Lasst euch von Google keinen (Panda)Bären aufbinden!

11. November 2011  |     |  24 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass sich in der SEO-Szene eine regelrechte „Panda-Phobie“ breitgemacht hat. Was aber viel wichtiger ist: Jeder, der momentan von Google eine Penalty kassiert, denkt sofort an Panda. Seit dem Panda Update gibt es nur noch „Panda“ und keine normalen Penalties mehr. Aber ist das auch so?

Was ist Panda?


Ob eine Webseite wegen Panda abgestraft wurde, hängt natürlich davon ab, wie man Panda definiert. Ich persönlich definiere Panda als eine Penalty, die auf Onpage Faktoren und einigen wenigen Offpage Faktoren beruht. Wiederholt bleibe ich bei meiner Aussage, dass der Panda Algorrithmus nicht viel mit Content zu tun hat. Google liest sich den Content nicht durch und stellt dann fest: „Das ist eine Panda-Webseite“.

Das Update hängt aber mit Content zusammen und durch guten Content kann (aber nicht muss!) man Panda verhindern. Es geht definitiv um Dinge wie

  • Absprungrate
  • Seiten pro Besuch
  • Anteil an Brand Search Traffic (Leute, die nach dem Webseitennamen suchen)
  • Duplicate Content (intern wie extern)
  • Click-Throgh Rate in den Serps
  • Werbeanzeigen auf der Webseite
  • Wenig Content generell auf der Webseite

und einige andere. Wir machen einen Fehler, wenn wir das alles einfach mit „Panda“ bezeichnen. Natürlich: Panda ist eine kumulative Penalty. Das bedeutet, dass mehrere der obengenannten Faktoren schlecht sein müssen, damit insgesamt eine Penalty greift. Es gibt aber auch heutzutage noch Penalties, die durch keine der obengenannten Faktoren ausgelöst werden und völlig ohne Panda funktionieren.

Panda als Penalty-Serie


Für mich steht fest: Google hat mehrere unterschiedliche neue Filter eingeführt, die alle zeitgleich mit Panda online gingen. Warum? So wird es für SEOs viel schwieriger, diese unterschiedlichen Filter zu trennen. In der Praxis hat Google genau das erreicht, was eigentlich nur ein wenig angestrebt worden war: Da man bei keiner Domain genau weiß, warum sie in eine Penalty gekommen ist, kennt man nur eine Lösung: „Besseren Content“. Diese Vernebelungstaktik betreibt Google seit Jahren. Diesmal ist sie aber so perfektioniert worden, dass kaum jemand noch durchblickt, was man eigentlich richtig machen muss.

Alle SEOs schreiben und sprechen im Tenor davon, dass man „Mehr Qualität“ braucht. Genau das will Google ja! Aber es geht immer noch auch ohne Qualität! Ein guter SEO muss in der Lage sein, eine Webseite auch ohne Pulitzerpreis-verdächtigen Content nach oben zu bringen. Denn für Content braucht man Content Manager und Redakteure, aber keine SEOs! Wir leiten an, was man Onpage machen soll. Wenn ich einem SEO ein paar Tausend Euro in die Hand drücke und er mir dann lediglich sagt, dass ich besseren Content brauche, dann würde ich mich zu Tode ärgern!

Content ist nicht unsere Hauptaufgabe. Unsere Aufgabe ist es, den Algorithmus zu verstehen oder das zumindest zu versuchen. Sich jetzt in die Nebelmaschine von Google hineinziehen zu lassen und dann nur nach besserem Content rufen – das bringt nur den Textdienstleistern etwas. Hier mal ein paar Beispiele, was es in letzter Zeit noch so gab:

Anchortext Penalty

Eine riesige Zahl von Domains wurde beispielsweise abgestraft, weil sie enorm viele gleiche Anchortexte hatten. Besonders auffällig ist dabei, dass der häufigste Linktext nicht (wie es sein sollte) der Domainname ist, sondern oft ein Keyword. Diese Abstrafung fand zeitgleich mit Panda statt. Ich weiß dass, weil ich eine Domain gekauft hatte, der genau das passierte. Keiner der Panda-Faktoren trifft auf sie zu: Sie hat erstklassigen Content, kaum Werbung und auch sonst ist alles ok. Auch andere Domains waren zeitgleich mit meiner Domain betroffen, wie einige größere Online Shops: Warum? Panda hat kaum Online Shops abgestraft, die standen ja auch gar nicht im Fokus von Panda. Warum also wurden einige Shops trotzdem abgestraft? Wegen ihrer Anchortexte!

