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Zeitungen gegen Google … oder doch mit?

Nachdem Hubert Burda und viele andere europäische Zeitungen verlangt haben, dass Google für den Inhalt von Online Medien bezahlen sollte, hat Google jetzt geantwortet.

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Dann stellt doch auf Noindex um!

So in etwa lautet die Antwort von Google. Vielleicht bin ich nicht immer mit Google einer Meinung, aber in diesem Fall muss ich stark zustimmen. Wie kann man nur derart reaktionistisch denken? Die Rechnung der Zeitungen könnte so lauten: Wir verdienen immer weniger, Google immer mehr – da muss man etwas tun! Herr Burda spricht ja bereits laut Internetworld von einer “schleichenden Enteignung der Inhalte-Produzenten”. Ich produziere auch Inhalte und fühle mich absolut nicht enteignet – im Gegenteil: Ohne Inhalte hätte ich keine Chance – und Google hilft dabei, dass andere diese Inhalte finden.

Dass die (Online-)Zeitungen ohne Google wohl gar nichts mehr verdienen würden, das kommt natürlich niemandem in den Sinn. Auf der einen Seite steht hier ein fortschrittliches und innovatives US-Unternehmen mit den klügsten Köpfen der Welt in ihren Büros; Auf der anderen Seite die deutschen und europäischen Zeitungsverleger, die ihre rostigen Unternehmensstrukturen nun auf Kosten anderer zwanghaft weiterleben lassen wollen.

Die Zeitungsauflagen werden noch weiter zurückgehen, diese Entwicklung ist weltweit nicht aufzuhalten. Dann pumpt doch auch mal Budget in eure Online-Auftritte! Wer Dutzende von Print-Redakteuren hat, aber für die Online Version nur einen Halbtags-Praktikanten, der braucht sich nicht wundern wenn die Online Version keinen Erfolg hat. Genauso ist es mit der Werbung: Man muss für ein Online Magazin genauso werben wie für ein Printmagazin.

Ohne Werbung Leser generieren – Wie soll das gehen??? Auch Offline wird geworben – warum nicht online? Der Name einer Zeitung ist im Internet nichts wert. Während man offline sehr lange überlegt ob man das Abo kündigt, geht man online einfach zur nächsten Seite. Die klassischen Vertriebler der Zeitungen ärgern sich deswegen natürlich schwarz – aber im Internet gelten nunmal andere Regeln als in der Offline-Zeitungswelt.

Die Chefs der Zeitungen

Leider liegt der Grund des Misserfolgs meiner Meinung nach in den Kreisen der jeweiligen Geschäftsführung: Wenn der Chef das Internet nicht nutzt und blöd findet, dann wird er wohl kaum bevorzugt in dieses Medium investieren. Ich kenne in manchen Fällen die Verteilung von Online- und Offline-Werbebudgets und habe daher absolut kein Mitleid mit den klassischen Printmedien.

Bild: © calamus – Fotolia.com

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Kategorie: In eigener Sache

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RSSComments (8)

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  1. Arndt sagt:

    Das würde ich so unterschreiben! – Ich könnte mich sogar dafür begeistern wenn G mal die onlineangebote von Burda&Co einfach mal 1 woche aus den SERPs filtert. Dann ist das Geschrei noch größer :> –> Lernen durch schmerzen

  2. Mariusz sagt:

    Wer mit BWL 1.0 reich geworden ist, will das auch in Zukunft tun. Diese Leute werden den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Schade eigentlich..

  3. Erik sagt:

    Der Meinung kann ich mich nur anschliessen. Ich würde, genau wie Arndt, vorschlagen, dass Google die beteiligten Zeitungen einfach mal für 2 Wochen aus dem Index nimmt, damit deren Perspektive gerade gerückt wird. Nicht Google braucht die Zeitungen, sondern umgekehrt. Das Geschrei wäre zwar gross, aber in 2009 und weiter müssen die Zeitungen lernen, dass sie austauschbar sind und nur mit entsprechend guten Inhalten punkten können.

    Zu schade, dass es kein Äquivalent zur “Huffington Post” in Europa gibt, dann würde sich die Diskussion schnell erledigen. Andererseits, bei der zur Schau gestellten Beratungsresistenz, eventuell auch nicht.

  4. Xandi sagt:

    guter Artikel.. muss dir voll und ganz zustimmen.
    Eine Frage hätte ich aber noch: nach welchen Kriterien wählst du die Bilder aus? :P

  5. Bernd sagt:

    Wirklich sehr gut geschrieben. Stimmt 100%

  6. Paul sagt:

    Eine Filterung aus den SERPs wäre sicherlich mal eine gute Mahnung. Im Grunde müssten die Zeitungen alle Suchmaschinen angreifen, aber weil Google ja so nach Geld riecht, hat man hier die erste Wahl ;) Ja ja, Erfolg bringt Neider.

  7. Claudia sagt:

    Die europäischen Medienmogule stehen nicht alleine mit ihrer Forderung da, auch Rupert Murdoch hat nach kostenpflichtigen Online-News verlangt (siehe z.B. http://wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3930&Alias=WZO&cob=412733&Page11932=6). Ich bin ganz Deiner Meinung, das wäre ziemlich unklug, vor allem weil es so viele kostenlose Newsdienste gibt.

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