Eigentlich wollte ich in Teil 3: Monetarisierung von Internetprojekten über den Verkauf eines Projektes schreiben. Allerdings gibt es keine wirklichen Tipps für den Verkauf. Naja, schon einige, aber prinzipiell muss man als Verkäufer weniger beachten als ein Käufer beachten sollte. Deswegen geht es diesmal um den Kauf.

Wo kaufen?

Eine Domain kauft man bei Sedo. Wer nicht gerade ein Vollprofi in Sachen Domainhandel ist, der kauft auf keinen Fall bei E-Bay. Ich persönlich habe noch nie ein brauchbares Projekt dort gesehen. Sedo ist der Platz, wo die großen und die kleinen Geschäfte gemacht werden. Der Domaintransfer läuft über einen Treuhandservice und ist auch für den letzten Laien verständlich. Der Service von Sedo ist große Klasse.

Als andere Alternative bietet sich natürlich ein Direktkauf an – direkt über den Projektbesitzer. Da man aber kaum wissen kann, ob jemand sein Projekt verkaufen will, sollte man sich eher bei Sedo umsehen. Die meisten Besitzer von Internetseiten wollen ihr Projekt nämlich nicht verkaufen. Versuchen kann man es aber einmal und so mancher hat damit schon sehr schöne Schnäppchen ergattert.

Was kaufen?

Bei Sedo gibt es Domains ohne Inhalt (nur der Name) und Domains mit Inhalt (=Projekte) zu kaufen. Die Preise beginnen bei 60 Euro (eher 100 Euro) und gehen bei manchen Ausnahmen bis in den zweistelligen Millionenbereich. Natürlich bietet es sich für eine Firma, die eine Firmenseite haben möchte, nicht an, ein Projekt zu kaufen. Man will eine Domain – und zwar eine möglichst gute. Im Idealfall ist sie

  • ein generischer Begriff (Computer, Supermarkt, Handwerker, Urlaub, Reisen, Video, Anwalt mit der jeweiligen .de Endung
  • möglichst kurz
  • internetaffin

Und hier kommen die exorbitanten Preise ins Spiel: Wem PC.com gehört, der bekommt allein durch den Namen bereits hohen, sogenannten Type-In Traffic. Viele Internetnutzer tippen nämlich gerne einmal den gewünschten Suchbegriff einfach mit einer Domainendung in die Browserleiste ein. Ein generischer Begriff wie PC.com oder Pizza.de ist unglaublich einfach zu merken und beschert so sehr viele Stammuser.

SEO Vorteile

Aus SEO-Sicht gibt es ebenfalls Vorteile: Wird die Domain freiwillig verlinkt (etwa in einem Forenbetrag), so nimmt man oft einfach den Domainnamen als Linktext. Der Linktext zählt sehr viel und von daher ist es besser, man heißt Pizza.de als Albertoni.de , weil man ja für Pizza ranken will und nicht für Albertoni. Erst letzte Woche äußerte sich übrigens Matt Cutts, dass Domainnamen an sich sehr wohl noch in das Ranking mit einfließen – was mich persönlich schon erstaunt hat.

Wertsteigerung (meist) garantiert

Aus wirtschaftlicher Sicht sollte man eines unbedingt erwähnen: Domainnamen steigen im Wert – unaufhörlich. Natürlich ist das alles ein unsicheres Pflaster und es könnte sich ja einmal etwas ändern. Wer sich im Domainbusiness allerdings ein wenig auskennt, der kann eine Domain für 1.000 Euro kaufen und in zwei Jahren für 20.000 Euro verkaufen. Es gibt viele solcher Beispiele, die heute noch nicht viel wert sind (z.b. vierstellige .com Domains), in ein paar Jahren allerdings das Vielfache wert sein könnten. Vielleicht zahlt in 10 Jahren eine Grafikagentur für Layout.de auch 100.000 Euro? Momentan gibt es sie noch für 10.000 zu holen.

Domainhändler brauchen Erfahrung

Eines ist aber klar: Domainhändler brauchen Nerven aus Stahl und ein gutes Gespür für den Handel mit Domains. Neueinsteiger treiben sich oft in die Schuldenfalle, indem sie völlig unsinnige Namen registrieren. In zweiter Instanz sind nämlich auch Wortkombinationen (PC-kaufen, Versicherung-abschließen) einiges wert, oder einfach nur Anhängsel, wie -24, -billig, -experte, -profi und Ähnliche.

Logischerweise ist eine Blu-Ray Domain mittlerweile mehr wert als eine DVD Domain. Allgemein sind zeitlos-klassische oder hochmoderne Begriffe, die momentan vielleicht noch gar nicht populär sind, die beste Wahl. Idealerweise hat die Domain ein paar alte Links, die auf sie zeigen und ist (wenn projektiert) auch im Yahoo Verzeichnis und DMOZ gelistet.

Warum kaufen?

Ganz klar: Mit einer alten Domain hat man viele Vorteile. Die Domain rutscht nicht so leicht in einen Filter und hat den berühmten Altersbonus, sofern ihre Links, die auf die zeigen auch sehr alt sind. In manchen Bereichen ist es unausweichlich, dass man mit einer alten Domain startet, weil man mit einer vollkommen neuen Seite kaum noch Chancen hat. Einen gewissen Prestigebonus sollte man natürlich auch nicht unterschätzen. Film.de, Pizza.de und Kino.de sind einfach wunderbare Domainnamen und werden sicherlich niemals wertlos.

Hier noch einmal der Link zu Sedo. Morgen werde ich einmal versuchen zu erklären, wie man den Wert einer Domain erkennt und ganz ungefähr einschätzen kann.

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