Trustlink Penalty

Auch bei der Linkqualität / Herkunft wurde die Messlatte höher gelegt. Wer „Crappy Links“ hatte, also überwiegend gekaufte Links, Schrottlinks oder Links aus einem Netzwerk, den hat es ebenfalls relativ zeitgleich erwischt. Das Problem hierbei ist, dass Projekte mit solchen Links meist auch puren SEO-Fokus haben und Dinge wie Absprungrate und Brandtraffic ebenso schlecht sind. Wer bei so etwas aber anfängt lediglich auf den Content zu schielen und sich dann wundert, warum nichts besser wird – na der weiß jetzt die Antwort. Diese Penalty hat allerdings nur sehr wenige und sehr offenkundige Webseiten betroffen.

Duplicate Textblocks Penalty (auf einzelnen Webpages)

Super-einfach zu entdecken, überhaupt nicht verständlich für mich seitens Google, aber auch hier wurde am Algorithmus gedreht. Wenn ihr auf euren Seiten viel sich wiederholenden Content habt, dann habt ihr seit ein paar Wochen ein Problem: Dabei spreche ich von Textblöcken wie Versandbedingungen, Menüs und so weiter – nicht von klassischem Duplicate Content. Besteht eure Webseite also zu 80 % aus diesem Content, dann habt ihr seit Neuestem Probleme, auch wenn ihr auf jeder Seite 300 Wörter eigenen Text habt!

„Minimieren Sie wiederkehrende Textbausteine: Anstatt am Ende jeder Seite umfangreiche Urheberrechtshinweise einzufügen, können Sie lediglich eine kurze Zusammenfassung mit einem Link zu detaillierten Informationen aufführen

Genauso steht es bei Google direkt, wurde aber nicht sonderlich schlecht bewertet. Jetzt eben schon. Wer also im Footer jeder Webseite einen langen Text hat, der sollte ihn schleunigst minimieren. Das war schon immer so, aber der Impact ist mittlerweile enorm!

Nicht alles ist Panda!

Was ich mit diesem Artikel eigentlich aussagen möchte, ist Folgendes:

>>>> Das Panda Update ist eine ideale Möglichkeit für Google, verschiedenste Filter unter den Deckmantel „Low-Quality Content“ zu bringen. <<<<

Viele fallen darauf hinein. Ich will nur wieder das Bewusstsein schärfen, dass es eine bunte Vielfalt von Penalties gab und gibt, dass weiterhin neue Penalties beinahe täglich hinzukommen und die allermeisten davon nichts mit der Qualität des Contents zu tun haben. Lasst euch von Google keinen (Panda)Bären aufbinden! Google will, dass ihr alles Negative, was mit eurer Webseite geschieht, mit eurem Content in Verbindung bringt, weil Google guten Content will! Google hat sich zu Beginn nicht gefragt, wie sie schlechten Content aus dem Netz entfernen können, sondern wie sie SEOs und Webmaster dazu bringen können, besseren Content zu produzieren. Und sie haben es geschafft, oder? Das Panda Update ist wirklich (das meine ich auch ernst) eine gute Sache von Google. Überall gibt es Qualitätsoffensiven und jeder fürchtet sich vor schlechtem Content. Aber als SEO muss man eben genauer hinsehen.

Aber es ist nicht alles Panda, was schwarz-weiß ist:

Foto1: Copyright: Susan Flashman / Shutterstock.com
Foto2: Copyright: shupian / Shutterstock.com
Foto3: Copyright: Eric Isselée / Shutterstock.com

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24 Kommentare

  • Danke für die fundierten Denkanstöße. Der Panda-Hype hatte mich auch schon misstrauisch gemacht.

    Zum Thema Duplizierte Textblöcke: Werde das gleich mal Testen. Vorteil dürfte hier auch eine Steigerung der Pageviews sein, da die Inhalte nun auf einer weiteren Seite nachgelesen werden müssen und nicht mehr schickem Javascript-Fensterchen aufploppen.

  • Florian

    Sehr guter Artikel. Ich bin besonders gespannt, ob sich der Werbe-Filter in Zukunft deutlicher zeigen wird. AdSense dürfte davon ja kaum betroffen sein, aber diese ganzen ekelhaften Spotlight-Layer und Pop-Ups und wie sie alle heißen.

