In-depth article: Neues Feature bei Google

7. August 2013  |     |  23 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

Google hat heute Nacht deutscher Zeit ein (finde ich) bahnbrechendes neues Feature bekanntgegeben. Die sogenannten „In-Depth articles“ sollen für bestimmte Suchanfragen in Zukunft Artikel mit mehr inhaltlichem Tiefgang als normal anzeigen. Fluch oder Segen?

So sehen die In-Depth artickels in der Google Suche aus.

So sehen die In-Depth artickels in der Google Suche aus.

Segen

„10% of people’s daily information needs fit this category — topics like stem cell research, happiness, and love, to name just a few. That’s why over the next few days we’ll be rolling out a new feature to help you find relevant in-depth articles in the main Google Search results.“

Ich muss sagen, dass ich von keinem Google Feature in letzter Zeit so überzeugt war, wie von den In-Depth Artikeln. Das ist nicht nur für mich als Suchenden eine gute Neuerung – auch für SEOs. In das Horn „guter Content“ werden nun noch mehr SEOs blasen und große Nachrichtenmagazine werden sich vielleicht auch einmal überlegen, ob sie nicht lieber eigene Inhalte schreiben, als die 1000ste DPA-Kopie zu veröffentlichen. Auf der offiziellen Erklärseite für Webmaster steht, das bestimmte Schema.org Parameter nötig sind – ich denke, dass der Einbau nicht allzu schwer sein dürfte. Guter Content, tage- oder wochenlange Arbeit an einem Artikel könnte sich nun dadurch auszahlen, dass man in den In-Depth Articles gelistet wird. Und ich bin sehr sicher, dass dort andere Rankingkriterien gelten, als in der normalen Google Suche. Mit einem kleinen Blog kann man also die „großen“ Medien überholen – unabhängig von Links. Und im Gegensatz zum Knowledge Graph wird auch direkt auf die Artikel verlinkt.

Fluch?

„In addition to well-known publishers, you’ll also find some great articles from lesser-known publications and blogs.“

Das schreibt Pandu Nayak. Kann man ihm glauben? Ich hoffe es. Allerdings hat Google schon immer größere Zeitungen bevorzugt. Ich kann wirklich nur hoffen, dass auch kleinere (gute) Seiten gelistet werden und wir nicht nur Artikel von Spiegel, Stern und Welt oben stehen haben. Ach ja, was macht eigentlich die Bild dann?

Wie genau wird entschieden, welche Artikel oben stehen? In der Webmasterzentrale steht, „algorithm based“, aber ich denke, dass das Ganze (wie vieles andere) eher halbautomatisch ablaufen wird.

Fazit

Redakteure werden sich darüber am meisten freuen, denke ich. Endlich keine flachen Texte mehr umschreiben, sondern auch mal Hintergründe und umfassende Artikel zu einem bestimmten Thema. Trotzdem müssen wir erst einmal schauen, wie oft die In-Depth Artikel bei Google überhaupt gezeigt werden, welche Artikel dann wirklich enthalten sind und wie gut die ganze Sache funktioniert.

Eure Meinung?

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23 Kommentare

  • Da bin ich auch gespannt wie es sich mit den In-Depth Articles weiterentwickeln wird. Es steht auf jeden Fall Potential darin und man sollte es auf dem Schirm haben. Danke für den Hinweis Julian.

  • Danke für den Artikel.
    Ich finde, das ist ein guter Ansatz. Das erspart einem oftmals das Öffnen unzähliger Tabs im Hintergrund. Allerdings steht zu beürchten, dass Google das auch monetär nutzen wird und so die Ergebnisse wieder verwässert werden.

  • Gefällt mir richtig gut das feature! Danke für den interessanten Bericht!

  • Spannende Entwicklung auf jeden Fall. Ich denke auch, dass das Feature dem „Content-Rad“ noch mehr Schwung geben wird. Letztendlich gut für die Nutzer.

    Interessant finde ich noch, dass das Feature nicht zwischen sondern neben den organischen Suchergebnissen angezeigt wird. Die Unterscheidung, wann eine Suche wirklich „in-depth Articles“ sucht und wann „allgemeine Infos“ ist sicherlich noch schwierig. Das könnte ein Grund sein.

