Blogger bekommen oft Geschenke und vergessen es dann oder sind einfach “zu stolz” um darüber zu bloggen (übrigens danke Stefan vom Gesundheitsportal Imedo für den Weihnachtskalender, sorry dass ich mich noch nicht bei dir gemeldet habe).

Ich habe selbst sehr schlechte Erfahrungen mit eigenen, richtig guten (und teuren!) Geschenken gemacht und würde jedem davon abraten. Die deutsche Blogosphäre ist einfach zu spießig für so etwas.

Informationen!

Der letzte Punkt sind Informationen. Ein angehängtes Lexikon, eine Ressourcen-Liste oder gar einen themenrelevanten (gut geführten!) Webkatalog ohne Backlinkpflicht kann man jedem Shopbetreiber nur ans Herz legen. Solche Zusatzbereiche werden gerne verlinkt und der Googlebot liebt alles was über Produktbeschreibungen hinaus geht. Aufgrund der Tatsache, dass Google auch externe Links wertet, würde ich sogar eine Linkliste mit allen meinen Konkurrenten erstellen. Wenn ein Kunde nicht bei euch kauft, dann benutzt er sowieso wieder Google. Es wäre doch besser, wenn er woanders kauft, euch aber in guter Erinnerung habt weil ihr ihm erst den Shop gezeigt habt (obwohl es ein Konkurrent ist!!!).

Backlinks der Konkurrenz

Zu guter Letzt: Warum sollte man sich nicht einfach die Links der Konkurrenten ansehen? Dort findet man meist die besten Seiten. Wenn der Konkurrent weit vorne in den SERPs steht, sind genau diese Links ja oft der Grund. Dazu gehört auch, in den richtigen Hubs vertreten zu sein. Mit dem Hub-Finder geht das ganz einfach. :-)

Fazit

Auch mit einem kleinen Budget und ohne SEO kann man einiges reissen – man muss nur etwas dafür tun! Wer als Shopbetreiber aber SEO generell ablehnt, weil es “nicht effizient” ist oder “es sich nicht lohnt”, der hat meiner Meinung nach eine der besten Möglichkeiten verpasst, dauerhaft und für wenig Geld viele viele Kunden auf seinen Shop zu bekommen. Einfach drauf warten bis die Kunden von selbst in den Shop kommen, ist (wie bei echten Shops) ein sehr schlechter Ansatz.

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Über den Autor

Julian Dziki ist SEO, Online Marketer und Affiliate seit 2007. Suchmaschinenoptimierung München

17 Kommentare

  • Flo

    Wenn ein Shop seinen eigenen Style hat und etwas einzigartiges darstellt anstatt nur die 08/15 Shopnummer abzuziehen wie tausende andere Onlineläden dann dürfte es auch wirklich kein Problem sein bei einigen privaten Infoseiten Links abzustauben.
    Ein Shop den ich eingerichtet habe erhält immer wieder positive Mails von Kunden, denen die Aufmachung und das Produktsortiment zugesagt hat. Solche Leute würden auch verlinken.

    Gruß,
    Flo

  • Vor der Linksammlerei sollte aber erst einmal eine vernünftige On-Page-Optimierung stehen. Denn was bringt es, wenn Shop X die Beschreibungen von Marke Y übernimmt. Genau wie 100 andere Onlineshops? Gar nix, weil diese Produktseiten dann nie bei Google indexiert werden. Dass bei vielen Onlineshops das Impressum und die AGB den meisten Text beinhalten, ist leider Fakt.

    “Produkte an Blogger zu verschicken hat in Deutschland dagegen überhaupt keinen Effekt.”

    Quark. Wenn man die sogenannten “A-Blogger” und selbsternannte SEO-Helden herausnimmt, dann kann durch Produkt-Samples schon was erreicht werden. Natürlich sollten diese thematisch passen. (neue Zierfischfutter-Sorten passen eben nur zu Aquariumsbloggern). Aber “Bloglinks” sind ja Deiner Meinung nach eh nur minderwertige Links *hust*

    “Hobbyseiten:
    Meine Erfahrung ist, dass man am besten die Wahrheit sagt. “Wir brauchen Links, haben ihre unglaublich gute Seite gefunden und würden dort gerne vertreten sein, weil wir dann mehr Geld machen.””