  • Hihi … ich möchte nur anmerken, dass ich auch nicht in den Panda-Tenor einstimme – nicht nur weil ich kaum noch blogge 😉

    Abgesehen davon ist Google auch nach Panda immer noch „doof wie Stulle“ & es funktioniert auch nach wie vor noch hervorragend mit wenig bis (fast) keinem Content Top-Positionen zu halten oder auch neu zu erreichen.
    Ist letztlich wie die letzten 10 Jahre auch nur eine Frage der Linkqualität & Menge.
    Andererseits ist es ja auch irgendwie hübsch, dass ein großer Teil, der in den Massenmarkt mutierten SEO-Szene auf fast jeden Zug aufspringt, den Ihnen Google ankündigt.
    Dadurch kann man sich für Neukunden sehr einfach mit tollen & sehr greifbaren Leistungen gegenüber vielen Laber-BlaBla-Blubb Mitbewerbern hervortun, während diese auf dem Abstellgleis parken & ratlos philosophierend auf nen Content-Sonderzug warten, der in absehbarer Zeit nicht kommen wird 😉

    Ick wünsch ein hübsches weekend …

    Frank

  • Guter Artikel, ich sehe es ähnlich. Bei über 200 Faktoren die in die Bewertung einer Webseite einfliessen, ist es relativ abwägig alles nur auf die Qualität des Content zu schieben. Viele Grüße

  • Sehr guter und aufschlussreicher Artikel ! Ich habe selbst einige Webseiten, die vom Panda betroffen sind und bisher habe ich mich wirklich nur darauf konzentriert, die Webseiten nach dem Panda-Update aufzuräumen und neuen und guten Content zu erstellen. Ich glaub ich habe innerhalb von 2 Wochen 100 neue Artikel mit mindestens 500 Wörtern geschrieben.
    Jetzt wo ich das mit den Anchortexten lese, wird mir klar, dass ich mit der Wahrscheinlichkeit von 90% aus diesem Grund bestraft worden bin.
    Jetzt schreibe ich also weniger neuen Content und verlinke mich stattdessen mit dem Domainnamen.

  • Danke für deine Ausführliche Meinung über das Pandaupdate. Leider schreibt jeder über das Thema was anderes. Man sollte sich selber als Admin eine Meinung bilden und schauen wo man sein Projekt verbessern kann oder wo man Fehler gemacht hat.

  • Tanja

    Mal zur Anchortext Penalty: Dann müssten doch auch einige Blogger, die gerne und regelmäßig in der Blogosphäre kommentieren darunter fallen, da sie ja in der Regel immer den gleichen Anchortext in das Feld Name schreiben, oder?

  • Julian

    @Tanja: Genau das war der Grund für die Abstrafung von vielen Domains! 🙂

  • Tanja

    @Julian: Danke, darauf wäre ich jetzt nicht gekommen. Das heißt eigentlich, dass das Kommentieren untereinander einem gar nicht so gut bekommt, außer man nutzt unterschiedliche Namen (was ja dauerhaft kaum möglich ist) oder lässt das Feld Webseite leer. Da sollte in jedem Fall ein Umdenken in der Blogosphäre stattfinden, sonst gibt es zukünftig nur noch Panda-Opfer-Blogs 🙁

    By the way: War die Anchortext Penalty nun im Panda enthalten oder lief die beside Panda? Ich blicke noch nicht so ganz durch… wenn man zum fraglichen Zeitraum (12. August) einen dicken Einbruch hat, könnte das dann auch „beside Panda“ sein oder wurden diese weiteren Penalties/Filter erst nach und nach eingeführt?

    Weiter hatte ich bis dato die Vermutung, dass einige Panda-Opfer auch aufgrund einer zu hohen Themenbreite, also von A-Z Themen bedienen, darunter fielen. Wie stehst Du zu diesem Gedanken, wenn ich fragen darf?

  • Julian

    @Tanja: ist dein häufigster Linktext ein Vorname? Dann war das definitiv der Grund in den letzten Wochen.
    Themebreite gibts auch bei Spiegel und Bild – das kann kein Grund sein.

  • Panda hin oder her …
    Vor dem Pandabären braucht man sich nur fürchten, wenn man als SEO nicht sauber gearbeitet hat, dies findet auf vielen Ebenen statt.
    Bspw auch bei nicht veränderten und zu häufig verwendeten Ankortexten oder Duplicate Content.

  • Hallo!

    Danke für den Artikel, doch stimme ich nicht immer zu.