    Stelle mir aber vor, dass Google – wenn sie Erfahrung gesammelt haben – die „in-depth Articles“ bald zwischen die organischen Ergebnisse packen werden. Sonst würde es langsam sehr voll in der rechten Spalte…

  • Hi Julian, zu deiner Frage was BILD dann macht … ja es stimmt schon dass die wirklich umfangreichen Artikel mittlerweile ja hinter der PayWall liegen, die wird Google da ja nicht anzeigen können, da für die Suchmaschine ja uncrawlbar … aber vielleicht klappt es ja mit unseren anderen Seiten die ja teilweise schon sehr tiefgehende Artikel haben wie http://www.stylebook.de/ oder http://sportbild.bild.de/ wo auch die ausführlichsten Artikel noch ohne Bezahlschranke sind. Ansonsten sicher spannend für die BAMS-Artikel die sind ja auch traditionell lange und oft noch for free.

  • Ich bin gespannt wie sie In-Depth-Artikel algorithmisch von einfach nur langen Artikeln ohne die inhaltliche Tiefe unterscheiden, denn sonst hält Blackhats nichts davon ab das nötige Markup in ihre gespinnten Spamtexte einzubauen und auf dem In-Depth-Zug mitzufahren.

  • Kann Armin leider nur zustimmen. Meines Erachtens nur eine Frage der Zeit, bis Top-Positionen in den InDepth-Artikeln gekauft werden können. Und wenn nicht das, dann zumindest die Aufnahme auf den InDepth Index.
    Ansonstn finde ich auch: Ein super Feature!

  • interessant, und danke für die verbreitung. schauen wir mal was man daraus machen kann 🙂

  • Also ich befürchte leider, dass am Meisten die großen Blätter davon profitieren werden.

  • Hab‘ ich kurz zuvor noch mit Filli Wiese in Hamburg drüber gesprochen. Sehr spannend. Ich kann nur jedem empfehlen, dass einzubauen, denn Google testet das gerade und liefert es bei verschiedenen Testgruppen aus. Lieber bei einer der ersten Gruppen dabei sein, als bei einer der Letzten.

    All the best,
    Chris

  • In der Konsequenz wäre das dann wohl das Ende von Wikipedia?

  • Erst einmal danke für den Beitrag.
    Na dann bin Ich ja mal gespannt wie das a aussehen wird bzw gekennzeichnet wird und wie b wie man das widerum ausnutzen kann 🙂

  • Google ist ja ständig darum bemüht, gute und sinnvolle Suchmaschinenergebnisse zu liefern. Und das ist auch gut so, denn als Suchender will ich ja möglichst viel Relevantes finden.

    Tatsächlich passierte es bisher ja oft, dass man bei der Suche auf zwar interessant klingende Beschreibungen stieß, man beim Lesen der Artikel allerdings oft genug die Informationstiefe vermisste.

    Allerdings stellt sich mir die Frage, ob da nicht auch wieder genügend Möglichkeiten für SEOs offenstehen, eben auch minderwertige Inhalte zu pushen.

    Und wenn dann alle irgendwann diese zusätzlichen Markups eingeben? Dann werden Googles Algorithmen beweisen müssen, wie gut sie die Spreu vom Weizen zu trennen in der Lage sind.

    Google arbeitet jedenfalls ununterbrochen an der Verbesserung der Ergebnisse. Diese ganzen sinnlosen Dienste, die wild und ohne „Verstand“ Daten sammeln, dabei mitunter Persönlichkeitsrechte verletzen und die Daten irgendwie sinnfrei zusammengefrickelt dem arglosen Sucher darbieten, sind jedenfalls schon wieder mehr von den guten Plätzen verschwunden. Google sei Dank.

  • ich weis nicht ob es eine Verbesserung darstellen wird, denn wenn die notwendigen Informationen sowieso schon bei Google angezeigt werden, dann duerfte der Besucherstrom auf die Webseite selber weniger werden.
    Und ohne Besucher keine Refinanzierung der Aufwandskosten um ueberhaupt die Infos zu bearbeiten und Google bereit zustellen

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