    Wenn das nicht klappt, dann sollte man auch hier etwas Phantasie zeigen und Kooperationen eingehen. Ein PC-Teile-Shop kann Co-Ops mit Clanseiten (unsere neuste Hardware wurde von XYZ gesponsort) eingehen, eine T-Shirt-Bude kann den Tennis-Verein (der so gut im Ranking steht) mit vergünstigten / kostenlosen Vereins-Shirts ausstatten, wenn er entsprechend erwähnt wird etc. Das ist häufig effektiv und umgeht das Problem, privaten Webseiten / Vereinsseiten mit Linkkauf zu belasten. Einige dürfen / wollen gar nicht solche monatlichen “Einnahmen” haben.

  • Julian

    Wegen Onpage: Der Beitrag heißt “Linkbuilding für Online Shops”. Dass man auch Onpage optimieren sollte, müsste jedem klar sein.

    Klar kann ich auch Produkte an kleinere Blogs schicken, habe dann aber auch keine entsprechende Reichweite. Wann habe ich gesagt, dass Bloglinks minderwertig sind? Ich glaube du meinst damit Blog-Kommentarlinks. Die sind meiner Meinung nach auch minderwertig. Bloglinks generell nicht.

    Dein dritter Vorschlag ist natürlich eine gute Möglichkeit – da muss der Link aber auch etwas wert sein.

  • Eine weitere Möglichkeit ist der Backlinkaufbau über ein Partnerprogramm:
    http://seolicious.de/linkbuilding-durch-ein-partnerprogramm/
    Man muss den Affiliates dann natürlich aber auch ein Nischenprodukt oder besonders gute Provisionen anbieten, damit sie es Zanox etc. vorziehen.

  • Ich hab genau die Erfahrung gemacht, die Manuel angeschnitten hat. Gerade bei Vereinsseiten bietet es sich an, Goodies zu verteilen.

    Beispiel: Man betreibt eine Fußballseite. Nun sucht man sich an der Stelle Vereine und sponsert Vereinsshirts oder Trikots. Man muss natürlich auch hier Kosten/Nutzen abwägen, aber wenn man es geschickt anstellt, bekommt man für kleines Geld gute Links. Auch hier zählt nicht der Wert der Goodies, denn der ideelle Wert ist manchmal viel größer.

  • Interessanter Artikel.
    Ich bin nat. auch der Meinung, dass im Vordergrund erstmal die Onpage-Optimierung stehen sollte.
    Bzgl. Offpage-Optimierung tut man sich in der Regel schwerer. Artikelverzeichnisse sind m.E. jedoch allerdings keine wirkliche Lösung, weil man dort oft nur Schrott findet.
    Hat man jedoch ein oder zwei gute Partner, vielleicht sogar Konkurrenten, sollte sich auf jeden Fall schon mal eine gute Linkbasis legen lassen. Überzeugungsarbeit ist nat. hier das A und O.

  • Internes Linkbulding:
    Vorallem der Blog hinter dem Shop bringt sehr viel. Und zwar für den Besucher Hintergrund-Informationen und für den Shop selber viele gute interne Links, da immer wieder vom Blog auf die Produktseiten (Keywordseiten) verlinkt wird. Ich mache das jetzt seit einem Jahr auf einem Shopverzeichnis täglich und die Serb-Postionen zeigen, dass das nicht verkehrt sein kann.

  • Ich habe mich an mehrere Blogbetreiber gewandt und gefragt, ob Sie nicht ueber meinen Shop schreiben moechten. Gluecklicherweise haben sich mehrere Blogbetreiber gemeldet und einen Text ueber unseren Shop geschrieben. Ganz ohne Bestechung, Bezahlung oder aehnliches. Echt super!

  • vielen Dank für die gute Info und Hinweis vom Sellerforum.

    Gruß
    Mike

    http://schmuck-links.de

  • “Aufgrund der Tatsache, dass Google auch externe Links wertet, würde ich sogar eine Linkliste mit allen meinen Konkurrenten erstellen.”

    Das verstehe ich nicht ganz. Das würde doch dann den Konkurrenten nützen, nicht mir? Oder übersehe ich etwas?

    Best Wüsches
    oberleiner

  • Julian

    Ja ein wenig nützt es deiner Konkurrenz. Dir aber viel mehr! ;-)

  • Ich danke dir für diesen genialen Beitrag, er trifft den Nagel auf den Kopf….habe sofort dein RSS aboniert :-))

  • Oh, habe grad deinen Artikel über Google gefunden und jetzt sehe ich auch zum ersten mal die Erwähnug des Adventskalenders. :-)

    Danke für die guten Shop-Linkbuilding Tipps.

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