    Das Panda Update ist für mich ein muss. Google soll viel mehr bestrafen. Es gibt so viele websiten und so viele die Thrust und Traffic „fälschen“ und benützen das für Ihren Tageslohn.

    Weg mit Spam Seiten.

    Mich ärgert es jedes mal wenn ich Google benütze und 4 Wörter eingebe, das 10 Seiten kommen von denen bei 5 die 4 Wörter gar nicht mal auf der Seite erscheinen. Aber was machen Sie in den Ergebnissen?

    Ärgerlich Ärgerlich Ärgerlich….

    Oder Seiten wo meine Suchanfrage quasi benutzt wird als „Onpage“ Suche beim Ziel, darunter steht „Keine Inhalte gefunden“.

    lG

  • Lasst euch vom Panda keinen Google aufbinden!

    Ich lese oben immer: Bestrafen, Abstrafung, Angst, Ärger usw.

    Wie ist das: Google macht was es will und ich mache auch was ich will und lasse mir nicht zu 100% sagen wie meine Seiten aussehen sollen. Es muss doch irgendwo eine Grenze geben wo sich der Webmaster sagt das er sich überall vor lauter Angst nicht unterordnen sollte. Wer macht denn da dann noch die Seiten wenn jeder nur noch alles so macht wie Tante Goo…will? Der Webmaster der gleichgeschalten ist oder Goo.? Du hast gewonnen wenn du in deinem Bereich eine eigene Suchmaschine zum laufen bringst. Schaffst du das so verändert sich deine gesamte Sichtweise und die Angstseos tun einem Leid. Du selbst als Suchmaschinenbetreiber lernst endlich vor den anderen Seo´s wie Suchmaschinen ticken…..

  • Guter Artikel Julian, wenn man sich zu manchen Keywords mal die Serps anschaut sieht man gut wie viele Projekte noch mit schlechtem Content gut ranken. Aber wie du geschrieben hast Google mag halt mit solchen Taktiken gezielt probieren dass besserer Content produziert wird was ja auch gut ist.

  • @Esther Schmidt

    Ich verstehe dein Kommentar nicht ganz. Natürlich sollst und wirst du so arbeiten wie du möchtest. Du kannst das Layout gestallten wie du willst, das aber doppelter Inhalt, weiße Wörter auf weißen Hintergrund, „Betrug“ durch Backlinkskauf nicht in Ordnung ist scheinen viele nicht zu wissen.

    Und wenn man an seiner Seite garnichts macht, keine Titel, keine Tags etc. aber man trotzdem richtig guten Content hat, wird man auch gefunden.

    lG

  • Das mit der EInberechnung der CTR finde ich interessant. Ist das nur eine Vermutung, oder ist das Fakt?

    Grüße, Dave

  • Sehr interessant. naja man liest nur noch Panda Panda Panda.. langsam hängt es mir raus ^^

  • Interessanter Artikel. Ich bin mit einer meiner alten Seiten auch noch im Panda. Lange Zeit dachte ich, sie würde da einfach so wieder rauskommen. Zumal sie nicht völlig abgestürzt war, weil zum grossen Teil guter Content vorhanden war. Aber sie hat(te) auch schlechten; den ich jetzt entferne.

    Was mich aber wirklich interessiert und dazu finde ich irgendwie keine klaren Aussagen: wie soll die interne Verlinkung aussehen ?

    Ich habe z.B. ein paar wirklich hochwerte Seiten, die intern von vielen Seiten (meist mit diesem – hochwertigen – Keyword )verlinkt werden; und die irdendwo zwischen 100-200 rumgeistern. Ist diese Art der Verlinkung schlecht ? Für Google vielleicht, ja, aber für meinen Besucher ist es doch einfacher, einfach und sinnig auf das Keyword zu klicken.

    Ist es besser einen Teil davon umzubennen (in: „hier“ oder „mehr“) ? Kann es wirklich sein, dass man dafür abgestraft wird ?

  • in vielen Dingen gehe ich mit, vieles ist Vernebelungstaktik von Google her, wo ich Zweifel habe ist das Messen der Verweildauer, denn hier geht man davon aus das jede Webseite google analytics verwendet oder der User Google Crome, denn wie will Google sonst an die Daten kommen?

    das wechseln der Namen wenn man kommentiert das mache ich schon einige Zeit, dennoch merkt man das User fast schon Angst haben einen Kommentar mit Link abzugeben

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